Wie häufig ist erektile Dysfunktion?
Eine Gruppe von Forschern machte sich kürzlich daran, die Prävalenz der erektilen Dysfunktion zu untersuchen. Sie bewerteten auch die Beweise für seinen Zusammenhang mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Sterblichkeit.
Erektile Dysfunktion bezieht sich auf die Unfähigkeit, eine Erektion zu erzeugen oder aufrechtzuerhalten, die fest genug ist, um Geschlechtsverkehr zu haben.
In einigen Fällen kann eine erektile Dysfunktion ein Zeichen für ein zugrunde liegendes medizinisches Problem sein, wie z. B. Bluthochdruck oder Fettleibigkeit. In anderen Fällen könnte die treibende Kraft psychologischer Natur sein.
Obwohl angenommen wird, dass erektile Dysfunktion relativ häufig vorkommt, war ihre genaue Prävalenz schwer zu ermitteln; Studien haben ein breites Spektrum an Ergebnissen hervorgebracht.
Dies hat eine Reihe von Gründen, nicht zuletzt, weil die obige Definition subjektiv ist.
Kürzlich machte sich eine Gruppe von Forschern daran, eine klarere Vorstellung von den Zahlen hinter dieser Erkrankung zu bekommen. Sie wollten auch ein besseres Verständnis dafür bekommen, wie erektile Dysfunktion mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Sterblichkeit zusammenhängen könnte.
Die Gruppe hat ihre Ergebnisse kürzlich in der Zeitschrift BJU International veröffentlicht.
Ein zunehmendes Problem?
Laut den Autoren ist die erektile Dysfunktion ein wachsendes Problem. Sie erklären, dass in den Vereinigten Staaten die jährlichen Ausgaben für erektile Dysfunktion im Jahr 2000 330 Millionen Dollar betrugen, verglichen mit 185 Millionen Dollar im Jahr 1994.
Dieser Anstieg ist wahrscheinlich auf eine Reihe von Gründen zurückzuführen. Alter ist beispielsweise ein Risikofaktor, und die US-Bevölkerung wird immer älter. Auch Fettleibigkeit und verwandte Erkrankungen – wie Diabetes – die ebenfalls auf dem Vormarsch sind, sind Risikofaktoren für erektile Dysfunktion.
Das Verständnis der Größe und des Umfangs der erektilen Dysfunktion ist wichtiger denn je.
Um dies zu untersuchen, nahmen die Wissenschaftler Daten aus früheren Studien. Insgesamt identifizierten sie 41 relevante Studien, die die Prävalenz der erektilen Dysfunktion oder ihre Rolle bei anderen Erkrankungen untersuchten.
Die Forscher fanden eine unglaubliche Vielfalt; Prävalenzraten reichten von nur 3 % bis 76,5 %.
Warum diese Variation?
Die Autoren untersuchten auch, wie unterschiedliche Arten der Beurteilung der erektilen Dysfunktion die Ergebnisse beeinflussten. Der International Index of Erectile Function ist ein fragebogenbasiertes Instrument. Studien, die diese spezielle Methode verwendeten, fanden Prävalenzraten von 13,1–71,2 %.
Ein weiteres Standardmaß für erektile Dysfunktion ist ein Fragebogen, der ursprünglich für die Massachusetts Male Aging Study entwickelt wurde. Papiere, die diese Methode verwendeten, produzierten einen Bereich von 15,5–69,2 %.
Obwohl die beiden oben genannten Methoden die gebräuchlichsten sind, wurden in einigen Studien andere, weniger gebräuchliche Werkzeuge verwendet. Studien, die diese verwendet hatten, lieferten die Ergebnisse mit den größten Unterschieden und lieferten sowohl die niedrigsten als auch die höchsten Prävalenzraten (3 % und 76,5 %).
Dies zeigt, dass die Art des Tools, das die Forscher verwenden, wahrscheinlich die Ergebnisse beeinflusst. Es zeigt auch, dass Studien unabhängig davon, wie die erektile Dysfunktion gemessen wird, zu sehr unterschiedlichen Ergebnissen kommen.
Die Autoren berichteten auch über gepoolte Ergebnisse aus geografischen Regionen:
- Europa: 10–76,5 %
- Asien: 8–71,2 %
- Ozeanien: 40,3–60,69 %
- Afrika: 24–58,9 %
- Nordamerika: 20,7–57,8 %
- Südamerika: 14–55,2 %
Diese Unterschiede zwischen den Regionen sind wahrscheinlich auf eine Vielzahl von Einflüssen zurückzuführen, darunter Umwelt-, genetische und Lebensstilfaktoren. Auch kulturelle Normen können einen Einfluss darauf haben, ob es einer Person angenehm ist, über erektile Dysfunktion zu berichten.
Insgesamt stellten die Forscher fest, dass die wichtigsten Risikofaktoren für erektile Dysfunktion Alter, Fettleibigkeit, Diabetes, Depressionen, starker Alkoholkonsum und Rauchen waren.