Auf Rechnung arbeiten - mehr Stundenlohn als 400€ Jobber?

....mir ist das wohl klar..aber ich glaube einige andere hier nicht die in diesem thread mitschreiben. [...]
Also die Nachteile wurden in diesem Thread ja schon genannt, so dass auch den Mitschreiben diese klar sein müssten. Aber damit es dann nochmal ganz deutlich wird, hier die Rechte der Arbeitnehmer.

[...] Ich würde niemals einen 400 Eurojobber in meiner Firma anstellen, zu viele Nachteile für den Jobber...meine Leute sind Festangesellte oder Freie Mitarbeiter..ich sehe diese Jobs eher als Ausbeutungsjobs, zum Nachteil der Jobbers.
Eine geringfügige Beschäftigung ist keine Ausbeutung, da für diese Arbeitnehmer die selben gesetzlichen Absicherungen gelten, wie für Vollzeitbeschäftigte. Das Problem ist nur, dass die meisten Arbeitgeber sich nicht an die gesetzlichen Bestimmungen halten. Somit entstehen dem Arbeitnehmer Nachteile, die er normalerweise nicht haben dürfte.
 
Urlaub und lohnfortzahlung....schön und gut, aber was nützt es dem AN wenn er nicht krankenversichert ist?

Mir ist klar das jeder seine Meinung darüber hat, die ihm auch zusteht und ich auch anerkenne....

Wenn ich aber z.b weder ALG I ,II oder iV beziehe und mich mit 400 euro job durchschlage, kann es sinnvoll sein mich selbständig zu machen, wobei ich natürlich die rechtlichen bestimmungen beachten muss.
 
Urlaub und lohnfortzahlung....schön und gut, aber was nützt es dem AN wenn er nicht krankenversichert ist? [...]

Dazu sollte man sich mal anschauen, für welchen Personenkreis diese sogenannten Mini-Jobs ursprünglich mal gedacht waren. Dieser Personenkreis (Hausfrauen, Studenten, Rentner) ist in der Regel bereits krankenversichert, so dass eine Versorgung durch den Arbeitgeber nicht erforderlich ist. Das die Arbeitgeber diese Jobs heutzutage als Ersatz für Vollbeschäftigung vergeben, ist nicht Sinn dieser Art der Beschäftigungsform.
 
Ich weiß nicht aus welcher Branche du kommst...seit Juli letzten Jahres müssen personen die keine Bezüge mehr bekommen egal welcher art(auch diese gibt es) sich privat versichern........auch mal an diese kosten gedacht? oder ehemalige Zeitsoldaten(müssen sich wenn sie keinen Job haben privat versichern), ehemalige Auswanderer(haben kein Anrecht auf Sozialleistungen, wenn länger als 5 Jahre im Ausland lebend)

Ich finde diesen Austausch hier recht intressant, auch wenn wir diesen Thread dazu benutzen...

Eine Musterlösung gibt es leider nicht....
 
geringfügige Beschäftigung [..] die selben gesetzlichen Absicherungen gelten, wie für Vollzeitbeschäftigte.
Nicht ganz. Arbeitsrechtlich dürfte eine identische Abdeckung vorhanden sein, doch im Sozialversicherungsrecht führen Pauschalbeiträge des Arbeitgebers zu keiner Absicherung des Arbeitnehmers.

@Becker71:
Natürlich kann es sinnvoll sein in die Selbständigkeit zu gehen. Aber doch dann bitte richtig und nicht nur zur rechtlich eh grenzwertigen Gestaltung einer Anstellung hin zu einer (Schein-)Selbständigkeit. Du stellst hier Dinge direkt und indirekt als sichere Tatsachen hin und dann passiert es noch, dass sich jemand darauf verlässt.
Es müssten auch noch ganz andere (mögliche) Kostenfaktoren beachtet werden. Muss man z.B. selbst eine Buchhaltung führen? Bei steigenden Umsätzen auch USt-Voranmeldungen und -Erklärungen? Wird die Erstellung der Einkommensteuer teurer? Ist man nun sogar (erst) verpflichtet eine Einkommensteuererklärung abzugeben? Zahlt man durch die Umwandlung von pauschalierten in steuerpflichtige Einkünfte effektiv (mehr) Einkommensteuer?
Nicht zu vergessen was man macht, wenn der Arbeitgeber keine Aufträge mehr für einen hat. Muss man in Marketing investieren? Seinen Geschäftsbetrieb erweitern? Oder sucht man sich doch wieder nur irgendwo ne Stelle?
Alle möglichen (Mehr-)Kosten wirken sich bei einem relativ kleinen Umsatzvolumen um so mehr aus. Sicher gibt es irgendwann einen Punkt, an dem sich eine Selbständigenvariante gegenüber einer Anstellung lohnt, doch genau diese Spanne gilt es (individuell) zu ermitteln.
Solltest du selbst bisher gut mit dieser Variante gefahren sein ist das schön für dich. Ich würde aber persönlich vermuten, dass du dafür bewusst oder unbewusst gewisse Risiken auf dich genommen hast. Risiken müssen nicht schlecht sein, aber man sollte sich ihrer bewusst sein und auch wie viel deren alternative Absicherung kostet, wie viel "besser" diese Variante also sein muss, um alles auszugleichen.

@chriss88:
Würde dich dein Arbeitgeber/Auftraggeber denn (bei längerer Arbeitszeit) auch für mehr als 400€ anstellen? Wäre bei der Selbständigenvariante genug Arbeit vorhanden um auch insgesamt dort mehr zu arbeiten? Oder streitet ihr nur über den Stundenlohn?


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Edit:
Noch ein Wort zur Krankenversicherung. Wer keine Krankenversicherung hat, wird durch einen Minijob nicht besser gestellt. Allerdings bringt auch die Selbständigenvariante nichts, so lange man vom nötigen Mehrertrag die private Absicherung nicht decken kann (ein Faktor der Spanne!).

Wer eine Krankenversicherung braucht, sollte statts für 400€ lieber für 450€ arbeiten. Für den Arbeitgeber fallen die Nebenkosten von 28% bzw. 30% auf normale ~20-22% und der Arbeitnehmer hat durch die Gleitzone relativ gesehen noch kleinere Arbeitnehmerbeiträge zu leisten.
 
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@joschi: endlich mal jemand mit dem man das für und wider in einem angenehmen rahmen diskutieren kann*g*

Es gab mal einen leitspruch, der immer passt: Unternehmer heißt unternehmen, dazu zählt mit sicherheit auch risiken und kosten am anfang gegeneinander ausloten....

Gibt es ein Unternehmen was am amfang ohne risiko arbeiten kann? Ich denke nicht.

natürlich, sind die kosten für werbung, buchhaltung steuerzahlungen in dem rahmen einkalkuliert den ich mir stecke...bevor ich mich entscheide Selbsständig oder Anstellungsverhältnis.

Genauso ist es dem Finanzamt umd jeder anderen Behörde klar das ich eine gewisse zeit mit nur einem Auftraggeber arbeite(irgendwie muss man ja anfangen)....sollte ich aber über ein jahr lang nur für einen Auftraggeber arbeiten, so ist da schon die Frage: Schein oder nicht.


Mein problem hier ist folgendes:

Ich bin Personalbeschaffer(Headhunter), ....ich wede also nich von dem Arbeitssuchenden, sondern vom dem Arbeitnehmersuchenden/oder von der Firma bezahlt, die Freie Mitarbeiter sucht bezahlt.

Natürlich habe ich viele Anfragen von (Arbeit)suchenden

Ich denke du weißt wo die Problematik liegt.
 
Gibt es ein Unternehmen was am amfang ohne risiko arbeiten kann? Ich denke nicht.
Nein, es gibt sogar gar kein Unternehmen, das völlig risikofrei arbeiten kann. Es geht auch gar nicht darum Risiken gänzlich zu vermeiden, sondern sich bewusst zu sein, dass es welche gibt und wie groß sie sein können. Du hast bisher eher den Eindruck gemacht, dass alles problemlos ist

Für dich nur zum vorteil.
Welche Nachteile?
 
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[...] seit Juli letzten Jahres müssen personen die keine Bezüge mehr bekommen egal welcher art(auch diese gibt es) sich privat versichern [...]
Soweit ich weiß war es schon immer so, dass Personen ohne jeglicher Bezüge und Arbeitsverhältnis sich privat versichern mussten. Zumindest ist mir keine Regelung bekannt, nach der diese Personen vor dem Juli letzten Jahres gesetzlich versichert waren.

[...] Eine Musterlösung gibt es leider nicht....
Das habe ich auch nie behauptet. ;)

Nicht ganz. Arbeitsrechtlich dürfte eine identische Abdeckung vorhanden sein, doch im Sozialversicherungsrecht führen Pauschalbeiträge des Arbeitgebers zu keiner Absicherung des Arbeitnehmers. [...]

Da hast du natürlich vollkommen recht. In Punkto Sozialversicherung sind geringfügig Beschäftigte gegenüber Vollzeitbeschäftigten benachteiligt. Aber im Vergleich Selbständig vs. Mini-Job spielt dieser Aspekt keine Rolle, da ja auch Selbständige selbst für ihre soziale Absicherung sorgen müssen. Aber der Threadersteller ist ja bereits privat versichert. ;)
 
OK..falsch ausgedrückt...Problemlos ist es nicht, abertrotz des angeblichen wirtschaftsaufschwungs und niedrigere Arbeitlosenzahlen, denke ich persönlich das der weg sich selbständig zu machen nicht der falsche weg ist;risiken müssen natürlich einkalkuliert werden und die bestimmungen beachtet.

Thema war ja nur gewesen wie viel und was darf er mehr verlangen und was muss er beachten. Chris hat ja schon ein gewerbe, das macht ja vieles einfacher.

trotzdem fine ich diese diskussion hier prima.
 
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