Bezugnehmend auf diesen Weblog sowie den dazugehörigen Artikel möchte ich heute meine frischen Erlebnisse der Einschulung meiner Tochter wiedergeben. Ich hoffe/denke ich bin im Politikforum dafür richtig, da es vor allem um Bildungspolitik, Wahlversprechen und deren Folgen gehen wird.
Jedenfalls war heute ihr großer Tag. Da ich Gleitzeit habe, konnte ich sogar dabei sein, und so waren wir alle zusammen bei der Einschulung meiner Tochter pünktlich vor Ort. Provisorische Wegweiser zeigten den Weg in die Turnhalle, statt wie geplant in die Klassen.
Dort gab der Rektor bekannt, dass statt der geplanten 3 Klassen es nur noch 2 Klassen geben würde. Es war geplant und zugesagt, dass die Schule 3 Erste Klassen aufmacht, aus Kostengründen hat nun in der letzten Ferienwoche das Land Bayern (nach fester Zusage aktuell 2 Wochen vor der Wahl "keine Klasse über 25 Kinder") eine erste und eine dritte Klasse gestrichen, eine Lehrkraft versetzt und die Durchschnittsklassengröße (!) auf 26,6 Kinder erhöht. Das Ganze wurde damit begründet, dass ja nicht das Land Bayern die 3 Klassen zugesagt hatte, sondern die Stadt Nürnberg - und das zähle ja nunmal nicht. Meine Tochter ist in einer ersten Klasse wo Tische dazugestellt wurden, damit alle (28!) Kinder in den Raum passen, was eine Lernathmosphäre
Noch schlimmer: Bei uns an der Grundschule gibt es die ersten 2 Jahre lang Übergangsklassen für Immigranten mit verstärktem Fokus auf Deutschunterricht wo in den Sachfächern auch noch verstärkt Deutsch vermittelt werden soll um ab dem dritten Schuljahr dann normal zu unterrichten. Diese Klassen wurden erst letzte Woche schulübergreifend zusammengelegt! Man versetze sich in einige der Kinder die heute morgen vor verschlossenen Türen standen. Die Kinder freuten sich auf ihren großen Tag endlich eingeschult zu werden, und dann steht vor der Schule jemand der ihnen sagen muss, dass sie nicht auf diese Schule gehen sondern mal nachfragen sollen wo man denn nun zugeteilt wäre
Was ein Chaos und vor allem was ein Schlag für die Kinder. (Böse Zungen behaupten ja, das wäre für die Immigranten eine Vorbereitung fürs spätere Berufsleben als Türsteher, Marke "Naeh du kommst hier net nei")
Nicht dass man mich falsch versteht, die Schule auf die die Kleine geht ist toll, wird auch weiterhin gute Förderangebote haben und auch Immigranten speziell fördern. Nur dass man sich heute von dem Land Bayern, der Regierung und deren Versprechen, einfach im Stich gelassen fühlte.
Es ist fast ausnahmslos egal welche Partei man nimmt (wobei natürlich die regierende CSU in der Pflicht gestanden hätte, hier mehr zu unternehmen), jede einzelne sonnt sich in bildungspolitischen Wahlseifenblasen. Man nehme zum Beispiel CSU Aktuell vom 20. August:
Die SPD wettert kräftig dagegen und baut ihr komplettes Wahlprogramm auf dem Satz "Keine Klasse über 25" auf. Leider ein wenig sehr spät und arg plakativ. Es hat einen bitteren Beigeschmack von vorsätzlichem Auflaufen lassen und hinterher mit dem Finger auf andere zeigen, wenn der Stadrat den Schulen die Klassen zusichert, nachher das Land die Notbremse ziehen muss und die SPD sich hinstellt und sagt "wir waren das ja nicht"
Höhepunkt des Spektakels heute war jedenfalls die stellvertretende Vorsitzende des Fördervereins, die das Wort ergriff und meinte, dass die Regierung solch eine Frechheit auf jeden Fall in 2 Wochen spüren müsse - und hinter mir eine Mutter nur meinte "die redet doch grad gegen die CSU, die soll nicht so gegen unsere CSU hetzen, das ist doch eine Frechheit!". Daher denke ich dass sich hier nicht viel ändern wird. Die CSU hat auch ohne Stoiber noch genügend Traditionswähler in den älteren Bürgern und auf dem Land, so dass es in 2 Wochen wieder so ausschauen wird, dass die CSU sich die Stimmen auf dem Land fast ausnahmslos einsackt und die größeren Städte wie Nürnberg, München und Würzburg wieder mal versuchen werden, irgendwie dagegen anzukommen. Der bittere Beigeschmack wird wohl bei sämtlichen Eltern die heute dabei waren noch länger bleiben.
Jedenfalls war heute ihr großer Tag. Da ich Gleitzeit habe, konnte ich sogar dabei sein, und so waren wir alle zusammen bei der Einschulung meiner Tochter pünktlich vor Ort. Provisorische Wegweiser zeigten den Weg in die Turnhalle, statt wie geplant in die Klassen.
Dort gab der Rektor bekannt, dass statt der geplanten 3 Klassen es nur noch 2 Klassen geben würde. Es war geplant und zugesagt, dass die Schule 3 Erste Klassen aufmacht, aus Kostengründen hat nun in der letzten Ferienwoche das Land Bayern (nach fester Zusage aktuell 2 Wochen vor der Wahl "keine Klasse über 25 Kinder") eine erste und eine dritte Klasse gestrichen, eine Lehrkraft versetzt und die Durchschnittsklassengröße (!) auf 26,6 Kinder erhöht. Das Ganze wurde damit begründet, dass ja nicht das Land Bayern die 3 Klassen zugesagt hatte, sondern die Stadt Nürnberg - und das zähle ja nunmal nicht. Meine Tochter ist in einer ersten Klasse wo Tische dazugestellt wurden, damit alle (28!) Kinder in den Raum passen, was eine Lernathmosphäre
Noch schlimmer: Bei uns an der Grundschule gibt es die ersten 2 Jahre lang Übergangsklassen für Immigranten mit verstärktem Fokus auf Deutschunterricht wo in den Sachfächern auch noch verstärkt Deutsch vermittelt werden soll um ab dem dritten Schuljahr dann normal zu unterrichten. Diese Klassen wurden erst letzte Woche schulübergreifend zusammengelegt! Man versetze sich in einige der Kinder die heute morgen vor verschlossenen Türen standen. Die Kinder freuten sich auf ihren großen Tag endlich eingeschult zu werden, und dann steht vor der Schule jemand der ihnen sagen muss, dass sie nicht auf diese Schule gehen sondern mal nachfragen sollen wo man denn nun zugeteilt wäre
Nicht dass man mich falsch versteht, die Schule auf die die Kleine geht ist toll, wird auch weiterhin gute Förderangebote haben und auch Immigranten speziell fördern. Nur dass man sich heute von dem Land Bayern, der Regierung und deren Versprechen, einfach im Stich gelassen fühlte.
Es ist fast ausnahmslos egal welche Partei man nimmt (wobei natürlich die regierende CSU in der Pflicht gestanden hätte, hier mehr zu unternehmen), jede einzelne sonnt sich in bildungspolitischen Wahlseifenblasen. Man nehme zum Beispiel CSU Aktuell vom 20. August:
Purer Hohn.Die Höchstgrenzen für Schüler pro Klasse werden auf 25 in der Grundschule und auf 30 an weiterführenden Schulen verringert. Bereits heute liegt die durchschnittliche Klassenstärke niedriger als die Obergrenze:...
Die SPD wettert kräftig dagegen und baut ihr komplettes Wahlprogramm auf dem Satz "Keine Klasse über 25" auf. Leider ein wenig sehr spät und arg plakativ. Es hat einen bitteren Beigeschmack von vorsätzlichem Auflaufen lassen und hinterher mit dem Finger auf andere zeigen, wenn der Stadrat den Schulen die Klassen zusichert, nachher das Land die Notbremse ziehen muss und die SPD sich hinstellt und sagt "wir waren das ja nicht"
Höhepunkt des Spektakels heute war jedenfalls die stellvertretende Vorsitzende des Fördervereins, die das Wort ergriff und meinte, dass die Regierung solch eine Frechheit auf jeden Fall in 2 Wochen spüren müsse - und hinter mir eine Mutter nur meinte "die redet doch grad gegen die CSU, die soll nicht so gegen unsere CSU hetzen, das ist doch eine Frechheit!". Daher denke ich dass sich hier nicht viel ändern wird. Die CSU hat auch ohne Stoiber noch genügend Traditionswähler in den älteren Bürgern und auf dem Land, so dass es in 2 Wochen wieder so ausschauen wird, dass die CSU sich die Stimmen auf dem Land fast ausnahmslos einsackt und die größeren Städte wie Nürnberg, München und Würzburg wieder mal versuchen werden, irgendwie dagegen anzukommen. Der bittere Beigeschmack wird wohl bei sämtlichen Eltern die heute dabei waren noch länger bleiben.