Gofmanns medizinisches Manifest...

Gofmann

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30 März 2007
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Gofmanns medizinisches Manifest – auf dem Schulattest stand "Schweinepest"!

Meine schwerkranken Schwitzer und vollschlanken Flitzer: In unserer großen Galaxis gab’s einst eine Praxis, bei Darmstadt im Ruhrpott, eine Straße zum Schafott! Toxische Transplantationen und wundnasse Wurminfektionen, danket den Depressionen und achtet auf Abduktionen – in meiner Badehose stellte ich die Diagnose: „Sie brauchen eine Narkose, wie wär’s denn mit Hypnose? An den Nieren frisst Nekrose, aus dem After ächzt Arthrose, selbst der Nacken hat Neurose und der Lochzahn sitzt ganz lose! ... Sie waren einst Matrose, Sie müffelnde Mimose? Dann hören Sie die Prognose und essen mehr Glukose!“

Ja, als dichtender Doktor fuhr ich am Abend in die Sprechstunde, ich saß auf einem Traktor und beneidete die Baumkunde. Machte Akupunktur mit Nabelschnur, bekam Konjunktur durch Hirnfraktur – denn ich war oft träge und ein mieser Kollege, drum wurd ich zum Heiler und schärfte die Säge: „Im Kittel amputieren, ein Drittel noch halbieren, die Klemme schön fixieren und Reste dann einfrieren! ...Eine Spritze in die Ritze und ein Pflaster für die Laster, dann die Creme für Probleme und mein Konto voller Zaster.“

Selbst im Bordell lockte das Skalpell, professionell und schnell – denn ich war der Kunde der Stunde für spätere Funde. In meinem Altruismus verschenkte ich Sadismus, drückte Asthma in die Arme und noch Rheuma aus den Darme. Und so krächzte ich vom Klimax: „Ich tune Deinen Thorax! ...Mit der Flachzange durch die Wange und zum Binden etwas Borax. ...Schwester! Eine Sonde in die Blonde, einen Stützstrumpf für den Armstumpf!“ ...Und so gipste ich mit meinem Geburtshaken von Dortmund nach Dinslaken, war Halbgott in Grau und am Tage meist blau – legte Katheter zum Elfmeter und schoss ihn in den Äther!

euer grüngelbes Gastroskop Gottlob Gofmann
 
Meine keimenden Kleinkinder und filmenden Fassbinder!

Als jamaikanischer Jungpfadfinder, mit Frack und auch Zylinder, drehte ich in meiner Güte mir gern ’ne Flüstertüte. Ich rauchte wie ein Rollmops und kaute frischen Fleischklops – dann die Nippel durch die Lasche und ein Schlückchen aus der Flasche. Früh juckte mir die Hirnhaut, ich kratze viel am Vollbart, so spritzte ich gern Tollkraut und tropfte wie der Tankwart. Ein Tröpfchen in Ehren entfacht mein Begehren, kein Schuss aus Gewehren wird Büßer bekehren.

Doch ein schneller Stich in Veras Vene und aus der Sackgasse heult die Sirene! ...Tanzende Teutonen wollten Kallwass klonen, sie pflanzten blaue Bohnen und mussten sie entthronen – wo ist mein Kabelmantel? ...Mit Heidi Kabels Hantel werde ich meine Muskeln stählen und im Sperrbezirk noch Rosis Nummer wählen. Im Förderschacht herrscht Konjunktur, im Freudenhaus die Inventur. Die ganze Nacht wird durchgemacht, in Ketten und in Liebestracht – denn draussen in der geilen Stadt kämmen die Huren sich die Haare glatt!

Und nach Wochen voller Ruhe schnür ich die Arbeitsschuhe: „Ich bin zuhause mit meiner Flause und schlürfe wieder Brause – vorbei die Pinkelpause, ich bin ein Kunstbanause!“ ...Meine Kinder, preiset und salbet mich, pfeffert und salzet mich, ja hänselt und hätschelt mich! Auf dass meine wuchtige Wampe wird tragen Grubenlampe, werde klappern auf Zähnen und flattern mit Hähnen!

euer Gofmann