Eintrag #67, 12.01.2026, 19:55 Uhr

Schnee im Winter

Manchmal laufen Tage und sogar Wochen einfach so dahin, ohne daß irgendetwas geschieht. Meint man jedenfalls.Bei mir sind die Geschichten weniger geworden. Andererseits ist ja jeder Tag eine neue Geschichte.Und auch, wenn nichts passiert, werde ich nicht fertig mit dem Denken.

An einem Samstag abend, es war Januar, saß ich mal wieder ganz gemütlich in dem kleinen Lokal und las nebenbei  „Columbus, goodbye“ von Philip Roth. Beim Blick aus den Augenwinkeln irritierte mich aber plötzlich etwas. Das, was da draußen an der Scheibe vorbeiflog, waren wirklich die kleinen Quälgeister, wie ich sie vor Jahren mal genannt habe. Kleine weiße Flocken. Es schneite. Und das im Januar. Im Winter Schnee. Kaum zu glauben. Vor gar nicht so langer Zeit hatte ich mir auf einer Bank noch die Sonne ins Gesicht scheinen lassen. Die Welt gerät aus den Fugen.

An einer Stelle bebte die Erde und legte  alles in Schutt und Asche. Da, wo sich Städte noch im heilen Zustand zeigen, zerstört man sie durch Bomben. Menschen die, wovor auch immer, fliehen, ertrinken im Meer. Und hier schneite es im Winter.

Da fällt mir ein alter Schlagertext ein; „Am 30. Mai ist der Weltuntergang". Wir kommen diesem Datum immer näher.Allerdings nützt es auch nichts, sich dann an der Erde festzukleben, denn das Universum würde es nicht interessieren und wir Menschen würden nicht vermißt werden.

Also bleiben wir ruhig und warten auf den kommenden Sommer, der hoffentlich nicht so heiß wird. Auf keiner Ebene. Weder von der Temperatur, schon gar nicht im übertragenen Sinn.

Ja, ich weiß, das war jetzt auch keine Geschichte. Nur ein paar Gedanken. Aber aus einigen könnte mal eine Geschichte werden. Ich schick sie dann. Nach dem 30. Mai.

 
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