Fristgerechte Kündigung ohne Grund

Giusi

Well-known member
20 September 2009
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Hai Leute,

ich bin mir im klaren dass ich mir hier keine genaue Antwort erhoffen brauch, doch möchte ich die ein oder andere Meinung von euch hören. Evtl. ist ja auch eine Erfahrung dabei :LOL:

Ich habe zum 02.08.2010 einenh Arbeitsvertrag mit drei Monaten Probezeit unterschrieben. Lief auch ganz gut bis vergangenen Dienstag. Ich habe mich morgens nicht Fit genug für die Arbeit gefühlt, habe punkt 8.00 Uhr angerufen und mich Krank gemeldet um ein Arzt auf suchen zu können.

Um 14.30 Uhr war ich beim Arzt, wurde wegen einer Nasennebenhöhlenentzündung bis Freitag krank geschrieben. DIe Krankmeldung gleich per Einschreiben an den Betrieb raus und angerufen und berichtet dass die Krankmeldung spätestens Mittwoch ankommen sollte. Dies war auch der Fall.

Nun stehe ich Donnerstag mittag auf, bekomme ein Einschreiben des Betriebes und darin befindet sich eine "Fristgerechte Kündigung zum 15.12.2010", es ist leider auch kein Grund genannt.

Nun ist meine Frage, da die Probezeit schon um ist, muss der Betrieb doch einen Grund angeben, bzw. ich muss mir was zu Schulden kommen lassen, um eine Kündigung zu erlauben?

Ich hoffe dass die Kündigung nicht rechtens ist, da es mir so vorkommt als wäre der Betrieb der Meinung ich wäre noch in der Probezeit, was ja nicht der Fall ist.

Eure Meinung interessiertt mich, also bitte Posten. Ich weis heut zu Tage ist es "Selbstmord" sich Krank zu melden aber sowas brauche ich nicht hören, jeder ist in anderer Meinung. Wegen nem Schnitt im Finger geh ich auch arbeiten, aber wenn man sich derart unwohl fühlt, muss man sich das nicht antun, finde ich...

Danke schonmal. :-?
 
§2 Probezeit
Die ersten drei Monate des Arbeitsverhältnisses gelten als Probezeit. Während dieser Zeit kann das Arbeitsverhältnis von jedem Vertragsteil mit einer Frist von einem Tag ohne Angabe eines Grundes gekündigt werden.

§7 Kündigung
Eine Kündigung muss schriftlich erfolgen und kann an jedem Wochentag ausgesprochen werden.

Das ist alles was in der Richtung im Vertrag steht. Wobei §7 etwas kurios klingt?
 
Daraus lese ich, wenn ich das richtig verstehe, dass eine Frist von vier Wochen, zum 15 oder zum Monatsende gekündigt werden kann.

Von Heute, bzw. gestern (01.12.10 wurde die Kündigung verfasst) bis zum 15.12.10 sind aber keine vier Wochen.

Danke für den Link.
 
Auf der einen Seite sieht es so aus als wäre die Kündigung rechtens, auf der anderen Seite kann man an der Kündigung zweifeln.

Ich denke ich werde mir Hilfe der IGMetall holen, sollte noch eine Chance bestehen der Kündigung unwirksamkeit nach zu weisen, werde ich diese natürlich auch nutzen.
 
Unwirksam ist diese nicht meines erachtens nach(wie ich gelesen hab), nur müssen die gesetzlichen Fristen eingehalten werden.
Wie du schon sagst besser du suchst dir Rat bei einem Experten die kennen sich aus und wissen was rechtens ist.
 
Da die Kündigung nicht die gesetzliche Kündigungfrist enthält, ist sie vorerst unwirksam und muss neu ausgesprochen werden.

Allerdings musst Du deine Arbeit weiter ausüben, solange der Betrieb es zulässt.
Desweiteren würde ich nicht ohne Anwalt (gern auch der von der IG Metall), gegen die Kündigung vorgehen.

Vermeiden wird sich die Kündigung wohl nicht lassen, aber dein Recht wirst Du bekommen, wenn Du dir fachliche Hilfe holst.
Könnte auch möglich sein, das die Kündigung zurückgezogen wird, wenn die Firma nette Post bekommt, ob Du das möchtest musst Du selber wissen.
 
Die Kündigungsfrist ist laut Gesetz 4 Wochen zum 15. oder Ende des Monats. Etwas anderes kann in einem Tarifvertrag oder einzelvertraglich mit Dir direkt vereinbart werden. Das steht in §622 BGB.

Ist das nicht so, ist hier die Kündigungsfrist zu kurz. Dadurch ist sie aber nicht ungültig, sie läuft nur länger. Bei Dir vermutlich bis zum 30.12.

Einen Grund muss der Arbeitgeber nur angeben, wenn Du schon länger als 6 Monate bei ihm bist. Das steht irgendwo im KschG.

Eine Beratung bei der Gewerkschaft ist nie schlecht. Wenn DU da Mitglied bist, hast Du auch einen Rechtsschutz in Arbeitsrecht.

Gruss
Marty
 
Bin mit der Gewerkschaft in Kontakt getreten, bin seit Tag eins meiner Ausbildung Mitglied.

Mir wurde leider "nur" genau das gesagt, was ihr zwei schon geschrieben habt, nochmals vielen Dank für eure Beiträge. Die Frist muss vier Wochen betragen, da sie nur zwei Wochen beträgt wird dies einfach zum 31.12 aufgeschoben, berührt die Kündigung aber nicht an der Wirksamkeit.

Irgendwie hab ich das fest im Hinterkopf verankert, dass bei einer Kündigung außerhalb der Probezeit ein Grund genannt werden muss, aber es ist, wie Du schon sagtest, erst ab dem sechsten Monat der Zugehörigkeit der Fall. Hier spielt auch die Anzahl der Mitarbeiter und solch Kleinigkeiten eine Rolle, für mich leider uninteressant.

Vielen Dank für eure Beiträge. Wird eben über die (sowieso wenigen) Feiertage die ein oder andere Bewerbung fertig gemacht, schick verpackt mit Schleife und Geschenkpapier :ugly:
 
Vielen Dank für eure Beiträge. Wird eben über die (sowieso wenigen) Feiertage die ein oder andere Bewerbung fertig gemacht, schick verpackt mit Schleife und Geschenkpapier :ugly:
Ich wünsch Dir Glück dabei. Und denk daran: Ein Arbeitgeber, für den Du nur bis zur ersten Krankheit was zählst und Dich dann wie Abfall behandelt, der ist es auch nicht wert, motivierte und leistungsfähige Mitarbeiter zu bekommen.

Marty
 
Vielen Dank für eure Beiträge. Wird eben über die (sowieso wenigen) Feiertage die ein oder andere Bewerbung fertig gemacht, schick verpackt mit Schleife und Geschenkpapier :ugly:

Wieso erst in den Feiertagen? Jetzt brauchst Du doch auch nicht mehr gesund werden für den Arbeitgeber der keinen Wert auf Deine Anwesenheit legt :p
 
Ich wünsch Dir Glück dabei. Und denk daran: Ein Arbeitgeber, für den Du nur bis zur ersten Krankheit was zählst und Dich dann wie Abfall behandelt, der ist es auch nicht wert, motivierte und leistungsfähige Mitarbeiter zu bekommen.

Marty

Danke für diese Worte, die ersten Tage hatte ich zu nächst Schuldgefühle. Ich habe mich natürlich selbst belastet und dachte zunächst erst einmal an allen negativen Dinge die durch Folge des Jobverlustes eintreten können und auch werden.

Ich muss nochmals sagen dass ich kein Mensch bin der gleich bei geringen Symptomen im Bett liegen bleibt. Doch ab einem bestimmten Level ist es für mich einfach nicht mehr Sinnvoll auf die Arbeit zu gehen. Man beachte nur einmal dass durch mangel an Konzentration einiges vorfallen kann. Nicht nur sich selbst gefährdet man, auch Kollegen im näheren Umfeld. An zweiter Stelle die eigene Gesundheit, wie schnell hat man bei einer Erkältung/Grippe oder ähnliches den Herzmuskel in Gefahr gebracht?

Es soll jetzt auch nicht so dramatisch klingen, aber prinzipiell ist es nicht richtig sich so zu quälen. Ich würde es als "Pech, Schicksal, Bestimmung" oder sonst etwas in der Richtung abstempeln. Im vorigen Betrieb war ich gut und gerne 12 Monate und mehr ohne auch nur einem Fehltag (durch Krankheit) zu kassieren. Dumm dass es dafür im "neuen-alten" ( :mrgreen: ) Job so "früh" passiert ist.

Ich bin jung, die Wirtschaft ist dabei sich vom Boden zu erheben, wird schon :p
 
Wieso erst in den Feiertagen? Jetzt brauchst Du doch auch nicht mehr gesund werden für den Arbeitgeber der keinen Wert auf Deine Anwesenheit legt :p

Damit würde ich ja riskieren dass folgendes eintreten könnte: Neuer Chef will wissen wieso ich gekündigt wurde (lügen is nich so mein Ding), er sieht ja anhand der Bewerbung wer vorher Chef war und könnte ja auf die Idee kommen sich zu informieren. Dann hab ich nicht einmal eine Chance durch persönliche Leistung zu überzeugen.
 
Damit würde ich ja riskieren dass folgendes eintreten könnte: Neuer Chef will wissen wieso ich gekündigt wurde (lügen is nich so mein Ding)

Eine Lüge ist doch überhaupt nicht notwenig wenn das stimmt was Du hier erzählt hast. Dann wurdest Du zum falschen Zeitpunkt krank und wurdest deshalb gekündigt. Oder war noch mehr?
 
Eine Lüge ist doch überhaupt nicht notwenig wenn das stimmt was Du hier erzählt hast. Dann wurdest Du zum falschen Zeitpunkt krank und wurdest deshalb gekündigt. Oder war noch mehr?

Nein, so ist es der Wahrheit entsprechend.

Ich würde als Chef durch die Tatsache dass (abgesehen von dem Menschen der dahinter steckt) vorsichtig mit dem Gedanken spielen, "wenn er Krank geworden ist, okay passiert wir sind nur Menschen. Aber wieso war er zwei Wochen Krank? Wird er häufig krank? Muss ich damit rechnen dass er regelmäßig seine zwei Wochen Krankheit macht?" So kann ich sagen, eine Woche dann wars wieder ok. Für mich klingt das einfach runder :biggrin:

Verstehst Du was ich meine? Ich bin nach einer Woche, genau nach 4 Tagen wieder Fit, würde ich jetzt noch eine Woche drann hängen, habe ich das schlechte Gefühl es könnte mir nur schaden.

Klar sehe ich es auch so, dass nach solch einer (für mich) unfairen Aktion ich dem Chef auch eine "reinwürgen" könnte.
 
Klar sehe ich es auch so, dass nach solch einer (für mich) unfairen Aktion ich dem Chef auch eine "reinwürgen" könnte.

Ach ich würde dem keine "reinwürgen" wollen, ich empfände es nur fair ein wenig Auszeit vor Weihnachten zu erhalten um schon einmal ein paar Bewerbungen zu verschicken.

Dann kann man nämlich auch Weihnachten ein wenig mehr der Familie widmen und schonmal hoffen das eine der Bewerbungen gut läuft oder hat schon ein Vorstellungsgespräch in der Tasche.
 
Wenn Du eh gekündigt bist ist es doch vollkommen egal
was er denkt. Also ich würde mich rigeros krankmelden
und die Zeit lieber der Jobsuche widmen...
 
Danke für diese Worte, die ersten Tage hatte ich zu nächst Schuldgefühle.
Ich finde das wirklich schlimm, was heutzutage abgeht. Warum solltest du Schuldgefühle haben, weil du krank bist? Es sei denn du bist letzte Woche in Badehose mit nassen Haaren den ganzen Abend auf dem Weihnachtsmarkt gewesen und hast dich dort betrunken. :ugly:
Es ist doch völlig normal, MAL krank zu sein, das passiert jedem mal, auch dem Chef.
Im Gegenteil, ich finde es extremst unverantwortlich, dass irgendwelche kranken Leute ständig arbeiten gehen und dann in der S-Bahn rumniesen und husten.
Irgendwann werde ich so jemanden mal aus Spaß wegen Körperverletzung anzeigen, denn nichts anderes ist das.
Wer krank ist, soll zuhause bleiben und nicht noch den Rest der Stadt anstecken.