Sicherheitsverwahrung für junge Straftäter

Nostraventjo

Grafikerin mit <3
ID: 234598
L
29 Januar 2007
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Momentan wird darüber nachgedacht, zukünftig junge Straftäter langfristig in Sicherheitsverwahrung nehmen zu können.
Diese Strafe soll die Kriminalitätsrate der Jugendlichen senken, die in den letzten Jahren erschreckend angestiegen ist.

Dagegen spräche aus politischer Sicht, dass die Entwicklung der Jugendlichen dadurch beeinträchtigt und eventuell geschädigt würde und man auf anderen Wegen versuchen müsse, die Rate der Straftäter zu senken.

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Mal ganz ehrlich, ich würde dieses Gesetz begrüßen.
Junge Straftäter sind in ihrer Entwicklung durch ihr asoziales Verhalten doch sowieso schon geschädigt.

Es wird so viel Mist gebaut, da die meisten genau wissen, dass sie unter 18 nicht vollständig dafür belangt werden können.
Außerdem habe ich es schon erlebt, dass manche sogar noch stolz darauf sind, schon mal im "Knast" gewesen zu sein, wenn auch nur für 2-4 Wochen.

Ich denke, wenn man die Gesetze dahin gehend verschärfen würde, würde das einige sicherlich abschrecken. Man darf sich heute hier in Deutschland als jugendlicher einfach viel zu viel erlauben.

Und jeden Tag wird über einen neuen Fall berichtet, indem jemand von Jugendlichen zusammen geschlagen wird und jeder wundert sich, warum das so ist.

Des weiteren wäre es sinnvoll, mal zu überlegen eventuell mehr Geld in Einrichtungen zu stecken, zu denen die Jugendlichen nach der Schule gehen können. So könnte man sie von der Straße holen und sie würden aus Langeweile nicht mehr andere Leute anpöbeln.

Ich weiss nicht, warum so viele in so jungen Jahren schon kriminell werden.
Ist Deutschland zu weich?!
Liegt es an den mangelnden Zukunftsperspektiven, an den mangelnden Jobs?
Oder daran, dass den Kids einfach zu wenig geboten wird, dass sie zu wenig gefördert werden?!

Fakt ist, dass das aufhören muss. Ich habe nämlich ehrlich gesagt auch keine Lust, mich jedes Mal bei pöbelnden Jugendlichen zusammen reissen zu müssen, aus Angst, dass ich danach irgendwo blutend in der Ecke liege.

Es sind immer noch die älteren Generationen, die Autorität besitzen und nicht die "Kinder".

Es sollte nicht dazu kommen, dass die Kinder die Gesellschaft in dem Sinne regieren, als dass sich jeder vor Ihnen zu beugen hat.
 
Momentan wird darüber nachgedacht, zukünftig junge Straftäter langfristig in Sicherheitsverwahrung nehmen zu können.
Diese Strafe soll die Kriminalitätsrate der Jugendlichen senken, die in den letzten Jahren erschreckend angestiegen ist.
Es ist weder eine Strafe, noch soll das die Kriminalitätsrate bei Jugendlichen senken. Sicherheitsverwahrung dient dazu, die Allgemeinheit vor bestimmten Straftätern zu schützen. Deshalb erfolgt die auch erst nach dem Ende des Strafvollzuges. Ende letzten Jahres waren 424 Person in Sicherheitsverwahrung gewesen. Also so wenig, daß es keine Auswirkung auf die Kriminaliltätsrate haben dürfte und damit vermutlich auch auf die der Jugendstatistik nicht.

Wie ich finde ein durchaus sinnvolles Instrument, aber absolut kein Mittel gegen die hohe (?) Jugendkriminalität.
 
Habe gestern nen Bericht gesehen, da wurde gesagt, das die Kriminalität der Jugendlichen rapide gestiegen ist in den letzten Jahren und es so einen Anstieg bisher in der Vergangenheit nicht gegeben hätte.
 
Des weiteren wäre es sinnvoll, mal zu überlegen eventuell mehr Geld in Einrichtungen zu stecken, zu denen die Jugendlichen nach der Schule gehen können. So könnte man sie von der Straße holen und sie würden aus Langeweile nicht mehr andere Leute anpöbeln.
Das ist doch der Pudels Kern. Gebt Jugendlichen was zu tun in ihrer Freizeit und schon hören sie mit dem Blödsinn auf. Auf der einen Seite regt sich die Öffentlichkeit über auf Strassen und Plätzen herumlungernde Jugendliche auf, kann das aber nicht in Zusammenhang setzen mit fast nicht mehr vorhandenen Jugendeinrichtungen und dem immer weiter gekürzten Etat für Jugendsport.

Früher gingen wir nachmittags in einen Jugendclub, da sassen auch bezahlte Sozialarbeiter, die haben sich um Jugendliche gekümmert, auch um ihre Probleme. Heute hat ein Jugendlicher ja ein Problem, überhaupt mal jemanden zu finden, der sich um ihn kümmert. Eltern sind arbeiten, andere Angebote gibt es nicht.

Statt Geld in Sicherheitseinrichtungen zu stecken, eröffnet damit lieber wieder Jugendtreffs.

Das wird nicht alle Straftäter abhalten und resozialisieren, das ist mir klar. Aber der verbleibende Teil wird besser "behandelbar" sein.

Marty
 
Kann mich da Marty nur anschliessen.
Man sollte die Ursache bekämpfen, nicht das vollendete Problem.

Letztes erst hab ich gelesen, dass unser Arnold im Bundesstaat Kalifornien mehrere Milliarden Dollar in neue Gefängnisse investieren will, weil die bestehende sogut wie am plazen sind.
Die Ausgaben für diese Gebäude kommen fast an die Bildungsausgaben dran - und da kann man sich doch nur an den Kopf fassen.
 
[...] Ich weiss nicht, warum so viele in so jungen Jahren schon kriminell werden. Ist Deutschland zu weich?! Liegt es an den mangelnden Zukunftsperspektiven, an den mangelnden Jobs? Oder daran, dass den Kids einfach zu wenig geboten wird, dass sie zu wenig gefördert werden?! [...]
Als ich in dem Alter war, in dem man heute üblicherweise im Knast sitzt, also 16 bis 20, da musste ich erstmal Frauenkörper erkunden gehen. Ich hatte den Führerschein für Motorrad gemacht und das Gerät hat mir einige Schürfwunden, Prellungen und Muskelfaserrisse später sogar Vernunft im Straßenverkehr beigebracht. Man hat dann auch aufgehört sich zu prügeln, weil man mit Blessuren im Gesicht einfach wie ein Idiot aussieht. Außerdem ist es schmerzhaft und die Weiber, die einem danach in die Jacke geholfen haben, sind am nächsten Tag mit dem nächsten mitgegangen, war also auch umsonst.

Insgesamt betrachtet hatte ich aber schon damals nie Langeweile. Und ich bin nie auf die Idee gekommen, Rentner auszurauben und halb tot zu schlagen. Ich war auch nie bewaffnet unterwegs, hat sich wohl auch geändert. Aber mich haben Gesetze damals nicht gekümmert. Und Bullen habe ich auch verscheißert :) Und trotzdem habe ich von mir heraus nichts getan, was ich als Unrecht betrachtet habe.

Mich erstaunt nur, dass es heute entweder dieses Unrechtsbewusstsein nicht mehr so häufig gibt oder dass es "cool" ist, ein "Gangsta" zu sein. Ich wollte auch nie ein "Pate" werden, allerdings auch kein Polizist. Allerdings weiß ich nicht, inwiefern es mit der Musik zusammenhängt, aber wenn ich von den ganzen lustigen Dropsen aus Berlin (Sido, Playboy51, Bushido, ...) höre, was sie doch angeblich alles für Supergangster sind (zumindest nach eigener Darstellung), dann könnte ich mir auch gut und gerne vorstellen, dass ein paar minderbemittelte Kiddies den Chaoten nacheifern. Andererseits habe ich in dem Alter feinstes Metal gehört und auch niemandem mit der Axt den Schädel gespalten. Vielleicht wirklich nur alles Langeweile? Fehlende Erziehung aber in jedem Fall...

Gruß,
Photon
 
Nur eine Spekulation:
Eventuell liegt die mangelnde Erziehung auch darin, dass die Eltern selbst immer häufiger noch recht jung sind und garnicht wissen, wie man sein Kind richtig erzieht bzw wie man in gewissen Situationen reagiert.

Kostenlose Kurse vom Staat für werdende oder bestehende Eltern wäre da durchaus auch eine Alternative.
 
Eventuell liegt die mangelnde Erziehung auch darin, dass die Eltern selbst immer häufiger noch recht jung sind und garnicht wissen, wie man sein Kind richtig erzieht bzw wie man in gewissen Situationen reagiert.
Nein, heute ist eher das Gegenteil der Fall. Vor 30-40 Jahren fingen junge Frauen mit Anfang 20 an, an Nachwuchs zu denken. Heute kommt erst mal die Karriere. Gewiss nicht bei allen, aber im Schnitt sind Eltern heute deutlich älter als noch vor 30 Jahren.

Von Erziehung können die ja aber trotzdem weniger Ahnung haben. Das hängt ja nicht mit dem Alter zusammen. Früher war der typische Erziehungsstil eher autoritär. Das hat sich gewandelt. Heute soll das eigene Kind auch Freund/in sein. Ob das aber eine Ursache für zunehmende Kriminalität ist, kann ich nicht beurteilen.

Kostenlose Kurse vom Staat für werdende oder bestehende Eltern wäre da durchaus auch eine Alternative.
Die gibt es. Die werden auch angeboten. Sie sind nicht unbedingt kostenlos, der Beitrag dafür beläuft sich aber in der Regel in niedrigen Regionen. Wir wurden darauf von der Diakonie schon im Krankenhaus angesprochen. Man bot uns an, bei Problemen mit dem Kind 24h am Tag eine Notfallnummer anrufen zu können, wo man fachlichen Rat bekam. Wenn man sich überfordert fühlt, dann bekommt man dort auch Hilfe.

Marty
 
Die Kriminalitätsrate die diese "Sicherungsverwahrung" nicht nennenswert senken, weil a) Abschreckung durch härtere Strafen nicht funktioniert (sonst gäbe es in den USA dank Todesstrafe keine Morde mehr) und b) ist die "Zielgruppe", um die es geht, so klein, dass sie keine Auswirkung auf die Statistik hat.
Es geht hier nur darum, eine Gesetzeslücke zu schließen, um schwerste Straftäter über die 10 Jahre Jugendstrafe hinaus mit freiheitsentziehenden Maßnahmen zu belegen, wenn der dringende Verdacht besteht, dass weitere schwerste Straftaten begangen werden könnten. Zumal eine Entscheidung zur Sicherungsverwahrung auch nicht einmal auf Lebenslang läuft, sondern regelmäßig überprüft werden muss.