Böhmer: DDR-Mentalität schuld an hoher Babymordrate

Photon

MASSIVE AGGRESSIVE
ID: 131538
L
28 April 2006
5.243
356
Der nächste Politiker, dem langweilig ist und der die Schnauze von der Politik voll hat:

https://www.mdr.de/sachsen-anhalt/5288207.html schrieb:
Die auffallende Häufigkeit von Babytötungen in Ostdeutschland ist nach Einschätzung von Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Böhmer Folge einer nachwirkenden DDR-Mentalität. Der Hallenser Psychoanalytiker Hans Joachim Maaz bezeichnete diese Sicht als verkürzt. Er sieht die Ursachen für das Phänomen in den Problemen der Gegenwart.

Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Wolfgang Böhmer (CDU) erklärt die Häufung von Babymorden in Ostdeutschland mit einer "leichtfertigen Einstellung zu werdendem Leben in den neuen Ländern". Die ungleich höhere Zahl von Kindstötungen sei eine Folge des in der DDR seit 1972 erlaubten Schwangerschaftsabbruchs bis zur 12. Woche, sagte Böhmer dem Nachrichtenmagazin "Focus". "Die Frauen entschieden, ohne sich auch nur einmal erklären zu müssen", sagte der Ministerpräsident. Diese Mentalität wirke bis heute nach. Die Tötung von Neugeborenen sei offenbar für manche Frauen "ein Mittel der Familienplanung".

[...]

Vor knapp drei Jahren war der brandenburgische Innenminister Jörg Schönbohm (CDU) mit einer ähnlichen Aussage heftig in die Kritik geraten. Mit Blick auf eine neunfache Kindstötung in Ostbrandenburg hatte er gesagt, für die Gewaltbereitschaft und Verwahrlosung im Osten seien die "Proletarisierung" und "zwangsweise Kollektivierung" unter dem SED-Regime verantwortlich.

Und wieder das Gleiche: "WIR sind nicht schuld, es sind immer die anderen!" *lach* Lutscher...

Gruß,
Photon
 
Zuletzt bearbeitet:
  • Like
Reaktionen: gnd
Ich würde sagen, Du kümmerst Dich von B aus um seine Ostflanke, während ich aus dem Westen diverse Ablenkungsmanöver forciere...

Wir treffen uns dann in Magdeburg.

Wat ein Schwachmat.

gruss kelle!
 
Da kann man nur den Kopf schütteln. Momentan ist die Rate der Leute, die ihr Hirn ausschalten, bevor sie was ins Mikro husten, immens hoch.

Jetzt hat es also noch einen Ministerpräsidenten erwischt. Ich frage mich, ob Herr Böhmer Hobby-Soziologe ist, oder ob ihm diese These beim Morgenstuhlgang in den Sinn kam.
 
Das war schon eher ins Mikro gerülpst, als gehustet. Das traut er sich auch nur, weil er totalen Realitätsverlust hat und die Folgen seines Handelns nicht mehr abschätzen kann.
 
Klasse :biggrin:

Darüber kann ich nur lachen, wenn es nicht so einen ernsten Hintergrund hätte.
Kindstötung ist für mich Sache, wo ich extrem krass reagiere. Es ist mir egal, wo die Eltern herkommen, was für eine Vergangenheit, Abstammung, Religion, Leben oder wie auch immer hatten. Harte Bestrafung ohne Wenn und Aber. Gründe um Babys oder Kinder zu töten gibt es nicht bzw. nur bestimmte Fälle hätte ich Mitleid - gehört aber nicht hier her.

Ich klink mich lieber wieder aus - das ist kein Thema für mich ;)
 
[...] Ich klink mich lieber wieder aus - das ist kein Thema für mich ;)
Um Kindstötung geht es doch nur am Rande. Hier geht es doch darum, dass wieder ein Politiker mehr irgendwelches Zeug raucht, das ihm offensichtlich nicht bekommt. Es geht darum, welche Begründungen inzwischen an den Haaren herbei gezerrt werden, um ein gewisses Merkmal zu begründen.

Dieser Mann ist Professor Doktor, also möchte man meinen, er hätte genügend Verstand, den er auch benutzen könnte. Fakt ist offensichtlich aber, dass er es bewusst oder unbewusst nicht tut. Oder ihm werden völlig falsche Tatsachen aufgetischt, wie etwa, dass die Menschen im Osten den gleichen Lebensstandard hätten wie im Westen.

Was es auch immer sein mag: Fehlinformationen sind für Politiker jedenfalls ebenso tragisch, wie das Rauchen bestimmter Pflanzen. Vielleicht sollte es wirklich mal eingeführt werden, dass jeder Politiker mindestens 1 Jahr von Hartz IV leben muss und ein weiteres Jahr an einem Schreibtisch beim Arbeitsamt verbringen muss, bevor er ein hohes Amt bekleiden darf. Diese Realitätsferne einiger Politiker ist sehr beängstigend...

Gruß,
Photon
 
Dieser Böhme, hat seinen Titel wahrscheinlich in Politikwissenschaft gemacht. Das ist für mich gleichzusetzen mit der Unfähigkeit, soziale Kontakte herzustellen und zu pflegen. Wo sonst ist die Fassade bedeutender, als in der Politik? Im Showbiz vielleicht, aber wieviele von denen Sozialversager sind zeigt deren Sterberate an Überdose etc. oder auch Britneys Absturz ist ein gutes Beispiel.

Also Dr. der Politikwissenschaft Böhme - du hättest in deinem Leben mal lieber versucht Freunde zu finden, anstatt allen etwas vorzumachen! Looser!
 
Diese Realitätsferne einiger Politiker ist sehr beängstigend...

Eben auch ein Thema, wo ich nicht wüßte, was ich dazu sagen soll. Kopfschütteln. Was im Moment in der Politik abgeht, bestärkt mich eigentlich wieder darin, mich nicht damit zu beschäftigen, weil einem eh nur schlecht wird. :roll:
 
Von einem Frauenarzt hätte ich ein wenig mehr Tiefgang in Bezug auf die weibliche Psyche erwartet. Die Mädels die ihre Kinder umbringen sind noch jünger als ich, haben also von der DDR nichts mehr mitbekommen. Außerdem ging ich bisher davon aus, daß auch im "Westen" ein Schwangerschaftsabbruch möglich ist...

Der Kerl kommt natürlich nicht auf die Idee, daß es was mit Arbeitslosigkeit oder Hartz IV zu tun haben könnte. Manchmal schäm ich mich echt ein Ossi zu sein, bei dem vielen Müll den die Politiker von sich geben.
 
Manchmal schäm ich mich echt ein Ossi zu sein, bei dem vielen Müll den die Politiker von sich geben.

Nicht schämen Birnchen,
ich bin auch im Osten groß geworden und ich hab mir nix vorzuwerfen.
Ich war mit 18 Jahren schwanger, mit 19 Mutter. Ich hab mich nicht rumgetrieben, mein Kind nicht verhungern lassen, hab sie nicht allein gelassen, sie hatte alles, was sie braucht und noch mehr, ich hab nie vor meinem Kind getrunken oder geraucht, hab sie anständig erzogen.

Was will mir also der Politiker erzählen? Gibt es keine Kindstötungen im "Westen"? Außerdem wie alt sind denn Eltern im Durchschnitt? 20?
Ich gebe auf solche Verallgemeinerungen keinen Pfifferling. Allein schon, dass wir hier schreiben, ist eigentlich schon zuviel des Guten.

Politiker, die nicht nachdenken oder zu wenig zu tun haben, dass sie so einen geistigen Müll von sich geben können, gehören für mich abgesäbelt. :yawn:
 
Die Mädels die ihre Kinder umbringen sind noch jünger als ich, haben also von der DDR nichts mehr mitbekommen.

Das war auch so mein erster Gedankengang als ich diese Nachricht hörte.

Komisch, solange der Ministerpräsident ist habe ich noch nie was von dem gehört und jetzt so ein Schwachsinn!

Bestimmt kommt morgen ein Dementi, mit einer entschuldigung das es gar nicht so gemeint ist :evil:
 
Es ist sicher wahr, dass sich die Kindstötungen im Osten Deutschlands gehäuft haben. Ich denke aber, dass das allgemein mit der größeren Geldnot zu tun hat.
Der persönlichen (durch Hartz4 oder so) und der allgemeinen, denn wie viele soziale Einrichtungen und Beratungsstellen fehlen im Osten, weil dort kaum Geld ist, um sowas zu finanzieren?!?!
 
Es war doch in Oldenburg, wo man den kleinen Tim, nach der ungeplanten (!) Lebendgeburt, stundenlang nicht medizinisch Versorgt hat, in der Hoffnung, das Kind mit dem Down-Syndrom werde sterben... Widerlich.

Was sagt Böhmer denn dazu?:roll:
 
Moin.

Nunja. Eine entsprechende Studie (auf die sich Böhmer wohl bezieht), wurde afaik vor einer Woche veröffentlicht: klick mich.

Das es unterschiedliche Werte in Ost und West gab, wird sicherlich niemand in Abrede stellen. Und auch nicht, dass sich ein aufgebautes Wertesystem von heute auf morgen angleicht. Das nun als Ursache für die gehäufte (die Studie spricht vom Faktor 3 bis 4) Anzahl solcher Fälle anzuführen, wär' mir aber deutlich zu gewagt...

Vielleicht lassen sich ja ein paar "wirkliche" Aspekte ablesen, wenn die restlichen Fälle ausgewertet sind. Und selbst dann bleibt's "nur" eine Statistik.

Grüße,
Markus
 
Manchmal frage ich mich schon, wo gewisse Politiker bei manchen Aussagen ihr Hirn abgeben... Ich kann mir nicht vorstellen, dass diese undifferenzierte Aussage tatsächlich zu 100 Prozent so gemeint war (und wenn ja, ist es mir nicht erklärlich, warum sie geäußert wurde)...

Die Frage bleibt dennoch, warum in Ostdeutschland Kindstötungen dreimal häufiger sind als in Westdeutschland... Dies auf soziale Umstände zurückzuführen halte ich für zu primitiv...

Wo Böhmer ohne Zweifel zuzustimmen ist: Abtreibungen bis zur 12. Schwangerschaftswoche waren ein Unding und sind wenigstens jetzt in Gesamtdeutschland verboten...
 
Wo Böhmer ohne Zweifel zuzustimmen ist: Abtreibungen bis zur 12. Schwangerschaftswoche waren ein Unding und sind wenigstens jetzt in Gesamtdeutschland verboten...

Moment, da irrst Du.

Man darf bis zur 12. SSW abtreiben. Man muss vorher einen Beratungsschein holen, aber dann darf man das.
 
[...] Man darf bis zur 12. SSW abtreiben. Man muss vorher einen Beratungsschein holen, aber dann darf man das.
Vor allem, und das regt mich eigentlich so an diesem Böhmer auf, war es ja in der DDR so, dass nun wirklich alles getan wurde, damit Familien Kinder bekommen. Meines Wissens nach haben kinderreiche Familien (ab 4 oder 5 Kindern) sogar mietfrei gewohnt. Zinslose Ehekredite und von finanziellen Unterstützungen jeglicher Art ganz zu schweigen. Gerade in der DDR haben sich oft die Familien viele Kinder angeschafft, die es mit der Arbeit nicht ganz so hatten. Aber auch sonst ging Familie und Karriere immer unter einen Hut, was man von dem heutigen Deutschland nun ganz und gar nicht mehr behaupten kann. Wenn in einem solchen Staat auch Abtreibungen vereinfacht werden, ist das völlig in Ordnung.

Heute hingegen braucht man sich aus meiner Sicht nicht mehr wundern, wenn immer häufiger Kinder in Mülltonnen oder Babyklappen "entsorgt" werden. Ein Kind stellt eine enorme Belastung dar. Ein alleinerziehendes Elternteil findet mit einem Kind nur schwer einen Job, mit zwei Kindern wird es fast unmöglich und mit 3 oder mehr Kindern ist man eigentlich schon zur Arbeitslosigkeit verdammt. Folglich fehlt das Geld, um überhaupt den Kindern einen guten Start ins Leben zu ermöglichen. Die staatliche finanzielle Unterstützung kommt eher einer staatlichen Verarsche gleich, es reicht hinten und vorne kaum zum leben. Solange wenigstens noch Arbeit da ist, mag es nicht ganz so weh tun. Aber wehe, man verliert den Job.

Nun will man offensichtlich am Liebsten durch Beobachtung und Observation des Volkes Abtreibungen, Kindstötungen und -entsorgungen verhindern. Man erhöht einfach die Strafen und schon sind alle glücklich und gute Eltern, oder nicht?

Da meine eindringliche Bitte an den Herrn, er möge endlich Hirn vom Himmel regnen lassen, bislang konsequent ignoriert wurde, versuche ich es jetzt einfach mal mit einer anderen Bitte: "Herr, ich habe alle dummen Menschen auf Erden lieb. Aber wenn Du sie lieber hast, nimm' sie bitte zu Dir..."

Gruß,
Photon
 
Heute hingegen braucht man sich aus meiner Sicht nicht mehr wundern, wenn immer häufiger Kinder in Mülltonnen oder Babyklappen "entsorgt" werden. Ein Kind stellt eine enorme Belastung dar. Ein alleinerziehendes Elternteil findet mit einem Kind nur schwer einen Job, mit zwei Kindern wird es fast unmöglich und mit 3 oder mehr Kindern ist man eigentlich schon zur Arbeitslosigkeit verdammt. Folglich fehlt das Geld, um überhaupt den Kindern einen guten Start ins Leben zu ermöglichen.
Machst du es dir da nicht ein bischen zu einfach? Wer was ordentliches gelernt hat, bekommt auch mit 2 oder mehr Kindern einen Job. Nur wenn man natürlich keinen Bock auf Schule hat, lieber zu Hause rumgammelt und dann schwanger wird und sich sagt, wenn das Kind alt genug ist, mach ich die Schule zu Ende und kaum ist es soweit kommt das nächste, tja also daß man dann keinen Job bekommt, das wundert mich nun nicht.
In Deutschland sollten lieber mal wieder ein paar Werte vermittelt werden anstatt die Kinder verdummen zu lassen mit dem ganzen Müll der im Fernsehen läuft und mit dem ganzen Multimediakram den man den Kindern kauft, damit man sich ja nicht mehr mit ihnen beschäftigen muß. Kein Wunder, daß so viele jung schwanger werden, wenn die eigenen Eltern schon bei der Erziehung derartig versagt haben.
 
Machst du es dir da nicht ein bischen zu einfach? Wer was ordentliches gelernt hat, bekommt auch mit 2 oder mehr Kindern einen Job. [...]
So? Was ist denn ein "ordentlicher Job"? Kinder sollten in die KiTa gehen und müssen in die Schule. Anfangs ist also bestenfalls ein Halbtagsjob drin. Und dann bewirb' Dich doch einfach mal mit 2 oder 3 Kindern auf eine Arbeit, am besten noch alleinerziehend. Da hörst Du es förmlich beim Personalchef rattern: "Hmm, 3 Kinder. Da ist ja eins von denen eigentlich immer krank. Dann sie selbst auch noch, damit kommt sie bestenfalls auf 50 Arbeitstage pro Jahr...".

Oder man entscheidet sich, es weitestgehend dem Zufall zu überlassen, wie die Kinder groß werden. Dann kann man auch 10 und mehr Stunden pro Tag arbeiten gehen, nur in absoluten Notfällen auf das Kind krank geschrieben sein und nach einem langen harten Arbeitstag abends um 9 noch mal kurz fragen: "Aber Hausaufgaben hast Du doch gemacht, oder?"

In Deutschland sollten lieber mal wieder ein paar Werte vermittelt werden anstatt die Kinder verdummen zu lassen mit dem ganzen Müll der im Fernsehen läuft und mit dem ganzen Multimediakram den man den Kindern kauft, damit man sich ja nicht mehr mit ihnen beschäftigen muß. Kein Wunder, daß so viele jung schwanger werden, wenn die eigenen Eltern schon bei der Erziehung derartig versagt haben.
Ja, das stimmt. Oft haben die Eltern schlicht keine Zeit mehr, sich um die Erziehung ihres Erbgutes zu kümmern. Schließlich müssen sie ja viel arbeiten, denn wenn sie arbeitslos sind, ist das Leben schon fast gelaufen. Besonders wenn sie alt werden und dann kein Geld auf der hohen Kante haben, um die nötigen Untersuchungen und Medikamente zu bezahlen.

Oder sie haben selbst einen beschränkten Horizont und können schon von daher den Kindern die Freude am Lernen nicht vermitteln. In dem Fall ist es eigentlich egal, ob sie arbeiten oder arbeitslos sind...

Gruß,
Photon