News Politiker fordern Internet-Stadtplan über Täter von Sexualdelikten

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25 April 2006
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[N] Politiker fordern Internet-Stadtplan über Täter von Sexualdelikten

Folgende News wurde am 12.10.2006 um 11:20:00 Uhr veröffentlicht:
Politiker fordern Internet-Stadtplan über Täter von Sexualdelikten
SternShortnews

Haben Täter von Sexualstraftaten ein Recht auf Datenschutz? Wenn es nach einer Forderung von Politikern aus SPD, CDU und CSU geht, soll in Zukunft jeder Bürger online erfahren können, ob in seiner Nachbarschaft ein vorbestrafter Sexualtäter wohnt. Die "Bild"-Zeitung berichtet, anhand eines virtuellen Stadtplanes könnten Bürger im Internet die Adressen von Menschen heraussuchen, die Sexualdelikte begangen haben. Kristina Köhler von der CDU regte zu einer Prüfung des Modells aus Amerika an. ...
 
Hexenjagd

Das geht mir wirklich zu weit. Eine Überwachung durch die Polizei ist sicherlich richtig und wichtig aber so etwas lehne ich ab.

Nach abgesessener Strafe sollte auch für solche Verbrecher wieder langsam ein halbwegs normales Leben beginnen.

Wenn jetzt das Argument kommt, dass die doch ein andres Leben zerstört haben, dann müssen wir unser Rechtssystem komplett neu aufrollen und viel öfter Menschen für immer wegsperren, darunter dann auch Totschläger und Menschen die z.B. jemanden fahrlässig in den Rollstuhl gebracht haben.

Ein Sexualstraftäter scheint nach heutigen Wissenstand eine Gefahr zu bleiben. Er gehört überwacht und muss, insebesondere von Kindern, fern gehalten werden. Eine öffentliche Zu-Schau-Stellung darf es aber nicht geben.
 
Ähm, und was trägt das Wissen, daß drei Häuser weiter ein Vorbestrafter Exhibitionismus wohnt, zum Schutz der Kinder bei!?

Ich kann immer wieder nur Helen Lovejoy (The Simpsons) zitieren:
"Denkt mal wenigsten einer an die Kinder?!" :roll:
 
Das geht mir wirklich zu weit. Eine Überwachung durch die Polizei ist sicherlich richtig und wichtig aber so etwas lehne ich ab.

Nach abgesessener Strafe sollte auch für solche Verbrecher wieder langsam ein halbwegs normales Leben beginnen.

Wenn jetzt das Argument kommt, dass die doch ein andres Leben zerstört haben, dann müssen wir unser Rechtssystem komplett neu aufrollen und viel öfter Menschen für immer wegsperren, darunter dann auch Totschläger und Menschen die z.B. jemanden fahrlässig in den Rollstuhl gebracht haben.

Ein Sexualstraftäter scheint nach heutigen Wissenstand eine Gefahr zu bleiben. Er gehört überwacht und muss, insebesondere von Kindern, fern gehalten werden. Eine öffentliche Zu-Schau-Stellung darf es aber nicht geben.


Dem kann ich dir nicht zustimmen.

Ich fordere die öffentliche Zur-Schau-Stellung. Ich fordere Opferschutz statt Täterschutz.
 
Ich kann durchaus beide Seiten verstehen.
Verständlich dass man gerne wüsste ob in der Nähe ein Sexualverbrecher wohnt.
Aber auch diese Leute, haben sich vielleicht geändert und verdienen eine "zweite Chance". Ich will mir gar nicht vorstellen was da los wäre, wenn die Adressen solcher Verbrecher bekanntwerden würden. Von Hundersch**** im Briefkasten, über zerstochene Autoreifen, bis hin zu Körperverletzug und Mord wäre da sicher alles dabei...
Ein sehr schwieriges Thema, wie ich finde.
 
Wie soll das weitergehen? Autofahrer, die schon mal einen Unfall verursacht haben, bekommen dann gelbe Schilder aufs Auto? Damit jeder weiss, dass dort Gefahr lauert?

Taschendiebe bekommen knallgrüne Handschuhe verpasst? Damit jeder weiss, dass dort ein Langfinger rumläuft?

Politiker, die überflüssige Gesetze mitverabschiedet haben, tragen demnächst einen weissen Anzug, damit man weiss, wen man nicht mehr wählen darf?

Wer eine Strafe verbüsst hat, hat seine Schuld abgeleistet. Danach muss Ruhe sein.

Marty
 
Eine sehr schöne engstirnige und blauäugige Fantasie aber leider sieht die Realität etwas anders aus.

Wieso engstirnig und blauäugig? Bist Du dafür, jeden Straftäter sein Leben lang zu brandmarken, weil es ja eine Wiederholungsgefahr geben könnte?

Sowas machen nur Amerikaner. Und Verbrechen reduziert oder gar verhindert haben die damit nicht.

Marty
 
Also ich muss USA_FAN da sogar im gewissen maßen zustimmen. Ich finde es gibt verbrechen, da ist es schon eine Schande überhaupt noch aus dem Gefängnis raus zu kommen. Dazu gehört das sexuelle vergreifen an andere (dabei spielt es für mich nichtmal eine Rolle ob es nun ein Kind oder eine Frau war) und auch Mord. Die Täter haben komplette Leben zerstört und verdienen meines erachtens deswegen auch kein Mitleid mehr und wenn unser Justizsystem nun so lasch ist Straftäter super schnell zu entlassen, dann würd ich mich zumindest drüber freuen das der jenige wenigstens nicht unerkannt in meiner Stadt Leben kann.

Und nun vergleiche aufzuzeigen mit Taschendieben oder ähnliches ist doch wieder nur Augenwischerei, denn hier ist die Rede von schwerwiegenden sexualverbrechen und wenn man da keinen Unterschied sieht, dann ist man wohl eher gefühllos.
 
OK, Du weisst also bei einer solchen Veröffentlichung, dass in München 843 Ex-Vergewaltiger rumlaufen. Jetzt stell Dir vor, Du würdest in München leben --> was würde Dir bringen, zu wissen, wo all diese 843 Ex-Vergewaltiger wohnen?

Würde Deine Frau und Deine Kinder nun eine Landkarte bekommen mit rot markierten "Gefährdungsflächen"? Ein Photoalbum mit Photos aller 843 zwecks Gefahrenabwehr?

Ich versteh das nicht. Meint Ihr wirklich, ein Vergewaltiger würde nicht mehr vergewaltigen, nur weil andere wissen, dass er in der Nachbarschaft wohnt? Wo soll das hinführen? Lynchjustiz, wenn jemand vergewaltigt wird? Das muss ja dann einer von denen gewesen sein, also alle mal aufknüpfen.

Wie würdest Du mit der Information umgehen, dass zwei Strassen weiter jemand wohnt, der in der Vergangenheit 2 kleine Kinder missbraucht hat?.

Marty
 
Wie würdest Du mit der Information umgehen, dass zwei Strassen weiter jemand wohnt, der in der Vergangenheit 2 kleine Kinder missbraucht hat?
Ich würde wahrscheinlich versuchen der Person aus dem Weg zu gehen, Kontakt zu meiden. Andere würden sich Steine nehmen und seine Scheiben einschlagen, bis er weg zieht.
 
Darf man an die Nachrichten vor paar Tagen erinnern? Ein Sexualstraftäter wurde vorzeitig entlassen wegen guter Führung....paar Tage später hat er eine Frau vergewaltigt und umgebracht.....

Ach Du meinst, wenn die Frau gewusst hätte, wo der Täter wohnt, wäre das nicht passiert?

Oh Mann....

gruss kelle!
 
Darf man an die Nachrichten vor paar Tagen erinnern? Ein Sexualstraftäter wurde vorzeitig entlassen wegen guter Führung....paar Tage später hat er eine Frau vergewaltigt und umgebracht.....

Hätte er aber wahrscheinlich auch gemacht, wenn bekannt gewesen wäre, wo er wohnt. Faktisch bringt so ein Plan nichts, außer, dass sich die "breite Masse" schonmal einen Baum in der Nähe aussuchen kann, wo man den vergewaltiger aufknüpfen kann, wenn im Viertel was passiert... (Das 95% der Menschen Wegsehen, weghören und weitergehen, wenn jemand in Not ist oder um Hilfe ruft, wird gerne vergessen - mit etwas mehr Zivilcourage würden sicherlich weniger Gewalttaten auf der Straße begangen werden).

@wannabe: Dass die Jusitz in diesen Fällen viel zu oft (jeder fall ist zuviel) versagt, mag vollkommen richtig sein, aber den Bürgern quasi das Mittel in die hand zu geben, diesen "Mißstand" sleber zu korrigieren, wiederspricht auch jeder Form der Gerechtigkeit...
 
Darf man an die Nachrichten vor paar Tagen erinnern? Ein Sexualstraftäter wurde vorzeitig entlassen wegen guter Führung....paar Tage später hat er eine Frau vergewaltigt und umgebracht.....

Und deshalb müssen alle büßen?
Also, find es total schwachsinnig. Nicht jeden scheiß den es in den Saaten gibt muss man hier kopieren.

Allein die Vorstellung, dass ein unschuldig Verurteilter, nach der Haftstrafe, sein Leben lang mit einem Kainsmal rumrennen muß, sollte reichen um sowas strengstens abzulehnen.

Auch die stupide idee, dass eine gesellschaftliche Isolation potentielle Opfer schützt ist das letzte. Es treibt Täter eher dazu rückfällig zu werden, sie haben ja nichts mehr im Leben, keine Freunde, die Familie wendet sich 100% von ihnen ab, eine echte Beziehung können sie auch vergessen.

Und wenn die Nachbarstochter zu spät von einer Party zurück kommt hat der exsträfling schon längst einen Strick um den Hals...
 
Darf man an die Nachrichten vor paar Tagen erinnern? Ein Sexualstraftäter wurde vorzeitig entlassen wegen guter Führung....paar Tage später hat er eine Frau vergewaltigt und umgebracht.....

mal ab, von den anderen Meinungen hier. Eine Entlassung wegen "guter Führung" kann ich nie verstehen. Eine Belohnung dafür, dass man seine Strafe akzeptiert hat? Sollte nicht möglich gemacht werden.

Ist aber leider so. Und damit hat er seine Strafe verbüsst. Eine Brandmarkung danach ist nicht gut und hilft auch nicht weiter.

Marty
 
Abgesehen von der Einschränkung (wie auch MartyMcFly) das ich Entlassungen aufgrund "guter Führung" völlig daneben finde und auch immer noch der Meinung bin das besonders Sexualstraftaten zu niedrig bestraft werden (da ist man bei einem Raub ja meistens mit mehr Jahren dabei) ist die Idee der Politiker mal wieder völlig hirnrissig.

Erstens wird es meiner Meinung keine Hilfe sein. Wenn ein Sexualverbrecher wirklich rückfällig wird, was will ihn davon abhalten das halt woanders zu machen als in seiner Stadt. Oder will man das erweitern. Ehemalige Straftäter dürfen ihr Haus nicht verlassen, sich nur in einer bestimmten Zone der Stadt aufhalten? Weitere Vorschläge gibts ja schon (z.B. sie sollen kein Auto mehr besitzen dürfen...).

Weiterhin steigt für mich hier die Gefahr der Vorverurteilung wie auch "someon" schon geschrieben hat. Man stelle sich vor - Tochter ist verschwunden oder hat sich zumindest nicht gemeldet. Man weiss 2 Strassen weiter lebt einer der schon mal ein Mädchen vergewaltigt hat. Ich wage zu prophezeien das spätestens ein paar Stunden später die ersten vor der Tür diesen Mannes stehen und Terror machen. Der wars schonmal der muss damit zu tun haben.

Von "normalen" Schikanen gegen den dort Lebenden (Schmiererein, Zerstörungen und ähnlichem) abgesehen.

Wenn man der Meinung ist, das Sexualstraftäter nicht genug büssen, dann sollte man die Gesetze ändern und die Strafen hochsetzen.
 
Wenn man der Meinung ist, das Sexualstraftäter nicht genug büssen, dann sollte man die Gesetze ändern und die Strafen hochsetzen.

- Darstellungen der Presse
Um in die Presse zu kommen, bedarf es mehr als "nur" einer Vergewaltigung oder eines "normalen" Kindesmissbrauchs.
Mal kurz in die Statistik (2004) geschaut
Vergewaltigungen: 24 pro Tag, sprich stündlich eine
Sexueller Missbrauch von Kindern: knapp 42 pro Tag
Sexueller Missbrauch von Schutzbefohlenen: knapp 5 pro Tag

So, was davon an die Öffentlichkeit kommt, von der Tat bis zur Verurteilung des Täters, sind Einzelfälle, die keinen represäntativen Überblick geben.
Nur weil ein Vergewaltiger 3 Jahre Haft bekommen hat, und das in der Zeitung zu lesen ist, sagt nix über das durchschnittliche Strafmaß aus.

gruss kelle!