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Eintrag #1, 04.04.2005, 21:26 Uhr

Pädagogisch Anthropologie - Geschlechterdifferenz

Geschlechterdifferenz:
Entstehung und erziehungswissenschaftliche Bedeutung


6. Biologie
Genetische Aspekte:
•     schnelle Generationenfolge + Mutationen  Varianz;
•     Neukombinationen durch Geschlechterdifferenz „besser“;
     z.B. verbessert körpereigene Abwehr gegen Viren (Immunabwehr)

Größenunterschiede: Indikator für Paarungssysteme
     (stärkstes und größtes männliches Individuum pflanzt sich fort)

Zuständigkeit für Aufzucht der Nachkommen:
•     Normalerweise kümmert sich Männchen um die Nahrungsbeschaffung und das Weibchen um die Brutpflege.
•     Jedoch nicht immer Aufgabe der weiblichen Individuen; z.B. trägt männliches Seepferdchen die Eier vom weiblichen Seepferdchen aus. Auch brütet der männliche Straußenvogel die Eier aus, …

Gleichheit und Verschiedenheit:
•     Aussehen von Männlein und Weiblein entweder „gleich“ oder total verschieden
•     Mensch: „mittlere“ Position  Ab dem 8. Lebensjahr erfolgt ein „Umbau“; das weibliche Becken wächst zur Anpassung an den großen Säuglingsschädel (Geburt)

Geschlechterspezifische Verhaltensunterschiede:
•     Vorhanden aber strittig:
     Frau = Hilfsbereit und weniger aggressiv
     Mann = Körperliche Aktivitäten
•     Genetische Faktoren (Genotyp) und Umweltbedingungen
•     verschiedene Kulturen:
     Gleichheit  genetische Gemeinsamkeiten
     bei Kindern Kulturübergreifende Gemeinsamkeiten:
•     Jungen: Jagd, Kampf
•     Mädchen: Soziales, Puppen
 genetische Vorgaben vorhanden (Menschenaffenexperiment)

Sozibiologische Fakten:
•     Ausgangspunkt: Unterschiedliches Reproduktionsinvestment
o     Männliche Säuger: Sperma („Spaghetti“)
o     Weibliche Säuger: Eizelle („Kürbis“)
     neunmonatige Schwangerschaft, Geburt, Stillphase
•     unterschiedliche Partnerwahlstrategien im Hinblick auf:
o     Attraktivität
o     Zugangsmöglichkeiten
•     unterschiedliche Verhaltensstrategien im Hinblick auf:
o     soziale Anerkennung
o     soziale Beziehung
o     den Umgang mit Mädchen und Jungen
•     unterschiedliche kognitive Strategien
o     Unterschiedliche Kognitive Fähigkeiten:
     Mann: räumliche Wahrnehmung, Motorische Fähigkeiten
     Frau: Sozikommunikative Fähigkeiten

Geschlechterdifferenzen („Mittelwertgesetzmäßige Aussagen“):
•     Mann: innergeschlechtliche Konkurrenz um soziale Reputation, verbunden mit Neigung zu riskanten Verhalten. Um soziale Reputation zu optimieren, sind strategische Kooperationen von Vorteil.
•     Frau: innergeschlechtliche Konkurrenz um Attraktivität. Weibliches Wahlverhalten, hier innergeschlechtliche Konkurrenz um Attraktivität. Relative Unabhängigkeit von sozialen Gruppen.

Unterschiedliche Kognitive Fähigkeiten (Kognition):
1. Räumliches Vorstellungsvermögen / Wahrnehmung:
•     Frau:      - Orientierung an örtlichen Gegebenheiten
          - gutes räumliches Erinnerungsvermögen
          - hohe Wahrnehmungsgeschwindigkeit
•     Mann:     - Orientierung an…
          - gutes räumliches Vorstellungsvermögen
          - gute Wahrnehmung sich schnell bewegender Objekte

2. Sozikommunikative Fähigkeiten:
•     Frau:     - Affinität für positiv gefärbte emotionale Beziehungen
          - genauere Wahrnehmung von Verhalten
•     Mann:     - Kommunikation zur Festigung des Sozialstatus

3. Motorische Fähigkeiten:
•     Frau:     - Feinmotorik
•     Mann:     - Werfen und Zielen

Frau: „buffered sex“
•     Störungsanfälligere Individualentwicklung
•     Innergeschlechtliche Konkurrenz um Attraktivität
•     „female choice“ versus „male competition“                                      (= weibliche Wahl gegenüber männlichem Wettbewerb)
•     lächelndes Gruppensozialverhalten (Affen: graulen sich || Menschen: lächeln)
•     Wählerisches Sozialverhalten, das nicht strategisch organisiert ist

Mann: Innergeschlechtliche Konkurrenz
•     Konkurrenz um soziales Ansehen
•     Varianz der Verhaltensweisen
•     Risikoverhalten
•     Strategische Kooperation (vgl. Vorteil des Homo Sapiens gegenüber Neandertaler)
•     Negative Bilanz in der Lebenserwartung


7. Psychologie
•     Methodologische Hinweise
•     Unterschiede in Ausstattung
•     Rollen
o     wandelbar (unter anderen Rahmenbedingungen etwa)
o     unterschiede in Geschlecht, Alter (Generation), Kultur, Schicht
•     Berufswelt
o     Technisierung bringt Gleichberechtigung; z.B. Servolenkung im Auto
o     heute: Reisebürokauffrau (früher: Mann)
     Bäckerin     Verkehrskauffrau     Konditorin     Uhrmacherin     Optikerin
1977     2%     3%     19%     18%     11%
1990     22%     69%     60%     41%     39%


8. Schlussfolgerungen:
•     Methodologie komplexer Fragen  keine monokausalen Erklärungen
•     Frau und Mann als holistische Natur-Kultur-Produkte                           wir verändern unsere Umwelt und Kultur nach unseren Bedürfnissen
•     Kleinkindmutter und junge Eltern  Zukunft = Kind + Karriere (?)
•     Geschlechterdifferenz in der Schule:
o     bis 4. Klasse: Mädchen ein Jahr weiter als Jungen
o     Mädchen tun sich beim Schreiben wegen Feinmotorik leichter
 Differenzen müssen wahrgenommen werden
      gerechter werden die individuellen Verschiedenen!
 

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