News-Bot
klamm-Bot
- 25 April 2006
- 7.466
- 209
[N] 22-Jähriger aus «Lust an Gewalt» fast getötet
Folgende News wurde am 20.10.2008 um 14:08:26 Uhr veröffentlicht:
22-Jähriger aus «Lust an Gewalt» fast getötet
DPA-News
Folgende News wurde am 20.10.2008 um 14:08:26 Uhr veröffentlicht:
22-Jähriger aus «Lust an Gewalt» fast getötet
DPA-News
Marburg (dpa) - Vier junge Menschen müssen sich seit Montag vor dem Landgericht Marburg verantworten, weil sie einen jungen Mann fast zu Tode gequält und brutal misshandelt haben sollen. Die vier haben ihn laut Anklage aus «Lust an Gewalt» etwa eine Stunde lang so oft geschlagen und getreten, bis er reglos am Boden lag. Der junge Mann überlebte die Tat vom vergangenen Januar im nordhessischen Frankenberg, wird aber zeitlebens schwerstbehindert und pflegebedürftig sein. Den 17 und 22 Jahre alten Frauen und den 20 und 22 Jahren alten Männern wird gemeinschaftliche schwere Körperverletzung vorgeworfen, der 22-Jährige ist zudem wegen versuchten Mordes angeklagt. Zum Prozessauftakt legten mit Ausnahme des 22-Jährigen alle Angeklagten Geständnisse ab. Das Opfer wird wohl immer auf einen Rollstuhl angewiesen bleiben. «Eine wesentliche Besserung ist nicht zu erwarten», sagte Staatsanwältin Yvonne Vockert. Durch die massiven Misshandlungen habe der 23-Jährige lebensgefährliche Hirnblutungen erlitten. Sein ganzer Körper wies Schürfwunden, Prellungen und blaue Flecken auf. «Sie wussten, dass er zu Tode kommen konnte und nahmen dies zumindest billigend in Kauf», sagte Vockert zu den Angeklagten. Die jungen Leute hatten laut Anklage in der Wohnung eines Angeklagten gemeinsam den Abend verbracht und viel Alkohol getrunken. Das spätere Opfer und die 22-jährige Angeklagte hatten sich kurz zuvor in der Psychiatrie kennengelernt und waren ein Paar. Im Laufe des Abends kam es zu einem Streit. Das spätere Opfer verließ daraufhin die Wohnung, kehrte aber wieder zurück. Dann begannen die Quälereien. Dabei sollen die 17-Jährige und der 20-Jährige sogar mehrmals auf den Kopf des am Boden Liegenden gesprungen sein. In seinem Gesicht entdeckten Ärzte den Abdruck einer Schuhsohle, «eines der wesentlichen Beweismittel», hatte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft vor dem Prozess gesagt. Zum Prozessauftakt erklärte der Anwalt des 20-Jährigen, sein Mandant räume den äußeren Ablauf des Geschehens ein. Die 17-Jährige ließ von ihrem Anwalt eine Erklärung verlesen, in der sie sich für die unendlichen Schmerzen des Opfers entschuldigte. «Es tut mir alles sehr, sehr leid. »Nur die 22 Jahre alte Angeklagte schilderte selbst die Geschehnisse. Demnach legten die beiden Frauen und der 20-jährige Angeklagte den Schwerverletzten nach der Tat mitten in der Nacht auf einen Parkplatz und riefen anonym den Notruf an, der einen Rettungswagen schickte. Das wurde für die drei als strafbefreiender Rücktritt vom versuchten Mord gewertet. Der 22 Jahre alte Angeklagte war zu diesem Zeitpunkt schon nach Hause gegangen. Weil er das Opfer seinem Schicksal überließ, ist er auch wegen versuchten Mordes angeklagt.