Putin im Harnisch - Neues Wettrüsten?

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klamm-Bot
25 April 2006
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Folgende News wurde am 10.02.2007 um 14:19:08 Uhr veröffentlicht:
Analyse: Putin im Harnisch
DPA-News

München (dpa) - Am Samstag, kurz vor Mittag, wehte ein Hauch von Kaltem Krieg durch München. Wladimir Putin begann seine Rede fast sanft, machte ein paar grundsätzliche Bemerkungen zu Demokratie und moderner Zivilisation - dann wurde der russische Präsident deutlich. Mit steinerner Miene warf er den USA*vor, sie wollten die Welt beherrschen. Ein neues Wettrüsten drohe.Das geplante Raketenabwehrsystem: vollkommen überflüssig, und er warte gefälligst auf Washingtons Erklärung, dass diese Waffen ...
 
Tja, wie sieht das für euch aus...

Es sind zwar genau die richtigen Protagonisten in den jeweiligen Ländern an der Macht, aber könnt ihr euch in unserer doch schon ziemlich globalisierten Welt eine solch zementierte Blockbildung wie im kalten krieg vorstellen?
 
Die einzigen Pfunde mit denen Russland noch wuchern kann, sind seine fast unermesslichen Rohstoffreserven und dem Waffenarsenal ...

Eine Blockbildung halte ich für unwahrscheinlich, da die Russen weder mit den Chinesen noch mit anderen "potentiellen" USA-Gegnern [einige arab. Staaten] können.
Es sind alles nur Zweckgemeinschaften die sich bei näherer Betrachtung auch als rein solche entpuppen.

Putin hat weder die Macht über sein riesiges Reich noch ist Russland im Stande, bei der immer schnelleren Weltwirtschaft mitzuhalten.

Ich denke, da haut jemand mal auf den Tisch um zu sagen ... "Wir sind auch noch da."
Jedoch einen Vorwurf gegen die US-Regierung wegen ihrer zahlreichen weltpolitischen "Verfehlungen" ausgerechnet aus Russland zu hören, wundert mich schon extrem.
Putin ist wie Bush kein Waisenknabe was die Nichteinhaltung von Menschenrechten und Demokratie betrifft.
 
Putin ist wie Bush kein Waisenknabe was die Nichteinhaltung von Menschenrechten und Demokratie betrifft.

Icgh denke auch, dass die Sache in diese Richtung zielt. Man darf nicht vergessen - beide werden demnächst durch Nachfolger ersetzt, und beide gelten nicht gerade als liberal. Eine neue "große" Bedrohung - die vor allem greifbar ist, (im militärischen Sinne) könnte es für beide einfacher Machen, einen möglichen reaktionären Nachfolger etwas Starthilfe zu geben. Oder, alternativ - Putin selber.

Es mag stimmen, das China und der Nahe Osten nicht gerade seine Freunde sind, aber im Gegensatz zur USA taugen sie nicht als globaler Gegner, auch tschetschenische Rebellen fallen da 2 bis 3 Nummern zu unbedeutend aus. Also sucht sich Wladimir ein böses Schreckgespenst, um einen ihm genehmen Nachfolger auf Linie zu bringen - Nationalstolz kommt in Russland gut an, und noch besser, wenn man eine Bedrohung der "Rodina" schafft.
 
Ich finde, dass die Antwort des bei der Sicherheitskonferenz anwesenden US-Senators McCain zu sehr unter den Tisch gefallen ist, der die einzig richtige Antwort aus diese Provokation gegeben hat, die nicht nur die USA treffen sollte, sondern auch und vor allem die NATO und die EU-Ost-Erweiterung.

McCain stellte die rhetorische Frage, warum sich Putin darüber ärgere, dass die Demokratie weiter fortschreitet, obwohl man selbst vorgebe, eine zu sein. Um dann sich selbst zu antworten: "Putins Russland ist heute weder eine Demokratie noch eine führende Volkswirtschaft". Es muss also nicht vor den angeblich unipolare Politik der USA kritisiert werden, sondern die im steten Rückschritt befindliche Entwicklung Russlands.

Ein ganz guter Artikel dazu: https://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,465634,00.html
 
Das Problem an der Sache ist doch, er hat Recht. Amerika ist nicht überall auf der Welt unterwegs um gut miteinander auszukommen, sondern man versucht sich Rohstoffe, Handelspartner und Beziehungen zu sichern. Der Drehpunkt der Aktion liegt darin, dass Putin aber exakt das gleiche Ziel hat. Beide Putin und Bush sind bald weg aus ihren Ämtern, jetzt können sie sich einander noch einmal richtig die Meinung sagen, ohne ihre Wahlen zu verlieren und ernten vielleicht dadurch ein paar Pluspunkte, denn wer weiß, wo Putin nach seinem Amtsabtritt wieder hin möchte (FSB?)

Hier wird eindeutig heißer gekocht als gegessen, warten wir mal ab, was daraus wird, viel erschreckender fand ich die Aussage der Franzosen mit den nuklearen Vergeltung vor ein paar Wochen.
 
Amerika ist nicht überall auf der Welt unterwegs um gut miteinander auszukommen, sondern man versucht sich Rohstoffe, Handelspartner und Beziehungen zu sichern.

Welches Land tut das bitte nicht? Die Frage ist doch eher, welcher Großmacht man am ehesten zutrauen kann, ein Mindestmaß an freiheitlichen Werten zu garantieren, ich wüsste da keine außer den USA.
 
Welches Land tut das bitte nicht? Die Frage ist doch eher, welcher Großmacht man am ehesten zutrauen kann, ein Mindestmaß an freiheitlichen Werten zu garantieren, ich wüsste da keine außer den USA.

Naja, wenn man seine Standarts niedrig genug hält... "Garantieren" können die USA außerhalb ihres Landes herzlich wenig (siehe Vietnam, Somalia, Irak) - allenfalls versuchen schützen, allerdings nur, wenn sie es auch wollen...

In dem Zusammenhang hat sich mit Putin der Bock zum Gärtner gemacht...

Er kann Grundwerte noch nicht mal im eigenen Land garantieren...
 
Naja, wenn man seine Standarts niedrig genug hält... "Garantieren" können die USA außerhalb ihres Landes herzlich wenig (siehe Vietnam, Somalia, Irak) - allenfalls versuchen schützen, allerdings nur, wenn sie es auch wollen...

Ja richtig, es anderen aufzuzwingen, ist oft gescheitert. Schützen ist besser.
 
Welches Land tut das bitte nicht? Die Frage ist doch eher, welcher Großmacht man am ehesten zutrauen kann, ein Mindestmaß an freiheitlichen Werten zu garantieren, ich wüsste da keine außer den USA.

Sag ich ja, beide Parteien wollen das, jedes Land will das, ist doch logisch, nur die "einstigen Supermächte" (was für eine Phrase), existieren so nicht mehr, die USA hat den Status der Weltpolizei, steckt aber überall im Schlamassel, Russland ist weit entfernt davon diesen Status zu haben.

Nukleare Waffen hat mittlerweile auch schon "jeder", da mache ich mir am meisten Sorgen um Frankreich, manchmal glaube ich, die haben noch nicht verstanden um was es geht, wenn Atomraketen fliegen.
 
der Kern seiner Aussage stimmt aber mir dem überein, was die EU, die Bundesregierung und sogar in den USA selbst diskutiert wird --> mit militärischen Mitteln und fragwürdigen Begründungen versuchen zu demokratisieren und -zumindest bis jetzt- zu scheitern.

In der Schärfe war es natürlich ein 'Putin-Special', aber die von ihm aufgeworfenen Fragen finde ich schon berechtigt.