News Weiter Diskussion um mehr Frauen an der Spitze

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25 April 2006
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Folgende News wurde am 05.02.2011 um 13:48:22 Uhr veröffentlicht:
Weiter Diskussion um mehr Frauen an der Spitze
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Berlin (dpa) - Die Debatte über einen größeren Frauenanteil in den Führungsetagen der Wirtschaft geht auch nach der Absage von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) an eine gesetzliche Quote unvermindert weiter. Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt appellierte an die Unternehmen in Deutschland, den Frauenanteil in Führungspositionen deutlich zu erhöhen. Der Vorstand der Bundesagentur für Arbeit, Heinrich Alt, glaubt hingegen nicht, dass es ohne Quote geht. SPD und Grüne kritisierten die Haltung Merkels. Merkel hatte den Vorstoß von Arbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) gestoppt, eine 30-Prozent-Quote für große Unternehmen einzuführen. Familienministerin Kristina Schröder (CDU) verfolgt weiter einen Stufenplan. Sie ist für eine «gesetzliche Pflicht zur Selbstverpflichtung», wenn es bis 2013 nicht gelungen ist, den Anteil von Frauen in Vorständen und Aufsichtsräten zu verdreifachen. Ihr Vorschlag bedeute, dass «jedes Unternehmen eine Quote für Vorstand und Aufsichtsrat vorlegen und diesen Anteil dann auch innerhalb von einigen Jahren erreichen muss», sagte sie am Samstag im RBB-Inforadio. Das werde zu einem «Rechtfertigungszwang» führen. Arbeitgeberpräsident Hundt schrieb in einem Gastbeitrag für die «Bild am Sonntag»: «Wenn eine Neubesetzung ansteht, weil etwa ein Vorstandsmitglied altersbedingt ausscheidet, erwarte ich von den Unternehmen, dass sie deutlich mehr Frauen als bisher an die Spitze berufen.» Bei solchen Neubesetzungen würden in den nächsten Jahren bei den großen DAX-Unternehmen mehr als die diskutierten 30 Prozent Frauen berücksichtigt werden, zeigte er sich überzeugt. Eine gesetzliche Quote für Frauen in Vorständen lehnt Hundt strikt ab. BA-Vorstand Alt sagte dagegen der «Frankfurter Rundschau» (Samstag): «Ich glaube nicht, dass es langfristig ohne Quote zu schaffen ist, den Frauenanteil in Unternehmensführungen signifikant zu erhöhen.» Die Unternehmen würden erst nach und nach erkennen, dass es auch betriebswirtschaftlich Sinn mache, Frauen eine Karriere zu ermöglichen. Aber auch Frauen setzten oft andere Prioritäten. Die stellvertretende SPD-Vorsitzende und Sozialministerin von Mecklenburg-Vorpommern, Manuela Schwesig, hielt der Kanzlerin in der Zeitung «Die Welt» (Samstag) vor: «Es ist naiv, immer noch darauf zu vertrauen, dass bei diesem Thema ohne gesetzlichen Druck etwas passiert.» Die Kanzlerin liege hier völlig falsch. Die Grünen-Fraktionschefin Renate Künast warf Merkel in der «Bild am Sonntag» vor: «Sie tut gar nichts für Frauen. Im Gegenteil: Sie stoppt die Quote und versetzt damit allen Frauen in Deutschland einen harten Schlag.» Auch die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi will sich mit dem Machtwort der Kanzlerin nicht zufriedengeben. «Die Frauenquote lässt sich nicht durch ein Basta der Kanzlerin erledigen», sagte die stellvertretende Verdi-Vorsitzende Margret Mönig-Raane der «Rheinpfalz am Sonntag». Die Frauen in der FDP fordern eine Änderung der Satzung ihrer Partei, um den Frauenanteil an der Parteispitze zu erhöhen. In einem Antrag für den FDP-Bundesparteitag im Mai in Rostock sprechen sich die Frauen für eine Quote von 40 Prozent in allen Parteigremien aus, berichtet das Magazin «Der Spiegel». Die FDP ist die einzige der im Bundestag vertretenen Parteien, die keine Frauenquote hat.
 
Gab es diese Diskussion nicht schon mal?

Ich bin zwar auch das, was man gemeinhin eine emanzipierte Frau nennt, aber das finde ich irgendwie lächerlich. Ich bezweifle ehrlich gesagt, daß überhaupt so viele Frauen in Führungspositionen wollen. Normalerweise liegen die Prioritäten doch woanders.
 
Ich finde es auch irgendwie Quark.
Ich will nicht nicht eingestellt werden, weil ich eine Frau bin, aber mich nur einzustellen, um irgendwelche Quoten zu erfüllen, finde ich auch falsch. :p
 
Ich bin zwar auch das, was man gemeinhin eine emanzipierte Frau nennt, aber das finde ich irgendwie lächerlich.

Aus dem Ersten folgt doch automatisch das Zweite. Emanzipation bedeutet Dinge aus eigener Kraft zu erreichen nicht durch eine Quote.

Mit einer Quote wird niemanden einen Gefallen getan, eher werden dann Frauen belächtelt die in Führungspositionen sind, weil sie es "ja nur wegen der Quote geschaft haben", selbst wenn sie es auch so geschafft hätten.
 
Frage mich, warum dieses Thema so kontrovers diskutiert wird... Mir ist das eigentlich egal, da ich zu 100 Prozent niemals irgendwo der Vorstand werde... Genauso wie auch 99,9 Prozent der Leute, die darüber aufgeregt diskutieren... Als ob es einen Unterschied machen würde.... ^^

Ich bin dagegen, da Quoten nie gut sind... Anderseits ab einem gewissen Grad herrscht sowieso nur noch Vetternwirtschaft und Leistung ist sekundär... Also könnte man denen schon einen Strich durch die Rechnung machen bis zu einem gewissen Grad... Anderseits die Frauen, die dann im Vorstand sitzen, sind ja auch Männer in Verkleidung (meistens nicht mal eine sehr gute)... ^^
 
Ich bin dagegen, da Quoten nie gut sind...

Prinzipiell hast Du recht, allerdings schafft es Problembewusstsein - von daher nicht nie aber häufig nicht.

Anderseits ab einem gewissen Grad herrscht sowieso nur noch Vetternwirtschaft und Leistung ist sekundär... Also könnte man denen schon einen Strich durch die Rechnung machen

Vetternwirtschaft macht aber auch vor "Strohfrauen" nicht halt.

Wichtiger als eine "Frauenquote" finde ich familien- bzw. elternfreundliche Arbeitsbedingungen. Mit denen würde imho sich die quote genauso schnell heben.
 
Eine Quote in dem Bereich finde ich in Teilen einfach neben der Realität.

Wenn man sich alleine das Verhältnis Männlein/Weiblein in technischen Studiengängen anschaut, ist es recht klar, dass in einem Technikkonzern schlicht weg die Basis an Frauen fehlt, um dort Nachwuchs für Führungsetagen zu ziehen.

In den Firmen gibt es dann entsprechend nur die Möglichkeit, über Verwaltungsjobs (kaufmännische, juristische, personelle Tätigkeiten) nach oben zu kommen.
Da ist unser Vorstand recht typisch. 25% Frauen, die eine ist Personalvorstand, die andere hat das Thema Einkauf unter sich.

gruss kelle!
 
In den Firmen gibt es dann entsprechend nur die Möglichkeit, über Verwaltungsjobs (kaufmännische, juristische, personelle Tätigkeiten) nach oben zu kommen.
Da ist unser Vorstand recht typisch. 25% Frauen, die eine ist Personalvorstand, die andere hat das Thema Einkauf unter sich.

Und hier ist doch schon das Traurige. Auch ohne Quoten kenne ich das so bei sehr vielen Unternehmen, dass dann eben Frauen für kaufmännische Führungspositionen genommen werden, da man ja schon zu "wenig" hat aufgrund der tatsache, dass es bei den technischen Bereichen einfach an Frauen fehlt. Problem ist nur, dass dann die Frauen auch dann den Posten im kaufmännischen Bereich bekommen, wenn eigentlich ein Mann besser geeignet gewesen wäre. Aber sieht nun mal besser aus, auch Frauen zu befördern. Durch die Quote würde dieses ungleichgewicht nur noch stärker gefördert werden.

Ich denke, wenn Frauen sich in den "Männerdisziplinen" ebenso präsent zeigen würden in der Basis, dann würden auch mehr Frauen befördert werden. Aber wenn von 100 potentiellen Anwärtern 90 Männer sind, dann ist es kein Wunder, dass der beste für den Job unter einem Mann gefunden wurde und nicht bei den 10 Frauen.