Tierpsychologie/Verhaltenstherapie

Punky70

Member
18 Juni 2006
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Was haltet ihr von Tierpsychologie bzw. Verhaltenstherapie bei Tieren? Ich würde gerne ein Fernstudium dazu absolvieren, bin mir aber nicht sicher, ob die Nachfrage in Deutschland danach eher gut oder schlecht ist und würde gerne eure Meinung dazu hören???!?
Ich denke, da es ja so einfach ist sich irgendein Tier ins Haus zu holen, dass die Probleme dadurch eher zunehmen, weil sich die Leute selten richtig zu ihrem bzw. über ihr Haustier informieren und dadurch natürlich sich oft Probleme entwickeln. Aber geben sie dann auch Geld dafür aus, um auftretende Probleme zu lösen? Oder sind Leute eher leichtfertiger und geben das Tier dann einfach z.B. ins Tierheim? :?:
 
Tierheim Hund

Hallo,
habe mir vor Jahren einen Terrier-Münsterländer MIX nach hause geholt. Er war 1 Jahr alt und hatte schon 2 Vorbesitzer.Da es mein erster Hund war,war ich natürlich mit so einem Temperamentsbündel und dazu noch geschädigt, überfordert.Ich hielt regen Kontakt mit dem Tierheimleiter der mir auch den Tip gab mit dem Hund eine Hundeschule zu besuchen.
Na ja ,es war eine Prozedur für mich und meine Familie den Hund im Haus zu halten,er hatte gar nichts gelernt bis er zu uns kam.Er hatte vor allem was er nicht kannte Angst und s sah so aus als ob er vorher nie draußen war, er kannte nichts.
Vor der Hundeleine hatte er Angst sowie ich sie etwas zu schnell bewegte.
Wenn wir den Hund behalten wollten,blieb uns nur eine Wahl-die Hundeschule!
Hundeschule gefunden- Training versucht- Der Trainingsleiter sagte mir nach ca.4 Wochen-Ich glaube das wird nix-, er kannte ihn wohl schon von vorher.
Da war er bei mir aber genau an der richtigen Adresse, ich fuhr 2 mal die Woche ca.20km (H+R=40km) 2 Jahre lang zum Training.So lange bis wir beide zur BegleidhundPrüfung zugelassen wurden und er diese auch bestanden hat.
Er ist zu einem supertollen freilaufenden,menschenfreundlichen Begleiter an meiner Seite alt geworden.
Er ist bei mir 14 Jahre alt geworden und leider letztes Jahr an einem Gehirnschlag verstorben.Er hieß Checky!
Der einfachste Weg ist nicht der beste,das haben viele Menschen verlernt!!!:LOL:
 
Solche Begleithundausbildungen sind eh super, hab mit meinem Hund auch so einen gemacht. Viele Leute denken bei "Hundeschule" als erstes, dass es für den Hund lediglich eine Qual ist, ihn da hinzuschicken oder (noch besser) dass der Hund das "eh nie lernt". Das ist voll schade finde ich, weil 1) der hund an den meisten übungen voll viel spaß entwickelt und 2) weil der mensch eigentlich der ist der "das nicht schafft" oder manchmal einfach zu faul dazu ist
 
wen mensch sein tier wie ein tier behandelen würde gäbe es gar keinen bedarf an die tierpsychologen
 
synchro schrieb:
wen mensch sein tier wie ein tier behandelen würde gäbe es gar keinen bedarf an die tierpsychologen
Das kann man so nicht pauschalieren. Ich weiß schon, was du meinst. Erst macht der Mensch das Tier kaputt, dann muß wieder ein Mensch her, um alles zu richten. Da kommt dann der Tierpsychologe ins Spiel.
Du schreibst ja...sein Tier...Sobald ein Mensch ein Tier hat, muß das Zusammenleben auch funktionieren und für beide Seiten so angenehm wie möglich gestaltet werden.

Da jedes Tier individuell ist ( so wie wir Menschen auch), sollte man auf jeden Fall um kompetenten Rat fragen, wenn es Probleme gibt.
Und bitte nicht erst versuchen, das Tier selbst zu therapieren. Weil dann, fehlt der Blick auf das Verhalten des Tierhalters. Das kann nur ein Außenstehender, mit geschultem Auge, sehen.
Ein Tierpsychologe therapiert ja nicht nur das Tier, sondern auch die dazugehörigen Menschen.

Schau dir mal die Sendung "Tier Nanny" sonntags, bei VOX an.
Dann wirst du sehen, wie hoch der Bedarf an Tierpsychologen ist. Auch, dass es für das Tier ein Segen ist, wenn der Halter, den Rat des Psychologen, hinzu gezogen hat.

Würde man dies nicht tun, würden noch mehr Tiere im Tierheim landen, oder Pferde z.B. geschlachtet werden....nur weil die Besitzer nicht mit ihnen zurecht kommen.

Die Arbeit der Tierpsychologen kann man garnicht genug würdigen.
Ich würde sie sogar als Menschenpsychologen bezeichnen, die sich auf die Sparte Partnerschaft zwischen Mensch und Tier, spezialisiert haben.

Gruß
CashButterfly
 
ich finde es darf gar nicht erst soweit kommen das man hilfe brauch(in einzelfällen sicher möcht da nicht alle über einen kamm scheren).gerade sendungen wie die tiernanny tragen dazu bei das menschen denken hundeerziehung ist ganz easy.doch niemand sieht in den 40 min der sendung was wirklich für arbeit darin steckt.ganz im gegenteil man kommt zu dem schluss das mit nen paar übungen alle probleme aus der welt geschafft werden.mal abgesehen davon das die methoden mit denen da gearbeitet meistens völlig daneben sind.so beispiele wie wenn der hund alleine ist in der wohnung leckerlies verstecken damit er sich nicht langweilt.wenn ein tier erstmal darauf konditioniert ist wird es wenn man damit aufhört erst recht die ganze hütte zerlegen den es geht ja davon aus das sobald der besitzer aus der wohnung ist auch was versteckt ist(und wehe er findet nichts).oder elektronische hilfsmittel ala sprayhalsband usw

meiner meinung nach sollten menschen die sich speziell nen hund anschaffen sich erstmal gedanken machen was für ein tier sie sich anschaffen.ich meine wenn ich zb renter mit dackeln oder terriern allgemein durch die weltgeschichte marschieren und sich gar nicht im klaren sind was sie da an der leine führen diese hunde bei jedem furz total ausflippen (egal ob andere tiere oder menschen) sich halb in ihren geschirren aufhängen weil sie der meinung sind ihr herrchen vor allem und jedem beschützen zu müssen.die wissen gar nicht für was diese hunde gedacht/gezüchtet wurde(ich erinner mich mit schrecken an die 3 westies meins großvaters das waren total verwöhnte "mastschweine" die auf eine schon losgegangen sind wenn man nur in ihre nähe kam,die wussten ganz genau was sie für eine stellung in der rangordung hatten nämlich ziemlich weit oben,am ende führte das soweit das man die hund wegsperren musste um überhaupt an die wasser und fressnäpfe rangehen zu können).ein hund egal wie groß oder klein muss wissen wo er in der rangordnung steht.wenn ein hund das weis wird er niemals von sich aus agressiv auf seine umwelt reagieren.

ein ganz großes problem ist in meinen augen auch die vermenschlichung von hunde,insbesondere kleinen hunden(siehe klamotten fürs tier ,der hund darf mit ins bett ,wird am mittagstisch mitgefüttert usw).wer so mit nem tier umgeht muss sich nicht wundern wenn es ihm irgendwann auf der nase rumtanzt.

für mich persönlich ist mein hund( 7 jahre alter dalmatiner) ein nutztier und das weis er auch(hört sich blöd an ist aber so).man muss mit ganz klaren regeln arbeiten.

nen paar beispiele aus meinem alltag

mein hund läuft grundsätzlich frei was aber nicht heist das er machen kann was er will, so lange wie ich nicht sage du darfst machen was du willst ist deer an meinem bein
der hund kennt unser schlafzimmer nicht er weis auch nicht wie sich das liegen auf einer coutch anfühlt.wenn ich oder meine freundin in der küche bin/ist setzt der hund keinen fuss in diesen raum und das obwohl auch seine näpfe dort stehen.
ich als hundehalter starte und beendet jede aktion mit dem hund.dh kommt der mit zb nem stock angedackelt wird er absolut ignoriert(ignoranz ist in meinen augen einer der wichtigsten punkte in der erziehnung der hunde ,wenn ein hund erstmal merkt was er machen muss um aufmerksamkeit zu bekommen wird er das immer ausnutzen) .nehme ich einen stock in die hand ist er sofort da und voll bei der sache.ganz wichtig ist es auch das man als hundehalter ein spiel auch beendet und den hund nicht an den punkt kommen lässt das er keine lust mehr auf das spiel hat.

grundsätzlich bin ich auch der meinung das menschen mit ihrem ersten hund auf jeden fall auf nen hundeplatz gehen sollten und zumindest begleithund prüfung 1 ablegen sollten.denn während dieser ausbildung lernt man die wirklich wichtigen sachen im umgang mit hunden.basha hat das schon richtig beschrieben und das ist auch der einzig richtige weg probleme mit nem hund aus der welt zu schaffen.

wie gesagt wenn man mit dem hund arbeitet gibts auch kaum probleme.
 
in 1-2 jahren werd ich mir wahrscheinlich noch einen zweiten hund zulegen.das wird dann entweder nen malinoi oder ne deutsche dogge.
 
Du machst das wohl richtig, aber nicht jeder Mensch hat diese dominante Prägung in sich. Hunde werden ja oft als Kinderersatz angeschafft und da macht man auch so seine Fehler.

Aber was ist z.B. wenn ein Rudel Welpen im Tierheim abgegeben wird? Dort hat kein Mensch Zeit sich mit denen abzugeben. Wenn sie Glück haben und ein freiwilliger Gassigeher findet sich, und der ihnen vielleicht sogar die Grundverhaltensregeln beibringt, können sie dann beim neuen Besitzer gerade mal, Sitz, Platz, Steh, Bleib.
Sobald man den Hund alleine läßt, fängt der Ärger an, weil er sein Rudel vermisst.
Wenn dann der Halter mit Futter verstecken anfängt, ist alles zu spät.

Da sollte dann ein Tierpsychologe eingreifen und erstmal den Menschen therapieren.

Man müßte einen Tierhalter-Eignungsschein einführen.

Und was ist mit Pferden? Da gibts keinen Verein, wo man die Begleitpferdprüfung machen kann...
 
wie das bei pferden ist hab ich kein plan .obwohl ich grundsätzlich davon ausgehe das auch kein pferd mit nem gestörten verhalten auf die welt kommt(dh auch diese störungen sind oft vom mensch gemacht).

ich denke mit welpen aus dem tierheim ist das auch nicht das große problem da sich hunde gerade in der prägephase sehr schnell anpassen.

und diese "rudel vermissen problem" ist in meinen augen meistens ein kontrollverlust und nicht die angst vorm allein sein.

hab meinen hund mit 4 monaten(die prägung des tieres wurde von tieren durchgeführt) aus nem bestehenden"rudel" geholt und hatte nur wenig probleme .sicher kann die erste zeit schwierig sein aber wenn man sich mit dem tier beschäftigt kommt es gar nicht dazu sein altes"rudel" zu vermissen.
 
Also meine Eltern haben sich vorher viel über Hunde informiert, sich dann einen aus dem TH geholt und haben nach einiger Zeit auch Rat bei einer Hundetherapeutin gesucht. Es gab keine gravierenden Probleme, aber es hatten sich einige Kleinigkeiten eingeschlichen, die man nach ´ner Zeit nicht mehr bemerkt. Mit der Therapeutin ging´s hinterher besser und ihnen wurden ihre Fehler rechtzeitig bewusst.
Ich habe mir letztes Jahr ein Problempferd gekauft. Dieses stammte aus sehr schlechter Haltung und es gab gravierende Probleme. Um mir die Meinung einer Fachperson und weitere Tips zu holen hat mit eine Bekannte auch eine Pferdetherapeutin empfohlen. Diese ist 1x dagewesen und dieses 1x hat schon so viel bewirkt, dass ich hinterher wieder mit dem Pferd alleine weiterarbeiten konnte!
Aus diesen Beispielen (und es gibt einige mehr) denke ich nicht immer schlecht von Tiertherapeuten bzw Verhaltenstherapeuten und möchte es später gern selbst studieren (nebenberuflich im Heimstudium). Leider ist das heutzutage doch noch sehr teuer (Pferdetherapeutin = 4000 Euro) und staatlich nicht anerkannt.
Wenn man aber die richtige Person erwischt, find ich es einfach nur sehr gut, hilfreich und nützlich!
 
@Wunjo85

Da bist du wohl an Monty Roberts geraten? :LOL:
Der schafft es innerhalb von 2 Stunden aus einem Problempferd ein normales Pferd zu machen.

Zu diesem Thema kenne ich ein schönes Zitat:

“Wenn ihr mit Tieren redet, werden sie mit euch reden und Ihr werdet einander kennen lernen.

Wenn ihr nicht mit ihnen redet, werdet ihr sie nicht kennen lernen, und was ihr nicht kennt, werdet ihr fürchten.

Was man fürchtet, zerstört man...” ( Chiefe Dan George )

Das Zitat ist auf der HP von Alexa zu finden. Ich kenne Alexa übrigens persönlich, sie reitet auch Western und wohnt nicht weit von mir.

Vielleicht interessiert dich (Wunjo), die site?
https://www.tier-gespraech.de
 
Ein sehr schönes Zitat!

Von Monta Roberts habe ich mir tatsächlich einige Sachen abgeschaut, hab ihn live gesehen und wenn die ganze Vermarktung nicht wäre, würde ich immer noch sagen, dass seine Art und Weise mit Tieren umzugehen super ist.
In 2 Wochen klappt es meist natürlich nicht, aber sonst... Man hat eben eine vernünftige Aufgabe :LOL:
Irgendeinen "Deppen" muss es ja auch für solche Tiere geben, sonst würden sie eingeschläfert werden, auf der Straße oder dem Schlachthof landen.