Sie wissen nicht was Sie machen - Geschichten aus der Bürokratie

@ Helldoor: Solange die nicht vom Sit-In zum Love-In übergehen ... und wenn, dann sollen sie das Publikum wenigstens mitmachen lassen ;) ist doch grad Woodstock-Jubiläum :mrgreen:

@ Marty: Super treffend auf den Punkt gebracht! :renoyg:
 
So wie man in den Wald ruft, schreit es auch wieder heraus (Oder so ähnlich heißt es doch).

Wenn ein "Kunde" ekelig ist, wird das, was er dem Sachbearbeiter antut in abgeschwächter Form an mehere Kunden weiter gegeben. Ist zwar nicht die feine Art, aber genausowenig verwerflich.
 
Vor allem, weil in Ämtern meist mehr Leute ihre Zeit absitzen arbeiten :)lol:) als in Banken... ;)
Gerüchteweise haben die Leute in Ämtern auch mehr Kunden als eine durchschnittliche Sparkasse.

Die Öffnungszeiten sind besonders für Berufstätige kaum zu schaffen, daher gibt es ja immer noch den SchlaDo, allerdings sollte man nicht unterschätzen was nachmittags dort noch gearbeitet wird. Davon abgesehen dass man zumindest bei uns auf dem Amt für nachmittags noch Termine absprechen kann. Was meist eh viel stressfreier ist als sich morgens in die Schlange zu stellen.

Solche Erfahrungen wie Marty hat wohl jeder schonmal gemacht, aber das kommt auch ganz drauf an, an welchen Menschen man gerade gerät. Bei uns auf dem Einwohnermeldeamt hatte ich noch nie Probleme, dafür braucht der Kollege von der Familienkasse schonmal 4 Monate bis ein Antrag von einem Schreibtisch auf den nächsten gelegt wird. Und vor allem meine Kollegen bei der Arbeitsagentur (ja, ich bin zZ. IT-Betriebsunterstützung bei der Bundesagentur für Arbeit. Nein, ich bin kein Beamter..) beneide ich mal so gar nicht um ihre Kunden, was die sich so tagsüber anhören müssen ist ja wohl auch nicht grade feierlich.
Davon abgesehen dass selbst wir externe Mitarbeiter unsere Besucherausweise verstecken sobald wir das Gelände verlassen, Kollegen von mir sind selbst beim Einkaufen schon angemacht worden weil sie das Arbeitsagentur-Logo noch mit sich herumgetragen haben. Weil wildfremde Leute aus der IT ja auch so viel dafür können, wenn irgendwo ein kleiner Stempelschwinger seine Machtgelüste an seinen Kunden auslebt :roll:
 
Ich kann auch Gegenteiliges berichten:

Beispiel: KfZ-Zulassungsstelle Wuppertal
Termin über das Internet gemacht. Hingefahren, 5 Minuten vor dem Termin den Warteraum betreten, pünktlich auf die Minute wurde meine Internetnummer aufgerufen. Die Frau war freundlich, erklärte mir alles, gab mir schon mal die Daten für das Nummernschild und meinte "Ich mache jetzt alles fertig, Sie besorgen draussen bei einem der Schildermacher ein Schild und kommen dann sofort wieder zu mir, ohne neue Nummer." Gesagt, getan. Nach 10 Minuten mit Schildern wieder rein, Stempel bekommen, Unterlagen zurück, direkt bei ihr am Tisch gezahlt und weg. Gesamtdauer 25 Minuten.

Früher brauchte man dafür einen Tag Urlaub und musste sich einen Verpflegungsbeutel mitnehmen.

Marty
 
Ist bei uns aufm Einwohnermeldeamt genauso. Gehste rein, ziehst ne Nummer. 5 Minuten später biste dran und nach weiteren 5 Minuten ist alles erledigt.

Wenn ich dagegen zum Arbeitsamt gehe und einen Termin habe, dann sitze ich erstmal ne viertel Stunde vor der Tür, obwohl die gute Frau niemanden im Büro hat. Danach darf ich dann nochmal zur zentralen Sammelstelle, wo auch kein einziger Kunde im Büro ist bei 7 Angestellten und da sitze ich dann noch mal 30 Minuten.
 
Wenn ich dagegen zum Arbeitsamt gehe und einen Termin habe, dann sitze ich erstmal ne viertel Stunde vor der Tür, obwohl die gute Frau niemanden im Büro hat. Danach darf ich dann nochmal zur zentralen Sammelstelle, wo auch kein einziger Kunde im Büro ist bei 7 Angestellten und da sitze ich dann noch mal 30 Minuten.
War schon im alten Rom so; wichtige Gönner ließen auch Scharen von Leuten vorführen und je mehr Leute das waren desto wichtiger der Gönner. Ändert sich nie.