Unsere Gesellschaft: Immer oberflächlicher, hedonistischer, egoistischer?

e4gLe

Member
21 April 2007
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Im folgenden Thread würde ich gerne mal über unsere Gesellschaft reden.
Dazu gedenke ich zuerst eigene negative Erfahrungen einzubringen und dann Neuigkeiten aus der Presse, denn ich muss irgendwie mal meinen Frust ablassen und verspüre den Drang über unsere Gesellschaft zu diskutieren.

Zuerst zu meinen eigenen Erfahrungen:

Erstes Beispiel:
Ich bin mitten im Abitur und habe vor, Medizin zu studieren und lerne demnach sehr viel um meine Ziele zu verwirklichen. Meine Freunde wissen genau, wieviel mir daran liegt Arzt zu werden. Vielen habe ich schon in ernsten Situationen beigestanden und ihnen geholfen, was ich auch gerne gemacht habe. Nun häufen sich vermehrt Sprüche wie: Na, musst du wieder lernen, hast ja keinen Bock auf uns! Oder nach einer Abiklausur, wo ich vieel für gelernt hab, wo aber wenig wissen abgefragt wurde, empfing mich von einem eigtl super Kumpel der hämische Kommentar: Dafür hast du wohl umsonst gelernt *grins*. Hinter meinem Rücken lästern sie über mich, obwohl sie wissen mir gehts nicht gut und ich stehe unter Strom und obwohl sie wissen, dass ich meine Ziele verwirklichen will. Es gibt keinerlei Verständnis oder Zuspruch für mich. Keiner fragt mal nach, wie es mir geht oder ähnliches. (nein ich will kein mitleid). Ist die Gesellschaft wirklich nur noch so, dass sie nach kurzfristigem Spaß strebt? Meine besten Freunde kehren mir den Rücken zu und nur wenige akzeptieren, dass ich kurzfristig wenig Zeit habe!

Zweites Beispiel:
vor ca 2 Jahren hatte ich eine wirklich heftige Operation, die schlimme Folgen hätte haben können (Querschnittslähmung zB). Während der vier wochen, die ich da lag, haben mich von sich aus nur 2 Kumpels angerufen und aufgemuntert. Nur einer ist 4 std angereist und 4 std abgereist um mich zu sehen! Noch nichtmal erkundigt haben sie sich! Bedeutet Freundschaft mittlerweile soo wenig? Ich würde ohne Zögern meine Freunde im Krankenhaus besuchen und ihnen beistehen!
Ich hab einfach das Gefühl, dass für viele Menschen nur noch Hedonismus zählt. Leben bekommt dadurch einen Sinn, dass man selber Spaß hat. Das zeigt sich auch an vielen oberflächlichen Gesprächen: Was machst du heute abend? Wo gehst du saufen? usw... ich finde um mich herum kaum Menschen, mit denen man über wirklich tiefgründiges reden kann, aber vielleicht kenne ich auch nur die falschen Leute.
Ich selber versuche christlich zu leben, mich um den nächsten zu kümmern und ähnliches, auch wenn es nicht immer geht und einfach ist. Ich frage mich einfach, wie kommt es dazu, dass es so wenig wirklich tiefe Freundschaften gibt? Warum zählen Äußerlichkeiten (aussehen, kleidung) soviel und warum verlässt man selten die Ebene des Small-Talks? Liegt es vielleicht daran, dass die Menschen zunehmend gehetzter sind zB durch den Beruf?


Neuigkeiten aus Zeitungen und Fernsehen:
Amokläufe mehren sich. Meistens Leute, die als "sehr nett und höflich, aber zurückhaltend" eingestuft werden. Wie kommt es dazu, dass sich Menschen so abschotten können und sich isolieren und es keinen gibt der sie auffängt, wenn sie doch eigentlich so "nett und höflich" sind. Wird die Gesellschaft zunehmend egoistischer?

wollte eigtl noch was einfügen, habs aber leider vergessen.


Sorry, aber das musste ich einfach ablassen... spinne ich etwa oder seht ihr das ähnlich?
 
Meine besten Freunde kehren mir den Rücken zu und nur wenige akzeptieren, dass ich kurzfristig wenig Zeit habe!
Ich sage dazu nur: Ein gesunder Ehrgeiz ist voll in Ordnung, aber es darf nicht ausarten.

Soll heißen: Selbst in Zeiten des Abiturs, in denen ich auch gerade stecke, ist es weitestgehend unsinnig zu sagen, dass man am Samstagabend nichts unternehmen will weil man lernen muss. Das trifft vielleicht eine halbe Woche vor der Klausur zu, aber nicht einen Monat vorher.

Bei uns laufen die Klausuren noch und auch diejenigen die noch schreiben müssen unternehmen noch etwas mit den anderen. Die bleiben dann vielleicht nicht bis zum Ende und trinken auch mal nichts, aber sie sind zumindest dabei. Gerade in solchen Phasen muss man aufpassen, dass man seine Freunde nicht vernachlässigt. Meinst du die anderen müssen nicht für das Abi lernen? Die schaffen es trotzdem...

Bedeutet Freundschaft mittlerweile soo wenig? Ich würde ohne Zögern meine Freunde im Krankenhaus besuchen und ihnen beistehen!
In solchen Situationen sieht man dann ob man richtige oder nur oberflächliche Freunde hat. Traurig, wenn nur so wenige kommen.

Wichtig ist, dass man Beziehungen pflegt und, wie du schon angesprochen hast, dass man auch mal über den Smalltalk hinaus miteinander redet. Probleme austauschen, über verschiedene Ansichten diskutieren, usw. Gleichzeitig muss man Spaß zusammen haben und sich vor allem regelmäßig sehen.

Gar nicht so einfach nach dem Abi wenn man keine Schule mehr hat, aber man kann es schaffen. Und wenn es nur ein Anruf ist, damit man mal wieder ins Gespräch kommt.
 
e4gLe;1462373 Neuigkeiten aus Zeitungen und Fernsehen: Amokläufe mehren sich. Meistens Leute schrieb:
och ich kann das nichtmehr hören. ob nu das "amokläufer spielen alle gewaltverherrlichende computerspiele" oder "es lebte sehr isoliert".

Ich kenn genügend leute die solche spiele spielen, mich miteingeschlossen. Darunter sind auch familienväter die fest im leben stehen. aber das nur mal nebenbei.

dass man gerne mal alleine ist, hat nix mit isolation zu tun. ich bin sehr gerne alleine, auch länger mal. aber deshalb sitz ich hier ned in meinem zimmer und schmiede meine amokläufer-pläne :roll:
 
Dafür hast du wohl umsonst gelernt *grins*. Hinter meinem Rücken lästern sie über mich, obwohl sie wissen mir gehts nicht gut und ich stehe unter Strom und obwohl sie wissen, dass ich meine Ziele verwirklichen will. Es gibt keinerlei Verständnis oder Zuspruch für mich.
Hast du Verständnis für deren Lebenseinstellung? Jeder zieht sein Leben so durch, wie er es für richtig hält. Und das sollte man auch so akzeptieren und respektieren. Ausgenommen natürlich Lebensstile, die nicht unseren gesellschaftlichen Normen entsprechen; wenn jemand sein Geld durch das Verticken von Drogen verdient, muss man das nicht akzeptieren.
Meine besten Freunde kehren mir den Rücken zu und nur wenige akzeptieren, dass ich kurzfristig wenig Zeit habe!
Für eine Freundschaft ist es nicht gerade förderlich, wenn man dauernd zu hören bekommt "Ne sorry, kann nicht, ich baue gerade an meiner Karriere". Natürlich muss man seine Prioritäten setzen, aber Zeit für ein Bierchen mit einem guten Freund geht eigentlich fast immer irgendwie dazwischen, wenn man es will. Es gibt sicherlich Phasen, wo man das alles nicht mehr packt, weil man mit Schule/Studium überfordert ist. Vor allem bei einem Medizinstudium kann ich dir sagen, dass du mit deiner Einstellung in den nächsten 6 Jahren keine Zeit für deine Freunde haben wirst, wenn du es so weiter machst. Dagegen ist der Arbeitsaufwand für das Abi nämlich in etwa so schön wie Sommerferien. Daher sieh das ganze einfach ein wenig lockerer und kümmere dich um deine Freunde. Das Leben in den jungen Jahren geht nämlich schneller vorbei, als man gerne hätte und jede Sekunde Spaß, die du nicht nutzt, bekommst du später nie wieder.
Das Leben wird noch ernst genug, von daher sollte man es nicht übertreiben.
Das Ziel ist es, einen ausgewogenen Lebensstil hinzubekommen. Das erfordert eine Menge Disziplin und Motivation. Dazu gehört dann z.B., das Studium hinzubekommen, wenn möglich auch mit akzeptablen Noten. Nebenbei nimmt man Parties mit und nutzt auch sonst jede Möglichkeit, mit seinen Leuten irgendwas zu unternehmen.
Natürlich klappt das nicht immer, man muss auf jeden Fall Abstriche machen. Dein Studium schaffst du mit der Einstellung natürlich nicht mit Auszeichnung. Aber wenn du darauf hinarbeitest, musst du entweder wirklich ein Genie sein, oder du stampfst sämtliche sozialen Kontakte gänzlich ein.

Im Leben kannst du nie das Optimum erreichen, du wirst eine ganze Menge Abstriche machen müssen. Du solltest dich nur gut Entscheiden, wie du die Abstriche verteilst, denn eine gute Karriere alleine macht auf Dauer ganz sicher nicht glücklich.

Bedeutet Freundschaft mittlerweile soo wenig? Ich würde ohne Zögern meine Freunde im Krankenhaus besuchen und ihnen beistehen!

Wie bereits angedeutet, gehören zur Freundschaft zwei Leute. Beide müssen die Freundschaft pflegen. Und wenn von einer Seite stets nur Ablehnung kommt, dann fragt man sich natürlich, wieviel die Freundschaft noch wert ist. Besuchst du einen Freund im Krankenhaus, der nie für dich Zeit hat, weil er die ganze Zeit bessere Dinge zu tun hat? Der Satz ist zwar ein bisschen auf die Spitze getrieben, aber so kann es ganz schnell empfunden werden. Denk mal drüber nach.
Ich hab einfach das Gefühl, dass für viele Menschen nur noch Hedonismus zählt. Leben bekommt dadurch einen Sinn, dass man selber Spaß hat. Das zeigt sich auch an vielen oberflächlichen Gesprächen: Was machst du heute abend? Wo gehst du saufen?
Wie gesagt, Ausgewogenheit ist hier der Schlüssel - daher ein paarGegenfragen: Hat das Leben einen Sinn, wenn man gar keinen Spaß hat? Ist Hedonismus per se böse oder kann man auch einfach mal den materiellen Segen unserer Gesellschaft nutzen und damit Spaß haben?
Und die Frage "Was macht du heute abend?" Sehe ich nicht als oberflächlich an. Da man tagsüber meistens zu tun hat, kann man sich wohl nur abends mit seinen Leuten treffen. Und damit kommt man um die Frage nicht drumherum.
Wenn man fürs Abi lernt, reichen wohl 8 Stunden am Tag, die man sich von 10-18 legen kann. Dann kann man sich auch abends nochmal gemütlich einen trinken gehen.

ich finde um mich herum kaum Menschen, mit denen man über wirklich tiefgründiges reden kann,
Hast du nur den Eindruck oder hast du es wirklich probiert? Ich kann mit allen meinen Freunden über Tiefgründiges reden, wenn ich möchte. Aber nicht jeder hat Lust, immer über tiefgründige Dinge zu reden. Auch ein richtig dreckiges Männergespräch mit einem Niveau knapp über dem Gefrierpunkt oder billige Stammtischpolemik bei politischen Themen kann ziemlich witzig sein. Nicht das Ganze Leben besteht nur aus Ernst.

Liegt es vielleicht daran, dass die Menschen zunehmend gehetzter sind zB durch den Beruf?
Ist es bei dir vielleicht auch so?
 
ui... doch ne ganz rege diskussion hier... freut mich :)

okay.. ich glaube da ist so einiges missverstanden worden.
Ich versuche mit wenigstens 1x die woche zeit für freunde zu nehmen und telefoniere mehrfach unter der woche, es ist nicht so, dass ich mich gar nicht kümmere, nur lerne ich deutlich mehr als die anderen und mache nicht jeden tag was!
Klar ist auch, dass man nicht nur ernste und tiefgründige gespräche führen, doch ist es schade, wenn man die smalltalk ebene gar nicht verlassen kann oder? Wenn man da nicht drüber hinauskommt, dann kann man doch gar keine richtig tiefe Freundschaft ausbauen oder sehe ich das falsch?!?

@chillervalley.. gerade das "der junge hat metal gehört und ballerspiele gespielt, nur deshalb ist er amokläufer geworden"-gesülze mag ich auch nicht. Ich glaube das wird der Sache nicht gerecht. Ich glaube, dass da viele Faktoren eine Rolle spielen! Doch finde ich, sollte das Umfeld auch was tun, wenn sie sehen, dass sich jemand mehr und mehr isoliert, oder nicht?
 
Hm... wenn du dir vor lauter Lernerei keine Zeit für deine Freunde nimmst, ist es klar, dass sich zumindest einige abwenden und es zu Lästereien kommt. Es kommt auf die Ausgewogenheit an. Ich kann diese BWL-Karriere-Typen nicht verstehen, die schon mit 16 ihren Elite-Uni-Abschluss mit Auszeichnung und Auslandsaufenthalt planen, und dafür jegliche menschliche Beziehungen hinten an stellen.
 
Nur mal nen beispiel... einer meiner besten freunde:

26 Jahre Alt
Verheiratet
eine kleine Tochter
Job 8 Stunden am Tag (Schweißer)
Abendschule (Montag, Mittwoch und Freitag jeweils 4 Stunden. Samstags 8 Stunden)
Und Baut im Moment sein Haus!

und trotzdem treffen wir uns Regelmassig!

MFG
TheLucifer
 
Nur mal nen beispiel... einer meiner besten freunde:

26 Jahre Alt
Verheiratet
eine kleine Tochter
Job 8 Stunden am Tag (Schweißer)
Abendschule (Montag, Mittwoch und Freitag jeweils 4 Stunden. Samstags 8 Stunden)
Und Baut im Moment sein Haus!

und trotzdem treffen wir uns Regelmassig!

MFG
TheLucifer



hrhr ja das Schlafen hab ich mir zur Zeit auch grad abgewöhnt :mrgreen:


tjoah soviele Ziele und so wenig Zeit, eigentlich denkt man immer :"Ist ja nicht für lange Zeit" , aber dann stehen wieder die nächsten Sachen an und der Streß geht weiter....

ist alles ne Frage der Balance: Wer viel Arbeitet muss auch viel Spaß haben und viel mit anderen Menschen machen, das dabei die Zeit sehr knapp wird ist klar also helfen nur regelmäßige Auszeiten

Aber wirkliche Freunde sind auch für Dich da wenn du mal nicht viel Zeit für sie hast, Problem ist nur die wenigsten haben wirkliche Freunde :roll:

Kenn einige Leute die für 50-200 Personen Geburstagspartys schmeißen und die sich dann toll vorkommen weil ja soviele Leute zu ihren Partys kommen und sie ja soviele Freunde haben, aber wenn ich die sozialen Verknüpfungen da richtig einschätze sind das für mich maximal oberflächliche Bekanntschaften,

man feiert miteinander, hat Spaß und labert oberflächlich vor sich her ohne zu sagen was einen wirklich beschäftigt und ohne sich wirklich zu öffnen vielmehr ist dann auch schon nichtmehr dran an diesen sogenannten Freundschaften
 
Zuletzt bearbeitet:
Hm... wenn du dir vor lauter Lernerei keine Zeit für deine Freunde nimmst, ist es klar, dass sich zumindest einige abwenden und es zu Lästereien kommt. Es kommt auf die Ausgewogenheit an. Ich kann diese BWL-Karriere-Typen nicht verstehen, die schon mit 16 ihren Elite-Uni-Abschluss mit Auszeichnung und Auslandsaufenthalt planen, und dafür jegliche menschliche Beziehungen hinten an stellen.

So ganz stimmt das aber nicht. Vor meiner schweren OP habe ich mich verdammt oft mit ihnen getroffen und ihnen auch bei so einigen Problemen geholfen. Immer wenn es um Spaß haben ging, waren sie auch sofort dabei. Nur wurde ich dann im KH bitter enttäuscht und da hat sich gezeigt, wer wirklich zu mir hält.
Seh ich das vllt falsch, dass wahre Freunde auch in Zeiten der Krise und auch bei Problemen zu einem halten sollten? Ich würde nie über meine Kumpels lästern, sondern wenn ich ein Problem hab, es ihnen direkt sagen.

Loshai schrieb:
Aber wirkliche Freunde sind auch für Dich da wenn du mal nicht viel Zeit für sie hast, Problem ist nur die wenigsten habe wirkliche Freunde

Kenn einige Leute die für 50-200 Personen Geburstagspartys schmeißen und die sich dann toll vorkommen weil ja soviele Leute zu ihren Partys kommen und sie ja soviele Freunde haben, aber wenn ich die sozialen Verknüpfungen da richtig einschätze sind das für mich maximal oberflächliche Bekanntschaften,

man feiert miteinander, hat Spaß und labert oberflächlich vor sich her ohne zu sagen was einen wirklich beschäftigt und ohne sich wirklich zu öffnen vielmehr ist dann auch schon nichtmehr dran an diesen sogenannten Freundschaften
das kann ich so unterschreiben... leider. Gerade auf Parties, wo man "nette Leute" kennenlernt wird viel über Oberflächliches und Nebensächliches geredet, doch nur wenigen Menschen kann man sich wirklich öffnen, die einen zuhören und verstehen.
 
Seh ich das vllt falsch, dass wahre Freunde auch in Zeiten der Krise und auch bei Problemen zu einem halten sollten?
Nein, das siehst du völlig richtig.

Hast du denn auch mal mit den Leuten gesprochen und denen mitgeteilt wie du darüber denkst? Vielleicht empfinden die das ganz anders. Gerade weil tiefgründigere Gespräche für dich so wichtig sind solltest du das ruhig tun.

Gerade auf Parties, wo man "nette Leute" kennenlernt wird viel über Oberflächliches und Nebensächliches geredet [...]
Ich glaube auch nicht, dass auf Partys der richtige Ort ist, um tiefgründige Gespräche zu führen. Dazu braucht man schon eine stille Stunde und keinen wummernden Bass drumherum.

Zudem kenne ich auch niemanden, der Lust hat, sich auf Partys stundenlang zu unterhalten. Es ist doch völlig normal, dass da nicht viel mehr als Smalltalk läuft.
 
Nein, das siehst du völlig richtig.

Hast du denn auch mal mit den Leuten gesprochen und denen mitgeteilt wie du darüber denkst? Vielleicht empfinden die das ganz anders. Gerade weil tiefgründigere Gespräche für dich so wichtig sind solltest du das ruhig tun.

natürlich versuche ich tiefgründige Gespräche zu führen. Doch merke ich dann, dass dann dazu nichts zurückkommt außer joah, da besteht bei den meisten einfach kein Interesse. Viele (so hab ich zumindest desöfteren das Gefühl) kümmern sich lieber um sich und wollen eine spaßige Zeit erleben, doch wenns es um ernste Dinge geht, wird lieber schnell das Thema gewechselt. Wirklich dauerhaft und länger tiefgründig reden, ohne dass es langweilig für einen wird, das kann ich nur mit wenig... dabei ist mir auch bewusst, dass man nicht nur tiefgründiges reden kann, sondern auch viel spaß haben sollte, das ist klar! Ich finde es nur schade, wenn man diese oberflächige Ebene nicht verlassen kann.
 
ich denke, dass du ganz schön hart mit deinen freunden, aber auch dir selbst ins gericht ziehst!

was das kh-beispiel betrifft: es ist für viele schwer, anderen in wirklicher not beizustehen und eine versaute klausur ist nun mal keine echte not. auch ich habe mich schon gedrückt, kontakt mit freunden aufzunehmen, die bspw. einen angehörigen verloren haben. da kann auch viel angst vor der situation drin stecken - je schlechter es jemandem geht, desto mehr. klar kommt das dann nicht gut beim betroffenen an!

ich hatte immer nur einige leute, mit denen ich mich über wirklich ernsthafte sachen unterhalten konnte (und bis heute ist das nicht viel anders), aber spass ist halt auch wichtig!

ehrgeiz ist nicht schlecht, vielleicht hilft dir ja auch das gründen oder anregen von lerngemeinschaften. da hat man kontakt und kann noch erreichte ziele befeiern. ich kenne auch ein paar leute, die einfach unglaublich viel gelernt haben und sich damit stark isoliert. die haben aber auch scheu vor menschen gehabt, weil sie dinge sehr anders als andere gesehen haben. solange, bis sie andere getroffen haben, denen es ähnlich geht.

"doch was nützt das ganze lernen, wenn man sich nicht auch vergnügt..." (so oder so ähnlich als zitat von element of crime)...

oberflächlich sein muss auch gelernt sein. vielleicht ist das ja eine lernaufgabe für dich? du must nicht deine ziele aufgeben, nur ein (wie schon oben gesagt) ausgewogenes verhältnis finden!

-aber du wirst das schon machen! hier die leute schreiben zwar alle und sind in gewisser weise auch real, aber eben doch nicht zum anfassen!
 
Hallo,
ich kann dich gut verstehen und nachvollziehen was du meinst.
Aber an diese Situation wirst du dich leider gewöhnen müssen. Man kann froh sein, wenn man auch nur einen Menschen (unabhängig von Familie) im Leben kennenlernt der dir ehrlich und vom Herzen freundschaftlich zur Seite steht.
Ansonsten kann man sich nur auf seine eigene Familie verlassen, sei es auf die Eltern, auf den Partner oder auf die eigene Familie die man vielleicht irgendwann gründen wird.
Das zwischenmenschliche Auseinanderklaffen was du gerade erlebst wird im Studium und dann in der Arbeitswelt noch intensiver. Die Attacken anderer werden größer, der Konkurrenzdruck wird härter und viele Kontakte oberflächlicher.
Du darfst dich davon nur nicht unterkriegen lassen und musst stark bleiben, lerne damit umzugehen. Weil die Realität die um dich herum herrscht kannst du nicht verändern. Du kannst nicht plötzlich Gandhi spielen. Aber das was du machen kannst ist dich nicht auf "ihr" Niveau herunterzubegeben. Wenn sie schlecht über dich reden, dann höre nicht hin. Sie haben deine Freundschaft nicht verdient. Du bist nicht abhängig von ihnen! Wenn sie sich im Konkurenzkampf gegenseitig auszuschalten versuchen, dann sieh darüber hinweg und lasse dich nicht darauf ein. Bleibe stets freundlich, dass du nicht aus der Ruhe zu bringen bist wird sie aus dem Konzept bringen.
Wie gesagt, wenn du Harmonie haben willst wirst du sie dir selbst in deiner eigenen persönlichen Welt aufbauen müssen, in einem kleinen Kreis guter Freunde, in der Familie, in deiner Partnerschaft. Alles andere ist etwas auf das du nur wenig Einfluss nehmen kannst.
 
Ich seh das genau so wie du. Wenn man dann noch nett zu den Leuten ist, dann mögen die das auch nicht. Ich hab Freunde die sinsd sogar so drauf, das die nicht dran gehen blos weil ich Frage wies IHnen geht ( ICh weiß das es IHnen teilweise nicht gut deshalb frage ich ja auch)