Eintrag #2755, 02.07.2026, 13:47 Uhr

Nach Tiger-Abschuss: Behörden greifen durch

Das Drama um den im Mai aus einer Privathaltung bei Leipzig entkommenen und von der Polizei erschossenen Tiger hat endlich ein Nachspiel: Gestern haben die Behörden sechs Tiger beschlagnahmt – die Tiere kommen in eine artgerechte Auffangstation in Spanien. Der tragische Vorfall rückte eine private Tigerhaltung ins Licht, die schon lange in der Kritik steht: Die Gehege der ehemaligen Zirkusdompteurin sind zu klein, behördliche Zucht- und Show-Verbote wurden lange ignoriert und es gab mehrere Verfahren wegen mutmaßlicher Verstöße gegen Natur- und Tierschutz. Lange geschah nichts…

Doch dann verletzte Tiger Sandokan am 17. Mai einen Mann schwer, entkam aus seinem Gehege und löste einen Großeinsatz der Polizei aus. Der Fall sorgte für Schlagzeilen. Pro Wildlife organisierte einen gemeinsamen Appell deutscher Tierschutzorganisationen an den Innenminister von Sachsen, endlich ein Gefahrtiergesetz anzupacken, wie es die meisten Bundesländer schon längst haben. Gleichzeitig forderten wir beim Veterinäramt die umgehende Beschlagnahme der Tiger. Gestern war es endlich so weit: Sechs Tiger sind nun gerettet, nur zwei ältere Tiere sollen (vorerst) bei der Halterin bleiben.

Der Fall zeigt aber auch: Ohne ein Gefahrtiergesetz bleibt Sachsen weiterhin ein blinder Fleck im Wildtierschutz, ohne bundesweite strengere Regeln für die Tierhaltung können Behörden gefährliche Wildtierhaltungen kaum wirksam kontrollieren. Deshalb arbeiten wir weiter daran, dass die Gesetze auf Bundes- und Landesebene endlich nachgebessert werden.

>> Haltung von Gefahrtieren in Deutschland

 
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