Kyphoskoliose

HighClixx

abgemeldet
11 November 2009
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Hallo,
ich dachte mir, ich eröffne mal einen Thread zum Thema Kyphose, Skoliose, beziehungsweise Kyphoskoliose.
verstärkte Kyphose der Wirbelsäule mit gleichzeitiger seitlicher Verkrümmung. Die Kyphosierung wird meistens durch eine Torsion der Wirbelsäule mit entsprechendem Rippenbuckel vorgetäuscht. Bei schwerer Deformierung und Atmungsbehinderung wird eine Aufrichteoperation durchgeführt.
Die erste Wirbelsäulenverkrümmung wurde bei mir im Alter von ca. 10 Jahren festgestellt. Damals natürlich noch in einer wenig ausgeprägten Form, so dass man das ganze durch Krankengymnastik hätte regeln können. Nur waren leider meine Eltern da nicht so sehr dahinter und mir war das mit 10 Jahren relativ egal, so dass ich damals nicht zur Krankengymanstik gegangen bin und man die Wirbelsäule erstmal sich selbst überlassen hat. Natürlich wurde die Verkrümmung immer schlimmer, so dass auch sehr schnell eine optische Beeinflussung gegeben war ("Buckel"). Mit dem Eintreten der Pubertät (ca. mit 13 Jahren) war mir das ganze dann plötzlich gar nicht mehr so egal, weil es sich einfach nicht gut macht bei den Mädels. Also bin ich ab dann regelmäßig zur Krankengymnastik gegangen, aber natürlich war die Verkrümmung schon zu verfestigt, als dass man damit hätte irgendetwas aufbessern können. So dass mir vom Orthopäden ein Reklinationskorsett empfohlen wurde. Natürlich konnte ich mich mit dem Gedanken nur schwer anfreunden und so hab ich mir zwar ein Korsett machen lassen, habe es aber nie ernsthaft getragen, da es doch auch recht schmerzhaft ist. (Dazu ist zu sagen, dass man solch ein Korsett 23 Stunden am Tag tragen sollte). Ab diesem Zeitpunkt bin ich regelmäßig in die Krankengymnastik gegangen und habe mit Kraftsport angefangen. Vor ungefähr genau einem Jahr (mit 16), war ich dann in Bad Sobernheim. Das ist eine extra Klinik für Jugendliche mit Skoliose und Kyphose. Dort hat sich meine Verkrümmung auch um 3° verbessert, aber natürlich ist sie immer noch viel zu ausgeprägt. So dass ich mich nun vor ca. 2 Monaten entschieden habe, mir ein neues Korsett anfertigen zu lassen und das dann auch wirklich konsequent zu tragen. Leider ist das Korsett noch nicht fertig, aber ich rechne in den nächsten Tagen damit, dass ich zur Anprobe kommen darf und es dann bald auch schon tragen kann.
Mein Ziel ist es, meinen Rücken in der jetzigen Form zu halten, vielleicht auch leicht aufzubessern, da die optische Beeinträchtigung schon heftig ist, aber ich gesundheitlich noch keine Probleme feststellen kann, um so eine Operation zu vermeiden.
Natürlich war es nicht immer leicht, damit umzugehen, denn natürlich merkt man, dass es anderen Leuten auffält und man hört auch ab und zu "Buckel", etc... Aber mittlerweile steh ich da eigentlich drüber. Auch nicht zuletzt, da ich mittlerweile einiges an Muskeln aufgebaut habe und mir eine etwas bewusstere Körperhaltung antrainiert habe, was mich auch selbstbewusster gemacht hat.

Hier seht ihr noch eine 3D-Aufnahme, damit ihr euch das besser vorstellen könnt:

Da seht ihr auch die Werte für die Verkrümmung von 74°. Ich hab leider keine aktuelleren Werte (die Werte sind noch von letztem Jahr), aber ich werde bald neue machen lassen und bin gespannt, wie sich das entwickelt hat.

Was ich mit diesem Thread erreichen will, ist keineswegs Mitleid oder irgendetwas. Ich dachte mir, dass bei so vielen Klamm-Usern sicher auch der ein oder andere mit Kyphsoe / Skoliose ist und man hier vielleicht Erfahrungen und Tips austauschen kann. Natürlich könnt ihr euch auch gerne zu Wort melden, wenn ihr selbst nicht betroffen seid und Fragen habt oder einfach sonst irgendetwas dazu sagen wollt.

Liebe Grüße
 
Deine Kenntnisse heute, das im Alter von 10 Jahren hätte ein bisschen KG geholfen, war deinen Eltern zu dem Zeitpunkt auch bekannt?
Kann ich mir gar nicht vorstellen, denn dann wären sie sicher hinterher gewesen das du das bekommst. Oder lag es auch an dir? Vielleicht fehlte dir die Einsicht das es wichtig ist?
Seine Eltern zu beschuldigten etwas nicht gemacht zu haben und das damit dein Problem größer geworden ist, finde ich heftig.

Das du mit der Erkrankung ein Problem hast glaube ich gern, vor allem kommt, je älter du wirst noch eine Menge auf dich zu.
 
Seine Eltern zu beschuldigten etwas nicht gemacht zu haben und das damit dein Problem größer geworden ist, finde ich heftig.
Aber ein damals 10jähriges Kind zu beschuldigen, daß es nicht so weit schauen konnte, wie Eltern das in aller Regel können, ist nicht heftig? Versteh deine Reaktion jetzt ehrlich gesagt nicht.
 
Kann ich mir gar nicht vorstellen, denn dann wären sie sicher hinterher gewesen das du das bekommst. Oder lag es auch an dir? Vielleicht fehlte dir die Einsicht das es wichtig ist?
Seine Eltern zu beschuldigten etwas nicht gemacht zu haben und das damit dein Problem größer geworden ist, finde ich heftig.
Natürlich fehlte mir zu dem Zeitpunkt die Einsicht, und vorallem auch die Weitsicht, wie ich auch geschrieben habe. Ich wollte keinesfalls meinen Eltern dafür die Verantwortung zuschieben und das habe ich auch zeitlebens nie gemacht. Ich würde meinen Eltern allgemein niemals die Schuld für irgendetwas, was in meinem Leben - im wahrsten Sinne des Wortes - schief gelaufen ist, zuschreiben.

Aber ich möchte auch nicht unbedingt, dass der Thread sich jetzt in die Richtung entwickelt, welche Verantwortung die Eltern für ein Kind haben, wenn jenes die Situation selbst noch nicht abschätzen kann.

Was ich schön fände, wäre, wenn sich hier noch ein paar User mit Wirbelsäulenverkrümmungen / -Problemen fänden.
 
Ich habe mit 12 Jahren die Scheuermann-Krankheit bekommen. Wurde erst recht spät erkannt, weil wir alle (auch ich) dachten, dass es Wachstumsschmerzen waren (bin ziemlich in die Höhe geschossen zu der Zeit). Wir haben das aber mit gezielter KG, Holzplatte unter der Matratze und mehr so unsympathische Maßnamen dann aber trotzdem noch in den Griff bekommen. Bin weder krumm noch bucklig, aber habe bis heute Rückenschmerzen (vor allem im Brustwirbelbereich).

Ein Freund von mir hat die gleiche Krankheit, aber bei dem hat nichts geholfen und dem haben sie operativ die Wirbelsäule begradigen und versteifen müssen.
 
Aber ein damals 10jähriges Kind zu beschuldigen, daß es nicht so weit schauen konnte, wie Eltern das in aller Regel können, ist nicht heftig? Versteh deine Reaktion jetzt ehrlich gesagt nicht.

Meine Reaktion kannst du auch nicht verstehen, denn eigenen Kinder hast du noch nicht!
Was glaubst du wie schwer es sein kann einen 10 jährigen davon zu überzeugen das es wichtig ist zur KG oder zu bestimmten Kursen zu gehen. Den kleinen fehlt einfach in vielerlei Beziehung die Einsicht das Eltern hin und wieder Recht haben. Also habe ich ihn nicht beschuldigt sondern gefragt ob es möglich ist....ein Unterschied für mich!

@HighClixx
THX für deine Ehrlichkeit und deine damals fehlende Einsicht, ich denke genau das rüttelt vielleicht auch andere nicht nur junge Menschen auf, Anweisungen vom Arzt und den Eltern einfach mal zu folgen um dann später nicht größere Schäden davon zu tragen.

Wie viel Aussichten bestehen denn auf eine lange gute Bewegungsfreiheit? Wie oft macht du das Muskeltraining und machst du ein besonders?
Ich frage aus Interesse denn mein nächster Einsatz ist wieder die Neurochirurgie, dort hat man diese Fälle öfter. Und Beratung steht dort an erster Stelle, also sind Informationen von Betroffenen Gold wert.

@spockonline
kann dein Freund noch einer Arbeit nachgehen?
Ich habe hier einige Patienten die danach Rente bekommen, denn so eine Versteifung schränkt ja enorm ein.
 
Wie viel Aussichten bestehen denn auf eine lange gute Bewegungsfreiheit? Wie oft macht du das Muskeltraining und machst du ein besonders? [...]

Was die Bewegungsfreiheit momentan bei mir betrifft, ist eigentlich zur Zeit noch alles in Ordnung. Ich hab es eigentlich noch nie erlebt, dass ich auf Grund meines Rückens etwas nicht hätte tun können. Springreiten oder etwas in die Richtung ist natürlich nichts für meinen Rücken, das ist klar, aber im Alltag habe ich momentan noch keine Einschränkungen. Wenn ich das jetzt wirklich konsequent durchziehe, vorallem mit dem Korsett auch, kann ich die Bewegungsfreiheit eigentlich so halten, wie sie momentan ist. Aber das bedeutet eben, dass ich mein ganzes Leben lang diese Übungen konsequent machen muss.
Also natürlich sind meine Brustmuskeln und auch die Bauchmuskeln extrem verkürzt und müssen zeitgleich aufgedehnt und gekräftigt werden. Das selbige gilt natürlich auch für die Rückenmuskulatur.
Was ich zur Zeit mache, ist dass ich 2mal in der Woche für 2 Stunden klettern gehe, was echt super für den Rücken ist. Ein mal in der Woche zur Krankengymnastik gehe eine halbe Stunde. Mindestens einmal in der Woche wirklich Krafttraining mache (Klimmzüge, Bankdrücken mit der Kurzhantel paar Sachen...), was dann ca. ein bis 2 Stunde dauert. Also dass ich eigentlich letztendendes jeden Tag mind. eine Stunde etwas für Muskulatur und Dehnung mache. Ich merke das auch sofort, wenn ich einen Tag auf der faulen Hat liege, und keine Übungen mache, ich am nächsten Tag sofort mit Schmerzen abgestraft werde. Was ich mir vorgenommen habe für den Sommer, ist auch dass ich wieder regelmäßig Schwimmen gehe, das wäre eine super Ergänzung zu den Sachen, die ich momentan schon mache.
 
@spockonline
kann dein Freund noch einer Arbeit nachgehen?
Ich habe hier einige Patienten die danach Rente bekommen, denn so eine Versteifung schränkt ja enorm ein.

Er wurde berentet, hat sich dann aber selbständig gemacht und kann von daheim aus arbeiten. Etwas anderes bleibt ihm ja (fast) nicht.
 
Hey,

schließe mich mal an die Runde an - mit meinem Rundrücken.
Habe einen stark ausgeprägten Buckel. Führt im Alltag gerne mal zu Rückenschmerzen.

Irgendwann mit 15 Jahren bin ich durchgehend 2-3x die Woche Schwimmen gegangen, ein Jahr lang. Das hat Erfolg gezeigt, aber nach dem ich aufgehört hatte, blieb davon auch nichts mehr übrig :) Zwischendurch (vor/nach Schwimmphase) auch Krankengymnastik gemacht, ein paar Sitzungen, aber die Übungen Zuhause nie weiter gemacht. Die KG hatte also nur wenig bis gar keinen Erfolg.
Anschließend Jahre nichts für die Gesundheit getan. Jetzt bin ich wieder seit einem halben Jahr konsequent dabei, meinen Rücken auf Vordermann zu bringen.
3x die Woche gehe ich zum Krafttraining: Wichtig hierbei ist (für mich), dass die Bauchmuskeln und der Rückenstrecker nicht vernachlässigt werden. Durch Training dieser beiden Muskel(gruppe)n soll der Gang aufrechter/optimaler werden, was dem Buckel entgegenwirkt. Zzgl. zum Krafttraining gehe ich einmal die Woche Schwimmen und baue hier und da noch eine Cardioeinheit ein.

Ein Orthopädiebesuch würde ich demnächst auch noch gerne machen - einige KG Sitzungen, um die Übungen drauf zu haben - würde das ganze wohl noch optimieren.
 
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