Sammelthread Wehrpflicht ab 2011 nur noch sechs Monate

Mein Gott, hör doch auf zu heulen. Es steht doch jedem frei, den Kriegsdienst zu verweigern. Wird doch keiner gezwungen zum Bund zu gehen.

Entschuldige mal bitte. Aber es ging doch wohl überhaupt nicht darum ob es mir freisteht dort hinzugehen, oder nicht. (Ich war übrigens sehr gerne da)
Mir ging es eher darum, dass du erkennst, dass in manchen Berufen mehr Erholungsbedarf herrscht bzw in anderen Berufen weniger.
K.a. aber vielleicht ist das zuviel verlangt, das zu verstehn... was meinst du?
 
Das ist ne Ausbildung (zumindest sowas Ähnliches). Lehrjahre sind keine Herrenjahre. Wehrdienst ist kein Beruf. Und nein, ich sehe nicht ein, wieso ein Wehrdienstleistender, der Nachts durch den Schlamm robben muß, mehr Urlaub bekommen soll als ein Koch, Kellner oder Bauarbeiter, die sich jeden Tag den Buckel wund schuften.
 
Wer verweigert wird grundsätzlich zum 1.7. oder zum 1.10. gezogen. Wer früh gezogen werden will, der wird dies auch. Wer im Frühjahr gezogen wird hat i.d.R. seit Herbst gewartet, ergo sind das 6 Monate freiraum. jetzt versuch mir nicht zu erklären, wie sinnvoll ein Mathevorbereitungskurs im Oktober ist, wenn man im März gezogen wird und im Oktober des nächsten Jahres dann direkt studieren kann.
Das mag ja alles sein, aber ich versteh nicht, warum sich die Situation durch die Reduzierung um 3 Monate verschlechtert haben soll!?
 
Das ist ne Ausbildung (zumindest sowas Ähnliches). Lehrjahre sind keine Herrenjahre. Wehrdienst ist kein Beruf.

Das kann eine Ausbildung (oder ähnliches) sein. Dann wird aus Wehrdienst in der Regel aber auch ein Beruf.

Für alle anderen ist es keine Ausbildung, die mit einer Lehrstelle vergleichbar wäre. Die dort gelernten Fähigkeiten sind in der Zukunft (zumindest zu einem großen Teil) nicht anwendbar.
 
Wer verweigert wird grundsätzlich zum 1.7. oder zum 1.10. gezogen.
Und wo ist das Problem? Zum 1.7. ist das Abo doch vorbei und wenn man zum 1.10. gezogen wird, ist man am 31.3. fertig. Das Semester geht zum 1.4. los. Ich seh da jetzt kein halbes Jahr Wartezeit. Mittlerweile wird doch fast überall zum SS Studienbeginn angeboten. So ein bisschen Flexibilität schadet sicher keinem...

Für alle anderen ist es keine Ausbildung, die mit einer Lehrstelle vergleichbar wäre. Die dort gelernten Fähigkeiten sind in der Zukunft (zumindest zu einem großen Teil) nicht anwendbar.
Genau, und dafür solls dann 1 Monat Urlaub geben?
 
Das mag ja alles sein, aber ich versteh nicht, warum sich die Situation durch die Reduzierung um 3 Monate verschlechtert haben soll!?

Es entsteht eine größere Leere zwischen den 2 Lebensabschnitten.
Bisher ist das so, dass wenn man im Herbst zum Bund geht, man ein Jahr später mit dem Studium beginnen kann.
Außerdem ist es definitiv keine Verbesserung für die Wehrpflichtigen(Ungerehctigkeit besteht ja schon alleine wegen der Geschlechtsfrage...)

Und wo ist das Problem? Zum 1.7. ist das Abo doch vorbei und wenn man zum 1.10. gezogen wird, ist man am 31.3. fertig.

Du kennst Vorbereitungskurse, oder?
Wie soll ich die im März wahrnehmen, wenn ich odrt arbeiten muss?
Oder wenn die echte Zeit 7 Monate ist mit 1 Monat Urlaub und die Einrichtung über Weihnachten geschlossen ist? Dann sind wir schon beim 15.4. Dienstende.

Genau, und dafür solls dann 1 Monat Urlaub geben?

Für 9€ am Tag bei einer Vollzeitbeschäftigung ist das vollkommen angemessen.
 
Es entsteht eine größere Leere zwischen den 2 Lebensabschnitten.
Ähm, gerade die letzten 3 Mionate beim Bund sind meist nichts weiter als eine große Leere. ;)
Bisher ist das so, dass wenn man im Herbst zum Bund geht, man ein Jahr später mit dem Studium beginnen kann.
Und jetzt ist es immer noch so. Jetzt hat man eben nur mehr Zeit, sein "Abgangsgeld" (gibt's das noch?) zu verprassen oder sich auf seinen neuen Lebensabschnitt vorzubereiten. Ich kann beim besten Willen nicht nachvollziehen, warum du das als negativ einstufst. :roll:
 
Wehrdienst ab 2011 so kurz wie nie: Sechs Monate

Folgende News wurde am 24.10.2009 um 10:33:44 Uhr veröffentlicht:
Wehrdienst ab 2011 so kurz wie nie: Sechs Monate
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Berlin (dpa) - Männer müssen vom 1. Januar 2011 an nur noch ein halbes Jahr Wehrdienst leisten - so kurz wie noch nie. Nach langem Ringen um die Wehrpflicht einigten sich Union und FDP in ihrer letzten Koalitionsrunde in der Nacht in Berlin darauf, die Wehrpflicht zu erhalten, den Wehrdienst aber um drei Monate zu verkürzen. In der Regel wird auch der Zivildienst entsprechend angepasst. Grüne und Linke fordern weiter die Abschaffung der Wehrpflicht. In der Bundeswehr wird die Dienstverkürzung skeptisch gesehen. Die FDP setzte sich zwar nicht mit ihrer Forderung nach einer «Aussetzung» der Wehrpflicht durch, kann den Kompromiss aber als Erfolg verbuchen. Die Grünen hatten 1998 bereits als kleinerer Koalitionspartner der SPD das Ende der Wehrpflicht verlangt, mussten sich aber mit einem Prüfauftrag zufriedengeben, der nie umgesetzt wurde. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte sich im Juli öffentlich zur Wehrpflicht bekannt. Damit war klar, dass sie an dem Pflichtdienst für Männer nicht rütteln lassen wird. In der militärischen Führung des von der Union geführten Verteidigungsministeriums wird ein kürzerer Wehrdienst mit Unbehagen gesehen. Befürchtet wird, dass dies der Einstieg in den Ausstieg aus der Wehrpflicht sein könnte. In sechs Monaten könnten den jungen Männern zwar Grundkenntnisse vermittelt werden. Die Zeit sei aber zu kurz, diese in die Praxis umzusetzen, heißt es unter Offizieren. Unionspolitiker hatten allerdings die Bedenken der FDP geteilt, dass angesichts der niedrigen Einberufungsquote der Männer eines Jahrgangs kaum noch Wehrgerechtigkeit bestehe. Ein kürzerer Wehrdienst ermögliche nun, die Zahl der Rekruten zu erhöhen, hieß es. Die Bundeswehr hat rund 250*000 Soldaten. Darunter werden 35*000 Stellen für Wehrdienstleistende und 25*000 Stellen für freiwillig länger Dienende bereitgehalten. Laut Verteidigungsministerium wurden im vorigen Jahr 456*000 Männer zwischen 18 und 23 Jahren gemustert und 68*270 einberufen. Daneben waren 65*000 Zivildienststellen besetzt. 1992 absolvierten noch etwa 200*000 Männer Wehrdienst. Das Ministerium bestreitet Wehrungerechtigkeit und beruft sich unter anderem auf die inzwischen verschärften Einberufungskriterien. Danach wird niemand mehr eingezogen, der die ersten beiden Tauglichkeitsstufen nicht erfüllt. Befürchtungen von Politikern, dass bei einer parallelen Verkürzung des Zivildienstes soziale Dienste Personal verlieren und Leistungen gestrichen würden, teilt die Zentralstelle für Recht und Schutz der Kriegsdienstverweigerer (KDV) nicht. Eine Verkürzung der Zivildienstdauer auf sechs Monate werde im Sozialbereich praktisch keine Auswirkungen haben, erklärte der KDV. In den Bereichen, in denen Zivildienstleistende tätig seien, arbeiteten rund 3,5 Millionen hauptamtliche Mitarbeiter. Die 65*000 Zivildienstleistende machten 1,8 Prozent aller Beschäftigten aus. Diese Stellen würden aber nicht gestrichen, sondern nur die Beschäftigungsdauer auf sechs Monate verkürzt.
 
Abschaffen ist noch besser.

Nur zur Info. Ich habe 3 Jahre gedient.
 
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