Studieren in Ostdeutschland?!

de_la_serna

Member
22 März 2009
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Nur 4% der westdeutschen Abiturienten nehmen an einer ostdeutschen Universität/Hochschule ein Studium auf. Umgekehrt jedoch zieht es 22% der ostdeutschen Abiturienten zum Studieren gen Westen!

Worin liegen die Gründe für dieses Verhalten? Liegt es daran, dass die westdeutschen SchülerInnen nicht nach Ostdeutschland wollen, weil er zu unattraktiv erscheint? Ist es ein Imageproblem?

Gleichzeitig jedoch werden ostdeutsche Universitäten und Hochschulen regelmäßig gelobt für ihre gute Ausstattung, sowie das Betreuungsangebot und die Ausbildung im Gesamten. Hinzu kommt, dass in den Neuen Bundesländern keine Studiengebühren erhoben werden und die Lebenshaltungskosten insgesamt bedeutend niedriger sind.

Ich selber bin vor einigen Jahren von Baden-Württemberg nach Thüringen gegangen, um dort an der TU Ilmenau zu studieren. Die Folge: Top Ausbildung, keine überfüllten Hörsäle, Arbeiten mit den modernsten Techniken und private Abende mit Dozenten und Professoren. Dennoch werde ich in meinem freundes- und Bekanntenkreis immer noch angeschaut, wenn ich erzähle, dass Ilmenau in Ostdeutschland liegt.

Wie passt das alles zusammen? Ich verstehe es nicht!
 
Ich kann es auch nicht verstehen, aber für mich kann es ja nur gut sein - mach nächstes Jahr Abitur und dann gehts auf zur Uni in Berlin oder Brandenburg :p

Ein paar Unis und Fachhochschulen hab ich mir bereits angeschaut und besonders vom geringen finanziellen Aufwand und schön übersichtlich gefüllten Hörsälen ist mir die Viadrina-Universität in Frankfurt (Oder) aufgefallen - laut Infodame studiert man hier deutschlandweit am günstigsten :D
 
In diesem Zusammenhang ganz interessant ist die "Hochschulinitiative Neue Bundesländer", die in diesen Tagen die Imagekampagne "Studieren in Fernost" gestartet hat: https://www.studieren-in-fernost.de

Hintergrund ist der so genannte "Hochschulpakt 2020" zwischen Bund und Ländern, der die ostdeutschen Bundesländer dazu verpflichtet, mehr Studienanfänger aus dem Westen zu gewinnen.

Die Kultusministerien aus Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt & Thüringen haben deswegen nun die Kampagne "Studieren in Fernost" gestartet, wo diese Ziele in den nächsten 5 Jahren angegangen werden sollen.

Offiziell starten soll das ganze im Laufe des Aprils mit einer eigenen Suchmaschine und Filmen, die die ostdeutschen Unis vorstellen. Bereits jetzt erschienen ist ein Trailer dazu:

https://www.studieren-in-fernost.de

https://www.youtube.com/watch?v=VyLNn9
 
Ein Grund wird wohl die wirtschaftliche Situation sein. Für Praktika und Nebenjobs ist es besser, in ner wirtschaftlich gut aufgestellten Gegend zu studieren. Hier in Stuttgart z.B. gibts einfach jede Menge Jobs, und viele mittelständische Unternehmen und Großkonzerne aus fast allen Branchen. Das ist ein großer Vorteil, für den man gerne in Kauf nimmt, dass die Lebenshaltungskosten sehr hoch sind.

Im Osten sieht es jobtechnisch ja bekannterweise schlechter aus. Falls man nen Nebenjob bekommt, wird der wohl schlechter bezahlt sein als im Westen. Und schon ist der Vorteil der geringen Lebenshaltungskosten verpufft.
 
Worin liegen die Gründe für dieses Verhalten?
Ich glaube, es ist das was von den Eltern vorgelebt wird. In den Köpfen existiert immer noch diese Ossi/Wessi-Einstellung. Hören die Kinder von ihren Eltern, die Ossis sind alle faul und Nazis, dann will da auch keiner hingehen.

Ein Grund wird wohl die wirtschaftliche Situation sein. Für Praktika und Nebenjobs ist es besser, in ner wirtschaftlich gut aufgestellten Gegend zu studieren.
Da wo ne Uni steht, da gibt es auch genug Jobs. Thekenkräfte oder Putzhilfen kriegen im Westen auch nicht mehr Geld.
 
also in ostdeutschland sind die Universitäten eigentlich alle sehr gut ausgestattet (u.a. durch Fördergelder des Westens) und auch die Wohnungen sind meistens günstiger als im Westen. Verstehe auch nicht, wieso angeblich so viele aus dem Osten zum Studieren in den Westen gehen, aber nicht andersrum.
 
Also ich kann es nicht ganz nachvollziehen warum immer behauptet wird im östlichen Teil Deutschland seien die Lebenshaltungskosten niedriger, ich habe sowohl in östlichen Teil Deutschlands (Südbrandenburg, Lausitz) wie Mitte-westlichen Teil Deutschlands (Rheinland-Pfalz, Bingen) studiert. Bei beiden kam ich mit ca. 250-300€ aus. Ich denke diese "Unterschiede" sofern es sie denn überhaupt gibt (bei meiner letztwöchigen Reise durch Halbdeutschland, Sachsen, Bayern und Baden-Württemberg konnte ich das wieder nicht wirklich feststellen u.a. Benzinpreise) eher sehr marginal sind. Ich denke eher dass es in die Richtung geht dass ein Teil der Bevölkerung aus dem westlichen/nördlichen/südlichen Teil Deutschlands denken dass es im östlichen Teil Deutschlands immer noch grau in grau ist, Bruchbuden stehen, keine/kaum Wirtschaft gibt etc. etc., das mag zum Teil ja in einigen Gebieten die von den großen förderungen ausgenommen sind durchaus sein, aber vieles ist einfach eine Verallgemeinerung und wird weiter getragen, z.T. ist es nur hörensagen, aber was der Freund der Schwester eines Bekannten meines Onkels...sagt kann doch einfach nur stimmen, oder?:mrgreen:
 
Ich glaube, es ist das was von den Eltern vorgelebt wird. In den Köpfen existiert immer noch diese Ossi/Wessi-Einstellung. Hören die Kinder von ihren Eltern, die Ossis sind alle faul und Nazis, dann will da auch keiner hingehen.

Ich weiß nicht, was du für Vorstellungen hast, aber ich hab nie sowas gehört. Trotzdem studiere ich im Westen :)

@ Reddog: Mieten sind niedriger und es gibt keine Studiengebühren. Welcher Student interessiert sich denn für die Benzinpreise?!? Du musst schon nach den typischen Ausgaben gucken und nicht nach den Hummer- und Kaviarpreisen. Der Goldpreis ist auch genau so hoch im Osten. Oh, da spart der Student ja gar nichts, wenn er sich im Osten seinen Schmuck kauft. :roll:

An irgendwas muss es ja liegen. Ich denke, es hat wirtschaftliche Gründe. Im Westen hat der Student mehr Auswahl an Praktikumsmöglichkeiten, und nach dem Studium auch ein besseres Angebot an Arbeitsplätzen (just look at the Arbeitslosenstatistik...). Das wird den ein oder anderen dazu veranlassen, trotz höherer Kosten in den Westen überzusiedeln.

An Vorurteilen wird es kaum liegen. Es wird ja wohl der ostdeutsche Abiturient nicht aufgrund seiner Voruteile gegen Ostdeutsche ( :ugly: ) nach Westdeutschland zum Studieren gehen. *löl*
 
@ Reddogg: Mieten sind niedriger und es gibt keine Studiengebühren. Welcher Student interessiert sich denn für die Benzinpreise?!? Du musst schon nach den typischen Ausgaben gucken und nicht nach den Hummer- und Kaviarpreisen. Der Goldpreis ist auch genau so hoch im Osten. Oh, da spart der Student ja gar nichts, wenn er sich im Osten seinen Schmuck kauft. :roll:
Also ich empfand den Unterschied zwischen Senftenberg und Bingen eher marginal, in Senftenberg für 1-Raum-Wohnung (sofern findbar) ca. 150-175€, selbiges in Bingen (auch kaum findbar) ca. 175-195€. 2. Für mich waren Fahrtkosten schon essentiell, 1. wegen Nebenjob 2. wegen Heimfahrten. Liegt natürlich dann im Auge des Betrachters welche Kosten für ihn essentieller sind.

An irgendwas muss es ja liegen. Ich denke, es hat wirtschaftliche Gründe. Im Westen hat der Student mehr Auswahl an Praktikumsmöglichkeiten, und nach dem Studium auch ein besseres Angebot an Arbeitsplätzen (just look at the Arbeitslosenstatistik...). Das wird den ein oder anderen dazu veranlassen, trotz höherer Kosten in den Westen überzusiedeln.
Das habe ich ja nicht verneint und dem würde ich auch nicht widersprechen. Mir ging es hauptsächlich um die Unterhaltskosten die fast bei jedem aufkommen, die aber kaum unterschiedlicher sind. Das finden im übrigen auch Studien so, dass bei Städtenvergleich die in etwa gleicher Anzahl an Bürgern etc. hat kaum Unterschiede aufweisen. Und nur das wollte ich (für meinen Fall) nochmal hervorheben.

An Vorurteilen wird es kaum liegen. Es wird ja wohl der ostdeutsche Abiturient nicht aufgrund seiner Voruteile gegen Ostdeutsche ( :ugly: ) nach Westdeutschland zum Studieren gehen. *löl*
Hä, Du willst also die geringe Anzahl an Studenten aus dem westlichen Gebieten Deutschlands an Hochschulen im östlichen Gebiet Deutschlands mit den Studenten aus dem östlichen Gebiet Deutschlands die im westlichen Gebiet Deutschlands studieren erklären??? Ok, wie war das nochmal mit der selbstgefälschten Statistik?
 
Also meine beiden älteren Brüder sind auch in den Westen gezogen zum studieren. Beide haben durch ihre Praktika während des Studiums einen gut bezahlten Job nach Westgehalt bekommen.

Ich denke mal das viele deshalb nicht im Osten studieren da sie doch etwas mehr verdienen wollen. Denn diese Gehaltsunterschiede gibts immer noch. :sing:
 
Ich denke mal das viele deshalb nicht im Osten studieren da sie doch etwas mehr verdienen wollen. Denn diese Gehaltsunterschiede gibts immer noch. :sing:
Das eine hat doch mit dem anderen nix zu tun. Ich hab angefangen im "Osten" zu studieren, bin jetzt im "Westen" und bewerb mich trotzdem in ganz Deutschland.
 
Es ging eher darum das sie im Umfeld ihrer Uni ein viel besseres Berufsfeld haben was das Gehalt angeht als im Osten, und so lieber gleich im Westen studieren und evtl. sogar in der gleichen Stadt durchstarten. :)
 
Es ging eher darum das sie im Umfeld ihrer Uni ein viel besseres Berufsfeld haben was das Gehalt angeht als im Osten, und so lieber gleich im Westen studieren und evtl. sogar in der gleichen Stadt durchstarten. :)
Ach das ist doch alles Quatsch. Da wo Unis sind ist Infrastruktur.
 
Also ab dem Sommer fange ich auch an zu studieren und das wenn alles funktioniert in Rostock. Mein Schulstudienberater hat mir aber das gleiche gesagt, das es hier um die Uni halt keine große Infrastrucktur gibt.

Ok, Rostock kann mit massig Callcentern aufwarten, ein paar kleinen Betrieben rund um Rostock herum und große Werften die alle kurz vor der Pleite stehen. Für meine Wunschstudienrichtung (Agrarökologie) gibt es hier ja genug Landwirtschaft, aber andere Bereiche wie Technik/IT/usw. kommen hier sehr sehr kurz. Es ist also vermessen zu sagen das an allen Uni Standorten eine blühene Infrastruckturlandschaft steht die Diplomempfänger mit offenen Händen und guten Gehalt empfängt.