News Armenien-Resolution: USA-Türkei-Beziehungen in der Krise

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25 April 2006
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[N] Armenien-Resolution: USA-Türkei-Beziehungen in der Krise

Folgende News wurde am 12.10.2007 um 15:30:11 Uhr veröffentlicht:
Armenien-Resolution: USA-Türkei-Beziehungen in der Krise
DPA-News

Istanbul/Washington (dpa) - Der Streit um die Massaker an den Armeniern während des Ersten Weltkriegs hat zu einer ernsten Belastungsprobe der Beziehungen zwischen der Türkei und den USA geführt. Die Türkei beorderte am Donnerstag ihren Botschafter in Washington nach Ankara zurück. Er soll in der türkischen Hauptstadt an Beratungen über eine im US-Repräsentantenhaus verabschiedete Resolution teilnehmen. Außenminister Ali Babacan warnte vor einer Verschlechterung der Beziehungen, sollte der US-Kongress die Resolution annehmen. «Dies wäre ein schwerer Schlag gegen alle Aspekte unserer Beziehungen und würde unsere strategische Kooperation überschatten», sagte er am Abend in Ankara. In der Resolution des Auswärtigen Ausschusses des US-Repräsentantenhauses wird der Tod hunderttausender Armenier am Ende des Osmanischen Reiches als Völkermord angeprangert. Der Vorwurf des Genozids wird von der Türkei heftig bestritten. Je nach Schätzungen kamen bei den Massakern 1915/16 zwischen 200*000 und 1,5 Millionen Armenier ums Leben. Der türkische Botschafter Nabi Sensoy wurde nach Angaben seines Außenministeriums zu knapp einwöchigen Konsultationen nach Ankara beordert. «Wir werden unseren Botschafter nicht abberufen», sagte Außenamtssprecher Levent Bilman am Abend in Ankara, wie der britische Seder BBC berichtete. Der Sprecher des US-Außenministeriums, Tom Casey, sagte, dass die USA ihrerseits nicht vorhätten, ihren Botschafter aus der Türkei zurückzurufen. «Wir wollen gewiss weiterhin ein gutes, positives Verhältnis mit der türkischen Regierung haben», sagte Casey. Der türkische Staatspräsident Abdullah Gül hatte am Donnerstag mit scharfer Kritik auf die Resolution reagiert. Die Resolution sei nicht akzeptabel, zitierte die türkische Nachrichtenagentur Anadolu Gül. Politiker in den USA hätten bedeutsame Angelegenheiten für innenpolitische Spielchen geopfert, warnte er. Der mehrheitlich mit Demokraten besetzte Ausschuss hatte am Mittwochabend mit 27 zu 21 Stimmen für die Vorlage gestimmt. US-Präsident George W. Bush fürchtet wegen der als wahrscheinlich angesehenen Annahme der Resolution im US-Kongress eine Verschlechterung der Beziehungen zum NATO-Partner Türkei. Auf Grund der Empfehlung des Auswärtigen Ausschusses wird nun das US-Repräsentantenhaus abstimmen. Auch im US-Senat ist eine entsprechende Resolution geplant.
 
Leider schaffen es nur sehr wenige Staaten dieser Welt zu ihrer Vergangenheit und das durch sie begangene Unrecht zu stehen und offen darüber zu sprechen.

Der erwiesene Völkermord an den Armeniern ist und bleibt ein dunkles Kapitel in der türkischen Geschichte, welches einige gern ausgelöscht hätten.
 
Ich finde die Türken sollten dazu stehen was sie getan haben und versuchen, ihre Vergangenheit aufzuarbeiten, anstatt sie zu leugnen.