Buchempfehlung zum Thema "Kommunismus"

Seth.Connor

Californian
ID: 127731
L
20 April 2006
382
12
Hallo an alle,

Habe gestern die letzte Episode der 24-teiligen Dokumentation "Der Kalte Krieg" zu Ende geschaut und finde dieses Thema interessanter den je.

Vor allem möchte ich noch mehr über die beiden Ideologien, besser gesagt die der Sowjet-Union, erfahren und mir deshalb ein Buch kaufen, dass ausführlich den Kommunismus in all seinen Formen behandelt.

Da ich selbst leider noch nicht das passende Buch gefunden habe hoffe ich nun hier auf Hilfe zu stoßen. Könnt ihr mir ein Buch zum Thema "Kommunismus" empfehlen?

Grüße Seth
 
Neutraler?
Frag mich auch wie das gemeint sein soll. Kann obenstehnde Lektüre ebenfalls nur empfehlen, mit dem Zusatz, dass man bei den unteren dreien aber immer bedenken sollte, dass der Hauptgrund dafür warum es noch nie einen echten Kommunismus gab der ist, dass es immer Leute gegeben hat die den Kommunismus als Vorwand genutzt haben, um eine Diktatur "versteckt" am laufen zu halten und ihre Macht abzusichern.
 
[...] Kann obenstehnde Lektüre ebenfalls nur empfehlen, mit dem Zusatz, dass man bei den unteren dreien aber immer bedenken sollte, dass der Hauptgrund dafür warum es noch nie einen echten Kommunismus gab der ist, dass es immer Leute gegeben hat die den Kommunismus als Vorwand genutzt haben, um eine Diktatur "versteckt" am laufen zu halten und ihre Macht abzusichern.
Ja, stimmt. Nur so ist der Mensch. Jeder Mensch strebt nach etwas, was dem Gedanken des Kommunismus widerspricht: Entweder er strebt nach Macht, persönlichem Vermögen (was ja auch Macht bedeutet) oder nach individueller Entfaltung. Das wäre im Kommunismus alles gar nicht möglich.

Klar ist Kommunismus ein schöner Gedanke: Keinen Neid mehr, keine Gier - herrlich. Aber auch die katholische Kirche erklärte mal "Gier/Habsucht", "Neid" und dergleichen zu Todsünden. Geholfen hat es nix, obwohl man schon mit ewigem Höllenfeuer und Qualen drohte. Naja, da wird Marx auch nicht viel mehr reißen können, der droht ja nicht mal mit der Rute...

Gruß,
Photon
 
bpb.de

Da findeste sicherlich neutral geschriebene und gut recherchierte Publikationen. Ob es das ist ,was du suchst, musst du selbst wissen. Aber vielleicht hilfts fuer den Anfang.

MfG
 
Mit dem 'neutraler' meinte ich z.B. das Manifest der Kommunistischen Partei. Liege ich falsch in der Annahme, dass dort der Kommunismus in höchsten Tönen gepriesen wird oder komplett falsch, so dass dort nur Fakten stehen?

Komm am 11.Juni wieder nach Deutschland und werd mir dann mal 'Das Kapital' von Karl Marx holen. Das scheint wirklich ein Buch zu sein, das man gelesen haben sollte.
 
Mit dem 'neutraler' meinte ich z.B. das Manifest der Kommunistischen Partei. Liege ich falsch in der Annahme, dass dort der Kommunismus in höchsten Tönen gepriesen wird oder komplett falsch, so dass dort nur Fakten stehen? [...]
Es ist doch immer die Frage, wie man etwas liest. Du kannst von einem Buch, welches über eine Klassengesellschaft handelt, die bestehende Jahrhunderte alte bewährte Strukturen komplett einreißen will, nicht erwarten, "neutral" zu sein.

Es läuft doch darauf hinaus: Marx und Engels erkannten, dass der normale Arbeiter ausgebeutet wird. Er leistet viel mehr Arbeit, als ihm an Geld gezahlt wird - das ist ja heute noch immer nichts anderes. Er füttert also durch seine Hände Arbeit den Fabrikbesitzer mit durch - heute noch viel mehr Leute als damals. Und obgleich er die eigentliche Arbeit leistet, wird der (parasitäre) Chef immer reicher, während das Geld des Arbeiters immer weniger Wert hat. Und der Ausweg wäre nach Ansicht Marx' und Engels': Kommunismus. Gemeinschaftliches Eigentum an Produktionsmitteln, im Endstadium auch gar kein Geld mehr, da alles jedem und damit niemandem gehört.

Meine Meinung dazu: Schöne Idee, aber sie hat sich in etwa 2 Millionen Jahren Evolution nicht durchgesetzt. Der Mensch braucht als Antrieb Konkurrenz, braucht den Vergleich und das Messen mit anderen. Und die Gier des Menschen ist eine Eigenart, die ihn zu Höchstleistungen motivieren kann (ich denke da an Manager und ihre 14h-Tage) und überaus innovativ werden lässt. Der Kapitalismus bedient genau diese Eigenschaften: Gier (in Kapital und in Macht), Habsucht, Konkurrenzdenken.

Ob das nun gut oder schlecht ist, kann ja jeder für sich selbst entscheiden. Ich denke aber, dass im momentanen Evolutionsstadium des Menschen gar nichts anderes möglich ist. Das zeigt auch jeder Kommunismusversuch der Geschichte: Die führenden Persönlichkeiten waren stets schlimmere Kapitalisten (eigentlich schon eher Feudalherren) als in jedem anderen Kapitalismus. Nur im Kapitalismus sind die Geldsäcke wenigstens ehrlich und sagen: "Ich bin stinkreich, gehe nur noch meinen Vergnügungen nach und lebe von dem Geld, das Du für mich erarbeitest. Du bist ein armes Schwein und musst nach meiner Pfeife tanzen. Tja, Pech gehabt, Du Idiot." Im Sozialismus/Kommunismus predigen sie Wasser und trinken Wein. Erzählen Dir was vom Pferd von wegen "die Macht der Arbeiter und Bauern", während sie zur Jagd ausreiten und sich abends von staatlichen Nutten bedienen lassen.

Und noch ein Unterschied: Im Kapitalismus hat jeder die Chance, zu einem Geldsack zu werden. Die allermeisten schaffen es nicht, viele trauen sich den Versuch nicht zu. Aber sie haben wenigstens die Chance. Im Kommunismus/Sozialismus ist das ausgeschlossen. Denn das wäre ja "der Feind in meinem Staate". Folglich trägt jeder Kommunismus/Sozialismus diktatorische Züge, weil man offiziell verhindern muss, dass einer den anderen auspresst und inoffiziell nicht den eigenen Lebensstandard aufgeben will.

Also wie sollte nun ein realer Kommunismus funktionieren, so lange die allermeisten Menschen nur durch ihre Gier nach Macht und Besitztümern zu Höchstleistungen motiviert werden?

Gruß,
Photon
 
Ähem wie willst du denn einen neutralen Bericht über Kommunismus finden? Ein Autor bringt immer seine Meinung ein und diese ist geprägt von seinen Erfahrungen und seiner Erziehung in der Gesellschaft. Bei westlichen Autoren wirst du tendentiell immer Abenigung erfahren und bei russischen Autoren zum Beispiel wirst du wohl eher mal Lob finden. Du musst halt lernen Quellen kritisch zu lesen.

"Das Kapital" ist einfach ein Muss wenn man sich für das Thema wirklich interessiert. Da wird man nicht drum rum kommen oder man sollte sich ein anderes Thema suchen.
 
Mein Gedankengang war, dass es neutralerE Bücher zum Kommunismus geben könnte, da ich davon ausgehen kann, dass einer der "Väter" des Kommunismus mit lobenden Worten nicht gerade sparsam umgehen wird.
Ich lass mich dann aber mal überrauschen

Noch eine weitere Frage. Kennt jmd. ein gutes Buch über die Sowjetunion, vom Beginn (Lenin) bis zum Ende? Danke