News Mieterverbände empört über Mietrechtsänderungen

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25 April 2006
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Folgende News wurde am 02.11.2009 um 12:45:00 Uhr veröffentlicht:
Mieterverbände empört über Mietrechtsänderungen
Shortnews

Die schwarz-gelbe Koalition plant Änderungen beim Mietrecht. Besonders im Mittelpunkt hierbei steht die Verkürzung der Kündigungsfrist. Damit soll erreicht werden, dass Mieter und Vermieter in Zukunft einer Gleichbehandlung unterliegen. Mieter- und Sozialverbände sehen diesen Änderungen sehr kritisch entgegen. Vermietern wird nun erleichtert, langjährige Mieter zu kündigen und die Wohnung teuer neu zu vermieten. Für Mieter allerdings erschwert sich die Suche nach einer ebenbürtigen Wohnung.
 
Tja, komerzhasi, nicht für jeden rechnet sich Eigentum... Wenn ich sehe, was meine Kollegen an Zinsen abdrücken, da kann ich das Geld besser wo anders anlegen....

Zinsen?

Wenn man monatlich 500 Euro Kaltmiete an seinen Vermieter zahlt sind diese Weg und man erkauft sich 30 Tage "Wohnrecht".

Zahlt man diese 500 Euro als Kreditrate an eine Bank, dann gehen davon anfänglich 250 Euro Zinsen an die Bank jedoch 250 Euro in die Tilgung (und damit Kapitalbildung).

Was ist nun besser?
 
Wenn man monatlich 500 Euro Kaltmiete an seinen Vermieter zahlt sind diese Weg und man erkauft sich 30 Tage "Wohnrecht".

Zahlt man diese 500 Euro als Kreditrate an eine Bank, dann gehen davon anfänglich 250 Euro Zinsen an die Bank jedoch 250 Euro in die Tilgung (und damit Kapitalbildung).

Was ist nun besser?
Die zweite Lösung, aber nur, wenn Du die Konstellation auch findest.

Eine Wohnung dieser Konstellation dürfte ca. 75.000 Euro kosten/wert sein. Wenn 250 Euro Zinsen fällig werden bei 4% Zinssatz.

Und eine Wohnung, die 75.000 Euro kostet, für 500 Euro Kaltmiete zu vermieten, dürfte kaum ein Mietspiegel hergeben.

Und als Vermieter hat man auch höhere Nebenkosten, das sollte man nicht vergessen.

Marty
 
Ich glaube, diesen Vergleich komplett durch zu rechnen, wird arg schwierig.

Für mich als kinderlosen Single stellt sich erstmal die Frage, was passiert wenn ich mit den Füßen zuerst aus der Wohnung getragen werde?

Mietwohnung entrümpeln, kündigen, fertig.
Eigentumswohnung: entrümpeln, Erbschaftsstreitigkeiten in der Verwandtschaft x-ten Grades, um die Wohnung bzw. deren Erlös.

Und wenn ich das Thema Kapital sehe:
- Kapital für Zinsen
- Kapital für den Kaufvorgang
- Kapital für die Hauskasse
- Kapital zur Werterhaltung
Da wird die Rechnerei komplex...

gruss kelle!
 
Gut. Dann eben keine Rechnung.

Da frag ich mich allerdings, warum das komischerweise in Ländern wie Frankreich, UK, Tschechien etc. so gut funktioniert. Haben die Leute dort weniger Probleme?
 
Da frag ich mich allerdings, warum das komischerweise in Ländern wie Frankreich, UK, Tschechien etc. so gut funktioniert. Haben die Leute dort weniger Probleme?

Nein, wir haben nur ein Luxusproblem. Bei uns haben Mieter sich an ihre Rechte gewöhnt und bleiben deshalb gerne Mieter und werden nicht Eigentümer. In Ländern, wo Mieter deutlich weniger Rechte haben, wird man halt lieber Eigentümer.

Marty
 
Eine Wohnung dieser Konstellation dürfte ca. 75.000 Euro kosten/wert sein.

Wie kommst Du auf diese Werte?

Die Wohnung [80 m²] meiner Mom in einer grösseren Kreisstadt in Thüringen kostet 500 Euro kalt. Aktueller Kaufpreis lt. Makler 97.000 Euro.
Die Wohnung unserer Nachbarn hat 62 m² und kostet ebenfalls 500 Euro kalt [Rhein-Main-gebiet].
Kaufpreis für diese Wohnung 121.000 Euro.

Was die Rechte der Mieter angeht soweit klar. Jedoch sehe ich ein Problem darin, Mieter über ein gesundes Mass heraus zu "schützen" und gleichzeitig es Vermietern rechtlich schwer zu machen, Schmarotzer aus den eigenen 4 Wänden zu schmeissen.
 
Die Wohnung unserer Nachbarn hat 62 m² und kostet ebenfalls 500 Euro kalt [Rhein-Main-gebiet].
Kaufpreis für diese Wohnung 121.000 Euro.

Na gut, ich fang jetzt doch an zu rechnen...
Grob gepeilt macht der Kaufpreis 240 Monatsmieten aus, d.h. nach zwanzig Jahren ist die Wohnung bezahlt.

Ne Bekannte in Berlin zahlt monatlich 2 € pro Quadratmeter in die Hauskassen, macht 120 € im Monat. Auf die Zeit des Abzahlens gerechnet, sind das die nächsten fünf Jahre Miete.

Rückstellung jährlich 1% des Neuwerts für Reparaturen und Modernisierungen:
1.200 € über die bisherigen 25 Jahr sind nochmal 5 Jahre.

Anschaffung (Makler, Notar) 10% des Preises, macht nochmal 2 Jahre.

Da bin ich jetzt bei 32 Jahren, ohne Zinsen.

Die Zinsen verrechne ich mal mit den Mieterhöhungen.

Da hätte ich mit 62 Jahren eine Eigentumswohnung abbezahlt und auf aktuellem Stand gehalten.

Weiterhin laufende Kosten von 2.600 € im Jahr.
Macht ab meinem 63 Lebensjahr eine jährliche Ersparnis von 3400 €.

Wenn ich jetzt noch die wenns und abers mit rein bringe
- Weibchen läuft mir über den Weg
- Arbeitslosigkeit
- Wohnortwechsel wegen Job
...
ist das für mich nicht attraktiv.

Und wie oben schon geschrieben, warum soll ich Kapital aufbauen, ohne Aussicht auf sinnvolle Vererbung?

gruss kelle!
 
Ne Bekannte in Berlin zahlt monatlich 2 € pro Quadratmeter in die Hauskassen, macht 120 € im Monat. Auf die Zeit des Abzahlens gerechnet, sind das die nächsten fünf Jahre Miete.

das Beispiel ist nen bissl sehr individuell , die meisten Leute bekommen keine 2/3 Ihrer Miete gesponsort

hab schonmal ein wenig geschaut: es wäre nicht schwer ne Vernünftige Wohung für 50.000 bis 60.000 bei ner Zwangsversteigerung abzufassen, wäre auf jeden Fall <15 Jahre Nettokaltmiete, was mich eigentlich davon abhält sind ungewisse zukünftige Verpflichtungen (finanzielle, gesetzliche und bürokratische :ugly: ) und natürlich werd ich auch öfter mal umziehen müssen
 
Ne Bekannte in Berlin zahlt monatlich 2 € pro Quadratmeter in die Hauskassen, macht 120 € im Monat. Auf die Zeit des Abzahlens gerechnet, sind das die nächsten fünf Jahre Miete.

Hauskassen? Damit meinst Du Kosten, die sonst nicht auf den Mieter umgelegt werden?
Na das sind aber rechtschaffende Preise. 120 Euro pro Partei und Monat? 8O
Wir zahlen hier für laufende Instandhaltungen UND Rückstellungen 50 Euro pro Monat.
Dazu muss man sagen, dass in unserem Haus 10 Parteien wohnen (8 kleine Wohnungen mit jeweils 2 Zimmern und 2 grosse unterm Dach) und sich diese Instandhaltungskosten bzw. Rückstellungen entsprechend verteilen.

Weiterhin laufende Kosten von 2.600 € im Jahr.

Laufende Kosten? Zusätzlich zu den o.g. Sachen? 8O8O8O
Sind da vergoldete Armaturen dabei?
 
Bitte kann mir jemand den Sinn- und Wesensgehalt erläutern, warum überhaupt eine dahingehende Gleichgstellung zwischen Mieter und Vermieter notwendig ist ?
Weil ich verstehs nicht, sondern sehe als Begründung nu so Sachen wie "Weil es anders nicht sein kann" ...



ist glaub ich nur ne Frage der Prioritätensetzung: Ist Eigentum und dessen wirtschaftliche Nutzung das höhere Gut oder ist der soziale Aspekt und der Schutz/Vorteil der Mieter wichtiger

wenn CDU & FDP regieren ist klar was ein wenig wichtiger ist
 
Hauskassen? Damit meinst Du Kosten, die sonst nicht auf den Mieter umgelegt werden?
Na das sind aber rechtschaffende Preise. 120 Euro pro Partei und Monat? 8O
Wir zahlen hier für laufende Instandhaltungen UND Rückstellungen 50 Euro pro Monat.

Kann ich nicht beurteilen, wie da die Preise liegen.
Ich weiß halt nur, dass es zwei € pro m² sind.

Damit werden halt die Allgemeinkosten abgedeckt, Reparaturen ...

Laufende Kosten? Zusätzlich zu den o.g. Sachen? 8O8O8O
Sind da vergoldete Armaturen dabei?

Nicht wirklich.
Nur die persönlichen Rücklagen und die Hauskosten laufen ja jährlich weiter.

Was mir gar nicht schmeckt, sind die Abhängigkeiten, die man sich damit antut...

Im Frühjahr kam jemand auf die Idee, vorzuschlagen, unsere Abteilung bzw. halt den Aufgabenbereich nach Außen zu vergeben bis hin zum Offshoring.

Was meinst Du, wer die schlaflosen Nächte verbracht hat. Nicht unbedingt die Personen, die schuldenfrei sind.
Im Endeffekt macht man sich mit so einer Anschaffung abhängig, ich würde sogar sagen, erpressbar.

gruss kelle!
 
Die Abhängigkeit ist in den ersten JAhren sicher am Größten, wenn einem noch nicht viel vom Eigentum gehört. Speziell, wenn man mit geringem Eigenkapital gekauft hat. Dann ist es eigentlich nur noch eine Willensfrage: Wenn ich meine Wohnung wieder verkaufen will/muss, dann ist es halt so, und dann erhalte ich den Großteil meines eingesetzten Kapitals wieder zurück.
 
Die Wohnung [80 m²] meiner Mom in einer grösseren Kreisstadt in Thüringen kostet 500 Euro kalt. Aktueller Kaufpreis lt. Makler 97.000 Euro.
Dann sollte Deine Mom die Wohnung sofort kaufen und keinen Tag länger mieten. 97.000 Euro bedeuten zur Zeit bei 4% Zinssatz und 1% Tilgung 400 Euro Belastung im Monat, dazu kommen knapp 50 Euro Instandhaltungsrücklage. Dann kostet sie die Wohnung effektiv nur 450 Euro und in 34 Jahren gehört sie ihr. Das ist so ein Beispiel für eine Wohnung, wo die Miete zu teuer ist.

Die Wohnung unserer Nachbarn hat 62 m² und kostet ebenfalls 500 Euro kalt [Rhein-Main-gebiet].
Kaufpreis für diese Wohnung 121.000 Euro.
Da gleicht sich das schon aus zwischen Mieten und Kaufen.

Meine Rechnung bezog sich auf eine Zinszahlung von 250 Euro im Monat. 250 Euro Zinsen im Monat reichen eben bei 4% Zinsen für 72.000 Euro Kredit.

Na gut, ich fang jetzt doch an zu rechnen...
Grob gepeilt macht der Kaufpreis 240 Monatsmieten aus, d.h. nach zwanzig Jahren ist die Wohnung bezahlt.
Komische Rechnung. Es lässt sich doch viel einfacher rechnen:

Wohnung hat Wert X, Beispiel 200.000 Euro
Zinssatz auf Dauer 5% = 10.000 Euro Zinsen im Monat (absichtlich keine Tilgung, das macht auch kein Vermieter)
Für den Eigentümer kommt noch eine Instandhaltungsrücklage dazu, um den Wert der Wohnung zu erhalten, in der Regel ca. 1,5% = 3.000 Euro pro Jahr in dem Beispiel.

In Summe also 13.000 Euro Kosten pro Jahr. Wenn die Wohnung jetzt mehr als diese 13.000 Euro Miete kostet, ist Mieten teurer als kaufen.

Dazu kommt, dass man als Eigentümer unflexibler ist. Als Vermieter quasi entrechtet. Als Mieter muss ich Mietsteigerungen mitrechnen, die waren nicht ohne in den letzten Jahren.

Ne Bekannte in Berlin zahlt monatlich 2 € pro Quadratmeter in die Hauskassen, macht 120 € im Monat.
Das sind Kosten, die auf einen Mieter umgelegt werden können. Ich wüsste sonst nicht, was das für Kosten sein sollen. Diese Kosten hat man also sowohl als Mieter, als auch als Eigentümer.

Rückstellung jährlich 1% des Neuwerts für Reparaturen und Modernisierungen:
1.200 €
Das ist quasi der Ausgleich für die Abnutzung.

Anschaffung (Makler, Notar) 10% des Preises, macht nochmal 2 Jahre.
Komische Rechnung, einmalige Kosten auf Jahresmieten zu verteilen.

Ich kann beide Seiten locker durchrechnen, weil ich beide Seiten kenne, sowohl die als Mieter, als auch die als Vermieter und Eigentümer. Und ich kann auch die Kosten vergleichen.

Und für mich ergibt sich für die meisten Objekte: Eigentum ist persönlicher Luxus.

Marty
 
Dann sollte Deine Mom die Wohnung sofort kaufen und keinen Tag länger mieten. 97.000 Euro bedeuten zur Zeit bei 4% Zinssatz und 1% Tilgung 400 Euro Belastung im Monat, dazu kommen knapp 50 Euro Instandhaltungsrücklage. Dann kostet sie die Wohnung effektiv nur 450 Euro und in 34 Jahren gehört sie ihr. Das ist so ein Beispiel für eine Wohnung, wo die Miete zu teuer ist.

Für meine Mom ist das mit fast 59 Jahren etwas spät. Allerdings lohnt es sich für jüngere Menschen definitiv.

Da gleicht sich das schon aus zwischen Mieten und Kaufen.

Naja. Man sollte natürlich eine gewisse Wertentwicklung [und entsprechende Mietsteigerungen] in Ballungsgebieten wie Rhein-Main nicht vernachlässigen.
 
Für meine Mom ist das mit fast 59 Jahren etwas spät.
Warum? Sie spart ab dem ersten Tag 50 Euro im Monat. Und Frauen schaffen auch gerne mal die 90.

Naja. Man sollte natürlich eine gewisse Wertentwicklung [und entsprechende Mietsteigerungen] in Ballungsgebieten wie Rhein-Main nicht vernachlässigen.
Die Wertsteigerungen würde ich im Moment nicht bewerten wollen. Aufgrund der aktuellen Lage ist nur noch in Spitzenlagen damit zu rechnen.

Marty
 
Warum? Sie spart ab dem ersten Tag 50 Euro im Monat. Und Frauen schaffen auch gerne mal die 90.

Das sehen Banken bei der Bewertung des Kreditrisikos leider anders. ;)

Die Wertsteigerungen würde ich im Moment nicht bewerten wollen. Aufgrund der aktuellen Lage ist nur noch in Spitzenlagen damit zu rechnen.

Momentan ist das sicherlich kein Thema.
In unserem Fall habe ich aber immer mal die aktuellen Immobilienpreise der näheren Umgebung geprüft und da zeichnet sich selbst in den vergangenen 12 Monaten eine Entwicklung um bis zu +4% ab.
 
Das sehen Banken bei der Bewertung des Kreditrisikos leider anders.
Dann ist die Wohnung das Geld nicht wert :D

In unserem Fall habe ich aber immer mal die aktuellen Immobilienpreise der näheren Umgebung geprüft und da zeichnet sich selbst in den vergangenen 12 Monaten eine Entwicklung um bis zu +4% ab.

Haben wir hier auch, aber nur in Bestlagen. Wir haben auch Lagen, da sind Immobilien quasi unverkäuflich.

Marty