Titel unpassend/Es wurde etwas getan ;-)

denisale81

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20 April 2006
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So ich möchte euch heute einmal von einer Sache berichten, die mich selber relativ viel beschäftigt.

Mein Lebensgefährte hat aus erster Ehe einen 10 Jährigen Sohn.
Dieser ist jetzt gerade mal 1,30 m gross und bringt stolze 54 kg auf die Waage.
Nach einigen Gesprächen mit einem Psychologen stellte sich auch heraus, das er ein sogenannter "Frustesser" ist. Mich persönlich wundert das eigentlich gar nicht, denn leider wird er zu Hause von seiner Mutter und ihren wechselnden Freunden nicht gerade nett behandelt.

Ich möchte euch hier nun ein paar Dinge darüber erzählen.

Angefangen hat alles nach der Geburt ihres zweiten Kindes. Schnell wurde festgestellt, das die "Kleine" einen " Lungenfehler" hat, weshalb sie des öfteren im Spital behandelt wird und auch zu Hause zb. inhalieren muss.
Seit diesem Zeitpunkt ist sie die "arme kleine" und er wird immer recht schnell mit einer Schüssel voll Naschzeug abgefertigt und vor den Fernseher gesetzt.

Mir ist schon klar, das die kleine mehr Aufmerksamkeit benötigt, aber darf ich deshalb mein zweites Kind einfach vergessen.

Marco (so heisst er ;) ) hat mir zb. auch schon vor ca. 2 Jahren erzählt das sein Oma relativ oft auf ihn aufpassen würde. Weiters berichtete er mir, das sie ihn mit einem Gürtel oder Kochlöffel schlägt.
Zu Beginn muss ich ehrlich gestehen glaubte ich er würde mich anlügen, da ich
wusste das er nicht gerne bei seiner Oma ist.

Doch jetzt über die Sommerferien war er drei Wochen bei uns. Was er mir da erzählte stellte mir teilweise die Haare auf. Wieder erzählte er mir das er von der Oma geschlagen wird. Des weiteren wurde er laut seiner Aussage auch schon von einem Mann (wechselnde Bekanntschaft der Mutter) am Ohr aus der Wohnung gezogen.

Mir ist natürlich schon klar das Kinder manche Sachen dramatisieren, andererseits glaube ich nicht, das er alles einfach erfindet.
Denn das ein Kind nach zwei Jahren noch die selbe Lügengeschichte erzählt kann ich mir einfach nicht vorstellen.

Ich hatte mich natürlich auch schon mit dem Jugendamt in verbindung gesetzt und es wurde ein Gespräch mit der Mutter und Marco vereinbart in dem er das selbe nochmals erzählt hat.
Das Problem daran war aber, das die Mutter ihn mit aussagen wie zb :" Was erzählst du hier das stimmt ja gar nicht" oder " Na so wie du das jetzt erzählst war das aber nicht" als Lügner hingestellt hat.
Er selber hat natürlich am Ende erzählt was seine Mutter hören wollte :roll:

Weiters hat er mir gesagt das er öfters auf seine "kranke" Schwester aufpassen muss, damit die Mama Radfahren bzw. einkaufen gehen kann.
Ich muss aber sagen, das Marco leider seinem Alter gerecht absolut nicht selbstständig ist.
Wie kann ich ihm da einfach so die Verantwortung übertragen, auf ein Kind aufzupassen das jederzeit an Atemnot leiden kann.

Dann erlebt er zu Hause einen Tiefschlag nach dem anderem. So hat er zum Schulende wegen des guten Zeugnisses einen Welpen von seiner Mutter geschenkt bekommen. Ich möchte anmerken das dies schon der dritte Hund war den er bekommen hatte. Die ersten beiden verschwanden unter beinahe misteriösen Umständen.

Jetzt ist er Sonntags wieder nach Hause gekommen, hat überall nach seinem Hund gesucht, doch er war nicht mehr da. Angeblich (so wurde es dem Kind erzählt) war er krank und musste eingeschläfert werden.
Das war natürlich wieder ein Schock für das Kind.
Leider ist es so das Marco schon verhaltensauffällig ist und solche Vorfälle sicher nicht dazu beitragen, ihm zu helfen.

Tja, nur ich habe es ehrlich gesagt schon aufgegeben mich mit dem Jugendamt in Verbindung zu setzten, da immer nur Gespräche zwischen der Mutter und dem Jugendamt stattfinden sich an der Situation aber absolut nichts ändert.
Der Junge wollte in den drei Wochen in denen er bei uns war nicht einmal mit seiner Mutter telefonieren, geschweige denn überhaupt wieder nach Hause fahren.

So, ich könnte wohl noch ewig so weiterschreiben aber ich denke das bis jetzt geschriebene sollte aufschlussreich genug sein.

Meine Frage wäre: Gibt es noch andere Institutionen an die man sich in solchen Fällen wenden kann?
Für Tips (bzw. vielleicht hat ja jemand ähnliche Erfahrungen gemacht) wäre ich euch sehr dankbar
 
Zuletzt bearbeitet:
Schwer, das Jugendamt ist der richtige Anlaufweg. Mit wem hast du da geredet? Versuche mit dem Leiter des Amtes Kontakt aufzunehmen und schildere ihm das so wie hier.
 
Hm. schwierige Situation! Also erstmal muss ich Bad Boy zustimmen am Jugendamt wirst du nicht vorbeikommen!

Und ich denke auch das es wieder ein Gespräch geben muss mit dem Jugendamt!

Obs jetzt gleich der Leiter des Jugendamts ist sei dahingestellt!

Jedoch bevor du wieder dorthin gehst würde ich versuchen das Kind so oft es geht von zuhause weg zu holen seis Eis essen spazieren gehen oder sonst wass....

Wenn du die Möglichkeit hast?

Dann würde ich mit dem Kind zu einem Psychologen gehen und ein Gutachten über dessen geistlichen Zustand austellen lassen!

Danach würde ich nach Möglichkeit einen Arzt deines Vertrauens zusammen mit dem Kind aufsuchen und ein Gutachten über den körperlichen Zustand erstellen lassen!

Ich geh jetzt einfach mal von aus das es dir diese Investitionen Wert sind!

Diese Besuche würde ich beim vermientlichen Eis essen oder Spazieren gehen ausführen!

Dann würde ich mir das Kind und die beiden Gutachten schnappen, damit zum Jugendamt gehen beantragen das das Kind in eine sog. Schutzunterkunft 48h untergebracht wird! (hört sich vieleicht komisch an, aber sowas ähnliches gibt es)

Wenn die Gutachten so ausfallen wie ich denke, wird diesem Antrag vermutlich SOFORT stattgegeben werden!

Und dann will ich sehen wie sich die Mutter gegenüber dem Jugendamt raus reden will!

Während diesen 48h ist das Kind erstmal sicher und das Jugendamt wird sich in Verbindung mit dem Amtsgericht um alle weiteren Schritte kümmern! (Hoff ich doch mal!)

Meine Meinung: Das Kind wird einen dauerhaften geistigen Schaden abbekommen, solltest du es nicht von seinem wunderbaren *IRONIE* zuhause wegbekommen!

Ich hoffe ich konnte dir helfen! Meld dich halt bei Fragen! lg
 
Erstmal Danke für eure Antworten.

@Bad_Boy:

Ich habe beim Jugendamt bisher immer nur mit der Dame gesprochen die mit diesem Fall vertraut ist. Eigentlich hinterließ sie bei mir bisher auch immer einen recht kompetenten Eindruck.
Sie hatte sich auch immer um unsere Anliegen bemüht und immer das Gespräch mit der Mutter gesucht.
Das Problem ist nur, das die Mutter nur ein wenig "herumheulen" muss, sagt das sich alles ändern wird und die Sache ist vom Tisch :roll:
Es wird einfach kein Ultimatum gestellt.

Versteht mich nicht falsch, ich möchte auf keinen Fall das ihr das Kind weggenommen wird, denn ich bin der Meinung jedes Kind braucht seine Mutter.
Andererseits möchte ich auch nicht dabei zusehen wie Marco unter der derzeitigen Situation leidet.

@hotwin:
Das mit dem Kindernotdienst werde ich mal im Hinterkopf behalten. Ich glaube zwar das dieser nur für Kinder zuständig ist die dort selber anrufen, aber vielleicht kann man mir ja dort den ein oder anderen Tip geben.


Edit:
@chris070:

Ich hätte vielleicht noch erwähnen sollen das uns leider 130km von dem Kind trennen.
Das mit dem Arzt hatten wir auch schon in Erwägung gezogen, nur konnten wir bei ihm selber leider nie irgendwelche "auffälligen blauen Flecken" feststellen, weshalb wir das zuerst auch als Spinnerei abgetan hatten.
Mich hat es eben erst gewundert als er mir das selbe jetzt wieder erzählt hat. Da habe ich dann echt überlegt ob er sich noch an eine Lüge erinnern könnte die er mir vor zwei Jahren erzählt hat um sie mir jetzt wieder zu erzählen.

Das mit der Schutzunterkunft ist ansich auch eine recht gute Idee, nur ich bin mir eben nicht sicher ob das auch wirklich Notwendig ist.
Weiters wäre das für ihn natürlich wieder eine sehr schwierige Situation.
Ich möchte hier auch nicht sagen das er seine Mutter nicht liebt. Ich glaube nämlich genau das Gegenteil.
Ich denke aber das er sehr enttäuscht von ihr ist.
Das schließe ich daraus das er nicht mit ihr telefonieren wollte.
Sie hatte nämlich wegen einer früheren Verletzung einen Antrag für einen Kuraufenthalt gestellt der Bewilligt wurde und uns so nach dem Motto:" entweder er ist bei euch oder er muss ins Heim" vor vollendete Tatsachen gestellt.
Da sie das Kind aber immer als "Prellbock" benutzt, ihn weinen bei uns anrufen und nachfragen lässt ob er jetzt zu uns kann oder ins Heim muss bekommt er natürlich Situationen mit die er weder verstehen noch nachvollziehen kann.
 
Zuletzt bearbeitet:
Erstmal Danke für eure Antworten.

@Bad_Boy:

Ich habe beim Jugendamt bisher immer nur mit der Dame gesprochen die mit diesem Fall vertraut ist. Eigentlich hinterließ sie bei mir bisher auch immer einen recht kompetenten Eindruck.
Sie hatte sich auch immer um unsere Anliegen bemüht und immer das Gespräch mit der Mutter gesucht.
Das Problem ist nur, das die Mutter nur ein wenig "herumheulen" muss, sagt das sich alles ändern wird und die Sache ist vom Tisch :roll:
Es wird einfach kein Ultimatum gestellt.

Versteht mich nicht falsch, ich möchte auf keinen Fall das ihr das Kind weggenommen wird, denn ich bin der Meinung jedes Kind braucht seine Mutter.
Andererseits möchte ich auch nicht dabei zusehen wie Marco unter der derzeitigen Situation leidet.

@hotwin:
Das mit dem Kindernotdienst werde ich mal im Hinterkopf behalten. Ich glaube zwar das dieser nur für Kinder zuständig ist die dort selber anrufen, aber vielleicht kann man mir ja dort den ein oder anderen Tip geben


Wenn das so ist zum Leiter von Jugendamt gehen beantragen das dieser Fall eine andere Sachbearbeiterin zugewiesen wir! Die dann hoffentlich nur die Fakten sieht und nicht wie es mir scheint emotional befangen ist!!!!! (aus welchem Grund auch immer)

Und außerdem die Mutter hat bisher in meine Augen nur Einsicht vorgespielt!!!!

Und da willst du das kind noch bei der Mutter lassen?????

Des ist meine Meinung!
 
Erstmal Danke für eure Antworten.

@Bad_Boy:

Ich habe beim Jugendamt bisher immer nur mit der Dame gesprochen die mit diesem Fall vertraut ist. Eigentlich hinterließ sie bei mir bisher auch immer einen recht kompetenten Eindruck.
Sie hatte sich auch immer um unsere Anliegen bemüht und immer das Gespräch mit der Mutter gesucht.
Das Problem ist nur, das die Mutter nur ein wenig "herumheulen" muss, sagt das sich alles ändern wird und die Sache ist vom Tisch :roll:
Es wird einfach kein Ultimatum gestellt.

Daher habe ich auch so direkt gefragt. Bring den Fall mal bei dem Amtsleiter vor, "Sachbearbeiter" können auch falsch liegen. Auf jeden Fall wird das dann nochmal überprüft. Und vier Augen sehen immer mehr als zwei.
 
könnt ihr den jungen nicht zu euch nehmen? ich meine, immerhin scheint er gern bei euch zu sein und das kind braucht genauso einen vater wie eine mutter. die eigenen scheint ja keine so tolle zu sein. ein adäquater ersatz tut es da auch.
 
Uiuiui! Ein heikles Thema hier!

Ich kann nur die unterstützen, die die höhere Ebene im Jugendamt vorschlagen, damit die Dringlichkeit hervorgerufen wird. Die höhere Ebene kann dann vielleicht auch nicht helfen, aber sie hat einen Druck mehr für die die Argumentation gegen den Gesetzgeber und Finanzgeber!

Wir haben im Jugendamt das Problem der absoluten Überbelastung. Dieser Fall steht im zweitem Rang, auch wenn es keiner glauben will. Die Mitarbeiter des ASD (allgemeinen Sozialdienstes) haben tagtäglich mit wesentlich schwereren Fällen zu tun. Und man muss Prioritäten setzen, wenn das Potential nicht vorhanden ist. Kinder mit absoluten Misshandlungen sind an der Tagesordnung, so dass dieser Fall hier auf der Wiedervorlageliste verschwindet, weil täglich grausamere Fälle auftauchen.

Durch die ständigen Sparmaßnahmen wird es noch schlimmer werden.

Ich selbst bin Mitarbeiter des Jugendamtes. Allerdings in einer anderen Fachrichtung. Ich selbst bin überlastet in meinem Aufgabengeiet und bekomme täglich Anrufe, dass ich meinen Job nicht richtig wahrnehme. Obwohl ich ihn gewissenhaft und bis in die letzte Instanz durchziehe, kaum Urlaub mache und jährlich Urlaub verfallen lasse.

Die Lobby der Kinder ist geringer, als die der Erwachsenen. Es gibt Budget für Erwachsenenbildung und für unsinnige Kultur, aber nicht fürs Jugendamt, welches gerne helfe würde, aber nicht kann. Schimpft gegen die Verursacher des Problems und nicht gegen die Fachkräfte, die gerne tun würden ;)
 
Ich denke mal nicht das der Junge hilfe brauch, sondern die Eltern.

Denen müßte mal klar gemacht werden wie es ihnen gehen würde wenn man mit ihnen so rumspringt.

Man brauch doch z.B. nur mal qualifiziert nachfragen wo der Hund geblieben ist ! Aber warscheinlich würde das bedeuten das der Junge noch mehr zu leiden hat.

Hm schwieriges Problem, aber es gibt auch Hilfevereine die man ansprechen kann, die helfen auch bei der Beantragung von Mitteln, und haben auch Möglichkeiten zu helfen. Adressen gibt es im Jugendamt wer örtlich so etwas macht
 
Hier in Düsseldorf ist das Katholische Jugendwerk sehr aktiv. Die haben Beratungsstellen, Jugendclubs und Sportvereine.

Vielleicht sind die auch in der Stadt des Jungen aktiv?
Dann würde ich da mal anrufen, die kümmern sich komplett um die Familien und binden alle Beteiligten mit ein.
 
So erstmals möchte ich mich entschuldigen, weil es hier solange keine Antwort gab.
Ich hatte das Gespräch mit dem Leiter des Jugendamtes gesucht.
Marco wurde Mittwoch schon in einer gesonderten Schule untergebracht, da er massive Psychische Probleme und folgesdessen auch Lernschwierigkeiten hat.
Nach der Schule wird er jetzt in einem Heilpädagogischen Zentrum für schwererziehbare Kinder untergebracht :roll:
Ehrlich gesagt hätte man ihr vielleicht eher einen Kurs "Wie verhalte ich mich richtig in Gegenwart meiner Kinder" geben sollen, aber ich bin auch so für das erste zufrieden.

Folgedessen kommt er jetzt nur noch zum Schlafen nach Hause.
Naja, ich bin gespannt ob sich die Situation für ihn jetzt auch ein bisschen entspannt, damit er vielleicht selber einmal richtig Kind sein darf ;)
 
Ich hatte das Gespräch mit dem Leiter des Jugendamtes gesucht.

Nun ist ja das eingetroffen, was ich Dir geraten habe. Dann ändere mal bitte die Überschrift zu diesem Thread. Die jugendämer sind nicht die Bösen, sondern die Politik, die immer mehr Personal einsparen will
b_wink.gif
 
ich gebe zu einige der letzten beiträge nicht gelesen zu haben, aber den eröffnungspost...

da ich selbst 4 kinder habe, wovon 2 nicht bei mir leben, weiß ich sehr gut wie es in dir oder dem vater des jungen aussieht.


edit: ah ok, freut mich zu lesen, dass was passiert :)
 
Der neue Titel ist aber noch unpassender ;), benenne das Ding mal bitte richtig.

btw, ich hab den Thread im Abo und gut, dass da etwas passiert.