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- 25 April 2006
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[N] Deutschland bei Abgaben weiter auf einem Spitzenplatz
Folgende News wurde am 11.03.2008 um 12:12:07 Uhr veröffentlicht:
Deutschland bei Abgaben weiter auf einem Spitzenplatz
DPA-News
Folgende News wurde am 11.03.2008 um 12:12:07 Uhr veröffentlicht:
Deutschland bei Abgaben weiter auf einem Spitzenplatz
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Berlin/Paris (dpa) - Die Steuer- und Abgabenlast in Deutschland ist nach Angaben der OECD leicht gesunken. Unter den 30 OECD-Ländern hat Deutschland aber die dritthöchste Belastung. Nur in Belgien und Ungarn waren die Abzüge vom Bruttolohn eines alleinstehenden Durchschnittsverdieners höher. Von 100 Euro Arbeitskosten blieben im vergangenen Jahr nach Abzug von Lohnsteuer und Sozialbeiträgen noch 47,80 Euro übrig, wie aus einer am Dienstag in Berlin vorgelegten Studie hervorgeht. Die OECD forderte die Bundesregierung auf, die Belastung weiter zu senken sowie Gering- und Durchschnittsverdiener zu entlasten. Diese hätten von Steuer- und Beitragssenkungen wegen der Inflation und geringen Reallohnsteigerungen kaum profitiert. Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD), der die meisten wichtigen Industrienationen angehören, legt regelmäßig einen Vergleich der Steuer- und Abgabenlast der 30 Mitgliedsländer vor. Bei den jüngsten Berechnungen hat sich die OECD auf den sogenannten Steuer- und Abgabenkeil konzentriert. Das ist der Anteil der Steuern und Sozialabgaben an den von Arbeitgebern getragenen Lohnkosten. Als Durchschnittslohn hat die OECD einen Bruttojahresverdienst von 42 949 Euro unterstellt. Durch die geringeren Beiträge zur Arbeitslosenversicherung ist in Deutschland laut OECD auch die Gesamtbelastung der Arbeitseinkommen durch Steuern- und Sozialbeiträge gesunken. 2007 beliefen sie sich für einen alleinstehenden Durchschnittsverdiener auf 52,2 Prozent der Arbeitskosten (Bruttoverdienst plus Sozialbeiträge der Arbeitgeber). Dies seien 1,1 Prozentpunkte weniger als 2006. Nach Schweden und Island sei dies der stärkste Rückgang in der OECD. «Deutschland bewegt sich mit der stärkeren Steuerfinanzierung der Sozialleistungen in die richtige Richtung. Diese Strategie sollte entschlossen fortgesetzt und durch umfassendere Reformen für eine Verminderung der Belastung der Arbeitseinkommen ergänzt werden», erklärte OECD-Experte Christopher Heady. Für Gering- und Durchschnittsverdiener habe die Abgabenlast aber trotz deutlich niedrigerer Steuersätze seit 2001 kaum abgenommen. Gut verdienende Singles dagegen hätten deutlich geringere Abzüge als 2000. Ein Grund für die unterschiedliche Entwicklung sei die «kalte Progression», wonach die Steuerlast schon allein durch höhere Nominallöhne steigt. Bei Durchschnittseinkommen sei durch Inflation und geringe Reallohnsteigerungen von der Steuersenkung fast nichts übrig. In den meisten OECD-Ländern würden Steuerstufen, Transfers und Steuererleichterungen automatisch an die Preisentwicklung angepasst. Steuersenkungen blieben somit für alle Einkommensgruppen erhalten.
