News Münchner Faschingsumzug am Holocaust-Gedenktag trotz Kritik

Genießen die Juden eigentlich nun irgendwelche Sonderrechte in Deutschland???

Am 27. Januar werden ALLE Holocaust-Opfer herdacht und nicht nur die Juden, die in dieser Zeit ermordet wurden. Es werden auch Homosexuelle, Sinti, Roma, Intellektuelle, katholische und evangelische Priester, Mönche und Ordensfrauen, politische Gegner, unbescholtene Bürger und alle anderen Opfer herdacht - darunter auch 2 meiner Onkel, die in Theresienstadt umkamen. Das hat mit Sonderrechte nichts zu tun.

Hast Du Familie während des Holocausts verloren? Wenn ja, dann wurde auch die gestern herdacht. Hast Du denn Sonderrechte, dass man an Deine toten Angehörigen jetzt noch denkt?

Außerdem: wieso findet ein Karnevalsumzug über eine Woche VOR Karneval statt? Da gab es wirklich mehr als Platz genug, den Umzug einen Tag früher oder später stattfinden zu lassen.
 
Außerdem: wieso findet ein Karnevalsumzug über eine Woche VOR Karneval statt? Da gab es wirklich mehr als Platz genug, den Umzug einen Tag früher oder später stattfinden zu lassen.

Und wieso sollte man den Tag verlegen? Wenn jemand trauern möchte an dem Tag, dann brauch die Person ja nicht zu dem Karnevalsumzug gehen. Also ich möchte keinem vom Trauern abhalten. Wieso sollte ich mich vom Feiern abhalten lassen. Dabei spielt es auch gar keine Rolle ob man Ausweichtermine hat. Wobei mir da nichtmal gute Termine einfallen würden. Denn das war schon der Bestmögliche Termin.
 
Hast Du Familie während des Holocausts verloren? Wenn ja, dann wurde auch die gestern herdacht. Hast Du denn Sonderrechte, dass man an Deine toten Angehörigen jetzt noch denkt.

Die Sache ist die, wir brauchen uns wohl nicht erst zu einigen, dass Deutschland unter H****r wenig gutes hervorgebracht hat, aber wenn man es so sieht könnte man jeden Tag an dem H****r an der Macht war "vorbelegen" für einen Gedenktag.

Im Prinzip ist es so, also ob man am WeltAIDS Tag keinen S*x haben dürfte. Das Aufarbeiten der Vergangenheit ist schon okay, das habe ich in meiner Jugend auch gemacht, mich mit Zeitzeugen auseinander gesetzt und mit ihnen unterhalten um mir meine Meinung zu bilden, aber du bist einfach nur starr auf einen Blickwinkel fixiert.
 
Ich sage Nein,Nein und nochmals Nein.Das ist das Fest der Karnevalisten und da hat niemand,auch keine jüdische Gruppe das Recht Kritik zu üben.Das geht einfach zu weit!

Zwei Bemerkungen zu dieser gewagten These:

1. Hat jemand das Recht der Karnevalisten bestritten, sich diesen unglücklichen Termin auszuwählen, oder hat man nicht viel eher bemängelt, dass vom zweifellos vorhandenen Recht Gebrauch gemacht wurde, trotz eines Trauertags eine ausgelassene Feierstunde anzuberaumen?

2. Steht das Recht, Kritik an gesellschaftlichen (zumal öffentlichen) Themen zu üben, nicht vielleicht sogar über dem Recht, eine Karnevalssitzung an einem bundesweiten Trauertag stattfinden zu lassen (oder nicht mindestens auf gleicher Höhe?) - und um Deine Formulierung zu gebrauchen - dürfen nicht vielleicht "auch" jüdische "Gruppen", die einen direkten Bezug zu den Inhalten des Trauertags haben, von diesem Recht Gebrauch machen, von dem auch zahlreiche andere, nichtjüdische "Gruppen" Gebrauch gemacht haben, nämlich zur bloßen verbalen Kritik?

Alles in allem will ich auf Folgendes hinaus: Dass - wie Arno Lustiger es sagt - dieser Gedenktag zunehmend "verwässert" wird - nun sogar schon durch Karnevalsveranstaltungen - ist das Eine. Das andere ist, dass die bloße Kritik an dieser Entwicklung zu einem Vorwurf an die Juden umgedreht wird, intolerant gegenüber anderen zu sein, was im Fall vom User "Booster" sogar in einem Maulkorb für Juden gipfelt. Und das ist für mich eine große Sauerei, deren Dummdreistigkeit allerdings einem gewissen Trend eines zunehmend hemmungslosen öffentlichen Antisemitismus entspricht, der zu wenig kritisiert wird.
 
Wenn vor öffentlichen Gebäuden die Flaggen auf Halbmast hängen, egal aus welchem Grund, ist die Frage, ob öffentliche Veranstaltungen der ausgelassenen Art stattfinden müssen.

Und nur zur Erinnerung:
1991 wurden die Rosenmontagsumzüge wegen dem Irakkrieg komplett eingestampft.

Nur mal um Relationen aufzuzeigen.

gruss kelle!
 
Zwei Bemerkungen zu dieser gewagten These:

1. Hat jemand das Recht der Karnevalisten bestritten, sich diesen unglücklichen Termin auszuwählen, oder hat man nicht viel eher bemängelt, dass vom zweifellos vorhandenen Recht Gebrauch gemacht wurde, trotz eines Trauertags eine ausgelassene Feierstunde anzuberaumen?

2. Steht das Recht, Kritik an gesellschaftlichen (zumal öffentlichen) Themen zu üben, nicht vielleicht sogar über dem Recht, eine Karnevalssitzung an einem bundesweiten Trauertag stattfinden zu lassen (oder nicht mindestens auf gleicher Höhe?) - und um Deine Formulierung zu gebrauchen - dürfen nicht vielleicht "auch" jüdische "Gruppen", die einen direkten Bezug zu den Inhalten des Trauertags haben, von diesem Recht Gebrauch machen, von dem auch zahlreiche andere, nichtjüdische "Gruppen" Gebrauch gemacht haben, nämlich zur bloßen verbalen Kritik?

Alles in allem will ich auf Folgendes hinaus: Dass - wie Arno Lustiger es sagt - dieser Gedenktag zunehmend "verwässert" wird - nun sogar schon durch Karnevalsveranstaltungen - ist das Eine. Das andere ist, dass die bloße Kritik an dieser Entwicklung zu einem Vorwurf an die Juden umgedreht wird, intolerant gegenüber anderen zu sein, was im Fall vom User "Booster" sogar in einem Maulkorb für Juden gipfelt. Und das ist für mich eine große Sauerei, deren Dummdreistigkeit allerdings einem gewissen Trend eines zunehmend hemmungslosen öffentlichen Antisemitismus entspricht, der zu wenig kritisiert wird.

Das sind keine Thesen, vertrete nur meine Meinung!

1) Den Termin haben sich die Karnevalisten sicherlich nicht selbst rausgesucht. Bei Großveranstaltungen bekommt man die Termine oft vorgeschrieben. Ausserdem kommt es immer vor das Gedenktage und Feierlichkeiten auf einen Tag zusammen fallen. Was ist aber daran so tragisch?


2) Bundesweiter Trauertag? Dieser Tag steht in keinem Kalender sowi beispielsweise der Totensonntag oder Volkstrauertag!


3) Und ich verpasse sicherlich keinem Juden einen Maulkorb. Aber man sollte die Kirche trotzdem mal im Dorf lassen und nicht wegen jeder Kleinigkeit meckern.
Ich weiß nicht wieviele meiner Vorfahren (und es waren einige dabei) unter H****r&Co ums Leben kamen. Soll jetzt jeder überlebende Nazi an den Todestagen meiner Vorfahren nicht mehr feiern dürfen?
Die die wirklich für den Mist verantwortlich waren kann man sowieso nicht mehr zur Rechenschaft ziehen.
 
1) Den Termin haben sich die Karnevalisten sicherlich nicht selbst rausgesucht. Bei Großveranstaltungen bekommt man die Termine oft vorgeschrieben. Ausserdem kommt es immer vor das Gedenktage und Feierlichkeiten auf einen Tag zusammen fallen. Was ist aber daran so tragisch?

Ich sehe da keine Vorschrift zu irgendeinem Termin. Meines Wissens hätte der Termin durchaus anders gelegt werden können, das war auch die Ansicht vieler Münchner. In Regensburg wurde ein ähnlicher Umzug übrigens ohne größere Probleme verschoben.

2) Bundesweiter Trauertag? Dieser Tag steht in keinem Kalender sowi beispielsweise der Totensonntag oder Volkstrauertag!

Da müsste man sich vielleicht über die "Kalenderbildung" hinaus belesen: https://de.wikipedia.org/wiki/Tag_des_Gedenkens_an_die_Opfer_des_Nationalsozialismus

3) Und ich verpasse sicherlich keinem Juden einen Maulkorb. Aber man sollte die Kirche trotzdem mal im Dorf lassen und nicht wegen jeder Kleinigkeit meckern.

Vielleicht sollte man eher insofern die Kirche im Dorf lassen, seine Worte sorgsamer zu wählen, denn Dein Zitat lässt an Eindeutigkeit ja wenig vermissen.

Ich weiß nicht wieviele meiner Vorfahren (und es waren einige dabei) unter H****r&Co ums Leben kamen. Soll jetzt jeder überlebende Nazi an den Todestagen meiner Vorfahren nicht mehr feiern dürfen?
Die die wirklich für den Mist verantwortlich waren kann man sowieso nicht mehr zur Rechenschaft ziehen.

Du redest wirres Zeug. Das Thema hier ist nicht ein kolportiertes, individualisiertes und generelles Feierverbot für jedermann (weder rein rechtlich noch inhaltlich), sondern die Unvereinbarkeit eines national und international bekannten und staatlich anerkannten Gedenktags (der den Zweck erfüllt, die Erinnerung an verschiedenste Facetten des Holocausts auf diesen Tag zu bündeln) mit öffentlichen Großveranstaltungen, die dem Geist dieses Gedenktages entgegen laufen.
 
Ich sehe da keine Vorschrift zu irgendeinem Termin. Meines Wissens hätte der Termin durchaus anders gelegt werden können, das war auch die Ansicht vieler Münchner. In Regensburg wurde ein ähnlicher Umzug übrigens ohne größere Probleme verschoben.

Viele Münchner schienen es aber auch nicht so gesehen zu haben. Die Berichte und Videoausschnitte zeigen zumindest eine große Anzahl an Menschen die gefeiert haben.


Dein vorletzter Beitrag war so schön stimmig. Von unterschiedlichen Meinungen und der Thematik, dass jeder Kritik üben darf. Das Problem an Kritik ist, dass sie meist dann aufkommt, wenn es 2 Seiten der Betrachtung gibt. Und wenn man seine Meinung sagen können möchte, dann sollte man auch mal akzeptieren können, wenn eine andere Gruppe zu einem anderen Ergebnis kam.

Der Karnevalszug wurde extra in seiner Route geändert und es wurde versucht einen Komrpomiss zu finden. Auch wenn nun im folgenden Zitat ein wenig Eigenlob am Ende aufkommt, denke ich schon, dass man es einen Kompromiss nennen kann. Natürlich sollte man von den Kritikern nicht verlangen damit zufrieden zu sein, aber dennoch sollten sie auch die Entscheidung der Menschen tolerieren, die dennoch Feiern wollten.

*Grund für den geänderten Zugweg ist der Holocaust Gedenktag ebenfalls am 27.01.2008 = Tag der Befreiung des KZ Auschwitz. Als Gedenktag von der UNO erst im Oktober 2005 erklärt, 1996 als nationaler Gedenktag von Roman Herzog eingeführt, aber weitgehend nicht in den Köpfen der Bevölkerungverankert, wie sich hier zeigt, denn im Bewußtsein der Münchner ist als Gedenktag im allgemeinen der 9.11. etabliert. Zu dem aktuellen Holocaust Gedenktag wird bereits vorab schon am 25.01. ein Kranz am Platz der Oper des Nationalsozialismus an der Briennerstraße niedergelegt, den man sonst hätte passieren müssen. Denn Faschingszug und Holocaust Gedenken, nebeneinander, das mußte nicht sein, und so verlegten die Damischen Ritter verständnisvoll die Route.
 
Nicht am Platz der Opfer des Nationalsozialismus "vorbeizufeiern", ist für mich am Holocaust-Gedenktag der Kleinste aller möglichen Kompromisse und deshalb auch unbefriedigend. In Zukunft sollte es möglich sein, diese zwei so unterschiedlichen Anlässe klarer voneinander zu trennen, vor allem in München.
 
Nicht am Platz der Opfer des Nationalsozialismus "vorbeizufeiern", ist für mich am Holocaust-Gedenktag der Kleinste aller möglichen Kompromisse und deshalb auch unbefriedigend. In Zukunft sollte es möglich sein, diese zwei so unterschiedlichen Anlässe klarer voneinander zu trennen, vor allem in München.

Wieso vor allem in München?
 
Wieso vor allem in München?

München war Sitz der NSDAP und H****r nannte München "Hauptstadt der Bewegung." Auch fanden hier die ersten Judenverfolgungen statt und Dachau ist nur einen Steinwurf entfernt. Münchens Bürgermeister Ude hat sich auch schon oft genug der daraus resultierenden besonderen Verantwortung der Stadt bekannt und auch vorbildliche Einrichtungen und Veranstaltungen geschaffen. Umso enttäuschender war, dass er es sich nicht verkneifen konnte, sich am Gedenktag durch Mitwirken beim Umzug im wahrsten Sinne des Wortes zum Narren zu machen.
 
Und das findest du richtig?

Richtig? Keine Ahnung...

Aber ich will es mal so sagen:
Wenn ich weiß, dass auf unserem Friedhof eine Beerdigung stattfindet, dann fahr ich da nicht mit dem Auto und vollaufgedrehter Anlage vorbei, alternativ zieh ich da auch keinen Wheelie mit meiner Kuh.

Sicherlich dreh ich nicht 10 Kilometer vor jedem Friedhof die Musik runter, oder umfahre den Friedhof weiträumigst, aber wenn ich weiß, dass...

gruss kelle!
 
Nicht am Platz der Opfer des Nationalsozialismus "vorbeizufeiern", ist für mich am Holocaust-Gedenktag der Kleinste aller möglichen Kompromisse und deshalb auch unbefriedigend. In Zukunft sollte es möglich sein, diese zwei so unterschiedlichen Anlässe klarer voneinander zu trennen, vor allem in München.


Das würde jetzt bedeuten das es z.B weniger schlimm wäre wenn der Umzug in einer anderen Stadt stattfinden würde?
 
München war Sitz der NSDAP und H****r nannte München "Hauptstadt der Bewegung." Auch fanden hier die ersten Judenverfolgungen statt und Dachau ist nur einen Steinwurf entfernt.

O.k. und was hat der heutige Karnevalist und Müchener damit zu tun, dass ein Mann, der ihm hoffentlich nichtmal Symphatisch ist, sagte dass sie die Hauptstdat der Bewegung? Sorry meines erachtens sollte jedem Menschen selbst überlassen sein, ob er trauern möchte oder aber nicht. Am 11. September wollte jeder eine Schweigeminute machen, zwar hab ich nun nicht gesungen auf arbeit, aber mit denen, die sich auch nicht dafür interessieren habe ich mich einfach weiter unterhalten. Es ist vermessen, von anderen zu erwarten, was man selbst für sich in Anspruch nimmmt.

Man kann natürlich den Wunsch äußern, dass jemand sich zurücknimmt. Aber meiner Erfahrung nach, wird einem Wunsch eher folge geleistet, wenn kein Vorwurf durchscheint und kein Zwang.

@Kelle Wenn am Tage der Beerdigung eines Verwandten von mir, vielleicht in der Nachbargemeinde eine Hochzeit ist und die Gesellschaft hupend durch die Stadt fahren möchte, dann würde ich es ihnen sicher nicht vorwerfen. Meine Trauer und meine Andacht kann ich sicher auch ausüben, wenn andere Menschen feiern. Und in dem von mit genannten Beispiel wäre man sicher frischer in der Trauer und dies kommt sicher öfter mal vor, wenn man sich die Anzahl von Todesanzeigen in den Zeitungen einer Stadt ansieht.
 
Das würde jetzt bedeuten das es z.B weniger schlimm wäre wenn der Umzug in einer anderen Stadt stattfinden würde?

Nein, es ging nur gerade um München, und da fiel mir dieser Umstand ein. In diesem Fall ist der Rückschluss, woanders wäre das weniger schlimm, nicht wirklich erwünscht.

Wannabe schrieb:
O.k. und was hat der heutige Karnevalist und Müchener damit zu tun, dass ein Mann, der ihm hoffentlich nichtmal Symphatisch ist, sagte dass sie die Hauptstdat der Bewegung? Sorry meines erachtens sollte jedem Menschen selbst überlassen sein, ob er trauern möchte oder aber nicht.

Anscheinend ist es auch Dir nicht möglich, den Unterschied zwischen Persönlichkeitsrechten und dem öffentlichen Leben zu verstehen - obwohl doch, Du verstehst ihn, aber willst ihn nicht verstehen und ich hab deshalb auch keine Lust, es zu erklären.
 
Anscheinend ist es auch Dir nicht möglich, den Unterschied zwischen Persönlichkeitsrechten und dem öffentlichen Leben zu verstehen - obwohl doch, Du verstehst ihn, aber willst ihn nicht verstehen und ich hab deshalb auch keine Lust, es zu erklären.

Nein, was ich nicht verstehen will, sind erzwungene Regelungen. Wenn die Öffentlichkeit scheinbar kein Problem damit hatte und es keine Einbrüche in den Besucherzahlen dieser Veranstaltung gab, dann scheint eher dein Persönlichkeitsrecht und das einiger anderer eingeschränkt worden zu sein und eine breitere Öffentlichkeit schien damit kein Problem zu haben.

Ich denke, dass du einfach nur Blind wirst. Zugegebener Maßen gab es hier recht Antisemitische äußerungen, die speziell den Juden die Kritik verbieten wollten. Aber dennoch sollte man neben dem doch nicht übersehen, dass viele einfach nur anders dachten ohne gleich die Kritiker zu verurteilen. Also sollten die Kritiker (sprich du) nun auch nicht die Verurteilen, die es nunmal anders sehen. Das Problem bei sowas ist immer, dass entweder der eine Teil unzufrieden ist, oder aber der andere. Beiden Seiten wirst du es nicht recht machen können und von daher hat keine Seite mehr oder weniger recht. Denn das ist dann die Öffentlichkeit. Sie spiegelt die Interessen vieler wieder und kann deswegen nicht immer jeden einzelnen und nicht jede Gruppe Glücklich machen.