Andere Szenen/Menschen kennenlernen (project.understand me!)?

PlaciD

Böhser Onkel
ID: 55555
L
11 Februar 2007
722
105
Hi und Hallo,

jeder von uns versteht viele Dinge, die andere Menschen tun, nicht. Jeder lebt in seiner eigenen Welt, und das ist auch gut so. Jeder sollte einen eigenen, unabhängigen Kosmos haben, in dem er sich selbst definiert.

Genug der schlauen (?) Worte, ich habe ein Anliegen. Schon seit Wochen quält mich folgende Ausgangsidee: Ich möchte mit meinen Kumpels sowas wie eine Szene-Kennenlern-Aktion machen. Also jeder stellt die Szene, in der er sich öfters bewegt, der er sich zurechnet, vor. Nun gibt es da mehrere Probleme: Viele von denen sind einfach ganz normal, also absolut ohne Szene. Manche sind sehr konservativ oder sehr uninteressiert und möchten gar nichts neues kennen lernen. Also haut das ganze nicht so hin, wie ich mir das dachte.

Als nächstes dachte ich an einen Aufruf, einfach ~4-5 Leute aus jeweils unterschiedlichen Szenen zu suchen, mit denen man so eine Aktion hochziehen kann. Das Prinzip wäre einfach: Man macht pro teilnehmende Person einen Tag aus, an dem diese Person ihre Szene auf welche Art auch immer vorstellt.

Nun bin ich aber mittlerweile schon einen Schritt weiter und denke, es sollte nicht nur um Szenen gehen. Und es sollte auch nicht so eine einmalige Sache sein. Es sollte ein Netzwerk von interessanten Personen entstehen, die sich gegenseitig ihre Sichtweise der Dinge näherbringen. Meine Idee nun: Man nehme eine Community und organisiere "Understand me"-Tage, an dem eine Person sich selbst darstellt. Auf welche Weise auch immer. Ein Hip-Hopper kann interessierte Personen mit auf irgend ein Konzert nehmen, ein Schwuler kann sich mit seinem Freund den Fragen der interessierten Personen stellen und ein Punk zeigt einem sein zuhause. Irgendwie sowas.

Nur stoße ich dort sehr schnell an Grenzen: Was ist mit z.B. der SM-Szene. Wie stellt man sowas vor? Wie schützt man sich vor Leuten, die einem irgendeine Ansicht aufdrängen wollen (von welcher Seite auch immer; man denkt natürlich zuerst an rechts, aber da gibt es schließlich noch mehr), ohne jemanden auszuschließen. Um beim Beispiel rechts zu bleiben: Warum sollte ein national denkender nicht auch die Möglichkeit bekommen, sich darzustellen? Wenn er einfach nur erzählt und seine Sicht der Dinge zeigt, kann man schließlich nur dazu lernen. Wie schützt man sich davor, das "Idioten" an solchen Veranstaltungen teilnehmen und das ganze stören (schließlich ist es ein leichtes, sich als vermeindlich offener Mensch einem "Understand me"-Tag eines z.B. schwulen anzuschließen und dann irgendwann anfangen, Stress zu machen oder ähnliches).

Und neben all diesen Problemen kommen noch die Fragen der "Organisation" auf. Wie baut man so ein Netzwerk auf? Wem erlaubt man den Zutritt? Wem überlässt man die Regulierung?

Und am Ende bleibt die Frage: Wird sowas überhaupt angenommen? Gibt es Menschen, die genauso aufgeschlossen wie ich sind und Interesse an anderen haben?

Vielleicht ist besonders die letzte Frage die wichtigste. Und deshalb auch meine "Fragen" an euch, ganz unabhängig von diesem Projekt:
- Interessiert an anderen Szenen/Menschen?
- Interessiert, anderen deine Szene/dich näherzubringen?

Es grüßt,
Sebastian
 
Mich interessiert grad erstmal was ganz anderes :) Du hast soviel Text, aber entweder hab ich es überlesen, oder aber es steht nirgends drin auf welcher Plattform sich die Szenen vorstellen sollen ?

Meinst du Online in Kategorien (Gruppen), oder willst du das Lokal irgendwo in Deutschland aufziehen und suchst da Ratschläge wie du das aufziehen kannst ?
 
Also, mir gefällt die Idee...

Zu deinen Befürchtungen denke ich, dass jemand, der bei sowas mitmachen will, auch selber aufgeschlossen ist. Das man dann aber vielleicht zu neugierige Leute dabei hat, die da natürlich überhaupt sich nicht einfügen wollen und dadurch eher störend sind, kann durchaus passieren. Aber ich denke, man weis ja vielleicht auch vorher, was einen erwartet.

Aber ich denke, es kommt auch immer mehr auf die Menschen dahinter an. Also, ob man jetzt die Szene an sich ganz komplett zeigen muss, ist dann die andere Frage. Ich kenne das z.B. auch daher, dass einige bekannte halt in der SM-Szene sind, aber halt auch so oft ganz "normal" weggehen. Das hat dann natürlich nicht sooooo viel mit dem Kennenlernen der Szene an sich zu tun, jedoch merkt man schon, dass die Leute eigentlich ganz normal sind (und man kann sie immer alles fragen, sie haben sich über neugier meist sogar eher gefreut). Wie weit man sich dann die Szene ansieht/sie zeigt, bleibt ja jedem selbst überlassen.

Solange man respektvoll bleibt, ist doch alles in Ordnung.
 
Ich bezweifle sehr, dass man die meisten Personen eindeutig einer "Szene" zuordnen kann, wie willst Du dann also stellvertretende Personen solcher "Szenen" finden?

Es muss z.B. jemand nicht zu einer "Szene" gehören, nur weil er sich dazu zugehörig fühlt. Man kann so eine "Szene" oft nur sehr schwer allgemein definieren, selbst wenn man über alles Hintergrundwissen verfügt, wie soll man dann also noch Personen einer solchen zuordnen?

Meiner Meinung nach sollte man die an einem solchen Projekt teilnehmenden Personen als Persönlichkeiten mit ihren eigenen Meinungen - deren Vertreter sie sind - sehen (auch wenn Sie diese Meinungen möglicherweise mehr oder weniger übernommen haben) und nicht als Mitglieder und damit Vertreter einer "Szene" (überhaupt finde ich diese Einteilung in "Szenen" mehr als fraglich).
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich kann Banane da nur zustimmen. Man kann den Großteil der Menschen nicht in Gruppen/Szenen einstufen, wie ich finde. Der ein oder andere mag sich Punk/Hopper/Metaller nennen und sich der Gruppe zugehörig fühlen.
Ich für meinen Teil beispielsweise könnte das nicht. Warum auch? Ich stimme mit keiner Szene zu 100% überein, auch wenn Ansätze vorhanden sein mögen, so dass ich mich auch zu keiner zugehörig fühle.

Dennoch möchte ich sagen, dass ich die Idee überaus interessant finde und auch umsetzbar.
Wenn man mal von den Musikrichtungen ausgeht. Der Eine mag nunmal Techno oder dergleichen, der andere Rock. Da kann man auch mal die andere Musik kennen lernen in einem Club. Sage sowieso immer, dass man sich an jegliche Art von Musik gewöhnen kann. :ugly:
Des weiteren kann man, wie ja auch schon erwähnt, politische Denkensweisen, private Denkensweise und so weiter anderen Menschen näher bringen. Da benötigt man nur ein klein wenig Interesse an anderen Menschen und schon sollte es umsetzbar sein.

Bin mir ziemlich sicher, dass dieses Projekt Erfolg haben könnte.

Problem nur wieder - Leute, die daran interessiert sind, aus einer Gegend zu finden. Aber bei genug Interessenten dürfte sich auch das verteilen. Wenn du eine Online-Plattform dazu erstellen würdest, sollte man auch die Möglichkeit bieten alle Beteiligten des Szeneneinblicks zu einem Resummee kommen zu lassen.

Wen man nun zulässt zu einer solchen Plattform und wen nicht, das sollte wie bei jeder anderen Plattform sein. Ich würde die Anmeldungen kontrollieren und Profildaten und so weiter erstellen lassen. ;)
Aber das wäre einer der letzten Schritte. *gg

Liebe Grüße,
...Sandra.
 
Mich interessiert grad erstmal was ganz anderes :) Du hast soviel Text, aber entweder hab ich es überlesen, oder aber es steht nirgends drin auf welcher Plattform sich die Szenen vorstellen sollen ?

Es ist noch keine Plattform gewählt. Das ganze sind Gedanken in meinem Kopf, die ich zu ordnen versuche und zu denen ich Meinungen brauche.

Zu derDani, Banane, S.a.N.d.R.a:
Das mit den Szenen ist falsch rübergekommen. Ich muss mich da in meiner Wortwahl etwas korrigieren. Anfangs war die Idee, mit ein paar Leuten sich jeweils den "Club" des anderen anzugucken, also den "Lieblingsclub" des anderen, um Leute und Musik kennenzulernen. Daraus kam dann die Idee, dass man sich nicht nur Freunde, sondern eben 5 Leute, die unterschiedlich sind, nimmt. Und daraus wurde dann die Idee, doch einfach Leute zu nehmen, die was von sich zeigen wollen.
Es geht also nicht um Szenen, auch wenn ich das so "ausdrücke". Was mir im Kopf schwebt ist sowas wie "Du bist anders? Zeig es allen!". Also jeder, der seine verrückte Seite zeigen will, darf sie zeigen. Der Rollenspieler macht einen Rollenspielabend für Unwissende, der Punker nimmt die Leute mit auf ein Konzert und Metaler zeigt seine Lieblingsdisco. Und jeder der irgendwas hat, was er anderen zeigen möchte, tut dies.
Für mich sind das Szenen, denen die Leute bewusst oder unbewusst. Sicherlich kann man sich über den Begriff streiten, aber das soll hier nicht Thema sein.

Zu deinen Befürchtungen denke ich, dass jemand, der bei sowas mitmachen will, auch selber aufgeschlossen ist. Das man dann aber vielleicht zu neugierige Leute dabei hat, die da natürlich überhaupt sich nicht einfügen wollen und dadurch eher störend sind, kann durchaus passieren. Aber ich denke, man weis ja vielleicht auch vorher, was einen erwartet.

Es ging mir bei den Bedenken auch eher darum, dass Menschen absichtlich stören wollen. Ich habe schon oft Menschen getroffen, die ohne mich zu kennen mich einfach nur erniedrigen wollten. Sicherlich entsteht sowas bei vielen aus einer Situation heraus, aber es gibt bestimmt auch welche, die es darauf anlegen. Und die Bedenken, dass jemand sich vorstellt und dabei Propaganda in irgendeine Richtung macht, besteht natürlich auch. Man stelle sich einen Scientologen vor, der von seiner Weltansicht erzählt und dabei irgendwelche Psychotricks anwendet.

Wen man nun zulässt zu einer solchen Plattform und wen nicht, das sollte wie bei jeder anderen Plattform sein. Ich würde die Anmeldungen kontrollieren und Profildaten und so weiter erstellen lassen. ;)
Aber das wäre einer der letzten Schritte. *gg

Eines der Probleme ist doch, dass es sich eben nicht um eine normale Plattform handelt. Bei dieser Idee können Störenfriede die Plattform ohne Probleme zerstören. Man stelle sich einen schwulen vor, der sein Leben vorstellt, und so ein paar Rechte loggen sich harmlos aussehend ein, melden sich zu diesem Treffen an und verprügeln ihn. Eine Horrorvision! Und irgendwie muss man das kontrollieren.

Danke schonmal für eure Ideen und Meinungen,
Sebastian

PS: ich nutze bewusst irgendwelche "Vorurteile", einfach weil sie gängisten sind und man sie plagativ einsetzen kann. Ich habe nicht die Meinung, dass diese Vorurteile immer richtig sind. Ich nutze sie an dieser Stelle zu Demonstrationszwecken! Also nicht pöse sein ;)
 
Hmm netter Anfangspost ... könnte im Grunde auch funktionieren solang es auf zB Sportarten, Musik etc begrenzt ist. Sobald da Gesinnungen wie rechts/links etc reinkommen seh ich da schon die erste Hürde resp die Probleme. Klar kann ein rechter seine Sichtweisen darlegen ... das Problem wird aber sein, dass es in einer Diskussion endet und nicht mehr dem Vorstellen der eigenen Person.
Klar, dies kann auch etwas bewirken oder positive Schlüsse ziehen aber ich seh da viel mehr Probleme als Nutzn weil der Gesprächsstoff zu emotional ist auf beiden Seiten.

Aber sonst sicher eine Intressante Sache ... wobei ich nicht unbedingt an ein Hopper Konzi gehen würde ^^ (war ich aber auch schon ... zum arbeiten :p)
 
wobei ich nicht unbedingt an ein Hopper Konzi gehen würde ^^ (war ich aber auch schon ... zum arbeiten :p)

Deshalb sollen da ja auch nur Leute mitmachen, die interessiert sind und schon bereit wären, sich mal andere Konzerte/Kneipen/Wohnungen/... anzusehen ;)

Finde das Ganze auch sehr interessant und bin gespannt wie sich das weiterentwickelt :)
 
Hat sich die Sache im Sande verlaufen oder gibt's bereits erste genauere Planungen, die du uns mitteilen könntest? *g*
 
Hat sich die Sache im Sande verlaufen oder gibt's bereits erste genauere Planungen, die du uns mitteilen könntest? *g*

Hi,

die Sache wurde leider nicht weiter verfolgt. Dazu bräuchte man ein großes Team und vor allem viel Zeit. Vor allem beim zweiten scheitert es bei mir einfach.

Aber die Idee ist noch nicht gänzlich tot. Ich hoffe, sobald ich ein bisschen Luft habe, mal weiter darüber nachdenken zu können. Es gab hier schließlich tolle Ansätze und wenn man weiter darüber nachdenkt, dürfte da sicherlich was drauß zu machen sein.

PlaciD