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- 25 April 2006
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[N] Druck auf UNICEF verstärkt sich
Folgende News wurde am 05.02.2008 um 18:31:35 Uhr veröffentlicht:
Druck auf UNICEF verstärkt sich
DPA-News
Folgende News wurde am 05.02.2008 um 18:31:35 Uhr veröffentlicht:
Druck auf UNICEF verstärkt sich
DPA-News
Köln/Berlin (dpa) - Angesichts der Untreuevorwürfe gegen UNICEF Deutschland haben die Bundesregierung und die Europazentrale des UN- Kinderhilfswerks den Druck erhöht. «Wir erlauben nicht das geringste Fehlverhalten, wir haben null Toleranz», sagte UNICEF-Sprecherin Veronique Taveau in Genf. Der Vorstand der deutschen Sektion will an diesem Mittwoch in Berlin bei einer Pressekonferenz Stellung nehmen. Unterdessen laufen UNICEF die Spender weg. In den vergangenen Wochen hätten sich 5000 Dauerspender von UNICEF getrennt, bestätigte ein Sprecher in Köln. Im Dezember seien die Einnahmen um 3,5 Millionen Euro hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Die deutsche UNICEF-Botschafterin Sabine Christiansen forderte «transparente Strukturen und bessere Kontrollen» ein. Sie sagte «bild. de», es sei traurig anzusehen, «wie sehr die Vorwürfe eine vertrauensvolle Arbeit von Jahrzehnten beschädigen». Ein Rückzug von ihrem Amt lehnte sie ab. Der Kölner Oberstaatsanwalt Günther Feld bestätigte, dass gegen UNICEF nach wie vor wegen des Anfangsverdachts der Untreue ermittelt werde. Es geht darum, dass Geschäftsführer Dietrich Garlichs externe Berater zu großzügig honoriert haben soll. Der neue UNICEF-Vorsitzende Reinhard Schlagintweit schrieb dazu in einem Brief an die UNICEF-Arbeitsgruppen, die Honorare seien angemessen gewesen und hätten der Organisation letzten Endes höhere Ausgaben erspart. «Die letzten zweieinhalb Monate waren ein Alptraum», schrieb er. «Man hatte das Gefühl, es mit ungreifbaren, düsteren Kräften zu tun zu haben. » Schlagintweit hatte am Wochenende die zurückgetretene Vorsitzende Heide Simonis abgelöst, die größere Transparenz gefordert hatte. Im schlimmsten Fall könnte UNICEF das Spendensiegel entzogen werden. Das Zentralinstitut für soziale Fragen (DZI), das diese Auszeichnung für Seriosität vergibt, um den Spendenmarkt transparent zu gestalten, überprüft UNICEF zurzeit. «Wir wollen uns vergewissern, ob sich mit den jüngsten Entwicklungen neue Erkenntnisse zur Vergabe des Siegels ergeben», sagte der DZI-Vorsitzende Burkhard Wilke der Deutschen Presse-Agentur dpa. Das Verfahren sei noch völlig offen. Der stellvertretende Regierungssprecher Thomas Steg sagte in Berlin, der besondere Ruf als Hilfsorganisation dürfe keinen Schaden nehmen: «Für all die Projekte, die UNICEF leistet und wofür es viele Spenden gibt und nachhaltige Unterstützung, ist es wichtig, dass dieser Ruf untadelig und unbeschädigt ist. » Kanzlerin Angela Merkel (CDU) habe die Diskussion «sehr genau verfolgt». Die Sprecherin der UNICEF-Regionalzentrale in Genf, Taveau, sagte: «Wenn unsere Reputation wie auch immer beschädigt wird, ist das problematisch. » Es sei deshalb absolut notwendig, die ganze Krise so schnell wie möglich zu lösen. «Ich denke, dass das auch geschieht. » Bisher gebe es keine Beweise für den Missbrauch von Spendengeldern. UNICEF-Repräsentant und ZDF-Moderator Steffen Seibert forderte, die Organisation solle künftig transparenter darlegen, wie das Geld zum Wohle der Kinder ausgegeben werde. «Es gab Verfahrensweisen, die nicht professionell sind in einer Organisation dieser Größe. Diese Dinge stehen im Raum und müssen dringend geklärt werden», sagte er der dpa in Berlin. Die Vorwürfe wegen «Bereicherung, dunklen Kassen, dubiosen Zahlungen oder Verschwendungen» seien aber unberechtigt. Bei der Pressekonferenz in Berlin will UNICEF nach eigenen Angaben «die Blick nach vorne richten». Teilnehmen sollen unter anderem Vorstandsmitglied Rolf Seelmann-Eggebert und UNICEF-Botschafterin Sabine Christiansen.
www. unicef. de