Der Richter surft mit

SchlimmerFinger

Da guckste
ID: 109631
L
26 April 2006
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Längst wissen wir, dass sich im Internet leider auch jede Menge schwarzer Schafe tummeln, die auf alle erdenklichen Arten versuchen, ahnungslosen Webseitenbesuchern, meist Jugendlichen, das Geld aus der Tasche zu ziehen – meist mit Methoden, die in einer rechtlichen Grauzone liegen.

Durch ein besonders geschicktes Vorgehen ist in letzter Zeit ein Unternehmen bekannt geworden, das auf seinen Webseiten, die alle auf „-heute.de“ oder „-heute.com“ enden, u. a. Informationen zu Hausaufgaben, Fabrikeinkäufen, Gedichten, Witzen oder dem Versenden von SMS-Mitteilungen anbietet. Um diese Informationen nutzen zu können, muss sich der Internet-Nutzer auf der jeweiligen Startseite anmelden.

Diese Anmeldung scheint vielen Anwendern zunächst kostenlos zu sein und so erfolgt rasch ein beherzter Klick, um beispielsweise ein Kontingent an kostenlosen SMS nutzen zu können. Um so verblüffter sind dann viele Anwender, wenn Ihnen kurz darauf eine Rechnung ins Haus flattert, in der Ihnen mitgeteilt wird, sie haben ein kostenpflichtiges Abonnement abgeschlossen. Meist handelt es sich dabei um die Summe von rund 84 Euro als Abo-Gebühr für das erste Jahr des über 24 Monate laufenden Abos. Die Informationen zu diesen anfallenden Kosten waren nur äußerst schwer aufzufinden und in den AGB am Fuß der Seite untergebracht, so dass bei ahnungslosen Webseitenbesuchern leicht der Eindruck eines kostenfreien Dienstes entstehen konnte.

Einen sehr interessanten Bericht zu diesem Vorgehen finden Sie unter anderem auf den Seiten von Computerbetrug.de.

Wie das Webportal GMX berichtet, soll der angerichtete Schaden laut dem Bundesverband der Verbraucherzentralen (vzbv) in Millionenhöhe liegen. Der Verband, so GMX weiter, habe nun nach zahlreichen Abmahnungen gegen das Unternehmen aus Büttelborn ein Gerichtsverfahren zur Gewinnabschöpfung angestrengt. Die versteckte Angabe zu Kosten und anderen Vertragsbedingungen soll von dem Unternehmen auf rund 20 Internetseiten durchgeführt worden sein.

Wie berichtet wird, soll mittlerweile auch die Staatsanwaltschaft Darmstadt gegen das Unternehmen wegen des Verdachts auf Betrug, Nötigung und Erpressung ermitteln.

Der Großteil der Anzeigen-Erstatter soll den Hinweis auf die vertragliche Bindung und die monatlichen Kosten nicht gesehen haben. Inzwischen soll das Unternehmen deutlich auf den Startseiten darauf hinweisen, dass sich der Nutzer automatisch zu einem 168 Euro teuren, zweijährigen Abonnement verpflichtet.

In ähnlicher Weise hervorgetan hat sich auch die Xentria AG, die auf einer Webseite anbot, kostenlose Testfahrten in modernsten Sportwagen zu vermitteln. Hier wurden dann umgehend Gebühren für den Vermittlungsdienst fällig. Dieses Unternehmen brachte es mit seinen Aktivitäten sogar zu „Fernsehruhm“. Die Redaktion des Magazins „bizz“ berichtete über ihre Versuche, den Betreiber der Seite ausfindig zu machen. Den Beitrag können sie unter anderem hier herunterladen:
https://files.speicherplatte.de/bizz_fass_ohne_boden_xentria_ag_15-08-2006.wmv

Sollten Sie auch schon mit solchen Unternehmen konfrontiert worden sein, sollten Sie mal nach den entsprechenden Firmen- oder Webseitennamen im Internet suchen. Es gibt bereits zahlreiche Foren, in den sich die Anwender austauschen und auch Verhaltenstipps weitergeben.

Quelle: Computerwissen.de
 
und was willst du uns damit sagen? :roll:

das Thema war übrigens auch schon in den klamm-News


MfG kbot