Abschaffung Studiengebühren: Versprochen und Gebrochen

Mitspracherecht? Du zahlst überall Gebühren und entscheidest nicht, was damit passiert. Fängt bei der Praxisgebühr an und hört bei der Parkgebühr auf.

Auf meiner Uni haben die Studenten und Studentinnen schon ein Mitspracherecht was mit den Gebühren angestellt werden soll. Es gibt pro Jahr einen Vorschlag der Uniräte und einen von der Hochschülerschaft und zwischen diesen beiden kann man abstimmen.
 
Mitspracherecht? Du zahlst überall Gebühren und entscheidest nicht, was damit passiert.

Ja, nur ist die Studiengebühr i.d.R. überproportional höher als eine dieser kleinen alltäglichen Gebühren. Mir geht es hauptsächlich um die vorgeschobene Motivation hinter den Gebühren. Es wird immer behauptet, die Hochschulsituation soll verbessert werden. Tja, da bin ich als Student nun mal so anmaßend zu behaupten, dass die Studenten eine der Gruppen sind, die sehr gut beurteilen können, was an ihrer Uni konkret Verbesserungen bedarf. Natürlich können die Studenten das nicht alleine entscheiden, aber ein Mitspracherecht sollte hier drin sein.

Ich würde mir die gleiche Anmaßung z.B. bei Praxisgebühren nicht erlauben, da das Gesundheitssystem viel zu komplex ist, um dort als Laie eine sinnvolle Entscheidung treffen zu können. Diese beeinflusst ja nicht eine einzelne Uni sondern immer gleich ganz Deutschland.

Auf meiner Uni haben die Studenten und Studentinnen schon ein Mitspracherecht was mit den Gebühren angestellt werden soll. Es gibt pro Jahr einen Vorschlag der Uniräte und einen von der Hochschülerschaft und zwischen diesen beiden kann man abstimmen.

Sehr löblich. Ich sage ja, Ausnahmen gibt es an einigen Hochschulen. Leider ist ein derartiges Vorgehen durchaus nicht die Regel. Wenn ein solches Instrument geschaffen wird, wächst meine Befürwortung von Studiengebühren damit.

Bei uns gibt es zwar noch keine Studiengebühren aber schon seit langem Langzeitstudiengebühren. Das sind 500 Euro pro Semester, die erhoben werden, sobald jemand mehr als 4 Semester über der Regelstudienzeit ist (natürlich mit entsprechenden Härtefallausnahmen, Schwangerschaft, etc.). Für die Verwendung dieser Gelder hat die Hochschulleitung uns ein Gremium geschaffen, wo Studenten Mitspracherecht haben. Das Ergebnis war, dass aus den Geldern Stipendien finanziert werden. Das find ich richtig gut und bin daher großer Verfechter dieser Gebühr. Ob das aber mit Einnahmen aus allgemeinen Studiengebühren auch so klappen würde, darüber bin ich skeptisch.
 
:think:
Wenn ich mich nicht irre, dann werden doch die Studiengebühren von 500 auf 375 Euro pro Semester gesenkt und zinsfrei vorgestreckt!?
Somit zahle ich ja erst, wenn ich eh Geld ohne Ende verdiene... :mrgreen:
 
Wieso nicht für Profi-Bildung zahlen?

Schreckt wenigstens die Studenten von weiteren Party-Semestern ab und die Abiturienten von dem "Was soll ich bloß nach dem Abi machen? Hmmm ich glaub ich geh mal irgendwas studieren"-Gedanken.

Dafür gab es schon eine Gebührenerhöhung, falls die Studenten zu lange studiert haben!
1,5 Semester der Regelstudienzeit waren es glaub ich!
Da durfte man dann die 500€ bezahlen!
Da braucht man es nicht ab dem ersten Semester einzuführen!

Naja Deutschland wird sehen was es davon hat, wenn wieder massig Studierte Leuten fehlen! Diese Know How ist es nämlich was Deutschland groß macht!
 
Ich kann mich den meisten Leuten hier nur anschließen.
Ich studiere an der tollen und göttlichen Elite-Uni in Heidelberg. Ich bin überzeugt davon, dass am medizinischen Teil der Uni massenhaft Gelder in die Verbesserung der Studien geflossen sind, da hab ich auch mal einen Bericht im Regionalfernsehen gesehen, was da alles Tolles gekauft wurde (z. B. so Puppen, die man dann untersuchen und operieren kann oder so). Jetzt zu meinem Institut: Institut für Übersetzen und Dolmetschen. Bei uns wird nahezu regelmäßig darum gekämpft, dass uns nicht die Sprachen alle weggekürzt werden, und in diesem Fall bringt es uns vielleicht nicht mehr so ganz viel, dass wir letztens ein paar neue Computer bekommen haben (auch wenn die alten echt schon unterstes Niveau waren).
In der Bahn hab ich letztens ein Gespräch zwischen zwei Studenten mitgehört, da sagte einer, er habe gehört, bei sich am Institut hätte man dank Studiengebühren in den Räumen neue Uhren aufgehängt...wow...
Achso, und unsere Bibliothek ist jetzt wohl täglich eine halbe Stunde länger auf oder so. Ich bin hin und weg. Von Mitspracherecht hab ich bei uns zumindest mal nix mitbekommen, dafür aber an der HS Mannheim: Es gibt ein Mitspracherecht, das wohl auch gut genutzt wird, aber es gibt merkwürdige Einschränkungen für die Verwendung. Wenn ich das richtig verstanden habe, darf die Infrastruktur nicht davon bezahlt werden, sprich, wenn die Räume total gammelig sind, Pech gehabt. Die arme HS (früher FH) weiß jetzt aber leider nicht, was sie mit ihrem ganzen Geld anstellen soll! Jetzt wird also irgendwo noch eine Cafeteria gebaut.
Wenn schon Studiengebühren, dann würden es auch weniger tun und wie bereits gesagt wurde, dann bitte zu anständigen Zwecken und nicht zum Auffüllen des Landeshaushalts.