News Umfrage: Sind Jobcenter doch besser als ihr Ruf?

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25 April 2006
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[N] Umfrage: Sind Jobcenter doch besser als ihr Ruf?

Folgende News wurde am 11.08.2008 um 17:11:22 Uhr veröffentlicht:
Umfrage: Sind Jobcenter doch besser als ihr Ruf?
DPA-News

Nürnberg (dpa) - Jeder zehnte Langzeitarbeitslose hat das Gefühl, bei der Beratung im Jobcenter werde seine persönliche Lebenssituation zu wenig berücksichtigt. Das berichtete die Bundesagentur für Arbeit (BA) am Montag unter Berufung auf eine Umfrage unter 35*000 Betroffenen in den ersten beiden Quartalen. Zehn Prozent der Befragten kritisierten demnach, dass die Vermittler nicht auf familiäre Probleme eingingen und sich weder mit Schulden noch mit gesundheitlichen Handicaps ausreichend auseinandersetzten. Alles in allem sei der Service der 374 deutschen Jobcenter aber mit der Schulnote drei bewertet worden, hieß es. Das Erwerbslosen Forum Deutschland meldete Zweifel an diesem guten Abschneiden an. 82 Prozent der Befragten hatten den Angaben zufolge positiv vermerkt, dass sie in den von Kommunen und Arbeitsagenturen betriebenen Jobcenter einen festen Ansprechpartner für ihre Anliegen hätten. Auch nehme sich das Personal ausreichend Zeit, was die Befragten im Schnitt mit der Note 2,3 quittierten. Jedem Zweiten (52 Prozent) sei ein Stellenangebot unterbreitet worden, berichtete die BA. Das für die Jobcenter zuständige BA-Vorstandsmitglied Heinrich Alt zeigte sich zufrieden mit dem Umfrageergebnis. «Es zeigt uns, dass wir bei der Betreuung hilfebedürftiger Menschen auf dem richtigen Weg sind», sagte er. Doch es gebe noch Luft nach oben. «Wir können noch besser werden, und wir werden auch noch besser, davon bin ich fest überzeugt. »Das Erwerbslosen Forum Deutschland zweifelt die Umfrageergebnisse an. Eigene Erhebungen ließen auf eine höhere Unzufriedenheit unter den Arbeitslosen schließen. Zudem widersprächen die Zahlen der kritischen Bewertung des Bundesrechnungshofs, teilte der Betroffenenverband in Bonn mit. «Wir haben ganz andere Erfahrungen, und wir sprechen nicht von einer kleinen Gruppe und Einzelfällen», betonte Forumssprecher Martin Behrsing. Zudem habe die BA ihre Befragungsmethode nicht offen gelegt. «Wir sind überzeugt, dass eine unabhängige Untersuchung zu ganz anderen Ergebnissen kommen wird. »
 
Zudem habe die BA ihre Befragungsmethode nicht offen gelegt. «Wir sind überzeugt, dass eine unabhängige Untersuchung zu ganz anderen Ergebnissen kommen wird.»
Traue keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast.

Alt, aber gut. Ein TP-Artikel über (Wirtschafts-)Statistiken und ihre Aussagekraft.
 
Wenn die Statistik über die Jobcenter von der BA kommt, dann kann man das gleich in die Tonne stecken. Das hat für mich überhaupt keine Aussagekraft.

Vor kurzem habe ich mal was gelesen, daß der Steuerzahlerbund ganz massiv die Effizienz der Jobcenter Kritisiert hat. Zum Beispiel müssen die Leute fast 3! Monate auf ein Qualifiziertes Erstgespräch warten. Und die Bearbeitung der Leistungsanträge geht eher im Schneckentempo.
 
Wenn die Statistik über die Jobcenter von der BA kommt, dann kann man das gleich in die Tonne stecken. Das hat für mich überhaupt keine Aussagekraft.

Welche Statistik willst Du dann noch glauben? ;-)

Ich glaube der Steuerzahlerbund musste erst vor ein paar Monaten zugeben, dass seine Angaben zur Steuerverschwendung ganz grobe Schätzungen sind, die aber in Summe nicht nachweisbar waren...

Abgesehen davon beneide ich nicht einen Mitarbeiter der ARGE.
Ständig frustrierte Leute, geringes Bildungsniveau in großen Teilen (vermute ich), Aggressionen, Drogensüchtige sind auch nicht auszuschließen, wahrscheinlich noch ne allein erziehende Mutter mit drei schreienden Kindern auf dem Flur...

Dass da keine Spitzenqualität zustande kommt, ist kein Wunder.

gruss kelle!
 
Vor kurzem habe ich mal was gelesen, daß der Steuerzahlerbund ganz massiv die Effizienz der Jobcenter Kritisiert hat. Zum Beispiel müssen die Leute fast 3! Monate auf ein Qualifiziertes Erstgespräch warten. Und die Bearbeitung der Leistungsanträge geht eher im Schneckentempo.

So, hab jetzt mal Nachgeforscht und den Artikel gefunden. Es war nicht der Steuerzahlerbund, sondern der Bundesrechnungshof.

https://www.focus.de/jobs/arbeitsma...-wochen-bis-zum-erstgespraech_aid_320279.html
 
Es war nicht der Steuerzahlerbund, sondern der Bundesrechnungshof.

Um Längen seriöser... ;)

Wobei da wieder für mich Fragen auftauchen, die die Ursachen beleuchten müssten.

Bei uns in der IT Welt gibt es so nen Daumenfaktor, pro 200 Anwender eines Systems einen Betreuer.

Was umgerechnet die neun Wochen recht nachvollziehbar macht. Wenn der Faktor auch bei der Arge gelten würde.

Man könnte sicherlich die Anzahl der Betreuer erhöhen, wobei sich dann die Frage stellt, ob es sich lohnt, mit jedem ALGII Empfänger alle vier Wochen intensiv zu sprechen, wenn weder Arbeitsplätze noch andere Maßnahmen vorhanden sind.

Im schlimmsten Falle würde es dann wieder heißen "Ich muss alle zwei Wochen zur Arge, obwohl die eh nix haben."

Ist ne schwierige Gratwanderung.

Wobei, als ich arbeitslos war, fand in der Zeit von 10 Wochen auch kein Gespräch statt, dann hatte ich selbst was gefunden.

gruss kelle!
 
Bei uns in der IT Welt gibt es so nen Daumenfaktor, pro 200 Anwender eines Systems einen Betreuer.

Das wird von Region zu Region unterschiedlich sein. Bei uns z. B. In Hof, ist die Arbeitslosenquote die höchste in Bayern. Klar, daß da ein Sachbearbeiter mehr Fälle betreuen muss, als etwa in Nürnberg oder gar in Freising. Und in manchen Gebieten in Ostdeutschland mit über 20 % Arbeitslosen dürfte die Zahl noch höher sein.