News Erdogan und Anpassung (Türkische Schulen, Warnung vor zu starker Anpassung)

Bei dem niederländischen Modell herrscht sicher auch eine ganz andere Sichtweise der Problematik vor, - hier lässt sich sicher noch Einiges aus der Erfahrung als ehemaliger "Kolonialherr" mit einbringen.
Soviel ich weiß, wird es auch in den Skandinavischen Ländern ähnlich gehandhabt.
 
[...] Vor allem wenn man sich jahrelang durch diverse billige Arbeitskräfte für Scheiß-Jobs bereichert hat.
Naja, so ganz umsonst haben die Gastarbeiter ja auch nicht gearbeitet und so weit ich informiert bin, haben sie auch keine Kugel am Bein gehabt. Im Gegenteil muss wohl das Angebot Deutschlands verlockend genug gewesen sein, dass sie in Scharen ihre Heimat verlassen haben und herbeigeströmt sind.

[...] Integration kostet nunmal Geld, da kommt man nicht drumherum.
AlexK schrieb:
[...] Leider ist es, wie Du auch schon erwähnt hast, in D so, dass einfach die finanziellen Mittel im föderalistischen Bildungssystem nicht vorhanden sind.
Interessant ist doch aber, dass Gelder für Imigration durchaus vorhanden sind. Nur wo versickern die eigentlich? In Malen-Nach-Zahlen-Nachmittagen für Ausländer? Oder in besondere Bauprojekte, also Wohnheime?

Mich regt auf, dass die Kinder die eigentlich wichtigen Punkte sind. Wer hier mit 40 oder 50 her kommt und kein Interesse an Land, Kultur und Sprache zeigt, der zeigt es auch nicht, wenn er lustige Bildchen ausmalt. Aber die Kinder sind noch nicht verloren. Also mal wieder das alte Problem: Geld ist da, wird aber falsch "verbucht"?

[...] Es soll keiner bevorzugt behandelt werden.
Die größten Sprach- und die daraus folgenden Bildungsprobleme gibt es doch vor allen in den Gruppen der Migranten, die in Ghettos leben und aufwachsen.
Und dort leben welche Ethnien? Genau: Türken, Araber, Italiener, Polen, Russen, Jugoslawen, Vietnamesen, ... . Wo ist der Unterschied?

Dieses Problem hat die deutsche Regierung selbst geschaffen, als sie sich die Gastarbeiter ins Land holten. Die Leute sollten gar kein Deutschen lernen, die sollten gefälligst arbeiten und sich von der deutschen Bevölkerung fernhalten.
Wer hat Dir denn das erzählt? Sie wurden ins Land geholt und wurden gefälligst für das bezahlt, wofür sie gekommen sind: Für das Arbeiten. Man hat sich schlicht nicht weiter um sie gekümmert. Weder hat man ihnen staatliche Kurse zur Sprache und Integration angeboten, noch hat man die Arbeitsverträge zeitlich befristet und sie danach wieder hinauskomplementiert. Eines von beidem hätte man unbedingt tun müssen, man hat aber beides versäumt.

[...]
Das Problem aber grundsätzlich unter dem Motto "die Ausländer haben gefälligst Deutsch zu können, aber die Eltern wollen nicht" und damit den Schwarzen Peter bei den Einwanderern zu legen, ist engstirnig und falsch.
Also das ist ja nur die Schuldfrage an und für sich. Für mich wäre es eine Selbstverständlichkeit, in einem fremden Land die Landessprache so gut wie nur möglich zu beherrschen. Und ich würde mich selbst um Abendkurse kümmern, um die Sprache so schnell wie möglich zu lernen. Von daher kann ich sehr gut den Schwarzen Peter den Leuten zuschieben, die es nicht tun. Denn sie wollen nicht. Das Angebot ist da.

[...] Trotzdem stehen sie am Einwohnermeldeamt wie doof da und keiner zeigt ihnen den Weg zum Sprachkurs. Das muss man sich selbst raussuchen und wo macht man das? Genau, bei den Landsleuten.
Naja, dann können sie ihre Landsleute ja auch gleich zum Sprachkurs mitnehmen. Kein Problem. Und sag mal, willst Du mir tatsächlich die Mär' erzählen, in allen anderen Ländern der Welt wird ein Einwanderer beim Patschehändchen genommen und überall hingeführt? Was die Niederlande machen, ist vielleicht recht vorbildlich, vielleicht aber auch nicht, kann und will ich nicht einschätzen. Aber ich würde mich bei der Einreise nicht darauf verlassen, dass man mir Willkommensgeschenke macht, mir eine Wohnung gibt, Sprachkurse und nach Möglichkeit noch Begrüßungsgeld. Vielleicht auch gleich noch einen Job und eine hübsche junge Frau?

Ja, Du hast recht, es klingt befremdlich. Denn erstmal haben wir das Problem mit den Leuten, die schon hier sind. Ob Du denen nun Flyer gibst oder nicht, die würden sowieso nur im Katzenklo landen. Wenn alle Ausländer hier halbwegs verständliches Deutsch sprechen und schreiben, werden sie vielleicht auch allen nachkommenden Landsleuten helfen können und müßten sich nicht mehr separieren.

Gruß,
Photon
 
Was heißt hier eigentlich Muttersprache? Wenn es teilweise schon die 2./3./4. Generation ist die hier in Deutschland geboren wurde, dann frage ich mich ernsthaft warum sollte türkisch ihre Muttersprache sein?

Verwerflich finde ich besonders wenn man voll intigrierte "Türken" fragt, dann sagen sie einem, dass die "Türken" in Deutschland weitaus mehr rechte haben, als die Türken in der Türkei.

Das liegt besonders daran, das sich die Türkei entwickelt hat, aber die "Türken" in Deutschland immer noch auf dem Stand von vor 50 Jahren sind und meinen sie müssen hier alles so haben wie es früher mal in der Türkei war.

Was mich an den Äusserungen Erdogans besonders gestört hat, er hat in Ludwigshafen davon gesprochen das "Deutsche" und "Türken" an den selben Gott glauben. Da frage ich mich doch, warum Leute die in der Türkei eine christliche Kirche bauen wollen, ermordet werden. Ferner muss man sich fragen, ob Kirche=Staat ist, denn wenn er sagt die "Deutschen" und wir glauben an den selben Gott, dann will Herr Erdogan scheinbar dieses erreichen.


Aber ich finde es sehr großzügig das Herr Erdogan uns Lehrer schicken möchte und Universitäten erbauen will, immerhin hat er erkannt das in Deutschland etwas für Bildung getan werden muss. Dennoch ist es total falsch und würde nur dazu führen, das sich die "Türken" in Deutschland noch mehr abgrenzen.

Das einzige was ich mir in "Ghettoschulen" vorstellen könnte, wäre das man dort verstärkt Lehrkräfte mit türkischen Sprachkenntnissen einsetzt oder Dolmetscher. Zumindest für die 1. und 2. Klasse, damit man halt Barrieren abbauen kann.

Auch sollte man sich ernsthaft Gedanken darüber machen, ob es nicht teilweise besser währe Kinder die in der x. Generation in Deutschland aufwachsen, sofern die Familie nicht bereit ist sich zu integrieren, hier Sanktionen einzuführen die dann halt bis zum Sorgerechtsentzug (als wirklich letztes Mittel) gehen. Denn in meinen Augen kommt es einer Kindeswohlgefährdung gleich, wenn man seinem Kind Bildung verweigert.

Auch sollte man allgemein überdenken den Religionsunterricht an Schulen komplett abzuschaffen und gegen religionsfreien Ethikunterricht zu ersetzen.

[Nachtrag]

Ich kann es verstehen das man sich nicht zu sehr anpassen möchte, wenn man für einen gewissen Zeitraum ins Ausland geht, aber wenn man schon in der 4. Generation fest in Deutschland lebt und die Türkei nur aus dem Urlaub kennt und eh hier bleibt, dann muss man sich anpassen.

Denn wer sich nicht anpasst wird nie in diesem Land ankommen.
 
Interessant ist doch aber, dass Gelder für Imigration durchaus vorhanden sind. Nur wo versickern die eigentlich? In Malen-Nach-Zahlen-Nachmittagen für Ausländer? Oder in besondere Bauprojekte, also Wohnheime?

Ganz eindeutig wird das "Integrationsproblem" hier in Deutschland anhand der aufgewendeten Mittel in 2 Kategorien aufgeteilt:

1. Arbeitsmarktpolitische Integration ( allererste Priorität nach der Änderung des Zuwanderungsgesetzes in 2006)

2. ... sollte eigentlich die "kulturelle u. soziale Integration" sein, zu der sicher auch das Erlernen der deutschen Sprache zählt.. leider lassen sich hier kaum Bemühungen erkennen.

[..]Eines von beidem hätte man unbedingt tun müssen, man hat aber beides versäumt.

Bekanntermaßen besteht bundesdeutsche Politik zu 99% aus Fehleinschätzungen und Versäumnissen, das mag an der Inkompetenz und des Verlustes jeglichen Augenmaßes der entsprechenden Entscheidungsträger liegen...:mrgreen:
 
Zuletzt bearbeitet:
Ob Dolmetscher wirklich nötig sind, ist für mich fraglich.
Mir persönlich hat Förderunterricht in der Grundschule, drei mal die Woche 2 Stunden nach Unterrichtsschluss mit einer kleinen Gruppe von ca 6 Schülern (darunter war ich der einzige Immigrant) und meinem Klassenlehrer, sehr geholfen. Unser Lehrer hat uns das Alphabet, die korrekte Aussprache und das verknüpfen von Buchstaben spielerisch anhand von Holzbuchstaben, Puppen, Spielzeugautos und Süßigkeiten beigebracht. Das klingt zwar wie aus einem Pädagogik-Bilderbuch, ist aber die Wahrheit. Und einen Dolmetscher habe ich nie gebraucht. Ich glaube, dass man sich ohne einen Übersetzer, gerade im Kindesalter, sehr viel schneller und besser in einer neuen Sprache zurecht findet, da man auf sich allein angewiesen ist und sehr gefordert wird.
Zusätzlich hat mir meine Religionslehrerin private Nachhilfestunden gegeben ohne einen Pfennig (war ja noch vor dem T€uro) zu verlangen. Sicher hätten meine Eltern mich auch zu einer Schülerhilfe schicken können. Doch konnten sie sich das einfach nicht leisten.
Die meisten Nachhilfen und Sprachkurse sind oft leider zu teuer für unsereiner, der als Student, oder ohne festen Arbeitsplatz, frisch mit seiner Familie herzieht.
 
Die meisten Nachhilfen und Sprachkurse sind oft leider zu teuer für unsereiner, der als Student, oder ohne festen Arbeitsplatz, frisch mit seiner Familie herzieht.

..das ist auch ein Punkt, dem man Beachtung schenken muß: Durch das "Verkommen" der Integrationspolitik zu einer gewinnorientierten "Integrationsindustrie" reicht das einfache "Lernen wollen" einfach nicht mehr aus, was meint ihr, mit welcher Freude und mit welchem Elan die durch die Agentur geschickten Sprachschüler am Unterricht teilnehmen...80% der Schüler erscheinen nur, damit ihnen nicht ihre Transferleistungen gestrichen werden. Hier werden unendlich finanzielle Mittel sinnlos vernichtet. Aber die Statistik sieht echt toll aus: "Und wieder
100.000 Erwerbslose weniger" ....:mrgreen:
 
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Die meisten Nachhilfen und Sprachkurse sind oft leider zu teuer für unsereiner, der als Student, oder ohne festen Arbeitsplatz, frisch mit seiner Familie herzieht.

Diesen Punkt könnte man eventuell durch die offene Ganztagesschule durch Zusatzangebote am Nachmittag teilweise abfedern. Aber all dieses kostet Geld und unsere Regierung ist ja leider nicht bereit Gelder in angemessener Höhe in Bildungspolitik zu stecken. Löblich finde ich im Bereich kostenloser Förderung auch die Zusatzangebote der Arche in Berlin und Hamburg.

Allerdings sollte man immer unterscheiden zwischen frisch hergezogen und schon in der x. Generation in Deutschland.

Wichtig um besonders Imigrantenkinder schulfähig zu machen, halte ich auch das verpflichtende Kindergartenjahr. In meiner Grundschulklasse war nur ein Kind türkischer Abstimmung und dem hat es ungemein geholfen das er vorher im Kindergarten war und dort die deutsche Sprache gelernt hat und spätestens gegen Ende der Grundschulzeit, hat man keinen Unterschied mehr gemerkt. Dieses lag wohl aber auch mit daran, das es eben nur ein Kind war und die Eltern selbst wollten das er integriert aufwächst.

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Etwas was mir gerade noch einfällt, im Fernsehen war letzt eine Grundschule zu sehen, in der werden einmal in der Woche die Eltern mit unterrichtet. Es war eine Schule mit an die 100 Prozent Imigrantenanteil. Dieses Konzept finde ich recht interessant, da so mehr Vertrauen in die Schule geschaffen wird und die Eltern den Kindern eventuell besser helfen können oder halt selbst noch etwas lernen.
 
Sicher gibt es 100te von guten Ansätzen und Maßnahmen, - leider sind unserere
"Entscheider" und Bildungspolitiker so weit weg von der Realität, dass etwaige Maßnahmen, die sicher fruchtend wären, garnicht erst in Erwägung gezogen werden...
 
jau, - das ist genau die Richtige "Krümmelmonsters" Tochter (Vater Albrecht war MP in Nds, kam aus der Vorstandsetage von Bahlsen..):

Ihre ehemaligen Kollegen an der Hochschule waren im Prinzip heilfroh, als sie endlich ihren Posten räumte, so mußten nicht ständig andere Mitarbeiter ihre Arbeit erledigen... sie bekam ja Familie und Karriere (mit 2 Kindermädchen) so wunderbar unter einen Hut... soviel zum Thema Realitätsverlust... :mrgreen:
 
Naja, so ganz umsonst haben die Gastarbeiter ja auch nicht gearbeitet und so weit ich informiert bin, haben sie auch keine Kugel am Bein gehabt. Im Gegenteil muss wohl das Angebot Deutschlands verlockend genug gewesen sein, dass sie in Scharen ihre Heimat verlassen haben und herbeigeströmt sind.

Vergleiche die Wirtschaftskraft und Lohnhöhen von Herkunftsländern mit unseren, vor allem in den 60ern. Ich glaube, die ersten Gastarbeiter hätten sogar mit einer Kugel am Bein geackert, wenn nur der Lohn pünktlich ausgezahlt worden ist.
 
Vergleiche die Wirtschaftskraft und Lohnhöhen von Herkunftsländern mit unseren, vor allem in den 60ern. Ich glaube, die ersten Gastarbeiter hätten sogar mit einer Kugel am Bein geackert, wenn nur der Lohn pünktlich ausgezahlt worden ist.
Ja, das stimmt natürlich. Aber heute wird gern und oft so getan, als wären wir den Leuten etwas schuldig. Das sind wir keinesfalls, sofern der Lohn pünktlich ausgezahlt wurde. Sollte das nicht der Fall sein, muss halt der Lohn rückwirkend gezahlt werden.
Den Leuten hat man ein Angebot gemacht, sie sind darauf eingegangen und wurden für ihre Arbeit entsprechend entlohnt.

Heute stehen wir nur vor dem Problem, dass man sich nicht getraut hat, einerseits die Menschen nach getaner Arbeit mit angemessener Abfindung wieder nach Hause zu schicken oder andererseits zur Aufstockung des eigenen Volksbestandes zu integrieren.

Kurz: Man war feige, dämlich und kurzsichtig.

Trotzdem muss jetzt schnell eine Lösung her. Eigentlich mindestens 2 Lösungen. Erst eine, die kurzfristig die Symptome bekämpft und gezielt gegen Ghettos, Sprachprobleme und Kriminalität im Lande wirksam vorgeht. Dann eine, die langfristig die Ursache angeht. Dazu gehören dann Bildungsprogramme, Sprachkurse an Schulen und so weiter und so fort. Welche Variante wird eigentlich aktuell überhaupt angegangen?

Gruß,
Photon
 
Welche Variante wird eigentlich aktuell überhaupt angegangen?

Das Kindergeld soll erhöht werden.... Desweiteren wurde das Thema Assimilation und Integration derartig medial hochgepuscht und politisch missbraucht, dass sich viele Deutsche schon angriffen fühlen. Immerhin wurde mir als Deutsche gesagt, ich würde Türken behandeln wie die Juden. Vielen Dank.
Sprachkurse oder Bildungsprogramme wurden für schlecht befunden, Türken sollen lieber in türkische Schulen gehen, wozu Deutsch lernen?

So, das macht die Politik derzeit. Vielleicht teilst du denen mal deine Vorschläge mit.
 
[...] Immerhin wurde mir als Deutsche gesagt, ich würde Türken behandeln wie die Juden. Vielen Dank. [...]
*lach* Und über so viel Durchfall kannst Du nicht lachen? Ach, nun komm. SWITCH auf Pro Sieben ist weit unwitziger und da lachen auch welche :LOL:

[...] So, das macht die Politik derzeit. Vielleicht teilst du denen mal deine Vorschläge mit.
Also insgeheim hoffe ich ja immer, dass vielleicht auch hier jemand mitliest, der das in seiner Partei mal mit einbringt. Wäre mir auch scheißegal, wenn die Idee von mir käme und der/diejenige das dann als seine/ihre eigene verkauft. Hauptsache, meinem Land geht es endlich wieder besser. Aber die haben bestimmt viel zu viel zu tun, die kommen ja offensichtlich nicht mal zum Arbeiten :LOL:

Was die Sprachkurse angeht: Also mir wäre es scheißegal, ob jemand unter Druck und Zwang weniger gut lernen kann oder nicht. Wer seinen Kindern und sich selbst keine Zukunft bieten will, der muss da halt zwangsweise herangeführt werden. Herrje, wieviel musste schon jeder von uns machen, obwohl er es nicht wollte? Die sollen sich nicht so zimperlich haben. Dafür ist es inzwischen zu spät.

Gruß,
Photon