News-Bot
klamm-Bot
- 25 April 2006
- 7.468
- 209
[N] Steinmeier vor Nominierung - Zwist bei SPD-Klausur
Folgende News wurde am 07.09.2008 um 12:17:19 Uhr veröffentlicht:
Steinmeier vor Nominierung - Zwist bei SPD-Klausur
DPA-News
Folgende News wurde am 07.09.2008 um 12:17:19 Uhr veröffentlicht:
Steinmeier vor Nominierung - Zwist bei SPD-Klausur
DPA-News
Werder (dpa) - Das Treffen der SPD-Führung am Schwielowsee bei Potsdam wird offensichtlich von Unstimmigkeiten begleitet. Bei der Sitzung soll nach bisheriger Planung Außenminister Frank-Walter Steinmeier als Kanzlerkandidat für die Bundestagswahl 2009 nominiert werden. Die rund 50 Teilnehmer kamen am Sonntag zwar wie geplant um 11 Uhr am Tagungshotel in Werder zusammen. Die Aufnahme der eigentlichen Beratungen wurde jedoch kurzfristig verschoben, weil SPD-Chef Kurt Beck und sein Stellvertreter Steinmeier fehlten. Fraktionschef Peter Struck, der zunächst zu der Sitzung erschienen war, verließ nach einigem Warten mit dem Auto das Hotelgelände. Beck selbst wollte auf der Tagung seinen Verzicht darauf bekanntgeben. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur dpa kamen Beck, Steinmeier, die beiden anderen Vizevorsitzenden Andrea Nahles und Peer Steinbrück sowie Struck etwa drei Kilometer vom Tagungsort entfernt in einem Privathaus zusammen. Dem Vernehmen nach wurde der Beginn der eigentlichen Beratungen mit allen Teilnehmern deshalb auf 12. 30 Uhr verschoben. Teilnehmer hatten sich verärgert darüber gezeigt, dass sie die Entscheidung für eine Kanzlerkandidatur Steinmeiers aus den Medien erfahren hatten und nicht erst die zuständigen Gremien informiert worden seien. Auch Struck wurde dem Vernehmen nach von der Entscheidung überrascht, die Kandidatur Steinmeiers bereits an diesem Sonntag bekanntzugeben. Verschiedene Sozialdemokraten verwiesen darauf, dass Beck und Steinmeier noch in den letzten Tagen betont hätten, an dem verabredeten Zeitplan werde festgehalten. Der Außenminister hatte am vergangenen Freitag in einem Interview versichert, das Spitzenamt für 2009 sei noch nicht an ihn herangetragen worden. Bei der Sitzung von Präsidium, Fraktionsvorstand, den SPD- Ministerpräsidenten und Kabinettsmitgliedern in Werder sollen weiter Eckpunkte für ein SPD-Wahlkampfkonzept beschlossen werden. In dem von Beck und Steinmeier gemeinsam ausgearbeiteten Papier wird gezielt auch um Wähler der Mitte geworben. Die SPD bekennt sich darin zu einer leistungsfähigen und innovativen Wirtschaft. Sie sei der Schlüssel, um die Bedingungen für sozialen Aufstieg und ausreichende Bildungschancen zu schaffen. Neben Bildung und Arbeitsmarkt will die SPD im Wahlkampf einen weiteren Schwerpunkt auf die Frauenpolitik legen. So will die Partei im Fall eines Wahlsieges die gleiche Bezahlung von Männern und Frauen in Angriff nehmen. Bekräftigt wird die Forderung nach Einführung von Mindestlöhnen. Am Atomausstieg will die SPD festhalten. Unionspolitiker reagierten auf die SPD-Entscheidung für Steinmeier kritisch. CSU-Generalsekretärin Christine Haderthauer sagte «Spiegel Online», «die tiefe inhaltliche Zerrissenheit» der SPD werde nur verstärkt. «Er ist der Macher der Agenda 2010, das wird ihm der linke Parteiflügel auch als Kanzlerkandidat nicht verzeihen. » CSU-Chef Erwin Huber verlangte von Steinmeier einen Kurswechsel: «Wenn Steinmeier sich jetzt zum Kanzlerkandidaten küren lässt, muss er als erstes die geplante Zusammenarbeit der SPD mit der Linkspartei in Hessen verhindern», sagte er der «Bild am Sonntag». Der außenpolitische Sprecher der Unionsfraktion im Bundestag, Eckart von Klaeden (CDU), nannte bei «Spiegel Online» den Zeitpunkt der Entscheidung schwierig. «Deutschland braucht einen Außenminister, der sich zu hundert Prozent seiner Aufgabe widmet. » Der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses, Ruprecht Polenz (CDU), äußerte «die Sorge, dass die Erwartungen der SPD an ihren neuen Kanzlerkandidaten den Außenminister von einer sachbezogenen Außenpolitik abbringen könnten. »In SPD-Landesverbänden von der Entscheidung für Steinmeier ein Aufbruch für die Partei erwartet. Der niedersächsische Landesvorsitzende Garrelt Duin sagte der Deutschen Presse-Agentur dpa: «Die Entscheidung löst in der SPD eine Aufbruchstimmung aus, die uns dauerhaft nach vorn bringt. » Der Hamburger SPD-Vorsitzende Ingo Egloff sagte auf NDR-Info, er hoffe, die Richtungsdebatte in der SPD sei damit beendet.