Streik gegen das Schulsystem

Fallen_Angel

Well-known member
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L
2 Juli 2008
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27
Hallo ihr Lieben !
Heute fanden in mehreren Bundesländern Streiks gegen das Schulsystem statt.
Es ging unteranderem um die zu hohen Studiengebühren, die "Lehrmittelfreiheit" die nicht mehr wirklich vorhanden ist und die verkürzung der Schulzeit auf 12 Jahre trotz immer wieder steigenden Anforderungen.

Jetzt wollte ich von euch wissen, wart ihr auch bei einer der Demos? Wie habt ihr das erlebt? Ist bei euch alles friedlich verlaufen? Oder was haltet ihr allgemein von unserem Schulsystem und / oder das sich heute gemeinsam tausende Schüler dagegen aufgelehnt haben.

Dazu noch News von der HAZ:
https://www.haz.de/newsroom/regional/art185,730289
 
vor meiner Schule standen auch ein paar (gut ein Dutzend), mit Plakat und Megafon. Die Reen waren total peinlich und meiner Meinung nach unzutreffend. Zumal haben es viele einfach nur ausgenutzt, um nicht im Unterricht hocken zu müssen. Teilnehmen durfte ich garnicht (oder 6 in KA), da ich heute eine Arbeit geschrieben habe. Doch auch ohne "Drohung" hätte ich nie mitgemacht. Ich finde unser Bildungssystem (3 bzw. 4 Gliedrig) gut, es ist früh, doch somit kann man besser auf die Fähigkeiten der Einzelnen eingehen. Studiengebühren befasse ich mich noch nicht mit und daher auch kein Grund für Streiks. Eins muss ich aber Fragen: Es ging doch eig nicht um 12 Jahre, sie wollen doch die 13 Jahre (9 Jahre Gymnasium) wieder zurückhaben. Klingt bei dir oben verwirrend ;)
 
ich meinte damit das gegen die verkürzung auf 12 jahre demonstriert wird unter anderem, weil es halt zu wenig ist. Ich selbst bin jetzt in der 12ten Klasse und habe das Glück,dass es mich noch nicht betrifft aber die Jahrgänge nach mir. Wir bekommen schon im Dezember Zeugnisse statt im Januar, das zur Zeit stressig genug für mich.
Ich selbst war heute nicht auf der Demo da ich noch mit einem Klassenkamerad eine Präsentation und einen Vortrag ausarbeiten musste. Wir Schüler haben von der Schulleitung verboten bekommen da hinzugehen, jeder der fehlt bekommt das als Fehltag aufgeschrieben, denen ist es egal das einigen Schülern so etwas wichtig ist, was meiner Meinung nach sehr grotesk ist, da unsere Lehrer ständig selber meckern dass das alles viel zu knapp sei, sowohl mit der zeit als auch mit dem Buget. Zum Glück (für die anderen ^^) hatten wir heute einen sehr toleranten Lehrer der gesagt hat, wir dürfen dahingehen wenn wir wollen, müssen dafür den Unterrichtsinhalt aber eigenständig nacharbeiten.
 
des Problem (laut GK-Lehrer) ist, dass wir laut Gesetz nicht streiken drüfen, genau wie Lehrer. Da gabs schon heftige Diskussionen... mich betrifft es auch nicht mit den 12 Jahren
 
Das mit den Lehrern wusste ich ja.. Aber warum sollten die Schüler (zumindest die volljährigen) das nicht dürfen? Dann dürften ja auch Arbeiter der Firma XY nicht streiken wenn es um die Firma geht.. Aber kann natürlich gut sein das jemand das so bestimmt hat..
 
Als ich das gehört hab, hab ich gedacht ich spinne. Streiken fand ich völlig überzogen, vor allem da die Schüler nicht die Möglichkeit haben, Druck auf jemanden damit auszuüben. Da wären wohl eher Demonstrationen angebracht und ein konstruktives Mitarbeiten. So schaden sie vor allem sich selber und den Lehrern, die dadurch noch weniger Zeit haben, den Stoff durchzukriegen.

Ich kann das Ganze nur mit Rückblick auf meine Schullaufbahn (13 Jahre) bewerten: Unsere 11. Klasse war bis auf in den Naturwissenschaften fast inhaltslos und fast alles wurde in der 12./13. (verkürzt) wiederholt.

Es ist natürlich problematisch, einfach ein Jahr rauszustreichen ohne große Änderungen in den Lehrplänen vorzunehmen. Allerdings haben viele andere Bundesländer schon seit eh und je ne Schuldauer von 12 Jahren und da beschwert sich ja auch keiner - das passiert nur, sobald was verändert wird. Und diese Schüler scheinen ja nicht dümmer zu sein oder weniger zu wissen, die Abiturprüfungen sind ja schließlich auf ähnlichem Niveau.
Wenn die Länder die nun auf 12 Jahre umstellen wollen endlich ordentliche Pläne vorlegen (und ich meine, die verkürze Schuldauer ist ja nun schon seit ~6 Jahren bekannt (NRW)) und das nicht mal wieder auf den letzten Drücker machen, dann können und müssen das alle unterstützen. So wie es momentan ist, profitiert ja keiner davon.

Da sich die Demos außerdem auf das Schulsystem allgemein bezogen bzw. die Schüler aus unterschiedlichsten Gründen (z.B. gegen Studiengebühren (als Schüler!)) gestreikt haben, kommt das ziemlich unorganisiert und wie eine Hauptsache-keine-Schule-Haltung rüber.

Die Aufmerksamkeit, die mit den Streiks hervorgerufen wurde, muss jetzt nur noch richtig genutzt werden. Ist aber bisher selten passiert :-? Da fehlt irgendwie eine treibende Kraft, da die Bundesregierung sich nicht einmischen will (juhu, Föderalismus!) und die einzelnen Bundesländer nicht entschlossen genug handeln.
 
Ich hab mein Abi auch nach der 13 und hab die selben Erfahrungen wie Smaz. In der 11 langweilt man sich eigentlich nur zu Tode und in der 12 und 13 wurde es auch nicht viel spannender (obwohl es da zumindest neuen Stoff gab, der nunmal aber nicht gerade soo schwer war). Das Abitur sollte doch irgendwann mal die Vorbereitung auf das Studium sein und wie die Abbruchstatistiken der Universitäten zeigen bekommen wohl eher zuviele Unfähige das Abitur als das es zu schwierig ist.

Von daher sollen die das ruhig auf 12 Jahre kürzen und den Schüler mal beibringen kontinuierlich zu lernen. Dann klappt das auch wieder besser mit dem Studium und der Realabschluß hat dann auch vielleicht wieder mehr Wert für Berufe außerhalb des Studiums wenn nicht jeder Depp sein Abi hinterher geschmissen bekommt.

Auch das meckern über das gegliederte Schulsystem kann ich nicht verstehen. Man betrachte doch nur mal die Fähigkeiten von Gesamtschülern gegenüber Gymniasasten. Die Gymniasasten werden weniger gebremst und sind dadurch viel Leistungsfähiger. kleiner Vergleich
Die Studie zieht zwar als Fazit ein anderes Gesamtschulsystem zu bevorzugen, aber ich denke man kann generell erkennen, dass ein gemeinsames Lernen mit schlechteren nicht unbedingt ergiebiger ist.
 
Ich hatte Abi mit 12 Jahren (Thüringen) und fand das größtenteils okay. Unsere Lehrer ham gemeint, sie wüssten auch nicht, was sie uns im 13. Jahr noch beibringen sollen... :biggrin:

Das einzige was leider zu kurz kam war Geschichte... da war einfach keine Zeit mehr am Ende. Wir sind grad mal bis zum 2. WK gekommen, die ganze Nachkriegsgeschichte sowie DDR-Zeit hat komplett gefehlt, das fand ich schon ganz schön arm.

Aber abgesehen davon fand ich die 12 Jahre vollkommen ausreichend (auch in Vorbereitung des Studiums, gefehlt hat mir nichts an Grundlagen und ich hatte nen technischen Studiengang mit viel Mathe/Physik).
 
ich kann auch so eine randale nciht nachvollziehen. Wenn man demonstriert scheint es einem ja wichtig zu sein aber die leute die dann nur auf zerstörung und gewalt absind ziehen das ganze dann ins lächerliche bzw. die anderen "friedlichen" demonstranten werden erst recht nicht mehr für voll genommen.. egal um welches thema es geht..
 
Hier in Dresden haben zeitgleich die Studenten gegen die Änderung des Hochschulgesetzes demonstriert. Leider auch viele mit Bierpulle in der Pfote und herumpöpelnd. Echt arm sowas. Wurde der Nation wieder einmal demonstriert was für ein Gesocks Studenten sind, statt ihre Probleme aufzuzeigen.
Studiengebühren sollten euch Schüler nicht egal sein. Ich bezahle derzeit 166€ Semesterbeitrag. Meine Eltern verdienen beide vergleichsweise recht gut und trotzdem ist das für mich nahe an der Schmerzgrenze. Bafög bekomme ich keins (elterlicher Verdienst zu hoch, ABER: das meine Eltern Kredite abzahlen und auch meinen Bruder noch finanziell unterstützen fließt nicht ein). Ohne Eltern, meine Omis, Opis und anderen Verwandten könnte ich nicht studieren und das obwohl ich aus "gutem Hause" komme. Wie sich da Ärmere ein Studium leisten sollen, bei denen 500 oder 600€ an Gebühren anfallen, so wie das in andern Bundesländern bereits üblich ist, ist mir ein Rätsel.
Mir haben meine 12 Jahre Schule auch gereicht. Von meiner brandenburg'schen Cousine weiß ich das sie auch das Gefühl hatte das von 13 Jahren eins verschenkt war.
Wenn man was am Schulsystem verändert, dann doch bitte zuerst das es Ländersache ist. Zentralabi, gleiche Lehrpläne und gleiche Bildung/Chancen für alle.
 
Ohne Eltern, meine Omis, Opis und anderen Verwandten könnte ich nicht studieren und das obwohl ich aus "gutem Hause" komme.
Dumme Frage: Wieso soll ich denn Dein Studium bezahlen? Ich muss ein Haus, eine Wohnung, ein Auto bezahlen, habe eine Frau und ein Kind. Ich habe nicht studiert.

Warum bist Du der Meinung, dass Leute wie ich Dein Studium mit genau demselben Anteil bezahlen sollen, den auch Deine Eltern zahlen?

Marty
 
Warum bist Du der Meinung, dass Leute wie ich Dein Studium mit genau demselben Anteil bezahlen sollen, den auch Deine Eltern zahlen?

Marty
Warum soll ich die Schule Deines Kindes bezahlen? Warum soll ich deinen Krankenhausaufenthalt zahlen, falls du mal so krank wirst, dass die Behandlung mehrere tausend Euro kostet? Warum soll ich dir deine Rente finanzieren?
Weil wir ein Sozialstaat sind. Das haben nur einige leider vergessen. Freie Bildung gehört genauso dazu, wie Rente, Arbeitslosengeld und Krankenversorgung. Zumal diese Bildung uns später weiter bringen wird. Deutschlands Chancen liegen in der Hightechbranche. Wir brauchen Topleute für Topjobs. Andernfalls wird der Rest (Rente, Krankenversicherung, etc.) bald nämlich nicht mehr finanzierbar sein.
 
Dumme Frage: Wieso soll ich denn Dein Studium bezahlen? Ich muss ein Haus, eine Wohnung, ein Auto bezahlen, habe eine Frau und ein Kind. Ich habe nicht studiert.

Warum bist Du der Meinung, dass Leute wie ich Dein Studium mit genau demselben Anteil bezahlen sollen, den auch Deine Eltern zahlen?

Marty

Wenn du mir ein Studium bezahlst besteht die große Chance das ich später auch mal jemand anderem über Steuern ein Studium finanzieren kann und mich mehr als gut selbst ernähren kann. Wahlweise kannst du auch gerne ein Leben lang mich und meine 12 Kinder komplett versorgen :LOL:. Solange es keine ordentlichen Finanzierungsmöglichkeiten (spezielle Kredite, Stipendien etc.) und die Studiengebühren nicht 100% zur Verbesserung der Lehre beitragen bin ich dagegen. Das Erststudium sollte allen mit entsprechendem Gehirnschmalz irgendwie ermöglicht werden.
 
Studiengebühren sollten euch Schüler nicht egal sein. Ich bezahle derzeit 166€ Semesterbeitrag. Meine Eltern verdienen beide vergleichsweise recht gut und trotzdem ist das für mich nahe an der Schmerzgrenze. Bafög bekomme ich keins (elterlicher Verdienst zu hoch, ABER: das meine Eltern Kredite abzahlen und auch meinen Bruder noch finanziell unterstützen fließt nicht ein). Ohne Eltern, meine Omis, Opis und anderen Verwandten könnte ich nicht studieren und das obwohl ich aus "gutem Hause" komme. Wie sich da Ärmere ein Studium leisten sollen, bei denen 500 oder 600€ an Gebühren anfallen, so wie das in andern Bundesländern bereits üblich ist, ist mir ein Rätsel.
Also ich habe während meiner Studienzeit für 3 Semester von ca. 50-100€ gelebt. Das war dann auch der rheinland-pfälzischen Gemeinde zu wenig, so dass ich leider nicht in den Genuss kam von Wohngeld (lag leider 100€ unterhalb der Armutsgrenze), erst als ich einen Nebenjob mir organisierte. Zum Glück habe ich dann einen halbwegs gut bezahlten Job bei UPS bekommen und konnte mit dem gespartem Geld (man gewöhnt sich ja an die 50-100€ im Monat zu leben) sogar noch ein Auslandspraktikum bezahlen (natürlich ebenfalls hart an der Grenze mit ca. 150€ im Monat in Schottland für 6 Monate.)
Also mit ein bisschen anpassen funktioniert auch das. Nun habe ich einen sehr lukrativen Job im Ausland gefunden, da mich in Deutschland keiner für eine Promotion wollte. Tja wer nicht will der hat schon...
Blöd finde ich nur, dass ich nicht einmal etwas zurückgeben kann (direkt), würde nämlich gerne meiner Langzeitarbeitslosen Mutter helfen oder meiner ausbildungslosen Schwester, aber da sagt ja das Arbeitsamt ist nicht.
 
Das Erststudium sollte allen mit entsprechendem Gehirnschmalz irgendwie ermöglicht werden.

wenn man soviel Gehirnschmalz und Leistungsvermögen hat kann man auch studieren, man kann nämlich neben dem Studium auch arbeiten

Und wenn man erstmal nen paar Jahre mit 60 Stundenwoche oder mehr hinter sich hat kommt einen ne 40 Stundenwoche erstmal wie nen halber Urlaub vor :mrgreen:

Ich hab auch noch vor zu studieren und weil mich 5 Jahre > 40 K Euros kosten werden, werd ich mir wohl auch noch nen kleinen Nebenjob gönnen
 
Du darfst doch jederzeit Menschen Geld schenken?

Ja das ist ja richtig. Mir ging es aber eher darum z.B. das Konto der beiden wieder auf 0 zu setzen. Und das geht eben nicht...
Auch eine Schenkung würde nachgefragt werden wenn diese auf dem Konto eingezahlt wird.
Wir haben da schon nette Aktionen hinter uns. Meine Oma hatte für meine Schwester ein Art Festgeld-Konto angelegt, was weder meine Mutter noch meine Schwester wußte. Dieses Konto wurde erst mit der Volljährigkeit meiner Schwester und auch nur für sie wieder geöffnet. Tja leider bekam dass das Arbeitsamt mit und meine Mutter wurde zu 1xx Stunden Sozialarbeit verdonnert. Sehr gut oder???
Des wegen sind auch Schenkung die irgendwo gebucht werden, ein sehr heikles Thema. Aber wenn Vater Staat das so möchte. Dann gibt es später eben keine Gelder dafür dass ich die höhere Schulbildung geniessen dürfte. Dann gehen die Steuern eben auch ins Ausland. Mir soll's Recht sein.
 
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