Bundesagentur im ersten Halbjahr mit Milliarden-Plus

[...] Das erste System ist jetzt in trockenen Tüchern, jetzt kann es mit dem nächsten weitergehen.

Klar haben wir immer noch ein Schuldenproblem, aber ich denke ein TeilSystem nach dem anderen so zu reformieren, dass am Ende dann positiv dasteht, ist nachhaltigerals ein ewiges Hin- und Hergeschiebe von Milliarden, wie es gerade passt.
Ja aber mehr wird doch eigentlich nicht gemacht, oder? Es ist nichts in trockenen Tüchern, so weit ich es verstanden habe. Die Agentur für Arbeit wurde um genau den Betrag entlastet, um den nun der Bund belastet wird. Keine Reform, keine Einsparung, nur ein Geschiebe.

Schon von diesem Standpunkt stellt sich mir die Frage, warum man überhaupt von einem Plus spricht?! Dann müsste man auch im gleichem Atemzug sagen, dass dafür der Bund Minus gemacht hat, alles andere ist doch wohl noch dümmer, als eine Milchmädchenrechnung...

Gruß,
Photon
 
Es ist nichts in trockenen Tüchern, so weit ich es verstanden habe. Die Agentur für Arbeit wurde um genau den Betrag entlastet, um den nun der Bund belastet wird. Keine Reform, keine Einsparung, nur ein Geschiebe.

Kommt sicherlich auf die Betrachtungsweise an...

Die Agentur für Arbeit verlangt von jedem sozialversicherungspflichtigen Arbeitnehmer 6,5 % seines Bruttogehalts als Versicherungsprämie. Dafür bietet sie nach mind. 12 Monaten Beitragszahlung in den vergangenen 24 Monaten im Versicherungsfall 12 bis 18 Monate 65 % des letzten Nettoeinkommens.

Macht die Agentur für Arbeit plus, was sie zur Zeit tut, kann man feststellen, die aktuellen Regelungen über Höhe der Beiträge, die Zahlungsdauern etc. sind, bezogen auf die aktuellen Arbeitnehmerzahlen und Arbeitslosen die ALGI bekommen, gut gewählt.

Jetzt kann man auch geziehlt die Höhe der Beiträge festlegen, was vorher, zumindest für den außenstehenden Otto-Normalverbraucher, eher nach Zufallswert aussah.

gruss kelle!
 
[...]
Jetzt kann man auch geziehlt die Höhe der Beiträge festlegen, was vorher, zumindest für den außenstehenden Otto-Normalverbraucher, eher nach Zufallswert aussah.
Ok, aber wo wird denn nun insgesamt gespart? Ich meine, ist nicht allein entscheidend, ob unter dem Strich ein Plus bleibt?

will sagen, dass wenn alle Zahlungen, die beispielsweise die Kommunen tragen, auf den Bund abgewälzt würden, dann machten die Kommunen auch ein RiesenPLUS, insgesamt ändert sich volkswirtschaftlich jedoch nicht das geringste...

Gruß,
Photon
 
Ich meine, ist nicht allein entscheidend, ob unter dem Strich ein Plus bleibt?

Das wäre zu einfach...
Gerade diese eindeutig abzugrenzzenden Bereich müssen selbst alle positive Ergenisse haben.

Kann ja nicht sein, dass eine Misswirtschaft mit den Renten nicht auffällt, weil die Überschüsse der AA gegengerechnet werden.

Das sowas bei Polizei und Militär nicht klappt, ist ganz klar.

Wo man gespart hat? Aktuell nicht, aber der Grundstein ist gelegt, spätestens bei signifikanten Beitragssenkungen, die sauber finanziert sind, wird man durch steuerliche Mehreinnahmen und gesunkenen Sozialausgaben Einsparungen haben.

gruss kelle!
 
(...), insgesamt ändert sich volkswirtschaftlich jedoch nicht das geringste...
Ist so nicht richtig:
Ob nun beispielsweise 500 Stellen jeweils eine Million einsammeln oder eine Stelle 500 Millionen macht auch volkswirtschaftlich einen Riesenunterschied, denn jede Abgabe hat zusätzlich zu ihrem reinem Aufgaben ja noch weitere volkswirtschaftliche Nebenkosten wie Kosten der Erhebung, also z.B. Bürokratie oder Ausweicheffekte, wie z.B. in diesem Fall der Wegfall sozialversicherungsfälliger Arbeitsplätze.

Werden derartige "Nebenkosten" minimiert, so ergeben sich daraus enorme Vorteile, selbst wenn die reinen Summen sich nicht ändern.
 
Ist so nicht richtig:
Ob nun beispielsweise 500 Stellen jeweils eine Million einsammeln oder eine Stelle 500 Millionen macht auch volkswirtschaftlich einen Riesenunterschied, denn jede Abgabe hat zusätzlich zu ihrem reinem Aufgaben ja noch weitere volkswirtschaftliche Nebenkosten wie Kosten der Erhebung, also z.B. Bürokratie oder Ausweicheffekte, wie z.B. in diesem Fall der Wegfall sozialversicherungsfälliger Arbeitsplätze.

Werden derartige "Nebenkosten" minimiert, so ergeben sich daraus enorme Vorteile, selbst wenn die reinen Summen sich nicht ändern.
Das ist ja richtig. Aber dadurch kam doch diese Einsparung nicht zustande, denn die Streichung von Arbeitsplätzen bei der Agentur für Arbeit liegt ja schon 2 oder mehr Jahre zurück. Das augenblickliche Plus führt sich tatsächlich nur auf die Umlagerung zurück.

Kelle schrieb:
[...] Gerade diese eindeutig abzugrenzzenden Bereich müssen selbst alle positive Ergenisse haben.

Kann ja nicht sein, dass eine Misswirtschaft mit den Renten nicht auffällt, weil die Überschüsse der AA gegengerechnet werden.[...]
Ja, das ist schon klar. Aber dieser Logik folgend, wird es zukünftig nur noch Plus geben. Man entlastet das Arbeitsamt auf Bundeskosten und ruft "Die Agentur für Arbeit macht Milliardenplus". Ein Jahr später schiebt man die Kosten zurück und ruft "Der Bund macht Milliardenplus". Am Ende werden nur noch Milliarden gespart und trotzdem steigt die Neuverschuldung...

Versteh' doch mal, die Katze beißt sich in den Schwanz. Wir (als Deutschland) haben nunmal auch einen Gesamthaushalt. Das einzelne Konto (die Agentur für Arbeit) hat ja im Grunde nichts gespart, sie haben ihre Verbindlichkeiten nur dem Bund auf's Auge gedrückt. Insofern gab es keine Reform, nix - denn bezahlt werden muss die gleiche Summe trotzdem. Zwar nicht mehr aus einem kleinen Topf, sondern jetzt aus dem großen, aber es wird bezahlt. Nach außen hin macht die Firma "Bundesrepublik" nach wie vor nur Schulden.

Um sagen zu können, dass das einzelne Konto "Arbeitsamt" Geld gespart hat, hätte man alles so lassen müssen wie bisher und gleichzeitig Geld sparen müssen. So ist es doch nur Wischi-Waschi...

Gruß,
Photon
 
Versteh' doch mal, die Katze beißt sich in den Schwanz. Wir (als Deutschland) haben nunmal auch einen Gesamthaushalt. Das einzelne Konto (die Agentur für Arbeit) hat ja im Grunde nichts gespart, sie haben ihre Verbindlichkeiten nur dem Bund auf's Auge gedrückt. Insofern gab es keine Reform, nix - denn bezahlt werden muss die gleiche Summe trotzdem. Zwar nicht mehr aus einem kleinen Topf, sondern jetzt aus dem großen, aber es wird bezahlt. Nach außen hin macht die Firma "Bundesrepublik" nach wie vor nur Schulden.

Um sagen zu können, dass das einzelne Konto "Arbeitsamt" Geld gespart hat, hätte man alles so lassen müssen wie bisher und gleichzeitig Geld sparen müssen. So ist es doch nur Wischi-Waschi...

In meinen Augen eben nicht, da die Kostensituation der AA jetzt transparenter ist, und deren Einnahmen genau definierten Ausgaben gegenüberstehen.

Nicht wie bisher, wo fremde Leistungen mitfinanziert wurden.

Dieser Teil der Rauslösung aus dem großen Pott, mit eigener Finanzierung etc. ist doch ein Teil der Reform. Sicherlich nur solange, wie diese Eigenständigkeit besteht, und hinterrücks keine Querfinanzierung egal in welche Richtung kommt.

Vielleicht wirds am Beispiel Siemens deutlicher.
Früher war auch alles so, unterm Strich kam plus raus, also alles schick.

Dann wurden Siemens intern die Strukturen neu gebastelt, und jeder Geschäftszweig (Medizin, Strom, Verkehrstechnik ...) wurde eigenständig betrachtet.

Und dann sah man auf einmal, wo Geld reinkam und wo Geld rausging.
Ziel ist, überall Geld reinzubekommen, je nach Markt in unterschiedlicher Höhe.

Was im Endeffekt dazu führt, dass das Verbesserungspotential weitaus besser ausgeschöpft wird, als bei der alten Rechnung.

gruss kelle!
 
[...] Was im Endeffekt dazu führt, dass das Verbesserungspotential weitaus besser ausgeschöpft wird, als bei der alten Rechnung.
Wenn ich Dich richtig verstehe, dann bist Du auch der Ansicht, dass eigentlich gar kein Geld gespart wird, nur hat man jetzt eine bessere Kostentransparenz.

Dem würde ich ja auch zustimmen. Aber worum es mir ging: Wir haben nix gespart, was man jetzt mehr ausgeben könnte! :)

Gruß,
Photon
 
Dem würde ich ja auch zustimmen. Aber worum es mir ging: Wir haben nix gespart, was man jetzt mehr ausgeben könnte! :)

Es ging ja primär erst um den Gewinn der AA, nicht dass irgendwo was gespart wurde.

Wohl dient aber der jetzige Zustand als Grundlage zukünftiger Sparergebnisse bzw. -analysen ;-)

gruss kelle!
 
Ehrlich gesagt möchte ich auch mal die Theorie der insgesamt neutralen Umbuchung vom Haushalt der Bundesagentur zum Bundeshaushalt anzweifeln.
Klar, ein Teil des Überschusses geht darauf zurück, dieser Teil wurde ja eben auch erwartet und war für Kürzungen der Sätze vorgesehen, es lang also eine Umfinanzierung von Leistung von Lohnnebenkosten auf Steuern vor, insgesamt also eine volkswirtschaftlich positive Aktion, wie oben beschrieben.

Der Diskussionsgegenstand hier ist aber, daß der Überschuss der Agentur weitaus höher ist als angenommen, also doch darüber hinausgehen muss über das, was jetzt einfach nur vom Bund getragen wird.
Denn schließlich wurden wirklich in den letzten Monaten erstaunlich viele Stellen geschaffen (selbst wenn der Großteil davon erstmal zeitlich befristet ist) und die Zahl der Arbeitslosengeld-Empfänger ging zurück.

Diese Neutralität ist somit imho gar nicht gegeben, weswegen ein selbsterwirtschaftetes Plus auch intern verwandt werden sollte!