stirbt die musikkultur aus?

Liquid0815

blog.stobbelaar.de
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24 April 2006
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Wenn ich mir die Entwicklung der letzten Jahre so ansehe, wie die "Instant Bands" wie (Killer)pilze aus dem boden schießen, mache ich mir wirklich sorgen um unsere Musikkultur.
Der Anteil an Bands, die sich ihren Erfolg wirklich erarbeitet haben wird immer geringer, gegenüber den gecasteten Bands. Es geht so gut wie garnicht mehr um die Musik um politische Statements oder die Meinungen der Künstler, sondern nurnoch um Verkaufszahlen. Mainstream.
Ich bin wirklich mal gespannt wie die Situation in 20 Jahren aussieht, wenn Weltstars wie z.B. U2 von der Bühne verschwunden sind, und nichtsmehr gescheides nach"wächst".

Im Prinzip könnten bei der derzeitigen Musik, die Preise für CDs auf 0 gesetzt werden, da die heutige Popkultur nurnoch vom Merchandising lebt, dann wären die kostenlosen cds beste werbung. :-?
Für den Klang auf den Silberlingen sollte doch keiner zahlen müssen.

auf das thema bin ich soeben durch folgenden clip gekommen:

https://www.youtube.com/watch?v=p-6i0YcfjUo
 
Zuletzt bearbeitet:
Es gibt natürlich sehr viel Mainstream und der ist, steht ja auch schon im Namen, nunmal sehr bekannt, weil er viel im Radio läuft und darüber gesprochen wird.

Trotzdem gibt es aber zahlreiche Bands abseits des Mainstreams. Die Musik von diesen Bands gibt es auch auf CD zu kaufen oder sogar kostenlos im Internet.

Zahlreiche Seiten beschäftigen sich damit, zum Beispiel diese hier:
:arrow: Antenne Bayern Soundgarage

Und auf den Webseiten der Bands gibt es dann vielfach mehr Infos über die Motive usw. Musst dich mal ein bisschen umschauen, das Internet bietet dazu alle Möglichkeiten.
 
Meiner Meinung nach "wächst genug gescheites" nach. Dass das nicht (oder in sehr geringem Maße) bei Catings geschieht und somit auch nicht im Fernsehen oder Radio auftaucht, ist nicht weiter verwunderlich. Abseits des Mainstreams (in meinem Falle im Metal) sehe ich keinen Verfall der Musikkultur, dort gibt es genug Bands, die die Entwicklung und Vielfalt vorantreiben. Auch in den mainstream-tauglicheren Stilen ist immer mal wieder etwas erfreuliches zu entdecken. Und wenn man sich z.b. im eher klassischen Bereich umschaut gilt das gleiche. (Ob es da Kandidaten für einen neuen Beethoven gibt, da bin ich überfragt, aber Entwicklungen gibt es auch dort.)

Alles in allem sehe ich zwar auch, dass eine Vielzahl von Menschen Musik hört, der ich diese Bezeichnung nur noch bedingt zugestehe, aber es gibt (und wird meiner Einschätzung nach immer geben) genug Menschen, die wirkliche Musikkultur hochhalten (auf verschiedenste Art), so dass ich nicht ein Aussterben selbiger glaube.
 
Ich finde auch dass es zu mindest in der POP szene keine guten ungecasteten Nachwuchsbands mehr gibt die langjährig erfolg haben. Eigentlich dachte ich das es schon ein paar gibt aber als ich ein paar versucht habe aufzuzählen ist mir auf gefallen, dass alle die ich aufgezählt habe, die gerade erfolgreich sind, es schon ein paar jahre gibt. in meinem musikalischem umfeld (hip hop) ist es mir aber auch sehr stark aufgefallen dass alle nur noch komerzielle musik produzieren und es nur noch um geld und nicht mehr um die messages in den texten geht, durch die hip hop erst so groß geworden ist.ich sage jetzt natürlich nicht das ich solche lieder nicht höre, aber irgendwie habe ich auch das gefühl das es kaum noch leute gibt denen es wichtig ist das die texte eines liedes irgendetwas aussagen.
 
... ganz so krass würde ich es nicht sehen ...

Sicherlich hat die Musikkultur durch den Casting-Boom [zumindest in Europa] eine herbe Schlappe einstecken müssen.
Von HipHop, RnB und sonstigen Sachen mal ganz abgesehen ...

Ich bin aber der Meinung, dass neben den Urgesteinen in der Pop & Rockmusik wie U2, Rolling Stones, Metallica und dem einzig verbliebenen deutschen Genius der Musik Grönemeyer doch eine kleine und feine Musikkultur heranwächst.

Schau Dir Bands wie Mando Diao, The Killers, Keane oder in Deutschland Wir sind Helden und die Sportfreunde Stiller an.
Das nenne ich ehrliche Musik mit Kultur :D
 

Im Prinzip hat die gute ja Recht, jeder soll seine Musik hören, aber "haltet doch einfach Euren Maul" ... sagt schon wieder alles.


Hm, meine Musik Richtung, Trance, Dance wird ja nicht wirklich im TV per Castingshow gesucht, in meinem Sektor ist also immer wieder frisches dabei. Das beobachtet man ja eher im "Mainstream", DSDS (Staffel keine Ahnung), Popstars, Starsearch und und und. Aber trotzdem z.b. EinsLive - der Radiosender - stellt für die kleinen Bands relativ regelmäßig "das erste Mal" auf die Beine, eine Chance Musik vor größerem Publikum zu spielen und da kamen ja z.b. auch Silbermond bei raus (wenn ichs richtig in Erinnerung habe) und schlecht sind die ja nicht ;)
 
Nein, gute Musik stirbt definitiv nicht aus. Sie ist nur ein wenig schüchtern geworden und nicht mehr so leicht zu finden ;)

Ich sehs primär so wie Talion, es gibt ne (gar nicht mal so kleine) feine Musikszene rund um die Independent-Kultur. Mainstream-Pop erhebt aber per definition noch nicht einmal den Anspruch, künstlerisch wertvoll zu sein. Pop will nur unterhalten, mit Kunst müsste man sich beschäftigen. Ein Popsong muss nach Schema F aufgebaut sein, nach 2-3 Mal hören muss man den Song verstanden haben, ohne sich damit ernsthaft zu beschäftigen.

Kunst in dem Sinne kann also eh nie auf MTV laufen, nehme man aktuell Joanna Newsom zB oder auch At the Drive-In (und alles was daraus entstanden ist) - und stelle sich die Kiddies vor, wie verstört die wären, wenn sowas im Nachmittagsprogramm laufen würde. Deswegen seh ich das gar nicht so ernst. Klar, das Video da oben ist eher lächerlich als lustig und irgendwie auch traurig. Aber die ist noch jung und wird sich auch noch weiterentwickeln (hoffentlich). Und so lang es noch ne anständige Musikszene außerhalb des Mainstream gibt, jedem das Seine.

Übrigens finde ich gar nicht, dass Casting immer schlecht sein muss. Handwerklich/Stimmlich gesehen überzeugen die Finalteilnehmer dann doch immer wieder, genau wie es viele Independent-/Rockbands gibt, die einfach nicht spielen können. Schade ist nur, dass dieses Talent in den Castingshows bzw in den Produktionen die dabei herauskommen sinnlos verheizt wird und man am Ende nicht mehr viel von dem/der SängerIn übrig bleibt :-?

just my 2 cent
Hairman

(edit: by the way... irgendwie hab ich auch Respekt vor dem Mädel. Eigentlich ist das doch genau die richtige Einstellung "Ich hör was ich will, egal was ihr dazu sagt". Ist mir viel lieber als die ganzen Fake Punk/Metal Leute bei denen es mittlerweile viel mehr um Kleidung/Etikette geht als die eigentliche Musik und das von dir angesprochene politische Statement.)
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich bin wirklich mal gespannt wie die Situation in 20 Jahren aussieht, wenn Weltstars wie z.B. U2 von der Bühne verschwunden sind, und nichtsmehr gescheides nach"wächst".
Was in 20 Jahren ist, das kann ich dir genau sagen, dann werden Tokiofans über noch schlimmere Musik motzen ! :mrgreen:
 
(edit: by the way... irgendwie hab ich auch Respekt vor dem Mädel. Eigentlich ist das doch genau die richtige Einstellung "Ich hör was ich will, egal was ihr dazu sagt". Ist mir viel lieber als die ganzen Fake Punk/Metal Leute bei denen es mittlerweile viel mehr um Kleidung/Etikette geht als die eigentliche Musik und das von dir angesprochene politische Statement.)

das stimmt an sich schon, blos tokio hotel(genauso wie sämtliche superstars, teenstars etc....).
wird ja eg nur gehört, weil die bravo etc. udn das fernsehn die total hypt.
man ist nur cool wenn man die hört und bill und kumpane leben echtes rockerleben vor udn sowas.

ich wage einfach mal zu unterstellen, dass 90% der teenager, die diese musik hören, dass nur machen weil es ihrnen vorgelebt wird.
die "ich-hör-was-ich-will" einstellugn kommt dann wenn die große anti-welle angerollt kommt, udn dann auch wieder nur weil alle anderen es genauso machen.

hat also letztendlichncihtmehr viel mit eigener meinung zu vertreten und so zu tun