Eintrag #50, 13.03.2007, 22:40 Uhr

you told me once...13.03.07

Die Um- und Zustände werden immer desolater.
Ich begebe mich nun bald auf Wohnungssuche,zwei Monate Galgenfrist noch.
Naja was will man machen.Wenn sich WG-Mitbewohner nicht ans Miete zahlen halten sitzt man bei der Kündigung halt im gleichen Boot.
Im Job gibts auch Ärger.Disharmonie, wohin das Auge blickt.

Und irgendwie berührt es mich zwar, aber das alles gehört nicht zu meinen Primärgedanken.

Primärgedanke: Gestern Björn ICQ. Und Sie auch.
Ich habe es doch tatsächlich geschafft, das Programm nicht sofort aus Schreck und Angst wieder herunterzufahren und war eine (!) Stunde (!!) online.(Natürlich wie immer ohne mit Ihr zu reden.Um Gottes Willen!).
Ich weiss auch nicht was es bedeuten soll, ich habe aufgehört mir eine Meinung zu bilden.
Wird es besser oder nicht?!
Huhn oder Ei?

Schreibblockade.

Ebenso wundere ich mich, wie man gerade in einer Situation, in der so ziemlich alle Stützpfeiler zusammenbrechen am effizientesten zu leben scheint.Ja sogar Zustände erreicht, in denen man seine Taten koordiniert, sogar pragmatisch wird.
Mein Gott.
Nun dauerts wahrscheinlich nicht mehr lang und ich fange auch an, Probleme "anzudenken".
Nächste Station dann Jura- oder BWL Studium.
Einhergehend mit komplettem geistigen Zerfall.

Hermann Hesses "Der Steppenwolf" ist wirklich gut, ein literarischer Lichtblick im Moment. Den legte Sie mir ans Herz, kurz nach der Trennung. Ich seie der Hauptperson so ähnlich.

Harry Haller sagt dazu:
["...Es ist eine schöne Sache um die Zufriedenheit, um die  Schmerzlosigkeit, um diese erträglichen geduckten Tage, wo weder Schmerz noch Lust zu schreien wagt, wo alles nur flüstert und auf Zehen schleicht.
Nur steht es mit mir leider so, das ich gerade diese Zufriedenheit gar nicht gut vertrage, das sie mir nach kurzer Dauer unausstehlich verhaßt und ekelhaft wird und ich mich verzweiflungsvoll in andere Temperaturen flüchten muss, womöglich auf dem Weg der Lustgefühle, nötigenfalls aber auch auf dem Weg der Schmerzen. Wenn ich eine Weile ohne Lust und ohne Schmerz war und die laue, fade Erträglichkeit sogenannter guter Tage geatmet habe, dann wird mir in meiner kindischen Seele so windig weh und elend, das ich die verrostete Dankbarkeitsleier dem schläfrigen Zufriedenheitsgott ins zufriedene Gesicht schmeisse und lieber einen recht teuflischen Schmerz in mir brennen fühle als diese bekömmliche Zimmertemperatur.
Es brennt alsdann in mir eine wilde Begierde nach starken Gefühlen, nach Sensationen, eine Wut auf dies abgetönte, flache, normierte und sterilisierte Leben und eine rasende Lust, irgendetwas kaputt zu schlagen, etwa ein Warenhaus oder eine Kathedrale oder mich selbst, verwegene Dummheiten zu begehen, ein paar verehrten Götzen die Perücken abzureissen, ein paar rebellische Schulbuben mit der ersehnten Fahrkarte nach Hamburg auszurüsten, ein kleines Mädchen zu verführen oder einigen Vertretern der bürgerlichen Weltordnung das Gesicht ins Genick zu drehen..."]

Was soll ich sagen.Sie weiss, wie treffend das ist.

Kim Frank´s Single heisst `Lara´.
Ich wundere mich jetzt mal nicht, warum die ausgerechnet jetzt rauskommt und warum sie mir sogar noch gefällt.

Let it bleed.Gute Nacht.
 
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