Gesetzesänderung: Maklergebühren sollen nun Vermieter bezahlen

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klamm-Bot
25 April 2006
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Folgende News wurde am 22.10.2012 um 21:07:00 Uhr veröffentlicht:
Gesetzesänderung: Maklergebühren sollen nun Vermieter bezahlen
Shortnews

Wer auf Wohnungssuche ist, wird vor allem in Großstädten an Maklern nicht vorbei kommen. Die Kosten betragen nicht selten einen mindestens dreistelligen Betrag. Nun soll eine Gesetzesänderung Abhilfe schaffen. In Nordrhein-Westfalen will die rot-grüne Landesregierung einen Gesetzesentwurf einreichen der vorsieht, dass derjenige den Makler bezahlt, der ihn auch beauftragt. Dies wäre in der Regel der Verkäufer."Makler und Vermieter dürfen die Wohnungsnot nicht ausnutzen, um Mietern eine oft vierstellige Gebühr abzupressen" so die wohnungspolitische Sprecherin der Grünen, Daniela Schneckenburg.
 
Ich hab mal überschlagsmäßig gerechnet:
2 Monatsmieten Courtage bedeuten bei einer Mietdauer von 8 Jahren eine monatliche Belastung von 2% der Miete für die Courtage.

Als Vermieter würde ich schauen, wie lange meine Mieter im Durchschnitt die Wohnung haben, und entsprechend die anfallenden Maklergebühren prozentual auf die Miete umlegen.

Macht dann ein Mieter den Fehler und wohnt länger als der Durchschnitt drin, macht der Vermieter noch nen Reibach.

Ich liebe Wahlkampf! :ugly:

gruss kelle!
 
Damit spricht du das an was ich auch noch sagen wollte. Das ganze wird für einen Mieter kein wirkliches Ersparnis sein, da dann die Vermieter anfangen die Kosten umlagern...
 
Gewinnen werden die Vermieter, die ohne Makler vermitteln. Denn Diese können die Miete ja an den Mietspiegel anpassen, der entsprechend steigen wird.
 
Das Ganze ist immer eine Frage des Standpunktes. Entweder werden die Vermieter das Ganze in die Miete reinrechnen oder die Maklergebühren steuerlich absetzen.
Auf der anderen Seite ist zumindest für Geringverdiener der Vorteil, dass man nicht mal auf die Schnelle einen 3-4stelligen Betrag aus dem Ärmel schütteln muss, sondern sich das Ganze etwas verteilt. Vor allem in Städten wie München oder Hamburg sind da mal locker 1500-2500€ "weg".

In Gegenden, wo viele Wohnungen leer stehen, bezahlen ja auch viele Vermieter den Makler, damit sie das Teil vermietet bekommen.

anddie
 
Eine Wohnung zu vermieten ist auch eine Heidenarbeit und kostet viel Zeit und Nerven, wenn man das nicht berufsmäßig macht.

Anzeige schalten, diverse Besichtigungstermine mit Interessenten, dann die Auswahl treffen, allen anderen Absagen, dann springt der Ausgewählte u.U. ab und das ganze geht wieder von vorne los.
Oder Auszug nach kurzer Zeit. Dann alles wieder durchziehen.

Da kann ich mir bei privaten Vermietern auch gut vorstellen, dass es mehr Lehrstände gibt, um sich die Arbeit und den Ärger zu ersparen.
 
Nur ist das nun mal das Risiko des Vermieters. Wenn es ihm zu viel Arbeit ist, seine Wohnung an den Mann zu bringen, kann er ja die Dienstleistung gerne in Anspruch nehmen - aber warum soll ich dafür zahlen? Mir ist es im Endeffekt egal, ob ich mit einem Aalglatten oder einer Privatperson die Wohnung besichtige, aber warum soll ICH dann Provision zahlen?
 
Vor X-Jahren haben wir mal eine Wohnung mit Makler und Vermieter angeschaut. Von Maklerprovision wusste ich damals noch nichts. Wir haben uns mit der Maklerin in der Dorfmitte getroffen und dann sagte sie, sie weiß auch nicht wo die Wohnung ist, aber sie hat ein Navi und wir sollen ihr nachfahren. Dann haben wir zusammen mit dem Vermieter die Wohnung angeschaut. Danach sind wir mit der Maklerin raus gegangen, haben uns verabschiedet und (sie war schon fast im Auto) dann sagt sie uns plötzlich das zwei Monatsmieten Provision bei Zustande kommen des Vertrages fällig wären.
Das einzige was diese Maklerfirma gemacht hat, war es eine Anzeige in die Zeitung zu setzen. Die haben sich nicht einmal die Wohnung vorher angeschaut. Dafür sollten wir dann 1000 DM löhnen...Frechheit! Seitdem lass ich die Finger von Maklern.

Edit: Eine Bekannte (Studentin) von mir hat sich mal eine Wohnung in Würzburg mit einer Freundin angeschaut, auch über Makler. Ohne Schufa-Auskunft, Bafög Bescheinigung, Führungszeugnis und Verdienstbescheinigung der Eltern ging da gar nix!
 
Nur ist das nun mal das Risiko des Vermieters. Wenn es ihm zu viel Arbeit ist, seine Wohnung an den Mann zu bringen, kann er ja die Dienstleistung gerne in Anspruch nehmen - aber warum soll ich dafür zahlen? Mir ist es im Endeffekt egal, ob ich mit einem Aalglatten oder einer Privatperson die Wohnung besichtige, aber warum soll ICH dann Provision zahlen?

Musst du ja nicht. Gibt ja auch Wohnungen ohne Provision. Du hast also die Wahl. Frag mich, wieso hier wieder der Staat bevormunden muss.

Zudem ist der Makler oft auch überwiegend dein Dienstleister und nicht der von Vermietern. Er sucht dir mehrere Objekte heraus (weil du keine Zeit dazu hast), die deinen Ansprüchen entsprechen und besichtigt diese mit dir. Wenn du dir 10 Objekte mit ihm ansiehst hat er für mindestens 9 Objekte also gearbeitet und Zeit investiert ohne, dass es ihm Gewinn erbringt. Das eine Objekt muss also die Zeitaufwendungen der übrigen 9 Objekte mit abdecken. Wenn er pech hat springst du ab und er hat umsonst gearbeitet
 
Das mag stimmen, wenn ich als Wohnungssuchender einen Makler beauftrage. Das ist aber was anderes als ein Anruf beim Makler, weil ich mich für EINE von ihm angebotene Wohnung interessiere. Da hat er keinerlei Aufwand außer einer evtl. Besichtigung, die in Großstädten ja auch gern mal in eine Massenveranstalltung a la Castingshow ausarten. Für den einzelnen Interessenten ist das dann aber keine Dienstleistung mehr!

Außerdem gibt es viele Städte, in denen du an einem Makler nur schwer vorbei kommst...
 
Ich habe das mit dem Makler gerade hinter mir. Habe reagiert auf eine Anzeige, weil ich eine Wohnung suchte. Bei der Besichtigung war der Makler da und der neue Vermieter. Mehr als die Tür aufmachen hat der Makler also eigentlich nicht getan. Der Vermieter hat mir die Wohnung gezeigt, der Makler stand im Flur herum.

Ich bin zwar damit einverstanden, dass der auch etwas verdienen muss, ich finde es aber ne Frechheit, dass die die gesamte Summe auf einmal haben wollten. Nebst 3 Monate Mietfortzahlung in der alten Wohung, Miete in der neuen Wohnung plus Kaution, kam dann noch mal 660 Euro fürn Makler hinzu. Der bestand darauf, die gesamte Summe auf einmal haben zu wollen, obwohl ich ihm vorrechnete, dass das finanziell einfach nicht geht, wie er sich das vorstellt. Das alles auf einmal war mir einfach zuviel und ich hätte bald deswegen auf die Wohnung verzichtet (bzw. verzichten müssen). Der Vermieter hat sich das mit angehört und mitm Kopf geschüttelt - ist ja dann auch nicht in seinem Sinne, wenn die Neuvermietung an den Maklergebühren scheitert. Da hat er mir dann die Kaution gestundet - ich soll erst die Maklergebühr zahlen und dann die Kaution zum nächstmöglichen Termin nachreichen (was inzwischen auch passiert ist).

Ehrlich gesagt finde ich die Höhe der Maklergebühren übertrieben hoch. Sicher muss er die Wohnung fotografieren, inserieren und auch zeigen. Vielleicht sollte er sich dann die einzelnen Besichtigungen zahlen lassen (sollte kein Mietvertrag zustande kommen). Eine Art von Besichtigungsgebühr, die seine Fahrtkosten und Zeit abdecken. Auf die Weise könnte die Gebühr im Erfolgsfall wesentlich niedriger ausfallen.

Von der anderen Seite denke ich: es ist der Vermieter, der den Makler beauftragt, damit er seine Immobilie wegbekommt. Eigentlich ist es nicht mehr als normal, dass dann der Vermieter den Makler bezahlt - immerhin hat er die Dienstleistung haben wollen und auch beansprucht.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich habe das mit dem Makler gerade hinter mir. Habe reagiert auf eine Anzeige, weil ich eine Wohnung suchte. Bei der Besichtigung war der Makler da und der neue Vermieter. Mehr als die Tür aufmachen hat der Makler also eigentlich nicht getan. Der Vermieter hat mir die Wohnung gezeigt, der Makler stand im Flur herum.
Das sind solche Beispiele, wo ich mich frage, warum der Vermieter dann überhaupt einen Makler beauftragt.

Hier in München machen es sich viele Makler schon einfach. Vielleicht die Wohnung mal fotografieren (ist auch nicht Standard), dann bei Immobilienscout reinstellen und abwarten. Und dann nicht mal einen bemaßten Grundriss haben.
Blöderweise gibts dann trotzdem pro Wohnung über 50 Interessenten, die alle bei 1-2 Sammelterminen abgefrühstückt werden und dann hat man wirklich schnell Geld verdient.

anddie
 
Makler darf übrigens jeder weder... Wenn dieser Job so einfach ist und man so schnell und ohne Aufwand viel Geld verdient, warum werden die Nörgler nicht einfach Makler?

Marty
 
Kannst Du das erläutern? Sind Makler notorische Lügner? Ist diese Eigenschaft dort ausgeprägter als woanders? Und warum?

Ich will es mal politisch korrekt ausdrücken: Die Vertreter dieser Gattung, mit denen ich bislang zu tun hatte, hatten eine sehr kreative Einstellung zu Fakten.

5 mal mit Makler zu tun gehabt, drei mal wurde die Quadratmeterzahl der entspr. Wohnung falsch angegeben (Extremfall: 15% plus, obwohl ein korrekter Grundriss vom Eigentümer vorlag!), wichtige Einzelheiten zur Wohnung wurden verschwiegen oder gegebene Zusagen nicht eingehalten...
 
@darkkurt das sind Verkäufer! Die leben von der Provision wenn sie etwas verkaufen/vermieten und auch nur dann..

Frag lieber nicht was unsere Verkäufer alles dem Kunden verkaufen wenn die Provision stimmt. Hinterher gibt es dann Gutschriften und Rabatte wenn sie mal wieder unmögliches verkauft haben. Ist aber bei jeder Firma das selbe.