Freie Softwarelizenzen - wo liegt die Grenze?

raven

Well-known member
20 April 2006
5.038
540
Hiho,

vielleicht habt ihr schon meinen Thread im Lose-Talk gesehen: Ich plane ein quelloffenes und freies Loseseiten-System, welches von jedem mitentwickelt werden kann. Das passiert über modulartige Pakete, welche über meinen SVN-Server und eine Server-API distributiert werden. Ich plane nun, den Paketmanager unter die GPL zu stellen, und die Programmierer der offiziellen Erweiterungen des Skriptes, die über meinen SVN-Server laufen, dazu zu zwingen, ihre Erweiterungen unter die selbe Lizenz zu stellen. Das hat den Sinn, das keiner auf die Idee kommt, seine offiziellen Erweiterungen unter eine andere Lizenz zu stellen, die zum Beispiel die Entlohnung des Entwicklers vorsieht.

Nun kommt aber ein weiteres Problem hinzu: Es werden von Usern definitiv fremde, proprietäre, kostenpflichtige Slots eingebaut werden, welche (hoffentlich? *g*) auch in Pakete gepackt sein werden, jedoch nicht über meinen SVN-Server vertrieben werden. Sieht die GPL vor, dass auch diese quelloffen und unter der GPL sein müssen? Das wäre ja praktisch unmöglich, weil fast alle Slotbauer ihren Quellcode streng unter Verschluss halten. Gleichzeitig soll aber verhindert werden, dass sämtliche modulartigen Pakete nicht mehr über meinen SVN-Server distributiert werden, sondern im Lose4Scripts verkauft werden, denn dann hätte das Loginsystem ja seinen Sinn verfehlt, es wäre nicht mehr frei und quelloffen.

Wo liegt die Grenze, und welche freie Softwarelizenz kommt am nächsten an mein Wunschziel heran? Ich spekulier mit bartman bereits die ganze Zeit, wie die GPL zu verstehen ist, aber wir haben und noch nicht einigen können.

Vielleicht gibts hier ja jemanden, der davon mehr Ahnung hat ;)

raven
 
veröffentlichung des quellcodes muss nur sein, wenn änderungen an einem lgpl-script durchgeführt wird.
sollte man erweiterungen und ähnliches die keine modifikation (wie module) dann können diese unter jeder lizenz angeboten, egal welche
 
If a program released under the GPL uses plug-ins, what are the requirements for the licenses of a plug-in.
It depends on how the program invokes its plug-ins. If the program uses fork and exec to invoke plug-ins, then the plug-ins are separate programs, so the license for the main program makes no requirements for them.

If the program dynamically links plug-ins, and they make function calls to each other and share data structures, we believe they form a single program, which must be treated as an extension of both the main program and the plug-ins. This means the plug-ins must be released under the GPL or a GPL-compatible free software license, and that the terms of the GPL must be followed when those plug-ins are distributed.

If the program dynamically links plug-ins, but the communication between them is limited to invoking the `main' function of the plug-in with some options and waiting for it to return, that is a borderline case.

von https://www.gnu.org/licenses/gpl-faq.html

Folglich muessten alle Extensions GPLd werden, da sie ja Funktionen des Backends nutzen.

=> GPL faellt flach
 
Es wird also unfreie Module zum Einbau in Webseiten geben. Ich bin der Meinung, dass die Module, wenn sie auch ohne den GPL-Code nutzbar wären, nicht GPLd werden müssen.

bartman schrieb:
Folglich muessten alle Extensions GPLd werden, da sie ja Funktionen des Backends nutzen.
Das kommt drauf an, wie sie drauf zugreifen. Wenn du einen GPL-Webserver programmierst, darfst du auch mit non-GPL-Browsern drauf zugreifen. Ich weiß ja nicht, wie ihr vorhabt, das mit dem Zugriff auf das Backend zu regeln. Wenn das Backend bestimmte Funktionen bereit stellt, auf die die Programmlogik der Module unbedingt angewiesen sind, dann ist es sicher ein abgeleitetes Werk, oder wie auch immer. Nvidia und Ati machen es bei Linux-Treibern ja ziemlich geschickt, indem sie eine Zwischenschicht zwischen Kernel und Treiber packen. Ist zwar auch eine Grauzone, aber noch hat es ihnen niemand verboten. Nur würde ich dann drauf achten, dass das Ding unter GPL2 lizenziert wird, ohne den Hinweis "or (at your option) any later version". Version 3 wird in der Hinsicht garantiert bugfixed sein ;).

Also ich weiß nicht, wie die Extensions augebaut sein werden, aber geht es nicht z. B. so, dass die Kommunikation mit dem Backend (wie auch immer) über ein (GPL-)Plugin für die proprietären Extensions gelöst wird? Es hört sich ja so an, als wäre non-GPL-Code eher die Ausnahme, mir würde es da schwerfallen, deswegen auf eine so mächtige Lizenz zu verzichten.
 
Die Zwischenschicht find ich grausam, moeglich, aber grausam ;)

Was sagt ihr hierzu?

Paketmanager wird GPL, der uebernimmt nur die Aufgabe Pakete zu installieren und verwalten - bis auf Kopier- und Entpackoperationen agieren die beiden also nicht, folglich ist die Lizenz der Module egal.

Alle Module die in unser Repository kommen werden unter die LGPL gestellt, somit kann jedes andere Modul diese auch nutzen.

Slotbauer koennen dann ihre closed-source-ultra-restricted Lizenzen anwenden und duerfen trotzdem die Module benutzen.
 
...Was sagt ihr hierzu?...

tschuldige, aber diese unter "verschluss" gehaltenen slot-quellen sind vollkommener humbug und teilweise so fehlerhaft, dass es vollkommen indiskutabel ist, diese überhaupt beachten zu wollen. man schaded (s)einem offenen system nur damit, wenn man so etwas ungeprüft zulässt.

immer wenn ich mir scripts von klamm-kiddies vornehmen muss und fehler beseitigen soll, dann stehen mir die haare zu berge. 99% der scripter haben nicht die blasseste ahnung, was richtlinien und saubere programmierung ist. ich finde, solche stümper haben in einem offenen system nichts zu suchen. mich würde auch mal interessieren, was an den scripts so furchtbar genial sein soll, dass man es nicht zeigen will. im gegenteil: mein ego treibt mich eher dazu, meine genialen sachen zu zeigen, damit die anderen blass vor neid werden :evil:

also meine meinung: stellt alles unter gpl und erreicht damit einen programmierer-kreis, der verantwortlich und sauber schreibt. für jeden slot, der hier produziert wird, wird sich auch ein programmierer finden, der die serverseite für das open-system neu schreibt. wer das sytem verwendet kann sich freuen, endlich ein sauberes und weitgehend fehlerfreies system zu benutzen ... vielleicht sterben ja damit die ganzen furchtbaren eigen-kreationen aus, die es anderen usern erlauben, millionen von losen durch ausnutzung von bugs zu ergaunern...
 

Dem muss ich auch größtenteils zustimmen, es wäre wirklich von Vorteil, an solch einem Projekt nur Programmierer (keine "Programmierer") zuzulassen. Es kann einfach nicht sein, dass wenn man sich einige Scripts aus Lose4Scripts anschaut ohne Source innerhalb kürzester Zeit einen sicherheitsrelevanten Bug gefunden hat - wundert mich, dass es da noch niemanden so "richtig" erwischt hat ...
 
Du hast Recht AS, man sollte da Konsequent sein. Der Markt entscheidet eh, an welche Systeme die Spielebauer ihre Sachen anpassen. Ausserdem verliert ja auch keiner was, wenn er das Backend seines Slots offenlegt - damit verdient man ja nichts. Lizenzsystem/Name des Lizenzhalters in den Slot rein und man schliesst Abuse aus.

GPL all the way.