[BWL] "Angemessener Gewinn"

cygnus

back to the roots
ID: 55152
L
2 Mai 2006
1.779
226
Aloha,

gibt es eine gewisse Prozentspanne von den Selbstkosten, das als "angemessener Gewinn" zählt?
Hatte die Aufgabe eine Preisstrukturanalyse durchzuführen, um herauszufinden ob der Gewinn angemessen ist.

Weiß da vlt. jemand mehr?
 
In den Selbstkosten ist der Gewinn doch noch gar nicht dabei. Der Gewinn wird erst später draufkalkuliert. Üblich sind ca. 15%.

Edit: https://de.wikipedia.org/wiki/Selbstkosten

Wobei die Kalkulation auch nicht zu 100% stimmt, die Selbstkosten bestehen wirklich nur aus den Kosten, die das Produkt selbst Verursacht. Dies bei Vertrieb und Verwaltung herauszufinden wird schwierig...
 
Wobei die Gewinnspanne immer vom Produkt abhängt.

Kleines Beispiel: Für einen Möbelstück bekommt ein Hersteller 40€ vom Auftraggeber (dem Möbelversandhaus). Dieser verkauft das Möbelstück für 230€.

Beim Hersteller kommt das mit 15% in etwa hin. Also Materialkosten, Energie, Arbeitskraft etc beträgt so 33€.

Nur der Händler, der das ganze dann verkauft, macht imho um einiges mehr Profit. Klar hat dieser noch den Transport und Vertrieb zu regeln, aber seine Gewinnspanne wird doch noch deutlich über 15% liegen...

(die Werte von Herstellung bis Verkauf entsprechen tatsächlichen Werten, was genau beim Händler geschieht weiß ich nicht)

-Flori-
 
ähm... Jain... Klar kann man Gewinne verschieden verteilen.
Nehmen wir mal die Druckerhersteller: Auf einen Drucker werden kaum Gewinn aufgeschlagen, dafür auf die Patronen umso mehr.
Dass das Möbelhaus kalkulatorisch jetzt viel mehr Gewinn in die Preise einkalkuliert als der Hersteller, glaube ich nicht. Zwischen Verkaufspreis von 230 EUR und den Einkaufspreis von 40 EUR liegt ja noch viel mehr, als der Gewinn. Da liegt Lagerung, wieder Verwaltung, Vertrieb, Provisionen aber auch Skonto und Rabatte, die einkalkuliert sind, siehe hier: https://de.wikipedia.org/wiki/Handelskalkulation

@cygnus in der Regel, wie schon gesagt, 15%. Allerdings solltest du beachten, dass in die Preise auch meistens eine feste Verzinsung des gebundenen Kapitals einkalkuliert wird. (kalk. Zinsen, kalk. AfA, kalk. Miete usw. usw.)

Beispiel: Wenn ein, sagen wir Kunsthändler (naja, die Kalkulieren nicht so genau, aber is ja nur ein Beispiel) ein Gemälde für 100 EUR kauft und schon jetzt weiß, dass er es frühestens in ca. 1 Jahr verkaufen kann (weil es evtl. noch restauriert werden muss oder ähnliches), dann verteuert sich das Gemälde automatisch schonmal um den kalk. Zins, den der Händler bekommen hätte, wenn der Händler die 100 EUR auf eine Bank gelegt hätte, statt es in ein Gemälde zu stecken. Somit kostet das Gemälde z.B. nach einem Jahr schon 105 EUR, ohne dass noch andere Kosten mit einkalkuliert wurden. Meistens kann man aber nicht so schön kalkulieren, da man ja immer die Preise der Wettbewerber im Auge haben muss. Also musst du anders rechnen: Meine Wettbewerber bieten Produkt X für 50 EUR an. Welche Kosten habe ich? Dann rechnest Du rückwärts 50 EUR - Kosten = Gewinn. Ist dieser kleiner als 15% wäre das Ganze in meinen Augen unrentabel.
 
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