News Münchner Faschingsumzug am Holocaust-Gedenktag trotz Kritik

Nein, was ich nicht verstehen will, sind erzwungene Regelungen. Wenn die Öffentlichkeit scheinbar kein Problem damit hatte und es keine Einbrüche in den Besucherzahlen dieser Veranstaltung gab, dann scheint eher dein Persönlichkeitsrecht und das einiger anderer eingeschränkt worden zu sein und eine breitere Öffentlichkeit schien damit kein Problem zu haben.

Gut, also ich stelle zunächst mal fest, dass wir von der Frage losgekommen sind, ob jeder Einzelne den Tag so verbringen darf wie er will (natürlich im Rahmen der öffentlichen Ordnung), denn dies wurde auch nie bestritten. Trotzdem bleiben Deine Betrachtungen subjektiv.

Die Frage, ob die Öffentlichkeit "kein Problem" damit hatte, muss differenzierter betrachtet werden. In der Regel findet der "Aufstand der Anständigen" traditionell stiller aus als das Ereifern des Pöbels. Dass Spaß-Veranstaltungen immer stark besucht werden, egal an welchem Tag, führe ich darauf zurück, dass es immer eine große Gruppe von Menschen in einer Gesellschaft geben wird, die Spaß und Unterhaltung Bildung und Verantwortung prinzipiell vorziehen, teilweise aus Überzeugung, teilweise aus fehlendem Horizont heraus. Das ändert nichts daran, dass sehr viele gebildete Menschen über den Karnevalszug am Holocaust-Gedenktag erbost waren, was sich auch in einem breiten Medien-Echo - von Bild bis Zeit - widergespiegelt hat.

Fakt ist auch, dass die "breite Öffentlichkeit", wie Du sie nennst, mit sehr wenig ein Problem hat, außer wenn es sie persönlich betrifft. Die Staatsgewalt bis hin zu den kommunalen Einrichtungen hat die Pflicht, die verschiedenen Interessen der verschiedenen Menschen in unserem Land so zu lenken, dass man sich gegenseitig nicht einschränkt. Denn man möge nicht vergessen, dass Karneval einen Zeitraum von mehreren Monaten einnimmt, Holocaust-Gedenktage nehmen weniger Zeit in Anspruch. Dazu kommt die Verantwortung gegenüber der Vergangenheit bzw der demokratisch-freiheitlichen Zukunft.

Wenn ich also kritisiere, dass die Stadt München und andere Verantwortliche des öffentlichen Lebens sich gegen eine solch unglückliche weil unvereinbare (und vor allem unnötige) Überschneidung zweier Interessen nicht zur Wehr setzen, hat das nichts nur mit meinen eigenen Interessen zu tun, sondern vor allem auch mit der grundsätzlichen Kritik, dass gesellschaftliche Verantwortung übersehen wurde.

Das Problem bei sowas ist immer, dass entweder der eine Teil unzufrieden ist, oder aber der andere. Beiden Seiten wirst du es nicht recht machen können und von daher hat keine Seite mehr oder weniger recht.

Das sehe ich prinzipiell anders, denn ich bin ein Gegner des Prinzips "alle haben gleichsam recht". Das Gedenken an den Holocaust steht in seiner Bedeutung für das bundesweiten, gesellschaftlichen Relevanz höher als ein Karnevalsumzug. Ich bin mir auch sicher, dafür gäbe es eine bundesweite Mehrheit, auch eine Mehrheit in München. Was für den Einzelnen wichtiger ist, ist schlicht und ergreifend eine andere Frage.
 
Das sehe ich prinzipiell anders, denn ich bin ein Gegner des Prinzips "alle haben gleichsam recht". Das Gedenken an den Holocaust steht in seiner Bedeutung für das bundesweiten, gesellschaftlichen Relevanz höher als ein Karnevalsumzug. Ich bin mir auch sicher, dafür gäbe es eine bundesweite Mehrheit, auch eine Mehrheit in München. Was für den Einzelnen wichtiger ist, ist schlicht und ergreifend eine andere Frage.

Was ja feststellbar wäre :) Gibt es auf kommunale Ebene die Möglichkeit eines Volksbegehren in München. Wenn dies der Fall ist, dann könnte man sicher für die Zukunft ein Versammlungsverbot (Karnevalsveranstaltungen werden doch unter dem Versammlungsrecht gehalten, oder?) auf diesen Tag legen. Wenn es dann wirklich eine Mehrheit gibt, sehe ich gar kein Problem für ein Verbot. Dann gebe es sicher auch Menschen die Meckern, aber das gibt es ja immer irgendwo ^^