Wirtschaft Gehalt mit ertragsabhängigen Anteil

(Bier)Kelle

BackRoad Fahrer
ID: 1297
L
28 April 2006
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507
Hallo zusammen,

bei den letzten Tarifverhandlungen, egal welche Sparte, wurde/wird ja mit den gestiegenen Gehälter der Vorstände argumentiert.

Was dabei gerne verschwiegen wird, dass Managergehälter aufgeteilt sind/sein können.
Da gibt es ein Grundgehalt, da gibt es Aktienoptionen und auch einen Teil, der abhängig vom Ertrag des Unternehmens ist.

Sprich:
Viel Gewinn -> Viel Gehalt
Verluste - weniger Gehalt

So, stellt sich mir die Frage, warum sowas nicht auch Teil der normalen Tarifverträge wird.

Man nimmt sich die Tariftabellen vor, teilt die Gehälter nach einem festzulegenden Schlüssel nach festem Grundgehalt und variablen Ertragsanteil auf, und schon profitiert jeder Angestellter sofort und direkt von den Gewinnen.

gruss kelle!
 
Und wat is, ein wenn unternehmen einfach 5jahre infolge negative bilanzen vorlegt, da sie am investieren sind? ein Manager hat darauf einfluss, der kleine arbeiter überhaupt nicht.
 
So, stellt sich mir die Frage, warum sowas nicht auch Teil der normalen Tarifverträge wird.

Man nimmt sich die Tariftabellen vor, teilt die Gehälter nach einem festzulegenden Schlüssel nach festem Grundgehalt und variablen Ertragsanteil auf, und schon profitiert jeder Angestellter sofort und direkt von den Gewinnen.
Ich werde schon so bezahlt, per Betriebsvereinbarung. Es geht also.

Für Tarifverträge wäre das auch möglich, ist aber bisher weder von Arbeitgebern noch von Arbeitnehmern in Verhandlungen eingebracht worden.

Das würde in der Konsequenz aber auch bedeuten, dass Arbeitnehmer ein Mitspracherecht bekommen bei betrieblichen Entscheidungen.

Das Unternehmensergebnis kann man nämlich ganz simpel so beeinflussen, dass der Arbeitnehmer in die Röhre schaut.

Marty
 
Das Unternehmensergebnis kann man nämlich ganz simpel so beeinflussen, dass der Arbeitnehmer in die Röhre schaut.

Joo...
Die Manager kriegen wegen mieser Bilanzen auch weniger, der Aktienkurs sinkt etc...

Und Mitspracherecht haben doch viele Mitarbeiter.
Und jeder ist mitverantwortlich für das Ergebnis einer Firma.

Jeder auf seine Art und Weise, je nach Position in der er sich befindet.

gruss kelle!
 
Joo...
Die Manager kriegen wegen mieser Bilanzen auch weniger, der Aktienkurs sinkt etc...
Das hängt von der Art der Vergütung ab. Manager sind intelligent genug, um eine Zahlung nach Umsatzsteigerung oder Ergebnis vor Abschreibungen und Steuern zu verhandeln. Arbeitnehmer bekommen fast immer nur eine Zahlung abhängig vom Ergebnis nach Steuern und Abschreibungen.

Und Mitspracherecht haben doch viele Mitarbeiter.
Und jeder ist mitverantwortlich für das Ergebnis einer Firma.
Wie lustig... Welcher Mitarbeiter entscheidet denn über Millioneninvestitionen?

Da wird mal schnell eine neue Maschine für 10 Mio. gekauft, degressiv abgeschrieben und schon hat man mal schnell für das aktuelle Jahr 3 Mio. Kosten verursacht. Das die Maschine trotzdem 10 Mio. wert ist schlägt sich in den Erfolgszahlungen für Mitarbeiter nicht nieder...

Marty
 
Wenn überhaupt sollten die gehälter nach den Selben bedinugnen Erfolgsabhängig sein wie die des Managers. Da wirds zumindest unangenehmer wenn der Manager die Mitarbeiter leer ausgehen lassen will, weil es ihm dann auch weniger bringt. Ich weiß, das ist kein sicherer schutz, vielen Managern gehts gar nicht mehr um das Gehalt, sondern um Macht. Dafür kann man auch mal auf ne Million verzichten. Beim einfachen Mitarbeiter wirds schon schwerer wenn da mal 10% vom Jahresgehalt fehlen. Ist eben ne zweischneidige Sache. Mir persönliche wäre ne Arbeitsplatzgarantie lieber als ne Gewinnbeteiligung.
 
Das hängt von der Art der Vergütung ab. Manager sind intelligent genug, um eine Zahlung nach Umsatzsteigerung oder Ergebnis vor Abschreibungen und Steuern zu verhandeln.

Wenn Manager so intelligent sind, warum sollten es Arbeitnehmervertreter nicht auch sein?

Wie lustig... Welcher Mitarbeiter entscheidet denn über Millioneninvestitionen?

Die Höhe einer Investition ist doch irrelevant, entscheidend ist Sinn und Zweck.
Und zumindest die großen deutschen Firmen haben interne Verbesserungsabläufe, wo JEDER Mitarbeiter Eingaben machen kann.
Und so ursächlich an Entscheidungen teilhat.

Da wird mal schnell eine neue Maschine für 10 Mio. gekauft, degressiv abgeschrieben und schon hat man mal schnell für das aktuelle Jahr 3 Mio. Kosten verursacht. Das die Maschine trotzdem 10 Mio. wert ist schlägt sich in den Erfolgszahlungen für Mitarbeiter nicht nieder...

Ist die Frage, wie man die Erfolgszahlungen aushandelt.

gruss kelle!
 
Wenn Manager so intelligent sind, warum sollten es Arbeitnehmervertreter nicht auch sein?
Weil Manager direkten Einfluss auf das passende Ergebnis nehmen können und Arbeitnehmervertreter nicht.

Die Höhe einer Investition ist doch irrelevant, entscheidend ist Sinn und Zweck.
Und zumindest die großen deutschen Firmen haben interne Verbesserungsabläufe, wo JEDER Mitarbeiter Eingaben machen kann.
Und so ursächlich an Entscheidungen teilhat.
Ich konnte noch nie an einer Entscheidung über den Kauf einer Werkshalle oder Maschine teilhaben, von den Abschreibungen auf diese Teile hängt aber mein Gehalt ab. Ob, und in welcher Höhe diese Investitionen getätigt werden, entscheidet einzig und alleine die Geschäftsführung. Ist das bei Dir anders? Bist Du an solchen Entscheidungen beteiligt? Und ist es die Putzfrau auch?

Ist die Frage, wie man die Erfolgszahlungen aushandelt.
Tja, und da ist eben das Problem, dass Arbeitgeber ganz schnell ihr Angebot auf erfolgsabhängige Vergütung zurückziehen, wenn ein Arbeitnehmervertreter Abrechnung nach seinem Zahlungsmodell fordert... Warum wohl?

Marty
 
Ist das bei Dir anders?

Ist ja schön, dass Du immer mit Extrembeispielen kommst.
Ich habe letzte Woche entschieden, am Samstag zu arbeiten, um die Verfügbarkeit eines meiner betreuten Systeme zu verbessern/erhalten.

Damit habe ich einen möglichen Ausfall und damit verbundene Kosten von ca. 50.000 € verhindert.

Tja, und da ist eben das Problem, dass Arbeitgeber ganz schnell ihr Angebot auf erfolgsabhängige Vergütung zurückziehen, wenn ein Arbeitnehmervertreter Abrechnung nach seinem Zahlungsmodell fordert... Warum wohl?

So lange in einem Zahlungsmodell Gewinne und Verluste gleichwertig behandelt werden, kann es dem Arbeitgeber relativ egal sein.

Abgesehen davon gibt es da auch noch ein paar andere Komponenten, die für den Arbeitgeber interessant sein können:
- andere Motivation der Mitarbeiter
- geringere Streikwahrscheinlichkeit
- die Gehälter orientieren sich an dem Erfolg einer Firma, nicht an dem Erfolg einer Branche

gruss kelle!
 
Ist ja schön, dass Du immer mit Extrembeispielen kommst.
Wie? Wieso Extrembeispiele? Das sind völlig normale Investitionen eines Unternehmens.
Ich habe letzte Woche entschieden, am Samstag zu arbeiten, um die Verfügbarkeit eines meiner betreuten Systeme zu verbessern/erhalten.
Und? Das hast Du jetzt alleine entscheiden können, dass Du jetzt Überstunden machst? Ich denke nicht. Ausserdem: Damit hast Du nichts am Ergebnis des Unternehmens geändert.

Damit habe ich einen möglichen Ausfall und damit verbundene Kosten von ca. 50.000 € verhindert.
Das hat aber nur geringste Auswirkungen auf das Unternehmensergebnis. Mal abgesehen davon, dass es doch Dein Job ist, dafür zu sorgen, dass die Server laufen.

So lange in einem Zahlungsmodell Gewinne und Verluste gleichwertig behandelt werden, kann es dem Arbeitgeber relativ egal sein.
Versteh ich nicht, die Aussage. Ein Unternehmer ist nur dann an solch einem System interessiert, wenn er selber entscheiden darf, was er da als "Gewinn" deklariert. Wird ihm das genommen, verliert er schnell die Lust an dem System der Bezahlung.

Abgesehen davon gibt es da auch noch ein paar andere Komponenten, die für den Arbeitgeber interessant sein können:
- andere Motivation der Mitarbeiter
- geringere Streikwahrscheinlichkeit
- die Gehälter orientieren sich an dem Erfolg einer Firma, nicht an dem Erfolg einer Branche
Alles drei Dinge, die man auch anders regeln kann. Man könnte freiwillige Zahlungen leisten, wenn das Ergebnis besser war als geplant. Dann motiviert man die Mitarbeiter auch. Aber welcher Arbeitgeber macht das schon?

Marty
 
So, stellt sich mir die Frage, warum sowas nicht auch Teil der normalen Tarifverträge wird.
Weil es nicht Bestandteil eines einzelnen Arbeitnehmers ist das Unternehmen nach vorne zu bringen. Jeder soll seinen Job machen und wird dafür entlohnt. Einen Arbeitnehmer an den Erfolg oder Misserfolg eines Unternehmens zu koppeln halte ich für unfair, weil er es nur geringfügig beeinflussen kann und wo will man da Gerechtigkeit schaffen ? Er kann nur in seinem Bereich sein bestes geben.

Ich habe letzte Woche entschieden, am Samstag zu arbeiten, um die Verfügbarkeit eines meiner betreuten Systeme zu verbessern/erhalten.

Damit habe ich einen möglichen Ausfall und damit verbundene Kosten von ca. 50.000 € verhindert.
Na ja, oder hättest du nicht gearbeitet, dann hättest du 50000 € Schaden verursacht, weil deine betreuten Systeme abgestürzt sind. ;)
 
Wie? Wieso Extrembeispiele? Das sind völlig normale Investitionen eines Unternehmens.

Zweifelsohne.
Aber es gibt auch Entscheidungen im Rahmen von vierstelligen Beträgen, die alleine nach nix aussehen, aber die Summer all dieser Entscheidungen führt schon zu Millionen

Und? Das hast Du jetzt alleine entscheiden können, dass Du jetzt Überstunden machst? Ich denke nicht.

Ich habe es alleine entschieden.
Klar brauchte ich das ok vom Betriebsrat und Cheffe, aber die Entscheidung, was wann wie gemacht wird, war meine.

Das hat aber nur geringste Auswirkungen auf das Unternehmensergebnis.

Bei 3.000 Angestellte, wenn jeder 50.000 € spart, ergibt das 150.000.000 €.
Kleinvieh macht halt eben Mist.

Mal abgesehen davon, dass es doch Dein Job ist, dafür zu sorgen, dass die Server laufen.

Zum einen hat jeder seinen Job, zum anderen hätte ich auch anders entscheiden können.

Versteh ich nicht, die Aussage. Ein Unternehmer ist nur dann an solch einem System interessiert, wenn er selber entscheiden darf, was er da als "Gewinn" deklariert. Wird ihm das genommen, verliert er schnell die Lust an dem System der Bezahlung.

Ganz einfach.
Es gibt erstmal den Gewinn als Differenz zwischen Einnahmen und Ausgaben. Dann kann man Abschreibungen abziehen, Steuern gehen runter ...

Will man nun den Gewinn ganz am Anfang ohne Steuern und Abzüge als Grundlage nehmen, muss man den Verlust ganz am Ende akzeptieren.
So, bezieht man aber den rechnerisch geringsten möglichen Gewinn ein, dann hat es zur Folge, dass man den rechnerisch geringsten Verlust mit einbezieht.

Von daher ist es dem Arbeitgeber egal...
Ob er im einen Fall dieses Jahr 50% Zuschlag zahlt, nächstes Jahr aber 45% abzieht, oder ob er dieses Jahr 5% Zuschlag zahlt und nächstes Jahr 0% abzieht.
Ich glaube aber, dass unter der Betrachtung kaum ein Angestellter maximalen Gewinn und maximalen Verlust fordert, da die Schwankungen zu extrem sind.

Alles drei Dinge, die man auch anders regeln kann. Man könnte freiwillige Zahlungen leisten, wenn das Ergebnis besser war als geplant. Dann motiviert man die Mitarbeiter auch. Aber welcher Arbeitgeber macht das schon?

Einige.
Bei Siemens gibt es ab einer bestimmten Anzahl von Jahren eine jährliche Zahlung, die irgendwie auch gewinnabhängig ist.
Audi macht sowas auch..

Und Punkt 3 lässt sich darüber nicht abfackeln.
Tarifliche Erhöhungen hat nun mal ein Betrieb im Arbeitgeberverband zu zahlen, egal ob er momentan Gewinne oder Verluste schreibt.

gruss kelle!
 
Einen Arbeitnehmer an den Erfolg oder Misserfolg eines Unternehmens zu koppeln halte ich für unfair, weil er es nur geringfügig beeinflussen kann und wo will man da Gerechtigkeit schaffen ?

Schön.
Dann lassen wir also alle Lohnerhöhungen weg, weil die Kopplung an den Erfolg unfair ist.
Schreie nach "Mehr Kohle, es gibt ja riesen Gewinne" wären somit überflüssig.

Schön. :mrgreen:

gruss kelle!
 
Schön.
Dann lassen wir also alle Lohnerhöhungen weg, weil die Kopplung an den Erfolg unfair ist.
Ja, Erfolg ist ein dehnbarer Begriff. Man kann unter Erfolg vieles verstehen, sicherlich ist der Arbeitnehmer mit am Erfolg des Unternehmens beteiligt, doch ist er ausübendes Organ. Er übt seinen Job aus.
Schreie nach "Mehr Kohle, es gibt ja riesen Gewinne" wären somit überflüssig.
Jo, Angebot und Nachfrage regelt das Geschäft. Ist überall so. Ist doch gut wenn Gewinne geschoben werden, dann wird mehr gemacht, mehr gebraucht, mehr ... :mrgreen:

MfG
maiki123

P.S.: Sorry wenn ich das so trivial sehe, ein Arbeitnehmer ist kein Garant für Erfolg, aber ein wichtiger Bestandteil zum Erfolg. Ist so, war immer so und wird immer so bleiben, Unternehmer und auch Manager sind treibende Kraft für den Erfolg eines Unternehmens.
 
Ich muss mal, noch was sagen. @ Bier(Kelle)Du hast also 50.000 € Schaden gespart. Erstmal mein Lob, saubere arbeit. Kann aber sein, das jetzt, weil ja eben Ausfälle im rahmen von 50.000 € möglich sind, Rücklagen gebildet werden. Bldöerweise sind die in der Bilanz nicht als Gewinn sondern eben Rücklage deklariert. Sprich, es kann sein das, obwohl du saubere Arbeit geleistet hast, das Unternehmen 50.000 € besser dasteht als ohne deine Leistung der Gewinn unverändert bleibt. Und so gibt es unzählige Tricks, wie man den Gewinn auf der Bilanz schmälern kann, das Unternehmen aber super da steht und dem Manager Top-Gehälter zahlt und dem Arbeitnehemer mit arbeitszeitverlängerung straft. Weil ja kein Gewinn da war. Daher meine Skepsis.
 
Zweifelsohne.
Aber es gibt auch Entscheidungen im Rahmen von vierstelligen Beträgen, die alleine nach nix aussehen, aber die Summer all dieser Entscheidungen führt schon zu Millionen
Welche dieser Entscheidungen werden in einem durchschnittlichen Grossunternehmen von "normalen" Mitarbeitern getroffen? Antwort: Keine.

Bei uns gibt es klare Regelungen, was solche Entscheidungen betrifft. Und der Mitarbeiter auf der untersten Ebene darf nicht mal selber entscheiden, ob er neues Werkzeug braucht oder nicht.

Ich habe es alleine entschieden.
Klar brauchte ich das ok vom Betriebsrat und Cheffe, aber die Entscheidung, was wann wie gemacht wird, war meine.
Lass mich raten: Du hast keinen "Fliessbandjob", sondern eine Arbeitsstelle, die selbstständiges Arbeiten beinhaltet. Das sind aber nur wenige Mitarbeiter eines Unternehmens. Oder meinst Du, Mitarbeiter bei Euch in der Produktion könnten selber entscheiden, wann sie was arbeiten?

Bei 3.000 Angestellte, wenn jeder 50.000 € spart, ergibt das 150.000.000 €.
Kleinvieh macht halt eben Mist.
Ihr habt also 3.000 Informatiker, die 50.000 Euro Sparpotential pro Jahr erkennen können? Du schliesst zuviel von deinem Job auf andere.

Zum einen hat jeder seinen Job, zum anderen hätte ich auch anders entscheiden können.
Ja, und wenn Dein Job ist, selbstständig für die Verbesserung und Erhaltung der Serverlandschaft zu sorgen und trotzdem solche Ausfälle auftreten, dann wird Dein Chef vielleicht irgendwann jemand anderen damit beauftragen. Aber alles reine Spekulation, ohne das Du den genauen Sachverhalt mitteilst.

Ganz einfach.
Es gibt erstmal den Gewinn als Differenz zwischen Einnahmen und Ausgaben. Dann kann man Abschreibungen abziehen, Steuern gehen runter ...

Will man nun den Gewinn ganz am Anfang ohne Steuern und Abzüge als Grundlage nehmen, muss man den Verlust ganz am Ende akzeptieren.
Das habe ich immer noch nicht verstanden. Ich mach dir mal ein Beispiel, wie das läuft:

Unternehmen hat einen Standort in einem beliebigen Niedrigsteuerland und reduziert seine Steuerlast in Deutschland, indem es Gewinne dahin verlagert und Verluste nach Deutschland. Schon kann man den deutschen Mitarbeitern jedes Jahr was von Verlusten vorjammern und trotzdem Gewinne machen.

Erfolgszahlungen müssen auf Basis von Gewinn vor Abschreibung und Steuern und unter Berücksichtigung Konzerninterner Verrechnung vereinbart sein. Und das will kein Arbeitgeber.

Einige.
Bei Siemens gibt es ab einer bestimmten Anzahl von Jahren eine jährliche Zahlung, die irgendwie auch gewinnabhängig ist.
Audi macht sowas auch..
Freiwillige Zahlungen? Zusätzlich zum Gehalt? Oder dann doch tariflich vereinbart oder als Betriebsvereinbarung?

Und Punkt 3 lässt sich darüber nicht abfackeln.
Tarifliche Erhöhungen hat nun mal ein Betrieb im Arbeitgeberverband zu zahlen, egal ob er momentan Gewinne oder Verluste schreibt.

Völlig in Ordnung. Ein Mitarbeiter soll ja auch kein unternehmerisches Risiko tragen, das macht der Unternehmer. Und wenn er seine Aufgabe vernünftig ausführt, dann verdient er deshalb auch deutlich besser als der MItarbeiter.

Unternehmerisches Risiko auf Arbeitnehmer abzuwälzen ist in gewissem Rahmen denkbar, leider wollen deutsche Unternehmer das nur so gestalten, dass sie davon einseitig profitieren können. Ich erlebe genau das gerade bei meinem Arbeitgeber. Da wurde jetzt so ein netter Newsletter rausgeschickt, dass die erfolgsabhängigen Zahlungen bis 2012 ausbleiben, weil durch Investitionen so hohe Abschreibungen entstehen, dass das Unternehmen erstmal ein paar Jahre rechnerisch Miese macht. Und dafür haben die Mitarbeiter auf tarifliche Ansprüche verzichtet vor ein paar Jahren, das haben sie jetzt davon.

Marty
 
Welche dieser Entscheidungen werden in einem durchschnittlichen Grossunternehmen von "normalen" Mitarbeitern getroffen? Antwort: Keine.

Wie viele Entscheidungen werden denn von Mitarbeitern initiiert?
A la: "Meister, wenn wir das so und so machen, dann schaffen wir mehr Teile."

Ihr habt also 3.000 Informatiker, die 50.000 Euro Sparpotential pro Jahr erkennen können? Du schliesst zuviel von deinem Job auf andere.

Sicherlich haben wir das Sparpotential nicht.
Ich rechne auch nicht so pauschal hoch.

Wenn Du aber das Sparpotential eines einzelnen Mitarbeiters als nicht geschäftsrelevant abtust, dann klappt das auch nicht.

Erfolgszahlungen müssen auf Basis von Gewinn vor Abschreibung und Steuern und unter Berücksichtigung Konzerninterner Verrechnung vereinbart sein. Und das will kein Arbeitgeber.

Dann müssen aber auch Verluste inkl. der Abschreibung etc. abgezogen werden, so dass im Verlustfall der MA richtig Einbußen macht.

Ganz flach gesagt:
Unternehmen macht 10 Mio Gewinn, 5 Mio Abschreibung.
Nächstes Jahr:
Unternehmen macht 5 Mio Verlust, 5 Mio Abschreibung.

Du willst eine Beteiligung an den 10 Mio haben. Kein Problem, dann lass Dich aber auch an den 10 Mio Verlust beteiligen.
Mir würde ne Beteiligung an 5 Mio Gewinn reichen, da brauch ich mich auch nur an 5 Mio Verlust beteiligen.

Von daher ist es jedem egal, an welchem Gewinn man beteiligt wird.

Freiwillige Zahlungen? Zusätzlich zum Gehalt? Oder dann doch tariflich vereinbart oder als Betriebsvereinbarung?

Ich denke, freiwillig auf Basis einer Betriebsvereinbarung.
Abhängig von Gehaltsgruppe und Betriebszugehörigkeit.

Völlig in Ordnung. Ein Mitarbeiter soll ja auch kein unternehmerisches Risiko tragen, das macht der Unternehmer. Und wenn er seine Aufgabe vernünftig ausführt, dann verdient er deshalb auch deutlich besser als der MItarbeiter.

Gut, wenn Sie nicht am Risiko beteiligt werden sollen, ist auch die Forderung nach mehr Gehalt aufgrund von Gewinnsteigerungen hinfällig.

Denn wer das ein will (Mehr Geld bei Gewinn), muss das andere mögen (Weniger Geld bei Verlust).

Unternehmerisches Risiko auf Arbeitnehmer abzuwälzen ist in gewissem Rahmen denkbar, leider wollen deutsche Unternehmer das nur so gestalten, dass sie davon einseitig profitieren können.

Zum einen fordern ja diverse Politiker mehr Beteiligungsmöglichkeiten der Angestellten am Unternehmen.
Zum anderen passt mir Aussage des einseitigen Profits nicht.
Klar, zählbar gibt es den Profit für den Unternehmer, klar.
Nur profitiert der Mitarbeiter auch:
- ein Unternehmen was investiert vermittelt mehr Sicherheit als ne herunter gekommene Bude.
- Investitionen können zu verbesserten Arbeitsbedingungen führen
...

gruss kelle!
 
Wie viele Entscheidungen werden denn von Mitarbeitern initiiert?
Zwischen dem Vorschlag und der Verantwortung klafft aber eine Lücke, oder?
Sicherlich haben wir das Sparpotential nicht.
Ich rechne auch nicht so pauschal hoch.
Hattest Du nicht geschrieben "wenn 3000 Mitarbeiter jeweils 50.000 Euro sparen..."?

Wenn Du aber das Sparpotential eines einzelnen Mitarbeiters als nicht geschäftsrelevant abtust, dann klappt das auch nicht.
Du hast kein Sparpotential, Du hast die Arbeit gemacht, für die Du bezahlt wirst. Oder war es Arbeit, die nicht Teil Deines Arbeitsvertrags ist?

Ganz flach gesagt:
Unternehmen macht 10 Mio Gewinn, 5 Mio Abschreibung.
Nächstes Jahr:
Unternehmen macht 5 Mio Verlust, 5 Mio Abschreibung.

Du willst eine Beteiligung an den 10 Mio haben. Kein Problem, dann lass Dich aber auch an den 10 Mio Verlust beteiligen.
Das ist doch genau der Sinn und Zweck einer erfolgsabhängigen Beteiligung. z.B. 25% sind variabel und hängen vom Geschäftergebnis ab. Ist das Ergebnis 10 Mio. Miese, dann bekomme ich nichts, ist es 10 Mio. Plus dann bekomme ich die volle Zulage, für Werte dazwischen eben anteilsmässig. Da sehe ich doch überhaupt kein Problem. So ist das auch heute schon. Nur wird heute die Aschreibung mitgerechnet. Und dann hast Du bei Deinem Beispiel einmal nur 5 Mio. Gewinn und beim zweiten Mal 15 Mio Verlust... Blöde Sache, oder?

Mir würde ne Beteiligung an 5 Mio Gewinn reichen, da brauch ich mich auch nur an 5 Mio Verlust beteiligen.
15 Mio. Verlust, Abschreibungen erhöhen den Verlust. Du wärst auch drauf reingefallen, sehe ich.

Von daher ist es jedem egal, an welchem Gewinn man beteiligt wird.
Jemandem, der Buchhaltung beherrscht ist das nicht egal.

Ich denke, freiwillig auf Basis einer Betriebsvereinbarung.
Abhängig von Gehaltsgruppe und Betriebszugehörigkeit.
Eine Betriebsvereinbarung ist nicht freiwillig. Es ist das Ergebnis einer Verhandlung zwischen Betriebsrat und Geschäftsführung. Es ist natürlich schön, wenn ein Arbeitgeber ankommt und sagt, er hätte 10 Mio. Gewinn gemacht, davon will er mal freiwillig 1 Mio. verteilen.

Gut, wenn Sie nicht am Risiko beteiligt werden sollen, ist auch die Forderung nach mehr Gehalt aufgrund von Gewinnsteigerungen hinfällig.
Sie sind bei einer vernünftigen erfolgsabhängigen Vergütung am Risiko beteiligt. Aktuelle Vorschläge verlagern aber das Risiko auf den Arbeitnehmer, und das ist nicht richtig.

Denn wer das ein will (Mehr Geld bei Gewinn), muss das andere mögen (Weniger Geld bei Verlust).
Das war doch von Anfang an hier Thema, oder?

Zum einen fordern ja diverse Politiker mehr Beteiligungsmöglichkeiten der Angestellten am Unternehmen.
Zum anderen passt mir Aussage des einseitigen Profits nicht.
Wieso, das kann man doch bei Siemens z.B. ganz einfach lösen: Die Mitarbeiter, die sich beteiligen wollen, kaufen Aktien. So kann jeder sein Risiko selber beeinflussen. Arbeitet er gut, bekommt er viel Dividende, arbeitet er schlecht, gibt es keine Dividende.

Marty
 
Vielleicht trägts ja zur Diskussion bei:

Vor Kurzem hab ich gelesen, dass Toyota so ein Modell hat und vom Fabriksarbeiter aufwärts Gewinnbeiteiligung ausschüttet. Ohne Murren haben die Mitarbeiter plötzlich zugestimmt die Fabrikshallen nicht mehr so stark zu heizen usw. So eine Beteiligung hilft sicher die Wichtigkeit der Rentabilität auch dem Angestellten klar zu machen.

Gewirkt hats da auf alle Fälle. Toyota hat einen Gewinn von 10 Mia. $ und japanische Fabriksarbeiter bekommen (mit den Boni) um 40% mehr als Deutsche.