Abi geschafft!

Was soll ich darlegen? Wenn du Koch im Restaurant bist, dann kochst du nach Karte. Wenn du dein eigener Chef bist, dann ist das wieder was anderes. Willst du Neues ausprobieren, dann machst du das, wenn du ohnehin Mittag für die Familie kochst. Den Einkauf machst du normalerweise nicht selbst. Du schreibst auf, was langsam zur Neige geht und das wird nachgekauft.
 
Du gehst also davon aus, dass man ewig im selben Restaurant bleibt und für sich selbst auf einem Niveau rumdümpeln will...
Ich gehe nicht in der Annahme, dass jeder Mensch und somit auch Köche motiviert sind weiterzukommen. Aber ich glaube doch wenn man schon so einen Job ergreift und auch eine Ausbildung all Koch hat, dann möchte man doch ein oder mehrere Sterne haben oder zumindest seine Gäste beeindrucken.
Das heisst man muss sich weiterentwickeln. Und auch wenn man im restaurant nach Karte kocht, heisst das nicht, dass man nicht mal was neues ausprobieren kann. Und auch ein Selbstständiger kann nicht mal eben sagen, lieber Gast sie kbekommen ihr Essen nicht denn ich muss mal was testen. Und wenn ich was neues ausprobiere und es gleichzeitig der familie serviere ist es immer noch eine hausaufgabe.
Was die Kalkulation angeht bin ich von einem durchschnittlich guten Koch ausgegangen, der sich nicht NUR darauf verlässt, dass andere ihm die Arbeit abnehmen.
Aber wie gesagt jeder Mensch ist anders. Und wenn du es so kennst, dass man nicht so viel tun muss/möchte, dann möchte ich dagegen nichts sagen, aber man darf auch ruhig mal mehr tun, als dass was von einem verlangt wird und nicht noch weniger als das was verlangt wird (das "weniger" geht jetzt mehr in Richtung der Hausaufgabenverweigerer unter den Schülern)
 
Ich würde dann gerne mal bisschen aus meiner Sicht schreiben..
Ich selbst besuche derzeit die 11. Klasse eines regional sehr angesehenen Gymnasiums, dessen Ruf u.a. dazu führt, dass die hiesige Sparkasse primär Abgänger von dieser Schule einstellt. (Inwiefern der Ruf heute noch gerechtfertigt ist lasse ich besser weg..)

Das Abitur ist meiner Meinung nach lediglich ein Beweis für den Fleiss oder die schleimerischen Qualitäten oder sonstige Fähigkeiten zu Tricks.
Der nach Noten bis zu diesem Schuljahr beste Schüler wusste bis vorige Woche nicht, was Bonität bedeutet (17 Jahre).
Ein Mädel, das seit Jahren trotz schierer Doofheit (tut mir leid, aber es ist wirklich so - verwöhnt, aus reichem Hause und absolut unfähig zu überleben) war nach 1 Monat Geschiunterricht mit dem Thema Mittelalter der festen Überzeugung, dass die Kirche gegen den Papst kämpft und dass sich die Erde um den Mond dreht.
Ich weiß, dass das sehr unglaubwürdig klingt, aber beides waren selbstständige Meldungen im Unterricht von ihr, die zwar mit Lachern "bestraft" wurden, sie aber selbst am nächsten Tag nicht verstanden hat, was sie falsch gemacht hat.
Dennoch hat die Gute noch nie einen schlechteren Schnitt als 10 Punkte (bzw. 2,4) gehabt.

Das ist unter anderem der Grund, weshalb ich dieses Schuljahr einfach nur frustriert war - von einem 2,3 Schnitt bin ich zu einem 3,8 Schnitt gekommen - bis heute war überhaupt unsicher, ob ich versetzt werde.

Das ist sicher schwer nachzuvollziehen, aber es ist wirklich frustrierend, wenn Leute die alles mit stupidem auswendiglernen und Geschleime jedes Jahr gute Noten bekommen, doch wenn man sich mit denen unterhält den starken Wunsch auf ein Gespräch mit nem Käsetoast hat. Bei den männlichen Kollegen kann man sich dann sogar noch gespotte anhören, wenn man vllt. schlechter ist als selbige.

Keine Frage dass ich für mein Abi ordentlich Gas geben werde - ich würde mich jahrelang ärgern, wenn ich nicht mein Bestes geben würde. Ich werde die LKs Geschichte und Chemie nehmen. In beiden Fächern habe ich wirklich strenge Lehrer, die keine Note verschenken. Beide Lehrer haben mir von sich aus wirklich lange erzählt, dass ich doch so ein Potenzial ... hätte, warum ich nichts mache..
Den Grund kennen jedoch leider nur die Schüler der jeweiligen Klassen.

Gruß
Gamma
 
Da ich bald eine Ausbildung zum Koch beginnen werde:
In der Küche ist immer sehr viel Streß. Alles muss sitzen, du hast keine Zeit was neues zu probieren oder nach Rezepten zu gucken.

Ja, in der Küche ist schon Stress und insgesamt ist es nicht völlig falsch was du sagst.
Um aber im Zusammenhang zu bleiben: Der Beruf des Kochs ist schon einer, bei dem man am Ende der Arbeitszeit auch Feierabend hat. Das ist etwas was ich daran auch immer sehr zu schätzen gewusst habe.
Wenn ich mir Bekannte (Architekten) anschaue, die regelmäßig Nachtschichten haben und praktisch niemals nach der Regelarbeitszeit nach Hause gehen können, ist das schon etwas völlig anderes.
Als Koch hast du in deinen 8-10/11 Stunden schon deinen Stress aber wenn du zuhause im Bett liegst, gibt es keine "kochtechnischen Notfälle" und so. :p

Und selbstverständlich muss der Koch zuhause auch essen, das muss aber jeder andere Berufstätige und Arbeitslose auch, das heißt ja nix. Im Gegenteil: Der Koch kann sich schnell mal was nebenbei bei der Arbeit machen oder Reste naschen. ;)

Desweiteren kannst du doch nicht davon ausgehen, dass jeder Koch selbstständig werden will oder gar Sterne möchte. Sterne können auch ein ganz schöner Fluch sein!
Und es ist ja auch nicht jeder Arzt, Architekt, Handwerker oder Werbefachmann selbstständig, wo kämen wir denn da hin?

Das mit dem Weiterentwickeln kannst du vor, nach und während der Arbeitszeit machen, wenn mal gerade nicht so viel los ist, es gibt auch solche Phasen. Und durch regelmäßige Änderungen der Speisekarte entwickeln sich alle Angestellten fast zwangsweise mit weiter.

Und ich könnte dir noch stundenlang über das Wesen des Kochseins schreiben, du wirst das aber auch alles selber merken, wenn du deine Ausbildung machst. ;)
 
Nun, auf die Einzelheiten wollen wir jetzt nicht unbedingt weiter eingehen.
Da ist jeder Beruf anders, sogar jeder Betrieb.
Und auch wenn es Berufe gibt wo nach der Arbeitszeit wirklich Schluss ist, so gibt es doch meistens Situationen wo man zu Hause nochmal was machen muss.

Ich wollte lediglich hervorheben, dass hausaufgaben und Heftführung nicht sinnfrei und auch nicht Schikane ist sondern durchaus vorbereitend sein kann aufs Arbeitsleben, denn auch dort kann selbstständiges Nacharbeiten zu hause und saubere Buchführung etc. von Vorteil sein oder sogar notwendig.
 
Auch wenn ich hier evt. einiges durcheinander bringe...

ich habe auch mein Abi dieses Jahr bestanden :D *freu* (wobei ich das ja locker erwartet habe 8))
 
Ich habe mein Abi auch bestanden, sogar entgegen meiner Erwartungen, recht gut - mit 2,3! Ich habe mit etwa 2,5 / 2,6 gerechnet, aber die Prüfungen liefen unerwartet super.. Mathe 14 und Geschichte 13... Engl. und Wirtschaft mit 7 / 9. Das hat meinen Schnitt nach oben angehoben =0)
Ich bereue es jedoch im Nachhinein nicht mehr gemacht zu haben,... denn was den Lerneifer anging.. er war eher mau bis gar nicht vorhanden. Ich habe für die Prüfungen am Vorabend angefangen zu lernen und in der Prüfung versucht so gut wie möglich zu improvisieren. Wirtschaft bspw. ist imho einfach nur logisches denken... wie würde ich selbst in den gegeben Beispielen handeln um profitabel zu arbeiten, usw.!

Zu guter letzt: An alle die ebenfalls ihr Abi bestanden haben: Prosit und feiert.. denn wir haben den höchsten Schulabschluss den es in Deutschland gibt! Yippieh