Eintrag #64, 14.04.2006, 22:27 Uhr

Von kranken Maennern und...

... Fernsehen in der Dauerschleife

"Du hast ja nur was im Hals. Aber ich. ICH bin wirklich krank!" bekomme ich von einem bleichem, schniefenden, hustenden und Hoellenqualen durchlebenden Haeufchen Elend an den Kopf geknallt. Klar. Wie konnte ich das nur vergessen.
Meine hochgezogene rechte Augenbraue verfehlt ihre Wirkung. "Mir geht's ueberhaupt gar nicht gut." ist die bleidigte Antwort seinerseits.
Kopfschuetteln meinerseits. Laengeres diskutieren haette jetzt sowieso keinen Sinn. Der Herr wuerde nur Kopfschmerzen kriegen und noch mehr leiden. Also schone ich meine Stimme und somit auch meinen Hals.

Mitte dieser Woche begann unser kleines Krankenszenario. Der Herr von und zu schon seit Monaten von einer immer wiederkehrenden Erkaeltung gejagt blieb Daheim. Voellige Fassungslosigkeit meinerseits - fuer ca. 2-3 Sekunden. Dann ein anerkennendes Kopftaetscheln und ein liebevolles Kraulen, ihn endlich beim Arzt zu wissen. Und weil Frau es natuerlich in keinster Weise mit ansehen kann, dass der Herr daheim bleibt, meldet sich der Hals noch am gleichen Abend. Die Schweinemedaillons wollen pardu  nicht in den Magen, Wasser brennt wie Feuer und nach zehn Minuten unerklaerlicher Schluckbeschwerden ergebe ich mich und lasse den Teller fast unangeruehrt zurueck.
Der naechste Arbeitstag war ein lustiges Unterfangen. Kaum ein Wort sprechen koennend wagte ich mich also in die Zimmer der redseeligsten Bewohner. Ergebnis nach 3 Stunden Arbeit - ein doppelt so dicker, angeschwollener Hals. Also ueberraschte ich den Herrn von und zu mit meinem viel zu fruehen Erscheinen. Allerdings bekam ich nicht mehr als ein Grinsen - er sei gerade erst vom Arzt gekommen und wenn ich am fruehen Morgen nicht so stur gewesen waere, haette ich jetzt meine Ruhe und koennte mich aufs Sofa legen.
Unfaehig zu sprechen musste ich ihm wortlos die Genugtuung goennen, wiedereinmal recht gehabt zu haben.
Naja, mit dem blabla koennte ich jetzt noch eine ganze Weile weiter machen. Dabei wollte ich doch auf was ganz anderes hinaus.
Der Arzt stellte jedenfalls nur ein paar Eiterblaeschen auf beiden Gaumenboegen fest. Virusinfekt und somit abwarten und Teetrinken. Und daheim bleiben. Und das, wobei ich die gesamten Feiertage Dienst haette. Egal.

Seit Mittwoch also liege ich mit meinem Herrn von und zu krank und faul auf dem Sofa. Ueberlege mir, was ich essen wuerde, wenn ich koennte. Hasse den Pudding und den Tee, die mir als einzige Nahrungsmittel dienen. Und natuerlich bemitleide ich meinen Herren von und zu, wenn er sich jammernd im Schlafe auf die andere Seite dreht. Kraule geduldig und schaue mir Kopfschmerzen ins Hirn. Soviel Fern habe ich wirklich selten geschaut. In den Werbepausen raeume ich die Kueche auf, stelle seinen Flur auf den Kopf und kriege hin und wieder schwache Zurufe wie: "Finger weg von der Waesche! Du weißt nicht wo die hinkommt!" Natuerlich nicht. Ich hab mir in den letzten 2 Jahren auch niemals seinen nichtvorhanden Schrank angeschaut.
Nach jeder laengeren Schlafensphase seinerseits kommt die Frage nach meinem Hals. Aufgrund der Tatsache, dass er ja richtig krank ist und ich nur etwas im Hals habe haben sich meine Antworten auf: "Geht schon." beschraenkt. Immerhin ist er so von den Gedanken abzubringen, mich Salzwasser gurgeln zu lassen oder mir gar dieses hoellisch brennende Propolis in den Rachen zu troepfeln.

Und so tuempel ich also seit 3 Tagen vor mich her. Tue nichts und das ist wirklich schlimm fuer mich. Schaue mir weiter Kopfschmerzen ins Hirn, unterdruecke den Schmerz und habe ganz viel Mitleid fuer meinen Herrn von und zu uebrig, wenn er sich wieder stoehnend und jammernd auf die andere Seite dreht. Der Grund fuer dieses belanglose getexte ist schlichtweg der, dass ich mich von der einzigen sinnvollen Aufgabe, die ich zu erledigen haette, abhalte. So schnell geht das mit dem Faul werden. Und worauf ich hinauswollte, habe ich leider auch vergessen. 'tschuldigung.

Sowas.

Minensie
 
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