...
Das Leute für so etwas wirklich Geld ausgaben wollte mir nicht in meinen Kopf! Noch viel weniger wollte mir in den Kopf, daß ich dafür Geld ausgegeben hatte!
Spontan fiel mir wieder ein, wo ich meine Vorurteile gegenüber Kunst herhatte und warum es mir schwerfällt, mich beruflich in eine Richtung zu entwickeln, die nicht rein praktisch orientiert ist.
Denn wenn das Kunst war..
Wenn es auch nur abstrakt im weitesten Sinne des Wortes in den Bereich Kultur gehörte...
Dann kann man ruhigen Gewissens behaupten, daß die deutsche Kultur tot ist.
Oder war es nur das Berliner Herz der Finsternis, das sein schwarzes Blut durch tote Adern pumpte?
Der 2. Weltkrieg ging vorüber und die Pause begann und ich war froh, endlich hinausgehen zu können! Der Entschluss, sich die zweite Hälfte nicht anzutun war schnell gefaßt, hatte ich doch schon während der Aufführung überlegt, ob ich nicht einfach gehen solle.
Während ich mich noch durch die Stuhlreihen schlängelte säuselte ein Mädchen in der Reihe vor mir ihrem Begleiter zu, sie müsse sich erstmal sammeln und wäre ich religiös hätte ich erstmal angefangen zu beten, daß sie dies bitte nur ironisch gemeint habe!
Leider sah sie nicht so aus...
Meine beiden Begleiter schauten mich etwas verständnislos an, als ich sagte, ich würde nach der Pause gehen. Auch Heike Makatsch und die anderen Zuschauer sahen nicht so aus, als könnten sie meinen Standpunkt nachvollziehen, aber die mußte ich ja glücklicherweise nicht damit konfrontieren.
Der Grieche drückte mir glücklicherweise noch Aldous Huxleys Brave New World Revisited in die Hand, worüber ich doppelt dankbar war, als meine U-Bahn mir direkt vor der Nase wegfuhr und ich auf dem eiskalten Bahnhof auf den nächsten Zug warten musste.
Doch auch Huxley schien vom finsteren Herzen in seinen Bann gezogen worden zu sein, denn obwohl er sich als Verteidiger der Freiheit positionierte erschienen mir seine Ansichten und Standpunkte eher wie diejenigen eines potenziellen Unterdrückers, der einschneidende Maßnahmen verlangt, bevor es zu spät sei, die Freiheit zu erhalten.
Aber evtl. war ich ja derjenige, der noch vom finsteren Herzen so konfus war, daß ich ihn einfach nur mißinterpretierte...
Am Bahnhof Alexanderplatz angekommen mußte ich umsteigen und ich fühlte mich schon wieder halbwegs sicher, der Finsternis entronnen. Der verlockende Duft eines Crobag-Standes am Bahnhof stieg mir in die Nase und erinnerte mich an meinen Hunger. Ich kratzte meine letzten 1,47€ Kleingeld zusammen und fragte die Verkäuferin freundlich, ob sie mir dafür eine große Käse-Schinken-Stange verkaufen würde, die normalerweise 1,50€ kostet.
Sie tat es und so kam ich in den Genuss eines köstlichen Befriedigers meiner Bedürfnisse und zufrieden kauend wähnte ich mich endgültig in Sicherheit!
1,47€ für so etwas Köstliches, Sinnstiftendes und Befriedigendes!
Die freie Marktwirtschaft hatte mich wieder und verwöhnte mich mit ihren Segnungen!
Doch ich war noch nicht entkommen! Denn kaum am anderen Gleis angekommen (wo mir schon wieder eine U-Bahn vor der Nase wegfuhr) blieb mir mein Essen fast im Halse stecken!
Denn auf einem großen Plakat direkt vor meiner Nase warben die lieben Gewerkschaftler von Verdi darum, daß es endlich an der Zeit sei, einen gesetzlichen Mindestlohn von 7,5€ die Stunde einzuführen, der dann mit der Zeit auf 9€ angehoben werden solle.
Dazu zeigten sie Bilder von betroffenen Arbeitnehmern, die ernst in die Kamera schauten.
Für ein Leben in Würde!
Und eigentlich sind die ja nur konsequent!
Der deutsche Niedriglohnsektor ist doch sowieso bereits beinahe gar nicht vorhanden, da kann ein derartiger letzter Todesstoß ja auch nicht mehr viel schaden und hey: Die paar Arbeitslosen mehr fallen doch inzwischen schon gar nicht mehr auf!
Leider war meine Käse-Schinken-Stange aufgegessen bevor die Bahn kam und so setzte ich mich mißmutig in die Bahn und fuhr nach Hause, endgültig fort aus dem schwarzen Herz der Finsternis, welches mit weiter erstarkender Kraft in unserer Hauptstadt schlägt...
Das Leute für so etwas wirklich Geld ausgaben wollte mir nicht in meinen Kopf! Noch viel weniger wollte mir in den Kopf, daß ich dafür Geld ausgegeben hatte!
Spontan fiel mir wieder ein, wo ich meine Vorurteile gegenüber Kunst herhatte und warum es mir schwerfällt, mich beruflich in eine Richtung zu entwickeln, die nicht rein praktisch orientiert ist.
Denn wenn das Kunst war..
Wenn es auch nur abstrakt im weitesten Sinne des Wortes in den Bereich Kultur gehörte...
Dann kann man ruhigen Gewissens behaupten, daß die deutsche Kultur tot ist.
Oder war es nur das Berliner Herz der Finsternis, das sein schwarzes Blut durch tote Adern pumpte?
Der 2. Weltkrieg ging vorüber und die Pause begann und ich war froh, endlich hinausgehen zu können! Der Entschluss, sich die zweite Hälfte nicht anzutun war schnell gefaßt, hatte ich doch schon während der Aufführung überlegt, ob ich nicht einfach gehen solle.
Während ich mich noch durch die Stuhlreihen schlängelte säuselte ein Mädchen in der Reihe vor mir ihrem Begleiter zu, sie müsse sich erstmal sammeln und wäre ich religiös hätte ich erstmal angefangen zu beten, daß sie dies bitte nur ironisch gemeint habe!
Leider sah sie nicht so aus...
Meine beiden Begleiter schauten mich etwas verständnislos an, als ich sagte, ich würde nach der Pause gehen. Auch Heike Makatsch und die anderen Zuschauer sahen nicht so aus, als könnten sie meinen Standpunkt nachvollziehen, aber die mußte ich ja glücklicherweise nicht damit konfrontieren.
Der Grieche drückte mir glücklicherweise noch Aldous Huxleys Brave New World Revisited in die Hand, worüber ich doppelt dankbar war, als meine U-Bahn mir direkt vor der Nase wegfuhr und ich auf dem eiskalten Bahnhof auf den nächsten Zug warten musste.
Doch auch Huxley schien vom finsteren Herzen in seinen Bann gezogen worden zu sein, denn obwohl er sich als Verteidiger der Freiheit positionierte erschienen mir seine Ansichten und Standpunkte eher wie diejenigen eines potenziellen Unterdrückers, der einschneidende Maßnahmen verlangt, bevor es zu spät sei, die Freiheit zu erhalten.
Aber evtl. war ich ja derjenige, der noch vom finsteren Herzen so konfus war, daß ich ihn einfach nur mißinterpretierte...
Am Bahnhof Alexanderplatz angekommen mußte ich umsteigen und ich fühlte mich schon wieder halbwegs sicher, der Finsternis entronnen. Der verlockende Duft eines Crobag-Standes am Bahnhof stieg mir in die Nase und erinnerte mich an meinen Hunger. Ich kratzte meine letzten 1,47€ Kleingeld zusammen und fragte die Verkäuferin freundlich, ob sie mir dafür eine große Käse-Schinken-Stange verkaufen würde, die normalerweise 1,50€ kostet.
Sie tat es und so kam ich in den Genuss eines köstlichen Befriedigers meiner Bedürfnisse und zufrieden kauend wähnte ich mich endgültig in Sicherheit!
1,47€ für so etwas Köstliches, Sinnstiftendes und Befriedigendes!
Die freie Marktwirtschaft hatte mich wieder und verwöhnte mich mit ihren Segnungen!
Doch ich war noch nicht entkommen! Denn kaum am anderen Gleis angekommen (wo mir schon wieder eine U-Bahn vor der Nase wegfuhr) blieb mir mein Essen fast im Halse stecken!
Denn auf einem großen Plakat direkt vor meiner Nase warben die lieben Gewerkschaftler von Verdi darum, daß es endlich an der Zeit sei, einen gesetzlichen Mindestlohn von 7,5€ die Stunde einzuführen, der dann mit der Zeit auf 9€ angehoben werden solle.
Dazu zeigten sie Bilder von betroffenen Arbeitnehmern, die ernst in die Kamera schauten.
Für ein Leben in Würde!
Und eigentlich sind die ja nur konsequent!
Der deutsche Niedriglohnsektor ist doch sowieso bereits beinahe gar nicht vorhanden, da kann ein derartiger letzter Todesstoß ja auch nicht mehr viel schaden und hey: Die paar Arbeitslosen mehr fallen doch inzwischen schon gar nicht mehr auf!
Leider war meine Käse-Schinken-Stange aufgegessen bevor die Bahn kam und so setzte ich mich mißmutig in die Bahn und fuhr nach Hause, endgültig fort aus dem schwarzen Herz der Finsternis, welches mit weiter erstarkender Kraft in unserer Hauptstadt schlägt...