Ist Dankbarkeit zu viel verlangt? Ist Nettigkeit überhaupt noch etwas wert?

Hotwave

Multitalent
ID: 132230
L
24 April 2006
3.210
301
Ja, das frage ich mich mittlerweile des öfteren. Ich bin generell ein lieber Mensch, helfe normal wo ich kann. Aber in 90% aller Fälle kriege ich höchstens ein knappes "danke" zu hören oder auch mal gar nichts. Kein "Das ist lieb' von dir" oder "Tut mir leid, aber brauche mal deine Hilfe"...Manche Leute quatschen mich sogar nur noch an wenn sie Hilfe brauchen oder sonstwas wollen. Aber ich mache das quasi völlig umsonst, ich habe davon nichts. Mir wird das nicht angerechnet, es wird quasi als selbstverständlich angesehen. Auf die Idee sich anständig zu bedanken oder mal was für mich zu tun kommt nie wer...
(Eigentlich sind es (fast) nur Frauen, ein Mann fällt mir gerade nicht ein. Das soll aber nichts heißen.)
Sind nette Menschen wie ich einer bin heutzutage aufgeschmissen?...:(
 
Nein Ist Sie Leider Nicht :(

...es wird quasi als selbstverständlich angesehen...

Ganz genau so ist das...
Gut ich muss sagen ich bin nicht jemand der jetzt von alleine irgendwo angetrudelt kommt und sagt, ach komm lass mich mal lieber machen.

Aber wenn mich nen Freund oder ne Freundin um Hilfe bittet helfe ich auch!

Aber ich finde gerade bei Leuten zu denen man viel Kontakt hat, so bei den besten Freunden wird es oft als selbstverständlich angesehen, aber ich muss sagen das es auch fast schon so ist...
Also wenn ich Hilfe brauche kenne ich auch genug die sofort ankommen und helfen!
Gut wenn es Leute sind die man ein Jahr nichtmehr gesehen hat und sie dann nur kommen um einen Auszunutzen, das finde cih richtig scheisse, ganz ehrlich!

Aber die freundlichen Menschen sind immer bestraft!

entfernt da es meiner Meinung nach doch nicht hier reingehörte!

Im Bekanntenkreis hilft man sich immer Gegenseitig, trotzdem ist ein Danke genau so selbstverständlich wie die Hilfe selber!
 
Zuletzt bearbeitet:
Leider ist das so, im Bekanntenkreis is es vermehrt so das alles selbstverständlicher wird...
Wehret den Anfängen... Mach auch mal was nicht gleich, sondern lass dir mal Zeit das man auch merkt auf dich angewiesen zu sein, dann merken viele Leute auch mal was Du ihnen tatsächlich "gutes" tust und eben einfach hilfst.
 
Aber irgendwie will man ja seinen guten Freunden auch helfen und sie unterstützen :/
Warten lassen ist so eine Sache, vielleicht lassen sie dich dann acuh mal warten wenn du sie brauchst :roll:
 
Ich bin generell ein lieber Mensch, helfe normal wo ich kann.
Böser Fehler. Nach mir die Sinnflut ;-)
Aber in 90% aller Fälle kriege ich höchstens ein knappes "danke" zu hören oder auch mal gar nichts.
In unserer Gesellschaft leben einfach zu ernste Personen.
Manche Leute quatschen mich sogar nur noch an wenn sie Hilfe brauchen oder sonstwas wollen.
Lass mich raten - Geld?
Mir wird das nicht angerechnet, es wird quasi als selbstverständlich angesehen.
Das kann vielleicht dran liegen daß du siehe oben zu lieb bist ... Klingt doof ist aber so.
Auf die Idee sich anständig zu bedanken oder mal was für mich zu tun kommt nie wer...
Vielleicht erwarten Sie das bei dir nicht?

Christian
 
hmm, kann das eigentlich jetzt auch nicht so generell sagen..also meine freunde etc den helfe ich gerne und ich lass mir von denen auch gerne helfen, aber da versteht sich dann auch von selbst (selbstverständlich?), aber das mache ich ja gerne weil ich weiß, dem anderen hilfts und er freut sich, genau so kann ich mich auf ihn verlassen,...entferntere Freunde/Bekannte bitten mich, wenn sie was wollen schon höflich und bieten auch meist gegenleistung an...das soll nicht heißen, ich bin jetzt geil auf gegenleistung, aber das zeigt mir, dass er dankbar ist..
 
Hotwave, zumindest in Teilen kann ich dir hier zustimmen! Dass das nochmal passiert...! ;)

Man muss heutzutage tatsächlich aufpassen, dass man selber nicht zu gutmütig ist, das ist mir auch schon in verschiedenen Situationen aufgefallen. Sobald man immer alles ganz bereitwillig für andere tut, wird man schnell ausgenutzt, weil alles selbstverständlich wird. Die anderen merken dann nicht mehr, wenn man ihnen einen Gefallen tut.

Das trifft natürlich nicht auf alle Leute zu, das ist klar! Bei den meisten beruht das nämlich auf Gegenseitigkeit. Jeder tut dem anderen ab und an einen Gefallen und dann macht man das auch richtig gerne, weil man jemandem eine Freude damit machen kann. :) Und man spürt dann auch, dass einem dieser Jemand wirklich dankbar ist. Nur, wie schon geschrieben, für eine Freundschaft ist es sehr sehr wichtig, dass man selber weiß, dass auch die Gegenseite nicht davor zurückschreckt, einem etwas Gutes zu tun!

Wenn du, Hotwave, nur noch angesprochen wirst, wenn du anderen einen Gefallen tun solltest, dann wirst du wohl demnächst das ein oder andere Mal "Nein!" sagen müssen! Dann merken die anderen vielleicht, dass sie deine Gutmütigkeit nicht bis zum Anschlag ausreizen können!
 
Zuletzt bearbeitet:
Fang' doch an und schau', ob du anderen Leuten deine Dankbarkeit und Anerkennung deutlich machst. Vll sogar in Situationen, in denen du denkst, die Hilfe anderer wäre "selbstverständlich". Vll helfen dir andere, nur du begehst den selben Fehler, siehst es als selbstverständlich an, und gehst deshalb sogar davon aus, dass dir keiner hilft.
 
Sind nette Menschen wie ich einer bin heutzutage aufgeschmissen?...:(

Aus meiner Sicht kann ich das leider nur bejahen.

Mir geht es nicht anders.
Ich gebe immer unheimlich viel von mir, und bin ständig da
für die Leute die Hilfe brauchen, oder einfach nur jemanden
zum reden. Man kann von mir sozusagen das letzte Hemd
haben, und Pferde mit mir stehlen wie man so schön sagt.
Aber wehe ich brauche mal jemanden, oder erwarte mal
etwas nettes, liebevolles, oder einfach nur eine Schulter zum anlehnen..... :(

Ich bekomme immer mehr das erschreckende Gefühl, das der Großteil
der Gesellschaft zum puren Egoismus heran wächst.
Alle denken nur noch an sich, und wie sie am besten Nutzen aus einem
ziehen können.
Echte Freundschaft, das ist für viele leider nur noch ein Fremdwort.
Ich vermisse wahnsinnig die Gefühle der Menschen, die es vor ein paar
Jahren zumindest teilweise noch gab.
Alles ist so kalt und rational geworden, kaum einer kümmert sich mehr um
den Nächsten.
Ich bin einfach nur noch traurig darüber, und verstehe die Welt oft nicht mehr.
Normalerweise bin ich immer ein großer Optimist gewesen, und habe immer an das Gute in den Menschen und überhaupt dieser Welt geglaubt.
Aber mittlerweile habe ich das Gefühl das sich irgendwie alles zum Negativen entwickelt.

Aber eins möcht ich mal klarstellen, mich verbiegt diese verkorkste Gesellschaft nicht. Ich werde immer ein gutmütiger Mensch bleiben mit dem Herz am rechten Fleck. Auch wenn das bedeuten sollte das ich immer mehr verletzt werde.
Aber ich möchte niemals zu einem dieser "Gefühls-Kühlschränke" gehören!!!
 
Ich kann durchaus verstehen, wie es zu solchen Aussagen wie von Hotwave oder Lissy kommt. Aber meiner Erfahrung nach gibt es da (vermutlich nicht anders als früher, aber das kann ich wohl aufgrund meines zarten Alters nicht beurteilen) solche und solche. Ich habe in meinem Umfeld einige Leute, bei denen das gegenseitige Helfen tatsächlich vollkommen selbstverständlich ist, aber nicht als selbstverständlich angenommen wird.
Daneben gibt es zugegebenermaßen auch einige, von denen ich mir wirklich etwas weniger Anspruchsdenken wünschen würde, aber das sind meist Fälle, in denen die Undankbarkeit einfach durch Nicht-Aufmerksamkeit entsteht. Oft bemerken diese Leute dann irgendwann später, dass sie sich gar nicht bedankt haben (oder konnten es vielleicht in der vorigen Situation auch nciht ausdrücken oder brachten es nicht über die Lippen) und holen das dann noch nach. (Klingt jetzt ein bißchen blöd, es geht ja nciht um das förmliche Danke sagen, sondern nur um irgendeine Form von positiver Resonanz. Ich hoffe, es ist klar, wie es gemeint ist.)

Jedenfalls habe ich diesen Eindruck, dass Dankbarkeit und wirkliche Freundschaft fehlen, in meinem Freundeskreis weitestgehend nicht. (Wobei die Leute auch sicherlich nicht repräsentativ für meine Altersklasse sind.)
 
mh ich kenn das von meinen kollegen, die früher mal sowas wie ne zweite familie waren. wenn die irgendwas wollen, sind sie schnell da. aber wehe du brauchst mal deren hilfe. da kannste lange warten...
 
Ich bin auch so ein Dummchen gewesen. Immer hilfsbereit und immer da wenn man mich gebraucht hat.
Schnell musste ich aber lernen, dass Gutmütigkeit sehr schnell, sehr heftig ausgenutzt wird und so bist dann schnell der Depp für alles udn Jeden.
Seit ein paar Jahren kann ich sehr gut nein sagen auch wenn meine Süße immernoch sagt, dass ich zu gut für diese Welt bin. Aber es hilft.
Heute kommen nur noch die Leute zu mir und wollen Hilfe, bei denen ich zur Not auch mitten in der Nacht anrufen könnte.... ein Geben und Nehmen eben. So muss es sein!