Wieso ich, um gleich in medias res zu gehen, einem ordinären Toastbrot mehr Sympathien entgegenbringe als den meisten der mich umgebenden Menschen, ist mir heute klar geworden. Daß es so ist, daran bestand schon länger kein Zweifel, aber nun erstmal eine kleine Geschichte wie es dazu kam.
Spitzzüngige aber leider hohlköpfige Kritiker mögen jetzt sagen, es liege am ähnlichen Niveau, dem ist aber ganz und gar nicht so. Das Toast lag in meinem Schrank, in etwa seit Mitte Januar. Das genaue Datum lässt sich leider nicht mehr feststellen, aber da der Clip die Mindesthaltbarkeit auf den 31.01.2006 datierte, wird es kurz davor gewesen sein, daß ich in den Supermarkt ging und das ehemalige Teigstück käuflich erwarb. Von diesem Toastbrot, bereits in Scheiben zerschnitten, aß ich aber nicht einmal die Hälfte. Der Rest fristete dann ein mehr oder weniger tristes Dasein in der Dunkelheit eines Küchenschrankes. Einige Male nahm ich es noch prüfend in die Hand, überlegte, ob es noch genießbar sei, entschied mich dann aber dagegen, die Datumsanzeige hielt mich davon ab, es seiner Bestimmung zuzuführen. Heute war es wieder einmal so weit. Darbend stand ich vor meinem Schrank, überlegte, was denn von den Lebensmitteln darin am ehesten noch genießbar sein könnte, nahm im Laufe dieser Überlegung das bereits sehr vertraute Toast in die Hand und musste zu meinem Erschrecken und Bedauern und Erstaunen und mit Bestürzung feststellen, daß sich Anzeichen von Schimmel auf diesem edlen Gebäck niedergelassen hatten.
An dieser Stelle setzte mein schlechtes Gewissen ein. Sicherlich, ich habe einiges falsch gemacht, im Laufe meines viel zu langen Lebens. Doch dieser Fauxpas wäre vermeidbar gewesen. Ich hätte lediglich dem Toast etwas mehr Aufmerksamkeit entgegenbringen müssen und ihm wäre das Schicksal einer Müllverbrennungsanlage erspart geblieben. Es konnte ja nichts dafür. Weder konnte es sich zu Wort melden, noch anderweitig um meine Aufmerksamkeit kämpfen. Es hat nichts falsch gemacht, und das ist die Tragik dieser Situation.
Meinen Fehler bedauere ich zutiefst. Mögest du in Frieden ruhen, mein Freund. Zu spät habe ich gemerkt, was ich an dir habe. Viel zu wenig habe ich dir gezeigt, wie viel mir an dir liegt. Doch nun heisst es Abschied nehmen. Ein Abschied für immer, der mir das Herz beinahe zerreissen will.
Adieu.
Spitzzüngige aber leider hohlköpfige Kritiker mögen jetzt sagen, es liege am ähnlichen Niveau, dem ist aber ganz und gar nicht so. Das Toast lag in meinem Schrank, in etwa seit Mitte Januar. Das genaue Datum lässt sich leider nicht mehr feststellen, aber da der Clip die Mindesthaltbarkeit auf den 31.01.2006 datierte, wird es kurz davor gewesen sein, daß ich in den Supermarkt ging und das ehemalige Teigstück käuflich erwarb. Von diesem Toastbrot, bereits in Scheiben zerschnitten, aß ich aber nicht einmal die Hälfte. Der Rest fristete dann ein mehr oder weniger tristes Dasein in der Dunkelheit eines Küchenschrankes. Einige Male nahm ich es noch prüfend in die Hand, überlegte, ob es noch genießbar sei, entschied mich dann aber dagegen, die Datumsanzeige hielt mich davon ab, es seiner Bestimmung zuzuführen. Heute war es wieder einmal so weit. Darbend stand ich vor meinem Schrank, überlegte, was denn von den Lebensmitteln darin am ehesten noch genießbar sein könnte, nahm im Laufe dieser Überlegung das bereits sehr vertraute Toast in die Hand und musste zu meinem Erschrecken und Bedauern und Erstaunen und mit Bestürzung feststellen, daß sich Anzeichen von Schimmel auf diesem edlen Gebäck niedergelassen hatten.
An dieser Stelle setzte mein schlechtes Gewissen ein. Sicherlich, ich habe einiges falsch gemacht, im Laufe meines viel zu langen Lebens. Doch dieser Fauxpas wäre vermeidbar gewesen. Ich hätte lediglich dem Toast etwas mehr Aufmerksamkeit entgegenbringen müssen und ihm wäre das Schicksal einer Müllverbrennungsanlage erspart geblieben. Es konnte ja nichts dafür. Weder konnte es sich zu Wort melden, noch anderweitig um meine Aufmerksamkeit kämpfen. Es hat nichts falsch gemacht, und das ist die Tragik dieser Situation.
Meinen Fehler bedauere ich zutiefst. Mögest du in Frieden ruhen, mein Freund. Zu spät habe ich gemerkt, was ich an dir habe. Viel zu wenig habe ich dir gezeigt, wie viel mir an dir liegt. Doch nun heisst es Abschied nehmen. Ein Abschied für immer, der mir das Herz beinahe zerreissen will.
Adieu.