News Deutschland bei Abgaben weiter auf einem Spitzenplatz

MartyMcFly schrieb:
Das ist falsch, bei Wertpapieren wird der Gewinn gar nicht besteuert, wenn die Haltedauer über ein Jahr betragen hat

das ist ebenfalls falsch. ab 01.01.2009 wird jeder gewinn mit 25% besteuert, egal ob dividende, zinsen oder gewinn aus aktienspekulation. die haltedauer von 1 jahr entfällt ebenfalls.
 
Mich würde bei dieser netten Abgabenstudie auch interessieren, ob da auch das Durchschnittseinkommen mit betrachtet wurde oder nicht. Als weiteren Punkt müsste man auch noch mit betrachten, wieviel man so monatlich zum leben benötigt. Und erst ab dann kann man meiner Meinung nach lustige Vergleiche und Konsequenzen ziehen.

Das wäre ja viel zu einfach...

Entscheidend ist doch eigentlich:

Wie viel Geld hat ein durchschnittlicher Arbeitnehmer am Ende des Monats übrig.
Angabe bitte in Prozent.

gruss kelle!
 
das ist ebenfalls falsch. ab 01.01.2009 wird jeder gewinn mit 25% besteuert, egal ob dividende, zinsen oder gewinn aus aktienspekulation. die haltedauer von 1 jahr entfällt ebenfalls.
Dann schau mal auf den Kalender, ist dort bei Dir schon 2009? Und auch die neue Regelung ab 2009 besteuert diese Einnahmen insgesamt geringer als die Einnahmen aus Arbeit.

Marty
 
Dann schau mal auf den Kalender, ist dort bei Dir schon 2009? Und auch die neue Regelung ab 2009 besteuert diese Einnahmen insgesamt geringer als die Einnahmen aus Arbeit.

Marty

1.richtig. hab ich übersehen. ich hätte schwören können, dass von "in zukunft" die rede war. :-?

2. richtig. aber trotzdem höher als nach dem halbeinkünfteverfahren. was für private kleinanleger natürlich sehr nachteilig ist. ansonsten hast du natürlich recht. gute daytrader zb. kommen am monatsende schon auf ein stattliches sümmchen. diese müssten eigentlich höher besteuert werden. man hätte die freigrenzen für privatanleger eigentlich gleich mit anheben müssen. aber das staatssäckle ist halt leer ;)
 
1.richtig. hab ich übersehen. ich hätte schwören können, dass von "in zukunft" die rede war. :-?
Zum Glück hast Du es nicht getan :D

2. richtig. aber trotzdem höher als nach dem halbeinkünfteverfahren. was für private kleinanleger natürlich sehr nachteilig ist.
Das besonders Blöde daran ist, dass der Kleinanleger exakt gar keinen Steuervorteil mehr hat. Bei diesem wird die Dividende demnächst genauso besteuert wie Arbeitseinkommen. Pauschal 25%, hat er einen niedrigeren Grenzsteuersatz, holt er sich das zuviel Gezahlte bei der Steuererklärung zurück. Und 25% Steuersatz sind schon ein nettes Bruttoeinkommen. Halten wir fest: Geringverdiener und Normalverdiener haben keine Steuerersparnis mehr. Das ist auch völlig on Ordnung. Aber...

Grossverdiener, die einen Steuersatz nahe des Höchststeuersatzes haben, sparen immer noch extrem viel bei dieser Regelung, nämlich beim Höchststeuersatz knapp die Hälfte. Warum soll jemand, der 5.000 Euro Zinsen und Dividenden bekommt, diese zu seinem normalen Steuersatz versteuern, jemand der 500.000 Euro bekommt, zahlt aber nur die Hälfte?

man hätte die freigrenzen für privatanleger eigentlich gleich mit anheben müssen. aber das staatssäckle ist halt leer ;)
Nein, hätte man nicht. Ich bin ja kein Gegner von Steuersenkungen. Aber warum sollen wir gerade bei Kapitaleinkommen niedrigere Steuern ansetzen und nicht beim Arbeitseinkommen?

Ab dem 1.1.2009 zählt das einfach zu dem normalen Einkommen, da hat jeder ja schon hohe Freibeträge, ab denen überhaupt Steuern fällig werden. Warum muss dann für Zinsen und Dividenden noch mal extra was gebastelt werden? Warum nicht einfach die Steuern auf Arbeitseinkommen senken?

Und bevor mir einer Neid vorwirft: Mich triffts auch, und zwar ganz deutlich. Ab 1.1.2009 muss ich vermutlich Steuern auf Kapitalerträge zahlen, die ich bisher fast komplett vermeiden konnte. Fair fand ich das aber nie, dass ich für das Geld, für das ich gearbeitet habe, Steuern zahlen musste, das Geld, was ich an der Börse verdient habe, konnte ich steuerfrei einsacken.

Marty
 
Das besonders Blöde daran ist, dass der Kleinanleger exakt gar keinen Steuervorteil mehr hat. Bei diesem wird die Dividende demnächst genauso besteuert wie Arbeitseinkommen. Pauschal 25%, hat er einen niedrigeren Grenzsteuersatz, holt er sich das zuviel Gezahlte bei der Steuererklärung zurück. Und 25% Steuersatz sind schon ein nettes Bruttoeinkommen. Halten wir fest: Geringverdiener und Normalverdiener haben keine Steuerersparnis mehr. Das ist auch völlig on Ordnung. Aber...

Grossverdiener, die einen Steuersatz nahe des Höchststeuersatzes haben, sparen immer noch extrem viel bei dieser Regelung, nämlich beim Höchststeuersatz knapp die Hälfte. Warum soll jemand, der 5.000 Euro Zinsen und Dividenden bekommt, diese zu seinem normalen Steuersatz versteuern, jemand der 500.000 Euro bekommt, zahlt aber nur die Hälfte?

der jemand der 500 000 euro bekommt gibt dann 25 % davon ab. soweit klar. es ist doch jetzt aber so, dass er beim jetztigen höchststeuersatz von 41%, nur auf die hälfte, also 250 000 euro diese 41 % bezahlt. unterm strich also 20,5% auf die gesamte summe. oder irre ich mich da? korrigiere mich bitte wenn ich falsch liege.

Nein, hätte man nicht. Ich bin ja kein Gegner von Steuersenkungen. Aber warum sollen wir gerade bei Kapitaleinkommen niedrigere Steuern ansetzen und nicht beim Arbeitseinkommen?

nun, das ist alles eine frage der betroffenheit. ich als selbständiger der selbst für seine rente vorsorgen muss habe dadurch natürlich ziemliche nachteile. ;) oder auch die leute, die eine fondbasiertelebensversicherung abschliessen, wo unterm strich nach abzug der verwaltungskosten und der 25 % nicht mehr allzuviel rauskommt. deshalb hätte man, meiner meinung nach die freigrenzen bei kleinanlegern höher setzen müssen. nach dem gleichheitsprinzip ist das aber natürlich gerecht.

Warum nicht einfach die Steuern auf Arbeitseinkommen senken?

weil das staatssäckle leer ist ! ;)
 
Und auch die neue Regelung ab 2009 besteuert diese Einnahmen insgesamt geringer als die Einnahmen aus Arbeit.

Das kann ich gerade nicht ganz nachvollziehen...

Im Januar lag mein Einkommenssteuersatz bei ca. 19%.
Lohnsteuerklasse 1.

Erträge aus Kapitalerträgen sollen mit 25% versteuert werden.

Sieht für mich irgendwie umgekehrt aus.

gruss kelle!
 
der jemand der 500 000 euro bekommt gibt dann 25 % davon ab. soweit klar. es ist doch jetzt aber so, dass er beim jetztigen höchststeuersatz von 41%, nur auf die hälfte, also 250 000 euro diese 41 % bezahlt. unterm strich also 20,5% auf die gesamte summe. oder irre ich mich da? korrigiere mich bitte wenn ich falsch liege.
Nein, Du liegst vollkommen richtig. Bzw. könnten wir das noch verkomplizieren, weil es Dinge gibt, die nicht unter den Halbeinkünftesatz fallen, aber lassen wir das mal weg. Und jetzt ist doch die Frage, die ich hier die ganze Zeit stellen will, mal ganz konkret: Findest Du es fair, dass dieser jemand für seine Arbeit 41% Steuern zahlen muss, aber für das Einkommen, was von seinem Geld verdient wird, nur 20,5% oder demnächst 25%?

Der Maurer, der den ganzen Tag schwer schuften muss für sein Geld, zahlt volle Steuer, der Spekulant, der sein Geld arbeiten lässt und z.B. dasselbe Einkommen hat, zahlt nur die Hälfte.

nun, das ist alles eine frage der betroffenheit. ich als selbständiger der selbst für seine rente vorsorgen muss habe dadurch natürlich ziemliche nachteile. ;)
passt zu
weil das staatssäckle leer ist ! ;)
Stell Dir mal vor, wir würden einfach die Einkommen aus Kapitalerträgen, wie von mir gefordert, genauso besteuern wie Arbeitseinkommen. Dann wären die zusätzlichen Einnahmen so hoch, dass man einfach für alle die Steuern senken könnte...

Was meinst Du, was der Börsenanstieg in den letzten 5 Jahren den Aktionären für Gewinne gebracht hat? Zig Milliarden. Steuern davon hat kaum wer zahlen müssen. Warum sollte das fair sein?

Im Januar lag mein Einkommenssteuersatz bei ca. 19%.
Lohnsteuerklasse 1.

Erträge aus Kapitalerträgen sollen mit 25% versteuert werden.

Sieht für mich irgendwie umgekehrt aus.
Nein, Du machst einfach eine Steuererklärung und bekommst die 6% Differenz ausgezahlt im Rahmen der Steuerfestsetzung. Du zahlst auch für Kapitalerträge nur 19%.

Aber jemand, der beim Spitzensteuersatz hängt, der zahlt nur 25% statt 48%, für ihn lohnt sich die neue Regelung, für Dich lohnt sie sich nicht mehr.

Deshalb sprach ich von "insgesamt". Du zahlst 19% (wie für Dein Arbeitseinkommen), der Grossverdiener 25% (und damit weniger als sein Arbeitseinkommen). Fair?

Marty
 
Nein, Du liegst vollkommen richtig. Bzw. könnten wir das noch verkomplizieren, weil es Dinge gibt, die nicht unter den Halbeinkünftesatz fallen, aber lassen wir das mal weg. Und jetzt ist doch die Frage, die ich hier die ganze Zeit stellen will, mal ganz konkret: Findest Du es fair, dass dieser jemand für seine Arbeit 41% Steuern zahlen muss, aber für das Einkommen, was von seinem Geld verdient wird, nur 20,5% oder demnächst 25%?

nein, bitte nicht verkomplizieren :D natürlich finde ich das nicht korrekt. deshalb spreche ich mich ja auch für eine höhere besteuerung für daytrader aus, zb. wenn er die steuerliche freigrenze erreicht hat. und dann natürlich zum einkommenssteuersatz.

Der Maurer, der den ganzen Tag schwer schuften muss für sein Geld, zahlt volle Steuer, der Spekulant, der sein Geld arbeiten lässt und z.B. dasselbe Einkommen hat, zahlt nur die Hälfte.

nun ja, der spekulant hat ja auch arbeit, wenn auch nicht körperlich schwere. aber es gehört schon eine gewisse vorleistung dazu, wenn man an der börse geld verdienen will. von daher ist dein beispiel vielleicht ein wenig unglücklich. denn es gibt ja auch andere berufe, in denen man nicht so schwer schuften muss und trotzdem gutes geld verdient. und trotzdem hast du recht.

Stell Dir mal vor, wir würden einfach die Einkommen aus Kapitalerträgen, wie von mir gefordert, genauso besteuern wie Arbeitseinkommen. Dann wären die zusätzlichen Einnahmen so hoch, dass man einfach für alle die Steuern senken könnte...

bei der derzeitigen haushaltslage kaum vorstellbar. vielleicht wenn die kassen etwas voller sind. womit wir wieder beim leeren staatssäckle wären ;)
 
nun ja, der spekulant hat ja auch arbeit, wenn auch nicht körperlich schwere.
Mag sein.

denn es gibt ja auch andere berufe, in denen man nicht so schwer schuften muss und trotzdem gutes geld verdient.
Und? Zahlen die auch weniger Steuern auf Ihr Einkommen als andere Arbeitskräfte? Ich denke nicht.

bei der derzeitigen haushaltslage kaum vorstellbar. vielleicht wenn die kassen etwas voller sind. womit wir wieder beim leeren staatssäckle wären ;)
Die Kassen sind dann voller. Der Haushalt ist aktuell übrigens schon ausgeglichen, da ist nichts "leer", das reicht sogar locker, um Privatbanken zu sanieren.

Marty
 
Und? Zahlen die auch weniger Steuern auf Ihr Einkommen als andere Arbeitskräfte? Ich denke nicht.

:nö:

Die Kassen sind dann voller. Der Haushalt ist aktuell übrigens schon ausgeglichen, da ist nichts "leer", das reicht sogar locker, um Privatbanken zu sanieren.

Marty

was privatbanken betrifft, hat das ja andere gründe. ich denke das weißt du auch. und trotzdem reicht das geld vorne und hinten nicht.
 
Deshalb sprach ich von "insgesamt". Du zahlst 19% (wie für Dein Arbeitseinkommen), der Grossverdiener 25% (und damit weniger als sein Arbeitseinkommen). Fair?

Was ist fair? ;)

Ich habe mal geschaut.
Um auf nen Einkommenssteuersatz von 25% zu kommen, bedarf es ca. 4.000 € brutto monatlich. (LSK 1)
Steuern: 12.000 irgendwas...

Nach https://www.bvdp.de/index.htm?/files/mehrwertdienste/CCC9FF612EAA4E34A674693660F862E5.htm
liegt das pr Kopf Sparvermögen bei knapp 10.000 €.
Macht bei 5% Zinsen 500 € im Jahr -> 125 € Steuern.

Somit ergäbe sich ein Steueranteil von einem Prozent für Finanzguthaben an der gesamten Steuerschuld.

Klar, rein von den Prozenten unfair, aber bei wie vielen schlägt es wirklich zu Buche...

gruss kelle!
 
Nach https://www.bvdp.de/index.htm?/files/mehrwertdienste/CCC9FF612EAA4E34A674693660F862E5.htm
liegt das pr Kopf Sparvermögen bei knapp 10.000 €.
Macht bei 5% Zinsen 500 € im Jahr -> 125 € Steuern.
Du vergisst dabei folgendes: Es geht hier nicht nur um Zinsen aus Sparvermögen, es geht auch um die vielen, sehr vielen Milliarden Gewinne aus Aktiengeschäften, die bisher nach einem Jahr Haltedauer absolut steuerfrei kassiert werden konnten. Und die Gewinne sonstiger privater Veräusserungsgeschäfte.

Schauen wir doch mal:
Grundlage für die Studie ist das Sozioökonomische Panel (Soep), eine repräsentative Wiederholungsbefragung von 12.000 Privathaushalten. Demnach verfügen die Deutschen über ein Gesamtvermögen (Ersparnisse nach Abzug von Schulden, Wohneigentum, private Rentenansprüche, Versicherungen, Sammlungen von Kunstwerken, Münzen oder Briefmarken) von 5,4 Billionen Euro.

5,4 Billionen Euro Vermögen haben die Deutschen. Nehmen wir doch mal eine Wertsteigerung von 5% an, dann reden wir über 270 Mrd. Euro, davon wären 25% mal schnell 67,5 Mrd. Euro Steuern. Keine kleine Summe, oder?

Heute werden doch nur die Kleinsparer besteuert, die ein paar Zisnen oder Dividenden bekommen. In Zukunft werden auch die dicken Fische besteuert, aber eben immer noch nur mit max. 25%.

Ich selber habe im Jahr 2005 z.B. fast 25.000 Euro Gewinne gemacht nur durch Aktienverkäufe von Aktien, die ich länger als 365 Tage gehalten hatte. Und diese Gewinne musste ich nicht versteuern. Und das will mir nicht in den Kopf. Gehe ich 70 Stunden arbeiten als Selbstständiger und verdiene damit z.B. 10.000 Euro im Monat, dann zahle ich darauf über 30% Steuern. Verdiene ich diese 10.000 Euro im Monat durch Zinsen, zahle ich darauf nur 25%.

Marty
 
Ich selber habe im Jahr 2005 z.B. fast 25.000 Euro Gewinne gemacht nur durch Aktienverkäufe von Aktien, die ich länger als 365 Tage gehalten hatte. Und diese Gewinne musste ich nicht versteuern. Und das will mir nicht in den Kopf.

vielleicht denk ich da anders aber mir geht das sehr gut in den Kopf, die Leute die Steuergesetze machen sind auch die Leute die davon profitieren und die geben ihr Geld selbst lieber dem Anlage- oder Steuerberater als dem Fiskus

ich mein ich find die Gesetzeslage im Grunde auch nicht so schlecht :psst:
 
ich mein ich find die Gesetzeslage im Grunde auch nicht so schlecht :psst:
Du verdienst also mehr durch Kapitanlage und private Veräusserungsgeschäfte als durch Arbeit? Dann Glückwunsch, davon gibt es nicht viele bei Klamm, vermute ich.

Für mich persönlich ist das auch ganz gut, so wie es jetzt ist. Es ist aber trotzdem im Zuge der Steuergerechtigkeit nicht fair.

Marty