FischkopfXL
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Ich hab diesen Artikel gerade bei ner Atomkrieg-Diskussion in einem kleinerem Forum entdeckt. Er ist wirklich sehr gut, mir blieb beim Lesen zumindest mehrere Male der Mund offen stehen vor ... Sprachlosigkeit
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Die iranische Ölbörse - Todesstoss für den US-Dollar?
25.01.2006, Krassimir Petrov (Gregor Hochreiter)
Während ein Nationalstaat seine eigenen Bürger besteuert, kann ein Imperium andere Nationalstaaten besteuern. Die Geschichte der Imperien, von den Griechen und den Römern bis zu den Osmanen und den Briten lehrt uns, dass das wirtschaftliche Fundament jedes einzelnen Imperiums die Besteuerung anderer Staaten ist. Der Fähigkeit andere Staaten zu besteuern, lag immer die größere Wirtschaftskraft des Imperiums zugrunde und, als dessen Folge, die größere Militärkraft. Ein Teil der vom unterworfenen Staat eingetriebenen Steuern diente der Erhöhung des Lebensstandards des Imperiums, während der andere Teil in die Stärkung des Militärs floss, um die Steuereintreibung durchzusetzen.
Historisch gesehen erfolgte die Besteuerung des unterworfenen Staates in verschiedenen Formen. Normalerweise wurde dort Gold und Silber verlangt, wo Gold und Silber als Geld fungierten, aber auch Sklaven, Soldaten, Getreide, Rinder oder andere landwirtschaftliche Güter oder Rohstoffe, bzw. was auch immer für Güter das Imperium verlangte und der unterworfene Staat liefern konnte, wurden als Steuer erhoben. Historisch gesehen war die Besteuerung durch ein Imperium immer direkt: Der unterworfene Staat lieferte die Güter dem Imperium direkt ab.
Ökonomie der Imperien
Zum ersten Mal in der Geschichte konnte Amerika im 20. Jahrhundert die Welt indirekt durch Inflation besteuern. Es brauchte keinen Anspruch auf direkte Zahlungen zu erheben, wie es alle vorausgegangenen Imperien zu tun pflegten, sondern die USA verteilen statt dessen ihr eigenes Papiergeld, den US-Dollar, an andere Länder und erhalten dafür reale Güter. Das alles geschieht mit der Absicht, den US-Dollar durch Inflationierung abzuwerten und damit jeden Dollar später mit weniger Gütern zurückzuzahlen - die Differenz entspricht der US-amerikanischen imperialen Steuer. Und so spielte sich der Prozess ab.
Die Golddeckung
Im frühen 20. Jahrhundert begann die amerikanische Wirtschaft die Weltwirtschaft zu dominieren. Der US-Dollar war an Gold gebunden, das heißt weder erhöhte noch reduzierte sich der Wert eines Dollars, sondern er entsprach fortwährend derselben Menge Gold. Die Weltwirtschaftskrise, mit der in den Jahren 1921 bis 1929 vorausgehenden Inflation [das heißt: Ausweitung der Geldmenge; Anm. des Übers.] und den nachfolgenden explodierenden Budgetdefiziten erhöhte die im Umlauf befindlichen Banknoten signifikant, was die Deckung des Dollars mit Gold unmöglich machte. Folglich entkoppelte Roosevelt [US-Präsident Franklin D. Roosevelt, Anm. des Übers.] 1932 den Dollar vom Gold. Bis zu diesem Punkt mögen die USA wohl die Weltwirtschaft dominiert haben, aus einer ökonomischen Perspektive waren die USA jedoch kein Imperium. Die Bindung an das Gold erlaubte es den Amerikanern nicht, sich auf Kosten anderer Länder zu bereichern.
Seine ökonomische Geburtsstunde erlebte das amerikanische Imperium mit dem Bretton-Woods-Abkommen im Jahre 1945. Der US-Dollar war nur mehr für ausländische Regierungen in Gold konvertierbar. Das begründete den Status des Dollars als Weltwährungsreserve. Dies war möglich, weil die Vereinigten Staaten während des Zweiten Weltkrieges gegenüber ihren Verbündeten darauf bestanden, dass Güterlieferungen mit Gold bezahlt werden mussten, wodurch die USA einen Grossteil des weltweit verfügbaren Goldes akkumulieren konnten. Die Ausbildung eines Imperiums wäre niemals möglich gewesen, wenn, wie im Bretton-Woods-Ab-kommen festgeschrieben, die Geldmenge des Dollars derart begrenzt geblieben wäre, dass eine Rückwechslung des Dollars in Gold möglich geblieben wäre. Allerdings entsprach die «Butter und Kanonen»-Politik der 1960er Jahre bereits einer imperialen Politik: Die Geldmenge des Dollars wurde schonungslos erweitert, um den Vietnamkrieg und Lyndon B. Johnsons [US-Präsident von 1963-1968; Anm. des Übers.] «Great Society» zu finanzieren. Der Grossteil der Dollars floss im Austausch für Güter ins Ausland, ohne dass die USA jemals ein ehrliches Interesse gehabt hätten, die US-Dollars zum selben Wert zurückzukaufen. Die ständigen Handelsbilanzdefizite führten zu einem Anstieg der Beteiligungen in US-Dollars von Ausländern, und das ist gleichbedeutend mit einer Steuer - die klassische Inflationssteuer, die ein Land seinen eigenen Bürgern auferlegt, zogen dieses Mal die Vereinigten Staaten vom Rest der Welt ein.
Weigerung der USA, Dollars in Gold einzulösen
Als die Ausländer 1970/71 ihre Dollarbestände in Gold wechseln wollten, bezahlte die amerikanische Regierung per 15. August 1971 ihre Schulden nicht mehr. Während die vox populi die Geschichte von der «Trennung der Verbindung von Dollar und Gold» erzählt, ist die Weigerung der amerikanischen Regierung, Dollars in Gold einzulösen, in der Realität eine Form des Bankrotts. Im wesentlichen erhoben sich damit die USA zum Imperium. Die USA konsumierten eine Unmenge an ausländischen Gütern, ohne jemals die Absicht oder die Fähigkeit zu haben, diese Güter eines Tages zurückzusenden, und die Welt hatte nicht die Macht, ihre Ansprüche durchzusetzen - die Welt wurde besteuert und konnte nichts dagegen tun.
Öl für Dollars
Um das amerikanische Imperium aufrechtzuerhalten und um den Rest der Welt weiter zu besteuern, mussten die Vereinigten Staaten seither die Welt dazu zwingen, den beständig an Wert verlierenden Dollar im Austausch für Güter zu akzeptieren und immer größere Menge des beständig an Wert verlierenden Dollars zu halten. Die USA mussten eine ökonomische Begründung finden, warum die Welt Dollars halten sollte, und diese Begründung war das Rohöl.
1971 wurde es immer offensichtlicher, dass die amerikanische Regierung nicht mehr imstande war, ihre Dollars mit Gold zurückzukaufen, und so traf sie 1972/73 mit Saudi- Arabien die unumstößliche Vereinbarung, dass die USA das Königshaus Saud fortan unterstützen würden, wenn dieses als Gegenleistung nur mehr US-Dollar für ihr Rohöl akzeptierte. Die restlichen Mitglieder der OPEC taten es Saudi-Arabien gleich und akzeptierten ebenfalls nur mehr Dollars. Weil die Welt Öl von den Arabischen Ländern kaufen musste, bestand ein Grund, Dollars für die Bezahlung des Öls zu halten. Weil die Welt immer größere Mengen an Öl benötigte, konnte die Nachfrage nach Dollars nur steigen. Auch wenn Dollars nicht mehr länger in Gold gewechselt werden konnten, waren sie nun gegen Öl wechselbar. Die ökonomische Quintessenz dieser Vereinbarung war, dass der Dollar nun vom Öl gedeckt wurde. Solange dies der Fall war, musste die Welt Unmengen an Dollars akkumulieren, weil sie diese Dollars für den Einkauf von Öl benötigten. Solange der Dollar die einzig akzeptierte Währung im Ölgeschäft war, war die Dominanz des Dollars in der Welt gesichert, und das amerikanische Imperium konnte den Rest der Welt besteuern. Falls, aus welchem Grund auch immer, der Dollar seine Öldeckung verlöre, würde das amerikanische Imperium untergehen. Der Überlebensdrang des Imperiums diktiert daher, dass Öl nur für Dollars verkauft werden darf. Er diktiert auch, dass die verschiedenen Länder mit Ölreserven nicht stark genug sein dürfen, politisch oder militärisch, um für die Bezahlung des Öls etwas anderes als Dollars zu verlangen. Falls jemand ein anderes Zahlungsmittel verlangte, musste er entweder mit politischem Druck oder militärischen Mittel überzeugt werden, seine Meinung zu ändern.
Der Mann, der tatsächlich Euro für sein Öl verlangte, war Saddam Hussein im Jahr 2000. Zunächst wurde seiner Forderung mit Spott und Hohn begegnet, später mit Gleichgültigkeit, aber als es klarer wurde, dass er es ernst meinte, wurde politischer Druck ausgeübt, damit er seine Meinung ändere. Als andere Länder, wie der Iran, die Bezahlung in anderen Währungen, insbesondere in Euro und Yen, verlangten, war die Gefahr für den Dollar offensichtlich und gegenwärtig, und eine Strafaktion stand an. [George W.] Bushs Operation «Schock und Ehrfurcht» [shock and awe] im Irak drehte sich nicht um Saddams nukleares Potential, nicht um die Verteidigung der Menschenrechte, nicht um die Verbreitung der Demokratie und auch nicht darum, die Ölfelder zu erobern; es ging allein darum, den Dollar zu verteidigen, sprich das amerikanische Imperium. Es sollte ein mahnendes Exempel statuiert werden, dass jeder, der andere Währungen als den US-Dollar akzeptieren wollte, auf dieselbe Art bestraft werden würde.
Krieg für das Dollar-Imperium
Viele kritisierten Bush für seinen Angriff auf den Irak, weil sie glaubten, dass es Bush um die Eroberung der irakischen Ölfelder ging. Allerdings können diese Kritiker nicht erklären, warum Bush es überhaupt nötig hätte, diese Ölfelder zu erobern - er könnte ja einfach kostenfrei Dollars drucken und mit diesen soviel Öl kaufen, wie er benötigt. Er muss daher andere Gründe für seine Invasion gehabt haben.
Die Geschichte lehrt uns, dass ein Imperium aus zwei Gründen in den Krieg zieht: Erstens, um sich zu verteidigen, oder zweitens, um vom Krieg zu profitieren; falls nicht, wie Paul Kennedy in seinem richtungweisenden Werk «The Rise and Fall of the Great Powers» ausführt, die militärische Überdehnung die ökonomischen Mittel erschöpft und den Kollaps des Imperiums herbeiführt. Ökonomisch betrachtet muss der Nutzen eines Krieges dessen militärische und soziale Kosten übersteigen, damit ein Imperium einen Krieg vom Zaun bricht. Der Gewinn aus den irakischen Ölfeldern ist kaum die Kosten über viele Jahre hinweg wert. Nein, Bush musste den Irak angreifen, um sein Imperium zu verteidigen.
Genau das ist in der Tat der Fall: Zwei Monate nachdem die Vereinigten Staaten in den Irak einmarschierten, wurde das «Oil fror Food»-Programm beendet, die auf Euro lautenden irakischen Konten in Dollar-Konten rückgewandelt, und das Öl wurde wieder nur für US-Dollars verkauft. Die Welt konnte nun irakisches Öl nicht mehr mit Euro erwerben. Die globale Vormachtstellung des Dollars war wiederhergestellt. Siegreich stieg Bush aus einem Kampflugzeug aus und erklärte die Mission für vollendet - er hatte den US-Dollar erfolgreich verteidigt und damit das amerikanische Imperium.
Die iranische Ölbörse
Die iranische Regierung hat schlussendlich die ultimative, «nukleare», Waffe entwickelt, die über Nacht das Finanzsystem zerstören kann, auf dem das amerikanische Imperium aufgebaut ist. Diese Waffe ist die iranische Ölbörse, die laut Plan im März 2006 starten soll. Die Börse wird auf einem Euro-Öl-Handelssystem basieren, was natürlich die Bezahlung in Euro impliziert. Dies stellt eine viel größere Bedrohung für die Hegemonie des Dollars dar als seinerzeit Saddam, weil es jedermann ermöglicht, Öl für Euro zu kaufen und zu verkaufen und damit den US-Dollar völlig zu umgehen. Es ist wahrscheinlich, dass fast jeder das Euro-Öl-System übernehmen wird:
Die Europäer bräuchten keine Dollars mehr zu kaufen und zu halten, um Öl zu kaufen, sondern würden statt dessen mit ihrer eigenen Währung bezahlen. Die Einführung des Euro für Öltransaktionen ließe die europäische Währung den Status einer Reservewährung einnehmen, was den Europäern auf Kosten der Amerikaner zum Vorteil gereichen würde.
Die Chinesen und Japaner werden die neue Börse mit besonderem Eifer annehmen, weil sie ihnen erlaubt, ihre enormen Dollarreserven drastisch zu reduzieren und mit Euro zu diversifizieren, womit sie sich gegen allzu hohe Verluste bei der Abwertung des Dollars schützen können. Einen Teil ihrer Dollars werden sie auch in Zukunft halten wollen; einen zweiten Teil ihrer Dollarreserven werden sie vielleicht sofort auf den Markt werfen; einen dritten Teil werden sie für spätere Zahlungen verwenden, ohne diese Dollarbestände je wieder aufzufüllen, denn sie werden dafür ihre Euro-Bestände erhöhen.
Die Russen haben ein inhärentes ökonomisches Interesse an der Einführung des Euro - den Großteil ihres Handels betreiben sie mit europäischen Ländern, mit ölexportierenden Ländern, mit China und mit Japan. Die Einführung des Euro würde mit sofortiger Wirkung den Handel mit den ersten beiden Blöcken abdecken und im Laufe der Zeit den Handel mit China und Japan erleichtern. Darüber hinaus verabscheuen die Russen offensichtlich das weitere Halten von an Wert verlierenden Dollars, weil sie seit kurzem wieder auf Gold setzen. Die Russen haben außerdem ihren Nationalismus wiederbelebt, und falls die Übernahme des Euro die Amerikaner umbringen kann, werden sie ihn mit Freude übernehmen und selbstgefällig den Amerikanern beim Sterben zuschauen.
Die arabischen erdölexportierenden Länder werden den Euro begierig übernehmen, um auf diese Weise den Anteil ihrer steigenden Mengen von an Wert verlierenden Dollars zu senken. Wie die Russen handeln sie vornehmlich mit europäischen Ländern, weswegen sie die europäische Währung sowohl wegen ihrer Stabilität als auch als Schutz gegen Währungsrisiken bevorzugen, ganz zu schweigen von ihrem Dschihad gegen den ungläubigen Feind.
o Nur die Briten befinden sich in der Zwickmühle. Sie haben bereits seit Ewigkeiten eine strategische Partnerschaft mit den USA, aber sie verspüren auch eine natürliche Anziehungskraft zu Europa. Bislang hatten sie viele Gründe, sich an die Seite des Siegers zu stellen. Wenn sie allerdings ihren alten Verbündeten fallen sehen, werden sie dann standhaft hinter ihm stehen oder ihm den Gnadenstoss versetzen? Wir sollten nicht vergessen, dass im Augenblick die beiden führenden Ölbörsen die New Yorker NYMEX und die in London ansässige «International Petroleum Exchange» (IPE) sind, auch wenn beide de facto im Besitz der Amerikaner sind. Es ist wahrscheinlicher, dass die Briten mit dem sinkenden Schiff untergehen werden, denn andernfalls würden sie ihrem nationalen Interesse an der Londoner IPE zuwiderhandeln und sich ins eigene Knie schießen. Es darf an dieser Stelle nicht unerwähnt bleiben, dass das Gerede über die Gründe für die Beibehaltung des britischen Pfundes die wahre Ursache verkennt; es ist sehr wahrscheinlich, dass die Briten dem Euro nicht beitraten, weil die Amerikaner sie zu diesem Verzicht drängten: Ansonsten hätte die IPE den Euro übernehmen müssen, was den Dollar und Englands strategischen Partner tödlich verwundet hätte.
Sollte die iranische Ölbörse erfolgreich starten ...
Unabhängig davon wie die Briten entscheiden: Sollte die iranische Ölbörse erfolgreich starten, sind in jedem Fall die Eigeninteressen der bedeutenden Mächte - die der Europäer, Chinesen, Japaner, Russen und Araber - so gelagert, dass diese Länder den Euro auf schnellstem Wege übernehmen werden und damit das Schicksal des Dollars besiegeln. Die Amerikaner können es niemals erlauben, dass das passiert und, falls notwendig, werden sie auf eine Vielzahl an Strategien zurückgreifen, um die Inbetriebnahme der Börse zu stoppen oder zu behindern:
Sabotageakte gegen die Börse - das könnte ein Computervirus sein, eine Attacke gegen ein Netzwerk, gegen die Kommunikationseinrichtungen oder gegen den Server, verschiedenartige Angriffe auf die Serversicherheit oder eine Attacke nach dem Muster von 9/11 gegen das Haupt- oder ein Nebengebäude.
Ein Staatsstreich - die mit Abstand beste langfristige Strategie, die den Amerikanern zur Verfügung steht. - Verhandlung von akzeptablen Konditionen - eine andere exzellente Lösung für die Amerikaner. Gewiss ist ein Staatsstreich die bevorzugte Strategie, weil dieser die Nichtinbetriebnahme der Börse garantiert und daher die amerikanischen Interessen nicht mehr gefährdet wären. Falls jedoch ein Sabotageversuch oder ein Staatsstreich scheitern sollten, dann sind Verhandlungen eindeutig die zweitbeste verfügbare Option. Eine gemeinsame UN-Kriegsresolution - das wird ohne Zweifel schwierig zu erreichen sein, angesichts der nationalen Interessen der anderen Mitgliedsstaaten des Sicherheitsrates. Die hitzige Rhetorik über das iranische Atomwaffenprogramm dient zweifelsohne der Vorbereitung dieser Vorgehensweise.
Unilateraler Angriff mit Atomwaffen - das ist aus denselben Gründen, die mit der nächsten Strategie, dem unilateralen totalen Krieg, verbunden sind, eine fürchterliche strategische Wahl. Die Amerikaner werden wahrscheinlich für ihren schmutzigen nuklearen Job auf Israel zurückgreifen.
Unilateraler totaler Krieg - das ist offensichtlich die schlechteste strategische Wahl. Erstens, weil die amerikanischen Streitkräfte von zwei Kriegen bereits erschöpft sind. Zweitens, weil sich die Amerikaner damit weiter von den anderen mächtigen Nationen entfremden. Drittens, weil Länder mit bedeutenden Dollarreserven entscheiden könnten, still und leise Vergeltung zu üben, indem sie ihre eigenen Berge an Dollars auf den Markt werfen, um auf diese Weise die USA von der weiteren Finanzierung ihrer militärischen Ambitionen abzuhalten. Und schließlich hat der Iran strategische Allianzen mit anderen mächtigen Staaten, die bei einem Angriff auf seiten des Irans in den Krieg eintreten könnten; angeblich hat der Iran solche Allianzen mit China, Indien und Russland, besser bekannt als die «Shanghai Cooperative Group», auch bekannt als «Shanghai Coop», und einen separaten Pakt mit Syrien.
Die Eigendynamik der Ökonomie
Welche strategische Option auch immer gewählt wird, von einem rein ökonomischen Standpunkt aus gesehen, wird die iranische Ölbörse, sollte sie jemals den Betrieb aufnehmen, von den bedeutenden Wirtschaftsmächten rasch angenommen werden und so den Untergang des Dollars einläuten. Der kollabierende Dollar wird am Ende die amerikanische Inflation dramatisch anheizen und einen starken Druck auf die Erhöhung der Zinsen auslösen. An diesem Punkt wird sich die FED zwischen Skylla und Charybdis wiederfinden - zwischen Deflation und Hyperinflation -, sie wird entweder dazu gezwungen sein, die «klassische Medizin» - Deflation - einzunehmen, indem sie die Zinssätze erhöht. Die FED wird so eine größere Wirtschaftskrise, den Kollaps des Immobilienmarktes und eine Implosion der Anleihen- und Aktienmärkte sowie des Marktes für Derivate, kurz den totalen Zusammenbruch des Finanzsystems, auslösen. Alternativ kann sie den Weg der Weimarer Regierung wählen und inflationieren, indem sie die langfristigen Zinsen festschraubt, die Helikopter aufsteigen lässt und das Finanzsystem in Liquidität ertränkt, inklusive des Bailing-out (Freikaufens) von zahlreichen LTCMs (Long-Term Capital Management) und der damit einhergehenden Hyperinflationierung der Wirtschaft.
Die österreichische Theorie des Geldes, des Kredits und des Konjunkturzyklus lehrt uns, dass es keine Alternative zu Skylla und Charybdis gibt. Früher oder später muss sich das Geldsystem in die eine oder andere Richtung bewegen und die FED damit zu einer Entscheidung zwingen. Ohne Zweifel wird der Oberbefehlshaber Ben Bernanke, ein renommierter Kenner der «Great Depression» und ein versierter Black-Hawk-Pilot, die Inflation wählen. «Helicopter Ben», der Rothbards «America's Great Depression» nicht kennt, hat trotzdem die Lehren aus der «Great Depression» und der vernichtenden Kraft der Deflation gezogen.
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Hatten wir nicht schon im alten Forum mal eine Diskussion darüber? Losgetreten von meinem alten Freund "Spartacus"?