Johpick's Geschichten [9 Stück <= 2 Neue] *9.8.*

Anax

abgemeldet
25 April 2006
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Gute Nacht!

Ich habe vor 2 Wochen sowie heute Nach jeweils eine Geschichte geschrieben. Dazu würde ich gerne Kommentare hören. Vielleicht Verbesserungsvorschläge etc. ;)

1. -Namenlos-
Es ist ziemlich laut, doch mehr ein dscjhschadji statt Worte oder bekannte Geräusche. Er sieht nichts, obwohl seine Augen vermutlich geöffnet sind. Er hat eine furchtbare Migräne und seinem Magen geht es auch nicht gut. Vielleicht ist er in einer unbestimmbaren Zeit in der unendlichen Nichtsigkeit gelandet, vielleicht aber auch nicht. Wobei es doch eher unwahrscheinlich ist. Er versucht, seinen Arm zu bewegen, doch weiss nicht, wo dieser sich befindet. Er probiert es mit seiner rechten Hand, und ja, da rührt sich was. Er spürt es an der Stirn. Möglicherweise ist ja auch alle Masse des Universums auf einen Punkt gekommen, wodurch oben und unten Eins sind, genau wie links und rechts. Er bemerkt ein Klopfen auf seinem Rücken, welcher folglich auch sein Bauch sein muss, kann es aber nicht einordnen. Doch so langsam fällt ihm auf, dass das um ihn herum eindeutig menschliche Töne sind. Zu seinem Bedauern hält er es nicht für nötig, es zu verstehen, oder selbst zu reden - vermutlich könnte er es auch gar nicht. Plötzlich sieht er ein gedämpftes gelbes Licht, es muss über oder unter ihm sein, denn er bemerkt es nur an einigen Stellen, wenn er seine Augen nach oben rollt. Das lässt ihn nicht los und bewegt ihn schließlich nach 5 Minuten genauen Begutachtens dazu, seinen Kopf etwas weiter nach hinten zu kippen, um es genauer betrachten zu können. Und da sieht er nicht nur eine gelbe Wand, sondern auch Füße - mit Beinen dran! Er muss auf einem Planeten aufgewacht sein, auf dem ziemlich komische Lichtverhältnisse herrschen und der von sich bewegenden, waagerecht fliegenden Beinen kontrolliert wird. Da ist schon wieder dieses Klopfen auf seinem Rücken. Um sicher zu gehen, dass es kein böser Fuß ist, der nur versucht, ihn gegen die Wand über ihm zu drücken, dreht er sich um. Es ist zu hell, um etwas erkennen zu können, was wohl wieder für einen anderen Planeten spricht. Doch plötzlich versteht er ein menschliches Wort, welches zwar ein Täuschungsmannöver sein kann, jedoch ist es der einzige Ausweg, zu versuchen, Kontakt aufzunehmen. "Vascjhteet ie miscjh?" Sein Sprechvermögen ist wohl durch die ungewohnten Schwerkraft-Verhältnisse extrem eingeschränkt. - "Wir versuchen's jedenfalls!", "Kommen Sie bitte mit uns!" - "Wie'n? Iscjh k'nn miscjh niscjht bewej'n!" - "Also gut, wir tragen Sie!" Plötzlich wird er an Armen und Beinen nach vorne, ein bisschen zur Seite und wieder nach hinten geschoben. Nun gibt es ein Erdbeben, während dem er schließlich wieder das Bewusstsein verliert.

Er wacht auf. Er kann sehen! Er hat immernoch grauenhafte Kopfschmerzen, aber da er ja wahrscheinlich exekutiert wird, kümmert ihn das wenig. Er befindet sich in einem mal wieder hellen Zimmer und liegt auf etwas Weichem! Es sieht so stark nach einem Erden-Zimmer aus. Hat er geträumt? Nein! Das wäre zu realistisch, die Füße wollen wohl, dass er sich wie zu Hause fühlt. Aber nicht mit ihm, dazu ist er zu gewieft. Da kommt ein Mann in weißem Kittel rein. "Gut, dass ihr Freund uns heute Nacht angerufen hat. Hätten wir sie nicht hierher geschafft, hätten sie vermutlich ihr Leben in der Kneipe gelassen!"

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Geschrieben am So, dem 22.04.'07, von 0:52-2:22 Uhr (90 Minuten)


2. -noch Namenlos-
Es passiert an einem Freitag-Nachmittag. Der 27-jährige George kommt gerade von der Arbeit. Er hat eine Familie mit 2 Kindern, doch im Gegensatz zu sonstigen Nachmittagen ist es still zu Hause. Er wohnt in einer 3-Zimmer-Wohnung, also kann er schnell feststellen, dass wirklich niemand da ist. Er setzt sich auf den weißen Stuhl und grübelt darüber nach, ob seine Frau ihm von der Abwesenheit erzählt habe. Sie haben in letzter Zeit immer weniger miteinander gesprochen, doch er schließt aus, dass sie sich die Kinder und eine neue Wohnung geschnappt hat. Möglicherweise gab es in ihrer Familie einen Notfall. Genau so einen, wie vor 4 Jahren in seiner. Damals wurde sein Bruder Harry zu Hause tot aufgefunden. George hat dies nie verkraftet und kann nicht loslassen. Damals musste er umziehen, das wurde einfach so von ihm verlangt. Weiß der Teufel, warum. Er kam in dieses auffälig weiße Haus im Zentrum der Stadt. Hat er eigentlich je Miete dafür gezahlt? Ein paar Wochen später zog einfach diese andere Frau ein, die er dann auch bald heiratete. Er sieht sich nochmal in den 5 Zimmern um. Das kann doch nicht sein! Wo sind sie bloß? Er legt sich auf das Bett. Es ist sowieso viel bequemer als der Stuhl oder gar der Boden. Er darf im Moment nicht raus, doch vielleicht kann er ja unten anrufen und darum bitten. Es klingelt. Der Klingelton ist sehr beruhigend. Die Frau am anderen Ende der Leitung ist sehr nett, doch nachdem er erzählt hat, was passiert ist, trägt sie ihm auf, sich erstmal eine Weile hinzulegen. Wenn es sich in 2 Stunden nicht aufgeklärt hat, soll er nochmal anrufen. Dann würde sie jemanden hochschicken, der ihm hilft. Er wird langsam müde, doch schlafen möchte er nicht. Er sieht aus dem Fenster über dem Bett und beobachtet eine Weile die Wolken. Wolken sind eigentlich ganz schön, doch weil sie alle so einzigartig sind, ist keine etwas Besonderes oder besser als Andere. Das langweilt ihn. Er muss wieder an seine Kinder denken, ob sie wohl Spaß haben? Bestimmt sind schon 2 Stunden rum, also ruft er wieder unten an, doch die Frau vermittelt ihm, er habe erst vor 15 Minuten dort angerufen und solle sich wirklich gedulden, sonst schicke sie jemanden hoch, den er gar nicht gern sehen wird. Wer ist das bloß? Er möchte es lieber nicht riskieren und entschließt sich doch, ein bisschen zu schlafen. - Er kann nicht einschlafen. Wie soll er jetzt die Zeit rumkriegen, bis er wieder unten anrufen darf? Vielleicht läuft die Zeit ja schneller, wenn er auf dem Boden liegt und dabei vor sich hinspricht. Dabei muss er natürlich an seine Frau denken, sie hat immer gerne auf dem Boden geschlafen. Da kommt sein Bruder Harry durch die Tür. Den hat er bestimmt seit 6 Monaten nicht mehr gesehen, was für eine Überraschung. Aber als George mit ihm sprechen will, antwortet er nicht. Das macht er seit einiger Zeit so. Sie haben seit mehreren Jahren schon nicht mehr miteinander gesprochen. Da verschwindet Harry, so wie sonst, durch das Fenster. Durch das Fenster kann er nicht auf die Straße sehen, dazu befindet es sich zu hoch. Er legt sich nochmal ins Bett. Diesmal schläft er aber wirklich ein. Als er aufwacht, ist es mitten in der Nacht. Er macht das Licht an, doch weder seine Frau noch seine Kinder sind zu Hause. Dafür sitzt Harry im Stuhl. Als Harry das Licht bemerkt, geht er nach unten. Nach unten kann George nicht, das beherrscht nur Harry. Da fällt ihm wieder das Telefon ein. Zum Glück ist noch die selbe nette Frau unten. Sie sagt, sie schicke jemanden hoch, der ihm helfen wird. Da kommt auch jemand. Diesen Mann hat er schon öfter gesehen, er trägt immer einen weißen Kittel und hat auch ständig dieses Heft dabei. Nachdem er da war, geht es George immer eine Zeit besser als sonst. Der Mann nimmt George. Leider kann er nichts dagegen tun. Er wird in eine neue Wohnung gesteckt. Sie befindet sich nah neben der Eigenen, doch da ist seine Frau! Als der Mann geht, spritzt er George noch etwas und sagt, er käme am nächsten Tag mit dem Pastor. Der Pastor kommt jede Woche und hört George gerne an. Obwohl George glaubt, dass der pastor nur spielt, dass er das gerne tut. George legt sich schlafen. Und morgen wieder das Selbe!

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Geschrieben am So, dem 06.05.'07 von 2:22-3:02 Uhr



Mir selber gefällt die erste deutlich besser.
Bei der zweiten finde ich, dass sie entweder zu leicht, zu früh oder gar nicht aufgelöst wird. => Kann mir jemand für zukünftige Geschichten dazu einen Tipp geben?

Johpick
 
Zuletzt bearbeitet:
Vor nichtmal 10 Minuten erneut eine Geschichte geschrieben:

Ich ging ein Mal, es mag wohl 15 Jahre her sein, durch die Fußgängerzone in Gansbach. Dort stehen sehr, sehr alte Gebäude, architektonische Meisterwerke! Überall Rot-Graue Gebäude mit goldenen Verzierungen und Figuren aus Stein. Als ich etwa 2 Minuten hinter mir hatte, bemerkte ich auf der rechten Seite ein auffälliges Tor aus Metall.Hinter diesem Tor saß ein kleiner, sehr dünner Junge, er muss zwischen 5 und 8 Jahren alt gewesen sein. Er lächelte, doch sah trotzdem unglücklich aus. Nachdem ich auch angefangen habe, ihn anzulächeln, fragte ich nach seinem Namen. Er guckte mich etwa 5 Sekunden ganz fassungslos an, drehte sich schnell um und lief davon, bis ich ihn hinter einer Ecke nicht mehr sehen konnte. Vielleicht blieb er ja direkt dahinter stehen, also blieb ich noch ein paar Minuten davor stehen, aber er kam nicht wieder. Einige Sehenswürdigkeiten später hatte ich Hunger, und weil ich in meinem Reiseführer eine Straße mit vielen guten Restaurants entdeckte, machte ich mich auf den Weg dorthin, auf dem ich wieder an dem Tor vorbei kam. Der Junge war zurück. Diesmal lächelte er nicht, saß völlig ausdruckslos da und blickte in die Welt hinein. An der Ecke stand ein größeres Mädchen, um die 12, möglicherweise seine Schwester. Auch sie war ziemlich dürr. Sie zeigt nur ihre linke Gesichtshälfte, die andere war hinter den Steinen versteckt. Als ihr auffiel, dass ich sie gesehen habe, ging auch sie fort. Ich hörte etwas aus der Richtung des Jungen und konnte es als Asfar identifizieren. Ich streckte ihm meine Hand entgegen und wollte gerade mit meinem namen beginnen, als er erneut das Weite sucht. Diesmal ging ich ein paar Schritte weiter, blieb dort exakt 3 Minuten stehen, kam zurück zum Tor und das Mädchen saß vorne. Sie schaute jedoch nicht in Richtung Tor, sondern die Gasse runter. Sie reagierte nicht auf meinen Versuch, Kontakt mit ihr aufzunehmen. Ich machte mich wieder auf und kam unterwegs zufälligerweise an einer Bäckerei vorbei, wo mir die Idee kam, den beiden jeweils ein Brötchen zu geben. Als ich zurück zum Tor kam, saßen beide vorne und beide mit dem Rücken zu mir. Weil mir nichts Besseres einfiel, habe ich mich einfach mit den Worten "Hier bitte!" bemerkbar gemacht. Widerum bewegte sich das Mädchen nicht, doch Asfar drehte sich um, schaute mich fragend an und verstand nach ein paar Sekunden Augenkontakt, dass die Brötchen für die Beiden waren. Als ich sie ihm fast unter die Nase gehalten habe, nahm er sie und bedankte sich mit einem sehr freundlichen Nicken. Er stoß seine Schwester, ich war mir inzwischen dessen ziemlich sicher, mit dem Ellenbogen sanft an und drückte ihr eines der Brötchen in die Hand. Sie drehte sich um, sah mich, nahm ihrn Bruder am Arm und zerrte ihn um die Ecke. Ich habe die Beiden nie wieder gesehen.

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Nach der ersten eher witzig angelegten und der zweiten auch nicht wirklich ...MANGELNDER WORTSCHATZ... Geschichte, wollte ich mal etwas tiefgründiges schreiben...

Johpick :ugly:
 
Es ist dunkel und sie steht im Wald. Leider weiss sie nicht, wie sie in den Wald gekommen ist, wo sich der Weg befindet, oder wer sie ist. Sie weiss nur, dass sie in einem Wald steht. Es ist dunkel, so dunkel, dass sie die Nacht vor Dunkelheit nicht mehr sieht. Doch was war das? Rechts neben ihr hat es geraschelt. Sie bekommt Angst und beschließt, zu rennen. Da verfolgt sie doch wirklich jemand. Oder ist es nur Verfolgungswahn? Lieber auf sicher Nummer gehen und den Weg suchen. Das hält jedenfalls den Verfolger fern, nur die Tatsache, dass sie keine Bäume sieht, lässt sie doch etwas vorsichtiger umherwandeln. Ein Schritt rechts, ein Schritt links, Baum, rechts, rechts, Baum, Busch, links, umsehen, weiter, Baum, links. So geht es einige Minuten, bis sie auf ein Getreidefeld kommt. Dadrin wird er sie sicher nicht finden, also rennt sie tief hinein, kreuz und quer. Sie wird langsam müde, aber da fällt ihr ein, dass sehr wahrscheinlich ein Weg an einer Seite des Feldes ist, also sucht sie. Vergeblich. Sie kann nicht mehr, geht noch ein paar Schritte ins Feld und will sich dort wenige Minuten ausruhen. Doch da ist es wieder, das rascheln! Deutlich lauter als vorhin. Nun rennt sie noch schneller, noch weiter und noch gefährlicher als zuvor, was sie immerhin zurück und durch den Wald bringt. Nun steht sie am Ende des Waldes, kein Weg, keine Straße in Sicht. Nur ein großer See. Ziemlich groß muss er sein, doch aufgrund des kaum existierenden Mondlichtes, weiss sie es nicht genau. Sie rennt ein paar Meter um den See, sieht hinter sich. Nichts. Aber ihr Gehör hat sie noch nie getäuscht, also gibt sie noch nicht auf. Weitere Meter geschafft und kaum noch Sauerstoff im Blut, bemerkt sie ein Licht hinter ihr. Kommt vermutlich von einer Taschenlampe, also wird sie ganz sicher verfolgt, weswegen sie nun noch ihr Letztes gibt. Sie rutscht ab, gerade an einem Abhang zum See, und fällt hinein. Nun hat sie keine Kraft mehr, ist nass und jemand verfolgt sie, es ist aus. Obwohl sie sich nach einigen Minuten doch darüber wundert, dass der Mensch mit Licht immer weiter weg geht. Vielleicht hat er nicht bemerkt, dass sie hineingefallen ist, was wenigstens eine gute Nachricht ist. Sie schwimmt langsam weiter und kommt auch bald zu einem Ufer, an dem sie sich nieder lässt und einfach einschläft.

Es ist hell! Und sie lebt wohl noch, was für eine Erleichterung! - "Hallo?" - wer ist denn das? "Hallo?" - "Ein Glück, Sie leben noch - ich habe sie heute Nacht im Wald gesehen und dann hier in der Nähe verloren."

So, 27.05.'07, 1:42 Uhr - in unglaublichen 22 Minuten runtergeschrieben!
Ich weiss, das Ende gleicht sich etwas sehr, sehr stark mit dem einer anderen Geschichte, aber ich wusste einfach nicht, wie ich sie beenden sollte.

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Er läuft die Straßen entlang, seine Beine tun schon weh, so weit ist er schon gerannt. Doch umdrehen kann er jetzt nicht mehr, sie würden es nicht verstehen. Oder doch? Sie sind ja nicht so böse, aber es wäre nie wieder wie zuvor. Er kann nur noch gehen, sonst würde er aus den Schuhen fallen. Nun kommt er an eine Baustelle auf einem Grundstück, sie ist eingezäunt. Dort könnte er sich gut verstecken, also sucht und findet er den Eingang, er its nicht abgesperrt. Es scheint so, als sei niemand da, wäre zu dieser Zeit ja auch sehr unwahrscheinlich. Es ist bereits dunkel. Was machen sie wohl? Er geht auf der Baustelle herum, wird wohl kein Wohngebäude. Da sieht er was am Rand des Grundstücks, direkt am Zaun. Da baumelt was. Er erkundigt sich, was es ist, natürlich geht er nur ganz langsam dorthin, anders geht es nicht. Als er näher kommt, sieht er, wenn auch unscharf, dass es nur ein Beutel ist. Also besichtigt er dieses Grundstück weiter, ist schon groß. Vielleicht wird es ja das neue Rathaus, das in der Zeitung stand. Im alten Rathaus war er auch mal mit ihnen, doch das ist schon eine lange Zeit her. Hier kommt vielleicht ein Brunnen hin, da 2 oder 3 große Bäume und links von ihm die Hintertür. Es könnte auch ein großes Anwesen sein, mitten im Rand der Mitte des Stadtrandes, ist ja auch eine schöne Gegend. Sie befinden sich am anderen Ende der Stadt. Auf jeden Fall wird das hier teuer. So etwas leistet sich nur ein Neureicher, wenn es privat ist. Oder einer, dem das Geld wirklich aus den Ohren fließt. Sie sitzen bestimmt am Esstisch und verzehren ihr Essen. Ein Essen, das er auch immer mochte. Doch nun geht es wirklich nicht mehr, er hat diesen Schritt gewagt und bei so einer Sache gibt es kein Zurück. Er kommt ans Ende des Grundstückes und sieht eine Tür. Eine Tür im Absperrungszaun, wie sinnlos. Er sieht durch und sie führt ins Nichts, jedenfalls zu nichts Gescheitem. Einfach nur eine riesige Wiese. Mal wieder etwas ohne Sinn. Der Mond ist schön, den mögen sie sicher auch. Aber vielleicht suchen sie ihn schon, sie wissen es ja nicht. Vielleicht sollte er noch weiter weg, damit sie ihn auf keinen Fall finden. Doch das Feld ist ihm zu unheimlich, also geht er zurück. Vielleicht noch ein letzter Gang durch den unglaublich großen Rohbau. Es ist erstaunlich hell hier drin, aber eine Lichtquelle ist nicht in Sicht. Plötzlich hört er einen Schrei. Er kommt vom Ende des Grundstücks, da, wo die Tür ist. Deswegen schlendert er langsam in die Richtung, mit den Anderen im Hinterkopf. Die Tür öffnet und schließt sich, doch er hat nichts Anderes gesehen. Und erneut öffnet und schließt sie sich. Der Wind wird es wohl kaum sein, es herrscht nämlich Windstille. Obwohl er normalerweise viel Angst hat, genau wie sie, überwiegt die Neugierigkeit und verleitet ihn dazu, weiter auf die Tür zuzugehen. Nun tut sie es schon zum vierten Mal, was ist das bloß? Er versteckt sich halb hinter einem Steinhaufen, und beim nächsten, fünften Mal schließt sie sich nicht. Doch er kann immernoch ausschließlich die Tür sehen, nichts, das durch sie kommt. Nach wenigen Minuten schlendert er auf die Tür zu, und schon schließt sie sich. Da hört er einen weiteren Schrei, die Quelle ist nicht weit weg. Neben der Tür. Er geht auf die Tür zu, kommt an, aber sie lässt sich nicht öffnen. Da knirscht es, er macht sich sowohl zum Angriff auf einen möglichen Bösewicht als auch zur Flucht bereit. Er reißt die Tür auf und... Nichts! Gar nichts! Keine Wiese, kein Boden, kein Himmel, kein Anfang, kein Ende und vorallem keine Geräuschquelle. Er rennt so schnell, wie er vorhin von ihnen weggelaufen ist, denn nun hat er erst richtig Angst! Er nimmt den schnellsten Weg, der geht durch das Gebäude. Mittendrin stolpert er über etwas, eine ungerade Stelle im Betonboden. Hat irgendwie die Form eines... eines... Menschen. Ein reicher Mensch, der Bedarf von einem derart großen Anwesen mit der Hölle hinterm Haus hat und überhaupt einen Menschen hat einbetonieren lassen - das kann doch nur ein schwerer Verbrecher sein. Sein Mobiltelefon hat er bei ihnen vergessen, also rennt er so schnell wie er kann. Muss er halt anders irgendwen verständigen. Als er vom Grundstück auf die Straße kommt, ist diese wie leergefegt. Rechts niemand, links niemand. Deswegen rennt er zurück, zum Zentrum des Randes des Stadtrandes. Nach ein paar Metern taucht plötzlich ein fetter Wagen vor ihm auf, so einer, wie man sich ihn nur bei einem Mafioso vorstellen kann. Er weicht aus, doch das Auto erwischt ihn trotzdem.

So, 03.06.'07 02:22 Uhr - 39 Minuten geschrieben.
Ohne Worte

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Sie sitzt in einem Café, oder mehr davor. Es ist ein Eiscafé. Sie sitzt ganz alleine da, nur ein großer Eisbecher mit extra Sahne leistet ihr Gesellschaft. Ein Fahrrad fährt vorbei. Eigentlich darf der ja gar nicht da fahren, denn sie sitzt in der Fußgängerzone. Ein Fahrrad ist wohl eine der besten Erfindungen, die es je gab, noch größer als das Auto. So ein genialer Mensch, der Erfinder des Rades. Sie muss auf andere Gedanken kommen, deswegen steht sie auf. Aber da fällt ihr ein, dass sie den Eisbescher ja nicht mitnehmen kann, also setzt sie sich wieder hin und zerstört ihn kurzerhand, bezahlt und geht weg. In der Fußgängerzone trifft man die merkwürdigsten Menschen. Hier ein Idiot, da ein Idiot, alles Idioten. Nur Frauen sind nett, wenn auch nicht alle. Sie sieht ein Kleidungsgeschäft, es ist neu in der Stadt. Sie war noch nie drin, aber nun hat sie Zeit für so etwas. Sie schlendert hinein. Alles nur dieser neuartige Krimskrams, nichtmal eine schöne Jeans oder etwas derartiges gibt es. Beim rausgehen stolpert sie und fällt zu Boden. Niemanden kümmert es, obwohl sie am Kopf blutet. Sie bewegt sich noch einmal in das Geschäft rein und fragt die Kassierin nach einem Taschentuch. Diese gibt ihr eines, ist dabei aber unfreundlich, dumme Kuh. Also macht sie sich rasch auf, verlässt diesen Laden und macht sich auf den Weg nach Hause. Sie ist mit dem Auto gekommen, es steht im Parkhaus. Doch als sie an der Treppenhaustür ankommt, hängt ein Schild: "Vergiftungsgefahr" dran. Vorhin war es da noch nicht. Wie soll sie denn jetzt an ihr Auto kommen? Der Pförtner meint, dass die Belüftungsanlage kaputt sei, und die offenen Seiten nicht ausreichen. So ein Schwachsinn, Arschloch. Sie könne ihr Karre in etwa 4 Tagen abholen, vielleicht schon in 3. Was für ein Idiot, kein vernünftiger Mensch sagt zu fremden Frauen Karre. Typisch Mann, es gibt keinen vernünftigen Mann. Sie fragt ihn nach der nächsten Bushaltestelle, er zeigt unfreundlich, ohne Augenkontakt und mit zynischem Grinen, zu seiner linken und gibt ein noch sehr viel unfreundlicheres "Da!" hinzu. Idiot. Sie verabschiedet sich nicht, wieso sollte sie auch, und wandert in Richtung Bushaltestelle. Sie sieht die Bushaltestelle schon. Da rempelt sie ein gut angezogener Mann mit Handy am Ohr von vorne an, Idiot, hat nicht auf den Weg geguckt. Sein Handy fällt zu Boden, er hebt es auf, klappt es zu, entschuldigt sich zu ihrer Überraschung, lächelt sie dabei sogar noch an und geht weiter. Er hat das Telefon nicht wieder angemacht. Er ist in Eile, hat vielleicht irgendein Meeting oder so. Seine Schritte werden immer schneller, bis er am Treppenhaus des Parkhauses das Schild findet. Auch er fragt den Pförtner, was los ist, kriegt die gleichen Anweisungen, wie sie, und rennt nun auf die Bushaltestelle zu, bis er nach einigen Metern von einer jungen Frau angerempelt wird, vielleicht ist auch er Schuld, sein Handy fällt erneut zu Boden. Er guckt gar nicht so richtig in ihre Richtung, entschuldigt sich aber mal wieder. Erst dann merkt er, wer sie ist. Sie bemängelt die Männer, er hat nichts dagegen und macht noch den Scherz, dass die beiden wohl magnetisch aufeinander wirken. Nach wenigen Minuten ausgeprägten Unterhaltens kommen die beiden darauf, dass sie beide in die entgegengesetzte Richtung zu vorhin liefen, danach erzählt er, er wolle zur Busstation, bis sie ihn mit dem Pförtner unterbricht, seine Geschichte weitererzählt und ihm berichtet, da sei gar keine Bushaltestelle. Sie beschließen, den Pförtner aufzusuchen, doch der ist nicht anzutreffen. Nachdem sie einige Passanten nach Bushaltestellen in der Umgebund gefragt haben, ihnen aber mehrfach mitgeteilt wurde, dass durch einen misteriösen Vorfall vor einiger Zeit keine Busse mehr in dieser Stadt fahren, wissen sie nicht, wohin. Mal wieder typisch Mann, diese Unentschlossenheit, wenn eine Frau dabei ist. Nach ihrem Vorschlag machen sie sich auf zum Eiscafé, in dem sie vorher saß. Diesmal bestellt sie ein Leitungswasser.

So, 10.06.'07, 01:17 Uhr - mal wieder 39 Minuten geschrieben. Ich weiss, dass in dieser Geschichte eigentlich nichts steht, aber denkt an Hintergründe.

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Der Zeiger schreitet voran. Es ist grauenhaft. Kurz vor 4 Uhr Morgens ist es schon, sie sollte ins Bett gehen. Doch sie könnte auf keinen Fall schlafen, denn im Bett ist es grauenhaft. Vielleicht täte ihr ein Spaziergang gut, aber dazu hat sie zu große Angst, vorallem jetzt, außerdem ist es draußen grauenhaft. Sie sitzt am Küchentisch und denkt darüber nach. Er hat drum gebeten, es ist grauenhaft. Sie bekommt Hunger, irgendwie ungewöhnlich. Nachdem sie ein Brot mit Wurst und Käse gegessen hat, hat sie keinen Hunger mehr. Sie möchte nicht auf die Toilette, da ist es grauenhaft. Außerdem mieft es im Badezimmer grauenhaft. Der Fernseher läuft, aber da sie in der Küche ist, und der Fernseher im Wohnzimmer, wo es grauenhaft ist, bekommt sie nur leise Töne mit. Sie sind grauenhaft. Sie stellt den Teller jetzt nicht weg, er ist grauenhaft. Vorhin war es auch grauenhaft, er wollte es so. Eigentlich ist es immernoch grauenhaft. Es wird auch später noch grauenhaft sein. Selbst in 20 Jahren denkt sie immernoch dran. Es war grauenhaft. Der Stuhl wackelt so sehr, dass es grauenhaft ist. Sie muss ja heutzetage schon Angst haben, dass so ein Stuhl einfach zusammenklappt und sie liegt. Das wäre noch grauenhafter, denn der Boden ist kalt. Und denken würde sie ja trotzdem. Denken ist grauenhaft. Sie wünscht, sie könnte es vergessen, dann wäre es zwar immernoch grauenhaft, sie würde aber nicht mehr dran denken. Es ist grauenhaft. Er befahl es ihr. So grauenhaft. Die große Wanduhr schlägt Punkt 4 Uhr. Ihr Klang ist grauenhaft. Sie beschließt, das Fenster zu öffnen, um zumindest eine Sekunde lang nicht dran zu denken, doch sie denkt immernoch dran. Es ist grauenhaft. Nun schaut sie aus dem Fenster, hört aus der Ferne Autos und denkt einfach weiter dran. Es ist grauenhaft. Sie bekommt Durst und trinkt ein Glas Wasser. Es läuft ihr grauenhaft und eiskalt den Hals runter. Nach dem Glas hat sie immernoch Durst, also trinkt sie noch eins. Sie wird den Durst einfach nicht los, erst nach dem sechsten Glas hört sie auf zu trinken. Nun hat sie keinen Drust mehr. Er sackte zusammen. Es ist grauenhaft. Zum Glück ist die Wohnungstür mit drei Schlössern verriegelt, sonst könnte sie die Angst nicht aushalten. Ihr wird kalt, aber sie kann nicht ins Schlafzimmer zu ihrer Kleidung, da ist es grauenhaft. Alles ist grauenhaft, bis auf eine Sache. Da fällt ihr ein, dass sie einen Block im Küchenschrank liegen hat. Ein Stift befindet sich ja sowieso schon seit mehreren Monaten auf dem Tisch. Er war grauenhaft. Sie überlegt, was sie nun schreiben soll. Schreiben ist nicht grauenhaft. Nach wenigen Wörtern bricht sie ab, schreiben ist doch grauenhaft. Es muss doch irgendetwas geben, das jetzt nicht grauenhaft ist. Sie müsste mal wieder duschen, doch in der Dusche ist es grauenhaft. Außerdem mieft es im Badezimmer grauenhaft. Sie kann einfach nichts tun außer da zu sitzen und zu überlegen, was sie nun tun würden. Es ist grauenhaft. Ein Blitz, nicht weit weg. Blitze sind grauenhaft. Sie musste es tun. Nun fängt es an zu regnen. Regen ist nass, und alles Nasse ist grauenhaft. Es regnet wie aus Eimern, Eimer sind grauenhaft. Sie müsste sich mal wieder die Zähne putzen, doch Zähne putzen ist grauenhaft. Außerdem mieft es im Badezimmer grauenhaft. Sie könnte ausrasten, aber das ist grauenhaft. Ihre Nase fängt an zu laufen. Sie hat nur drei oder vier Taschentücher zur Hand. Jetzt jedenfalls eins weniger. Es ist grauenhaft. Sie hatte keine Wahl. Er hat ihr die Pistole einfach in die Hand gedrückt und fast schon selber geschossen. Es ist grauenhaft.

So, 17.06.'07, 02:51:30 Uhr, genau 31:30 Minuten geschrieben.
Ich weiss einfach nicht mehr, was ich schreiben soll :(
 
Zuletzt bearbeitet:
Da melde ich mich auch mal wieder... mit 2 neuen Geschichten

Er sitzt im bequemen Sessel und fängt an, zu erzählen: "Als ich in eurem Alter war, genauer 15, passierte Folgendes: Ich kam von der Schule, damals hatten wir noch keine Schulränzen oder Taschen, wir mussten unsere Bücher unter dem Arm tragen. Ich war spät und meine Mutter war gerade mit dem Zubereiten des Mittagessen fertig geworden. Es saßen schon alle um den Tisch, außer Vater natürlich, der war im Rathaus. Es war eine riesige Portion, genug für alle, davon hätten sogar noch mehr satt werden können, sowas machte sie nur, wenn es was neues gab, eine frohe Botschaft. Wir alle, also meine Geschwister und ich, spürten schon, dass meine Mutter drauf und dran war, etwas zu verkünden. Man merkte richtig, dass Spannung in der Luft lag, und als sie gerade loslegen wollte, gab es ein Erdbeben. Zumindest dachten wir das, weil einige Sekunden lang alles wackelte. Wir haben erst später gemerkt, als wie im Wohnzimmer, wo ein Fenster war, saßen, dass es wohl offensichtlich kein Erdbeben war. Das Haus von gegenüber war vollkommen zerstört, kein Stein stand mehr auf dem anderen. Da lebten die Schmidts, ein verheiratetes Paar ohne Kinder. Wir liefen gemeinsam rüber, um möglicherweise jemanden zu retten. Auch nach langem suchen fanden wir niemanden, es stank furchtbar nach Stein da drüben. Frau Schmidt hatte viel mit meiner Mutter gemacht. Hatte, Plusquamperfekt, denn sie wurde verschüttet, wie wir später erfuhren. Mein Vater war ein emotionaler Mann, er trauerte mit meiner Mutter um Frau Schmidt, obwohl er gar nichts mit ihr zu tun hatte. Vielleicht tat er es aber auch nur, damit es nicht so schlimm für meine Mutter war, ich habe ihn nie gefragt, weswegen er denn trauerte. Jedenfalls war es eine Bombe, die einschlug und meiner Meinung nach eigentlich unser Haus treffen sollte, Vater war ja Bürgermeister und damit ein potenzielles Ziel. Aber offiziell wurde sie willkürlich abgeworfen. Am nächsten Abend kamen 4 Männer, die vater einfach schnappten und ohne Worte verschwanden. Er wurde eingesperrt und erlitt an seinem dritten Tag in Haft einen starken Herzanfall, der ihn ableben ließ. Meine Mutter kam jeden Tag zu seinem Grab und verbrachte da mehrere Stunden, sie hat seinen Tod nie überwunden. Worauf ich eigentlich hinaus will, ist, dass wir Kinder zur zeit nach seinem Tod sehr viel machen mussten, wir mussten uns selbst bekochen, dafür war meine 13-jährige Schwester verantwortlich, und viele andere Sachen. Ich als ältester musste dann schon bald Geld eintreiben und konnte nicht einmal die Schule beenden. Jede Drecksarbeit habe ich gemacht. DAS war unfair. Und nun hört auf, euch darüber zu beklagen, dass euer Großvater euch ab und zu mal darum bittet, das Geschirr abzutrocknen und tut es einfach."

Sa, 30.06.'07, 01:57 Uhr, 25 Minuten geschrieben.

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"Wanden Hauptbahnhof, bitte alles aussteigen!" weckte mich der Schaffner. Meine Armbanduhr zeigte erst halb zwölf. Natürlich denken Sie jetzt, dass es eine dieser typischen Geschichten ist, in denen ein Mensch im Zug eingeschlafen ist und seine Station verpasst hatte, als er endlich aufwachte. Dem ist aber nicht so, die Station war nämlich die Richtige. Und pünktlich war der Zug auch. Sowas traute und traue ich der Bahn einfach nicht zu. Außerdem regnete es, was der Wetterfrosch am Abend zuvor vorhergesagt hatte, und es konnte einfach kein Zufall sein, dass zwei so unglaubliche Ereignisse an einem Abend vorkommen. Selbstverständlich war es das auch nicht, denn sonst hätte ich ja nichts zu erzählen.
Im Wagen war ich alleine, zumindest der einzige, der für die Fahrt bezahlt hatte. Und mit der anderen person meine ich keinen blinden Passagier, sondern den Schaffner, der sich vorne hingepflanzt hatte, da ich im hintersten Wagen saß. Kurz bevor ich mit meinen schläfrigen Augen gehen wollte, schaute ich noch einmal aus dem Fenster. Leider konnte ich nichts bis auf den Regen, der laut prasselnd gegen die mit Graffitti vollgesprühte Scheibe schlug, sehen. Ich packte meine Wasserflasche, die ich für den Notfall immer dabei habe, in meinen Rucksack und war nun wirklich zum aufstehen verleitet, als ich plötzlich von draußen einen Schrei hörte. Und nein, kein Schrei einer holflosen Frau. Aber ein Mann war es auch nicht. (<= 25 Min. am 4.8. um 4:05 Uhr angefangen) Es war nämlich ein Baby. Doch weil es nach wenigen Sekunden, in denen ich wagemutig durch die Reihen sprintete und bemerkte, dass der Schaffner sich nicht rührte, wieder aufhört, ging ich davon aus, dass seine Mutter bei ihm war. Am Ende und somit an der Wagon-Tür angekommen, blickte ich noch einmal genauf zum Zugbegleiter. Er schlief tief und fest. Schließlich war er auch schon seit dem frühen Morgen hier im Zug und konnte dabei im Gegensatz zu mir sich nicht eine einzige Sekunde ausruhen. (<= 7 Min. am 6.8. um 2:48 uhr angefangen) Zum Glück war der Wagen direkt neben einer Verbindung mit Tür - so etwas unintelligentes, vor dem letzten. Naja, mir sollte es egal sein, musste dadurch ja nur weniger durch die typisch schlechte Luft im Zug gehen. Doch als ich draußen meine Füße auf den Bahnsteig setzte, einige Meter ging und die Überdachung bemerkte, spürte ich, dass etwas nicht stimmte. Ich war zwar vorher noch nie dort gewesen, aber nachdem ich mich umschaute, bemerkte ich, dass eindeutig Gleise fehlten. Denn meines Wissens nach hat ein Hauptbahnhof mehr als drei Gleise. Vorallem, da auf meinem Ticket Gleis zwölf stand. Wobei das nun nicht so untypisch für die Bahn ist und war, dass es weniger Gleise als die Zahl des Gleises mit der höchsten Nummer gibt und gab. Aber gleich so viele? Also blickte ich nochmal genauer um mich rum. Direkt vor mir Gleis 13 und dahinter mit einem Haus an der Seite Gleis 14. "Bestimmt gibt es hier auch das aus dem Buch Perry Rotter bekannte Gleis 13 2/3" - dachte ich mir. Aber mehr so als Scherz. Schade, dass ich alleine reiste und den keinem erzählen konnte, da ich sonst nicht so Situationskomik drauf habe. Ich suchte einen Tunnel auf die andere Seite. Vergeblich. Nach wenigen Sekunden Diskussion mit mir selbst entschloss ich mich dazu, direkt über Gleis 13 und 14 zum Haus zu stürmen. Da ich ja kein unvorsichtiger Mensch bin, sah ich in beide Richtungen mehrfach. Für kurze Zeit dachte ich, einen Zug gehört zu haben, aber der kam wohl nie da an, jedenfalls habe ich ihn nie zu Gesicht bekommen. "Vielelicht Gleis 13 2/3?" - überkam es mich mit einem für meine verzwickte Situation breitem Lächeln.Diesmal flüsterte ich die Worte sogar in den Sturm hinein. Als ich nicht mehr warten wollte, begab ich mich vorsichtig auf Gleis 13. Der Weg zu Gleis 14 schien unendlich lang zu sein. Mittlerweile habe ich wirklich das Gefühl, mehrere Minuten auf einer Stelle gelaufen zu sein. Irgendwann wollte ich, da ich ja nicht auf die andere Seite kam, umkehren. Doch auch das klappte nicht, aber als ich mich wieder drehte und auf Gleis 14 zuschritt, lief es plötzlich. Ich kletterte hoch und ging einen Schritt. Wie vorher war hier keine Menschenseele. Nach nur kurzem Staunen überfiel mich die Panik. Das Gebäude war weg. Es waren jetzt zwei weitere Gleise zwischen dem Gebäude und mir. Und mein Zug befand sich direkt hinter mir. Auch die Gleisnummern haben mitgespielt, ich war wieder auf dem bahnsteig des Gleises 12. "Habe ich mich etwa nicht umgedreht und ging zurück, als ich dachte, ich würde mich in Richtung Gleis 14 bewegen? Nur wie kommt dann der Zug direkt hinter mich?" - dachte ich mir. Es gab einfach keine plausible Erklärung. Genau wie für das Geräusch, das Pünktlichsein der Bahn, die Richtigkeit der Vorhersage des Wetterfrosches. Vier extrem unlogische Tatsachen an einem Abend. Ich beschloss, zurück in den Zug zu steigen. Den Schaffner suchte ich auch. Leider habe ich ihn nicht gefunden, genau wie eine Lösung für mein Problem. Doch wegen der schlechten Luft, die auch hätte Grün sein können, machte ich mich wieder in Richtung Ausgang. Der Ausgang direkt vor dem letzten Wagen war nicht da. Das kam mir eigentlich ziemlich logisch vor, da ja sowieso so viele ungewöhnlichen Sachen passierten. Wollte ich halt den nächsten Ausgang nehmen. Der Lok immer näher kommend, stolperte ich plötzlich über etwas. Es war ein Koffer. Hatte wohl irgendjemand vergessen, gibt ja genug Schussel auf dieser Erde. Zum Glück fand ich nach einigen natürlich missglückten Versuchen einen Ausweg. Vielleicht nicht gerade der luxuriöseste Weg, aber durch so ein Fenster ist es verhältnismäßig bequem, wenn ich an die normalen Türen denke, die so ein Zug herumkutschiert. Mittlerweile hatte es aufgehört zu regnen, was der Aussage des Wetterfrosches widersprach, er hatte nämlich für ganz Deutschland ununterbrochenen Regen vorhergesagt. Ich konnte sogar klar sehen. Deswegen fiel es mir nicht schwer, das Gebäude direkt vor meinen Füßen zu erkennen, das hätte ich nämlich bei Regen nicht gekonnt, weil ich keine Überdachung über mir hatte und meine Brille wohl irgendwo auf dem Gleis 13-14 hatte liegen lassen. Auch das Schild über mir mit der Aufschrift "12" erkannte ich, da es groß genug war. Außerdem waren Menschen um mich rum. Viele Menschen, so wie man es auf einem Hauptbahnhof erwartet. Mein ehemaliger Zug, in dem ich hoffentlich nie wieder sitzen werde, fuhr ab und ich bemerkte erleichtert die geschätzten 11 Gleise, die hinter dem Zug versteckt waren, woher wohl auch das Geräusch des mysteriösen Zugs kam. Die große Digitaluhr, die mich übrigens sehr verwunderte, zeigte 02:3X an. Die letzte Stelle konnte ich leider nicht mehr entziffern. Zum Schluss kann ich noch hervorheben, dass ich keine Drogen genommen hatte. Ich habe niemals Drogen abgesehen von Alkohol genommen. Und den auch nicht zu der Zeit. (<= 44 Min. am 9.8. um 1:38 Uhr angefangen)

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Würde mir wirklich Kritik wünschen ;)

Johpick
 
Würde mir wirklich Kritik wünschen ;)

Johpick

Hallo Johpick,

kurz, aber ehrlich vorweg: ich habe deine Geschichten noch nicht gelesen, weil ich davon einfach überrollt wurde. 8O

So viele Geschichten sind auf einmal ziemlich viel, vielleicht wäre es besser, sie selber erstmal 1-2 Tage ruhen zu lassen, dann nochmal zu überarbeiten und selbst zu schauen, was dir noch nicht so gut gefällt und was man verbessern könnte? Z.B. könntest du die Geschichte nochmal durchlesen und ersteinmal alles anstreichen, was dich irgendwie stört/noch nicht ideal ist.

Wenn du die Geschichte(n) dann überarbeitet hast, kannst du dir ja die beste rauspicken und nochmal posten, weil bei einem Rohwerk wird man meist viel kritikpunkte haben, die du selbst auch gesehen hättest - das wird für den Leser und Kritiker anstrengend und dich nur frustrierend.


Achso, und es geht nicht darum, wieviel man in wie kurzer Zeit schreibt, d.h. klar ist es toll, wenn du in 1,5h ne Geschichte schreibst, aber das ist in meinen Augen auch nix, was besonders toll ist, ich mags lieber, wenn wirklich über jedes Wort nachgedacht wurde und da darf ein Satz dann auch gerne mal 10 Minuten dauern.


Viel Erfolg und vor allem aber Spaß beim Schreiben,


Caro
 
2 cents

[...]Geschichten noch nicht gelesen, weil ich davon einfach überrollt wurde. 8O
Wenn du die Geschichte(n) dann überarbeitet hast, kannst du dir ja die beste rauspicken und nochmal posten, weil bei einem Rohwerk wird man meist viel kritikpunkte haben, die du selbst auch gesehen hättest - das wird für den Leser und Kritiker anstrengend und dich nur frustrierend.
Ich finde es eigentlich eher beeindruckend, immer wieder 'ne neue Geschichte runterzuhacken - zumal er hier auch keine Rückmeldung bekommen hat. Ich habe zwar bis jetzt erst die Geschichten 1-3, 5 und 9 gelesen, aber denen habe ich die kurze Schreibzeit nicht wirklich angesehen bzw. ich habe hier schon Geschichten gelesen, welche die 2.0 Version deutlich nötiger gehabt hätten.



Okay, den Planet der querliegenden Beine, das zusammengefallenen Universum oder den Ausdruck Plusquamperfekt empfand ich als etwas unstimmig bzw. aus dem Kontext gefallen. Wenn die Hauptfiger meinetwegen ein Trekkie, Physiker oder Deutsch-Lehrer gewesen wäre, hätte es IMO besser gepasst.

Beim Lesen bin ich irgendwie nicht aus dieser "Ist mir doch egal, was da passiert"-Haltung herausgekommen, was mir aber auch oft bei den Geschichten von DragonLilly oder Michael Ende passiert.

Geschichte 9 schrieb:
[...]Meine Mutter kam jeden Tag zu seinem Grab und verbrachte da mehrere Stunden, sie hat seinen Tod nie überwunden.[...]
Sorry, aber dieser Satz rauscht komplett an mir vorbei; ich bin weder traurig, noch habe ich Mitleid. Ist das dein Ziel gewesen?
Mal angenommen, ich wäre noch nie traurig gewesen und es gäbe auch nichts, über das ich nie hinweggekommen wäre. Wie würdest du mir dieses gänzlich unbekannte Gefühl vermitteln bzw. beschreiben? Wie malt man ein Bild, das Musik darstellt? Oder wie beschreibt man einem Blinden die Farbe Blau?

Mir persönlich sind die Geschichten etwas zu kurz. Okay, je kürzer eine Geschichte ist, desto weniger Zeit muss man opfern, um sie zu Lesen. Aber desto weniger lohnt es sie zu Lesen, da man auf nur einer Seite IMO nicht viel erzählen kann. (Oder man muss schon ziemlich gut sein.) Jedoch muss ich auch zugeben, dass ich einige Kurzgeschichten-Bände im Regal habe, die ich nicht anrühre, weil mir die Geschichten einfach zu lang sind :-?.

Ansonsten wären sowas wie Absätze bzw. Zeilenumbrüche schön gewesen. Und mit 'nem passenden Titel kannst du den Leser auch im Vorfeld auf die Geschichte einstimmen. Ist es jetzt eher SciFi oder Krimi? Geht's um 'ne Bombe oder ein paar alte Schulbücher? Ich find's meistens schöner, wenn ich schon eine gewisse Ahnung / Erwartungshaltung habe, wo der rote Faden anfängt.

[...]ich mags lieber, wenn wirklich über jedes Wort nachgedacht wurde und da darf ein Satz dann auch gerne mal 10 Minuten dauern.
Jo, richtig toll sind auch immer die Geschichten, deren Pointe quasi in jedem Satz steckt, aber erst mit dem allerletzten Wort erkannt wird ;). Außerdem vermeidet man so, dass jeder zweite Satz mit Er, Es oder Sie anfängt.

MfG
Sven
 
Argh, das gibt's hier ja auch noch

Entschuldigung, hatte das völlig vergessen und wurde grade glücklicherweise durch eine PN wieder daran erinnert ;)

Hm, Qualle, irgendwie hast du dir noch nicht einmal den ersten Post komplett (ohne Geschichten) durchgelesen, oder?

Ich habe die Geschichten nach und nach geschrieben - wenn du sie nicht liest, ist das ja nicht mein 'Fehler' :biggrin:

Lies doch bitte zumindest eine, bevor du dich darüber äußerst, wie ich schreibe, denn so, ohne was gelesen zu haben, kann man doch kaum konstruktive Kritik einbringen :roll:

Natürlich weiß ich, dass ich nicht die perfekte Kurzgeschichte innerhalb von 90 Minuten (Maximum) schreiben kann.

Doch gehst du nicht der Annahme nach, ich hätte die Geschichte in der Zeit geschrieben und dann nie wieder verändert?

Denn hättest du wenigstens auf die Zeiten geschaut, wäre dir aufgefallen, dass 2 Geschichten uneditiert verblieben sein müssen. Und die anderen 7 habe ich alle mindestens ein mal komplett durchgarbeitet. Die 2 kann ich mit meinem doch sehr jungen gehirn einfach nicht überarbeiten...

Okay, nun zu Sven

Ich sehe ein, dass sich kaum ein Mensch einfach so einbildet, das Universum würde implodieren oder so, aber ich denke, ich habe deutlich genug aufgeklärt, dass der Mensch (ja, es ist einer :D ) recht stark 'angetrunken' war.

Plusquamperfekt... stimmt auch, dass es nicht in eine geschichte gehört, aber es ist die wörtliche Rede eines möglicherweise verwirrten Kriegsveterans, weswegen es auch gar nicht meine Absicht war, den Leser in irgendeiner Weise zu berühren oder Ähnliches. So oberflächlich ist die komplette geschichte aufgebaut.

Über die Kürze einiger Teile bin ich auch ein wenig unglücklich, aber andererseits wurden bis auf eine einzige Geschichte (Bahnhof => unterste) alle für andere, nicht lesebegeisterte Jugendliche geschrieben. Der Grund des Schreibens der Nummer 1 war übrigens nur ein leeres Profil bei einer Internetseit für, nunja, die Jugendlichen halt :D

Und sowieso, wieso sollte ich etwas mit 1500 Wörtern sagen, was ich auch mit 500 sagen kann?
Wer liest denn 25 Zeilen einer 40-Zeiligen kurzgeschichte?
Und wer liest eine 150-zeilige geschichte zuende, wenn er schon nach 25 Zeilen weiß, dass sie ihn zu Tode langweilt?

joa, Zeilenumbrüche sollte ich machen :\ Falls ich irgendwann mal mehr schreiben sollte, füge ich ein paar ein :-?

Titel verpasse ich meinen Werken aus einem einzigen Grund nicht:
Wenn ich zur Abwechslung mal eine Kurzgeschichte lesen möchte, versuche ich, den Titel erst nach dem Lesen zu erfahren. Meiner Meinung nach ist es so spannender und regt zum doppelt-lesen an.


Hatte mir irgendwie mehr Kritik zu Inhalt und Stil vorgestellt - so aber auch ganz okay

Johpick